Holzdielen verlegen – So macht es der Profi

Holzdielen verlegen – So macht es der Profi

Holzböden sind seit Jahrhunderten ein wahrer Einrichtungsklassiker. Und das nicht ohne Grund – Holzdielen haben eine Reihe von erstklassigen Vorteilen zu bieten. Sie sind unter anderem extrem robust und leicht zu pflegen. Mit der richtigen Pflege ist es kein Problem, die hochwertigen Dielen aus Holz bis zu 25 Jahre und länger in Gebrauch zu haben. Darüber hinaus lassen sie sich mit vielen Stilrichtungen kombinieren. Modern, rustikal oder zeitlos, die passende Diele lässt sich garantiert finden.

Das Verlegen von Holzdielen möchten viele dabei in Eigenregie durchführen. Das spart nicht nur Geld, es ist auch ein tolles Projekt für den Hobbyheimwerker. Mit den passenden Tipps und Tricks ist es dabei kein Problem, die Dielen aus Holz korrekt zu verlegen.

Naturbaustoff Holz – Umweltbewusst und leicht zu handhaben

Ein Grund für die häufige Nutzung von Massivholzdielen ist die angenehme Atmosphäre, die sie sofort in den Raum zaubern. Hinzu kommt aber auch, dass Holz ein erstklassiges Naturprodukt ist. Der Baustoff trägt auch aktiv zur Regulierung des Raumklimas bei, indem die Feuchtigkeit aus der Umgebung absorbiert wird, oder in die Umgebung abgegeben wird.

In der Vergangenheit war es üblich, die einzelnen Dielen für den Dielenboden sichtbar zu verschrauben oder zu vernageln. Moderne Dielen arbeiten allerdings mit einem Stecksystem, das Nut und Feder zusammenführt. Diese Verbindung gibt einen sauberen und sicheren Abschluss. Zusätzlich werden die Dielen auf dem Boden verklebt oder in eine Unterkonstruktion geschraubt. Das Schrauben bzw. Verkleben sind die zwei klassischen Vorgehensweisen für das Verlegen von Holzdielen.

Welche Verlegetechnik ist passend?

Welche Technik für das Verlegen sich für den Boden am besten eignet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Um die Holzdielen auf den Boden kleben zu können, muss der korrekte Untergrund vorhanden sein. Dafür eignen sich zum Beispiel Zementböden, Trockenböden oder Anhydrit. Wichtig ist dabei, dass der Boden eben und bindefähig ist. Das Verkleben der Massivholzdielen resultiert in einer geringen Aufbauhöhe. Denn diese gleicht der Dielenstärke. Die Dielen werden in einer Stärke zwischen 10 und 50 mm angeboten. Für den Einsatz in einem Wohnraum mit einer normalen Nutzung ist eine Stärke von 20 bis 25 mm ratsam. Das Verkleben eignet sich also sehr gut für Räume, die einen geringen Spielraum für die Aufbauhöhe bieten, zum Beispiel durch offenliegende Rohre.

Kommt eine Unterkonstruktion zum Einsatz, liegt die zusätzliche Aufbauhöhe bei ca 6,5 cm. Bei der Planung auf keinen Fall die Türen vergessen. Massivholztüren lassen sich ohne Probleme in der Länge zuschneiden, sollten sie zu lang sein, um ohne Probleme über den neuen Boden zu gleiten.

Verlegemuster wählen

Neben der Art des Verlegens ist auch die Verlegeform interessant. Abhängig von dem gewählten Verlegemuster kann ein individueller Style kreiert werden:

  • Wilder Versatz
  • Regelmäßiger Versatz
  • Fortlaufender Versatz

Der fortlaufende Versatz nutzt den Verschnitt am Wandende, um die neue Reihe zu beginnen. Wer sich nicht sicher ist, welche Form die beste Wahl ist, der sollte die Dielen in diversen Formen trocken auslegen.

In wenigen Schritten zum perfekten Holzboden

Unabhängig davon, ob Massivholzdielen oder Parkett verlegt wird, die Vorgehensweise ist immer gleich. Für das Parkett sind die Dielen nicht aus einem massiven Stück Holz geschnitten, sondern aus mehreren Schichten verleimt. Das macht das Parkett zu einer günstigen Alternative im Vergleich zu den hochwertigen Holzdielen.

Holzdielen verlegen mit einer Unterbaukonstruktion

  1. Der Unterbau wird mit einer PE-Folie unterlegt. Diese dient als Feuchtigkeitssperre. An der Wand sollte die Folie etwa 10 cm als Überstand aufweisen. Eine Überlappung der Bahnen sollte mit 30 cm eingerechnet werden. Im Idealfall werden die Unterbaulatten in einem Abstand von 30 cm angebracht. Abstände von bis zu 60 cm sind möglich, allerdings kreieren größere Abstände auch größere Schwingungen der Dielen. Dies kann auf Dauer zu Bruchstellen führen. Sind die Latten sicher am Boden verschraubt, können die Zwischenräume mit Dämmwolle ausgelegt werden. Für einen Feuchtraum wie dem Badezimmer gibt es einen speziellen Schutt. Optional wird abschließend ein Trittschutz übergelegt, der schalldämmend wirkt.
  2. Bevor die erste Diele für den Dielenboden verlegt wird, muss die Wand in der Verlagsrichtung ausgemessen werden – ist die Wand schräg, wird die erste Diele entsprechend zugeschnitten. Auch die Folgedielen werden nach dieser angepasst. Es ist dabei wichtig, ausreichend Platz für eine Dehnungsfuge einzurechnen. Diese erlaubt es dem Holz zu arbeiten. Die Fuge sollte mindestens 10 mm betragen und sie muss umlaufend vorhanden sein.
  3. Der Zuschnitt für die erste Diele wird auf der Nutseite vorgenommen. Die Massivholzdiele wird anschließend zur Wand verschraubt. So lässt sich später ohne Probleme eine Sockelleiste verwenden, um die Schraube zu verdecken. Eine weitere Schraube wird an die Federseite gesetzt und im 45°-Winkel eingeschraubt. Die erste Reihe ist nun sicher verschraubt und bildet die Grundlage für das weitere Anbringen der Dielen.
  4. Mithilfe von Schlagholz und Hammer werden die weiteren Holzdielen mit der Nut in die Feder gesetzt. Ein Zugeisen erlaubt es, die einzelnen Dielen bündig an den Stirnseiten einzuschieben. Ist die Diele in Position, wird Sie auf den Latten der Unterkonstruktion verschraubt.
  5. Die letzte Diele wird ebenso wie die erste Diele mit einer Dehnungsfuge verlegt. Sie muss in der Regel passend zugeschnitten werden. Diesmal wird sie an der Federseite zugeschnitten. Auch hier sollte die Schraube nah an der Wand gesetzt werden, um diese später sauber mit der Sockelleiste zu verdecken.

Um zu vermeiden, dass das Holz direkt nach dem Verlegen große Dehnungsbewegungen vornimmt, sollten die Massivholzdielen knapp 48 Stunden vor dem Verlegen im Raum gelagert werden. So entspricht die Holzfeuchtigkeit der Raumfeuchtigkeit.

Holzdielen am Boden verkleben

  1. Werden die Dielen auf einem Estrichboden verlegt, ist eine spezielle Feuchtigkeitssperre nicht notwendig. Wird ein Blindboden (Bodenplatten) verwendet, ist es sinnvoll, eine Feuchtigkeitssperre aufzutragen. Zum Beispiel in der Form eines speziellen Anstrichs.
  2. Der Zuschnitt der ersten Diele erfolgt nach dem gleichen Schema wie beim Verschrauben. Der Kleber wird nach den Verpackungsangaben angerührt und auf dem Boden aufgetragen. Der Kleber wird nicht auf die Dielen gestrichen. Mit einem Zahnspachtel lässt sich die Klebermasse gleichmäßig und sauber auftragen. Die Diele wird fest auf den Kleber gedrückt. Auch hier unbedingt darauf achten, eine Dehnungsfuge zu nutzen.
  3. Den Kleber Stück für Stück auftragen, entsprechend der Länge der nächsten Diele. So trocknet der Kleber nicht, während eine neue Diele zugeschnitten wird. Für die Positionierung der Dielen mit Hammer, Schlagblog und Fügeeisen arbeiten.

Der Kleber wird lediglich auf die Unterseite der Diele aufgetragen. Auf keinen Fall Nut und Feder miteinander verleimen. Dies hindert, das Holz daran zu arbeiten und führt zu Bruchstellen.

Zusammenfassung

Ein schöner Holzboden aus Parkett oder Massivholzdielen ist eine wunderbare Wahl für viele Umgebungen. Die hochwertigen Dielen lassen sich dabei ohne Probleme verlegen, es ist nicht notwendig, einen Fachmann zu beauftragen. Für ein perfektes Resultat ist es wichtig, mit einem passgenauen Zuschnitt zu arbeiten – so geht garantiert nichts schief.

Artikelbild: © dolgachov / Bigstock.com

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