Immobilien: Warum gebrauchte Häuser oft besser sind, als neu zu bauen

Immobilien: Warum gebrauchte Häuser oft besser sind, als neu zu bauen

Viele Menschen möchten ihr Eigenheim ganz genau nach ihren eigenen Wünschen bauen lassen. Doch auch Altbauten haben viele Vorteile und sind oftmals mit nicht so hohen Risiken verbunden.

Gebrauchte Häuser sind beliebter

Laut einer Studie von Interhyp, dem größten deutschen Baukreditvermittler, werden von allen Baufinanzierungen lediglich 30 Prozent für einen Neubau verwendet, während 40 Prozent dazu dienen, einen Altbau zu kaufen.

Als Altbau bezeichnen wir in diesem Artikel gebrauchte Immobilien, auch wenn sie lediglich einmal für einen kurzen Zeitraum bewohnt waren. Im Gegensatz dazu bezeichnen wir als Neubau jene Häuser, die erst vor Kurzem fertig gebaut wurden und nun erstmalig bezogen werden.

Die restlichen 30 Prozent werden für Umbau, Modernisierung und Anschlussfinanzierungen eingesetzt. Das liegt unter anderem an der Preisdifferenz zwischen neu und gebraucht: Hauskäufer müssen für ein neues Einfamilienhaus im Schnitt 230.000 Euro zahlen, während eine gebrauchte Immobilie lediglich 148.000 Euro kostet. Etwa 55 Prozent teurer ist damit der Neubau.

Neubau: Hohe Kosten, viele Risiken

Viele Immobilienkäufer sind sich außerdem darüber im Klaren, dass die Risiken, die mit dem Hausbau einhergehen, oftmals höher sind als beim Kauf eines Altbaus. Trotz niedriger Bauzinsen sind Neubauten außerdem erheblich teurer, weil die Grundstückspreise und Baukosten in den letzten Jahren anstiegen. Das Bauvorhaben lässt sich auf Kostenseite deutlich komplizierter kalkulieren, kostet viel Zeit und Nerven und ist aufwendiger, als eine gebrauchte Immobilie zu kaufen.

Private Bauherren kommen oftmals zu kurz

Schätzungen zufolge ist das Angebot an Altbauten etwa fünfmal so groß wie die Anzahl der pro Jahr fertiggestellten Neubauten. In den 90ern wurden in Nordrhein-Westfalen noch über 100.000 Neubauten im Jahr gebaut. Im Jahre 2009 erreichte dieser Markt seinen Tiefstand: Nur 32.000 neue Immobilien wurden in jenem Jahr errichtet. Für dieses Jahr sind 44.000 neue Wohnungen und Häuser zu erwarten. Die Nachfrage nach bereits bestehenden Immobilien ist hingegen gleichbleibend groß.

Möchte man neu bauen, hat man es deutlich schwerer: Zunächst muss ein passendes Grundstück gefunden werden, das sich in einer guten Lage befindet.

Leider bevorzugen die Kommunen für neue Wohngebiete häufig Baugesellschaften, Projektierer oder Bauträger. Sie parzellieren die Flächen und bebauen sie anschließend mit Mehrfamilien- oder Reihenhäusern. Anschließend verkaufen sie die Objekte komplett mit Grundstück.

Das hat zur Folge, dass private Bauherren seltener eine Chance haben, überhaupt an ein Grundstück in attraktiver Lage zu gelangen.

In Metropolen sind begehrte Lagen schon besetzt

Dazu kommt noch, dass Metropolen wie München und Berlin seit Jahrzehnten kontinuierlich wachsen. Die begehrtesten Lagen sind daher meistens schon besetzt. Gerade in zentralen Lagen ist das Angebot an freien Grundstücken rar. Neubaugebiete gibt es nur noch in den Vororten oder am Stadtrand. Daher sind Altbauten in guten Lagen so wertvoll wie Neubauten. Ein Grund, weshalb es zwischen Alt- und Neubauten in diesen Städten nahezu keinen Preisunterschied mehr gibt.

Die bestehenden Wohnviertel hingegen profitieren oft durch ihre Infrastruktur, die in der Vergangenheit wachsen konnte. Sie bieten:

  • Eine gute Verkehrsanbindung
  • Eine flächendeckende ärztliche Versorgung
  • Zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten
  • Kindergärten und Schulen in unmittelbarer Nähe

Im Vergleich dazu muss die Infrastruktur in Neubaugebieten erst noch entstehen.

Fazit: Nichts überstürzen

Egal, ob man sich für einen Neubau oder einen Altbau entscheidet, in jedem Fall sollte man sich vorher absichern, was genau man eigentlich kauft. So muss beim Neubau während der Planungs- und Bauphase sichergestellt werden, dass die fertige Immobilie hinsichtlich Ausstattung und Bauqualität möglichst exakt den vereinbarten Eigenschaften entspricht. Beim Altbau muss der Käufer genau überprüfen, ob die Immobilie bereits gravierende Mängel aufweist, indem er notfalls Sachverständige und Gutachter hinzuzieht.

Zusammenfassung

Oftmals ist es die bessere Entscheidung, einen Altbau zu kaufen, als selbst ein Haus zu bauen. Die Risiken und Kosten sind beim Kauf einer gebrauchten Immobilie geringer. Außerdem befinden sich Altbauten gerade in Großstädten in einer attraktiven Lage, während Neubaugebiete am Stadtrand oder in Vororten zu finden sind. Dementsprechend besser ist im Allgemeinen auch die Infrastruktur bei Altbauten.

Artikelbild: © LDprod / Shutterstock

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