Ist ein Einfamilienhaus eigentlich noch eine gute Altersvorsorge?

Ist ein Einfamilienhaus eigentlich noch eine gute Altersvorsorge?

Diese Frage beschäftigt viele Menschen heutzutage. Die Verunsicherung, wie man sein Geld am besten fürs Alter zurücklegt, ist groß. Oft ist von „Betongeld“ die Rede und das Einfamilienhaus zur Rentenabsicherung wird hoch gelobt. Jedoch gibt es auch andere Stimmen, die von der Altersvorsorge durch Immobilien abraten.

Ein Großteil der Menschen in Deutschland hält das Einfamilienhaus für die perfekte Form der Altersvorsorge. Das Problem dabei ist leider nur: nicht jedes Haus gewinnt zwangsläufig an Wert. Das „Betongold“ kann leicht auch seinen Wert verlieren. Wer beispielsweise ländlich gebaut hat oder in demografisch schwachen Regionen lebt, der kann böse erwachen, wenn er feststellen muss, dass keiner seine Immobilie kaufen möchte.

Immobilien sind, und das erkennt man bereits am Namen, immobil. Der Wert der Immobilie ist sehr eng mit ihrem Standort verknüpft. Das gilt sowohl für Objekte die vermietet werden, als auch für selbst genutzte Objekte. Ein Haus, das sich gar nicht oder nur zu schlechten Quadratmeterpreisen vermieten lässt, wird geringe Erträge abwerfen, aber viel Arbeit verursachen. Da helfen auch die steuerlichen Ersparnisse durch eine eigene Immobilie nichts. Eine Eigenheim, in dem man selber lebt und welches man zu Beginn der Rente verkauft, ist ebenfalls nutzlos, wenn sich kein Käufer findet oder man dafür viel zu wenig Geld bekommt. Ein klassisches Sparbuch kann hier mitunter mehr abwerfen.

Hätten Sie vor 20 Jahren Ihre Immobilie hingegen in Berlin-Mitte oder Köln-Ehrenfeld erworben, dann könnten Sie jetzt eine Rente in Saus und Braus geniessen, wenn Sie die Immobilie verkaufen. Hier sind die Preise und auch die Nachfrage enorm gestiegen. Man kann also nicht verallgemeinern, wie gut die Anlageform Eigenheim wirklich ist.

Das Märchen von der „perfekten Altersvorsorge“ ist also leider nicht wahr, zumindest nicht pauschal – es sei denn, die Immobilie ist dort, wo die Menschen heute leben wollen: nahe den Großstädten und mit einer guten Anbindung. Die Entwicklungen sind in Deutschland höchst unterschiedlich.

Anders ist es, sollten Sie vorhaben, die Immobilie bis zum Ende Ihres Lebens selbst zu bewohnen und somit im Alter die Mietkosten zu sparen. Eine eher kleine Rente kann so gut zum Leben reichen, wenn davon keine Miete gezahlt werden muss. Jedoch sollte man bedenken, dass das Leben voller Überraschungen steckt. Nicht jede Ehe hält, Krankheiten können das Bewohnen eines Hauses unmöglich machen oder aber Sie verlieren im Alter schlicht die Lust an einem großen Haus. Auch die Instandhaltung des Hauses wird weiter Kosten verursachen.

Im Alter wird das Haus schnell zur Last. Die Kriegsgenerationen sind noch in Ihren Häusern alt geworden und bewohnten diese bis ins hohe Alter – Sie starben zuhause oder gingen erst ins Heim, wenn es garnicht mehr anders ging. Jüngere Generationen entscheiden sich heute oft anders. Viele Menschen, die sich jetzt kurz vor der Rente befinden, denken über eine Mietwohnung im Alter nach, die auch mit Rollator zugänglich ist. Altersgerechtes Wohnen liegt im Trend. Besonders in ländlichen Regionen ist es aber nicht leicht, entsprechenden Wohnraum zu finden. Daher zieht es heute nicht nur junge Leute zunehmend in die Städte. Auch Menschen im Rentenalter ziehen vermehrt aus ländlichen Regionen weg – rechtzeitig bevor Sie den Absprung nicht mehr schaffen.

Fazit

Ein Eigenheim ist einfach als ein Luxus zu sehen, den man sich leisten können muss. Natürlich wird es immer Eigenheime geben und das ist auch gut so. Ein eigenes Einfamilienhaus kann eine tolle Sache sein, sollte aber nicht mit der Absicht errichtet werden, damit seine Rente abzusichern – es sei denn, Sie haben großes Vertrauen in die Marktentwicklung vor Ort. Sollten Sie von Ihrem eigenen Haus träumen, einfach weil Sie Spass daran haben in den eigenen vier Wänden zu leben, dann sollten Sie davor nicht zurückschrecken und es tun. Die Absicherung der Altersvorsorge ist dabei aber eher kein gutes Entscheidungskriterium.

Artikelbild / Einfamilienhaus als Altersvorsorge: © Goodluz / Shutterstock

1 Kommentar

  1. Thomas 30.06.2015 10:44 Uhr

    Mittlerweile greifen immer mehr Menschen auf diese Form der Altersvorsorge zurück. EIn Vergleich zwischen den unterschiedlichen Alternativen ist immer eine Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen, um so die für sich beste Altersvorsorge in Anspruch zu nehmen.

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