Kaminofen selber bauen: So gelingt der Wärme-Traum im Eigenheim

Kaminofen selber bauen: So gelingt der Wärme-Traum im Eigenheim

„Darling, it´s cold outside“ – der klassische Weihnachts-Song über ein junges Paar, das sich gern immer noch ein Minütchen mehr am behaglichen Kamin-Feuer aufhalten will, um der Winterkälte draußen zu trotzen, ist nicht umsonst ein Klassiker. Ein Kamin im Haus repräsentiert alles: Liebe, Wärme, Behaglichkeit, Komfort, ja sogar Luxus, und die Ausstrahlung eines gepflegten Zuhauses, in das man immer wieder gern zurückkehrt.

Früher gehörten Kamine und Kaminöfen ganz selbstverständlich zur Ausstattung von deutschen Haushalten, bis sie von der elektrischen Wärme per Knopfdruck verdrängt wurden. Heute ist der Trend wieder rückläufig und immer mehr Eigenheim-Besitzer wollen die nostalgische Wärme-Quelle aus alten Tagen zurückgewinnen, in der man auch mal Holz aus dem Garten knisternd verheizen konnte. Doch der Kamin-Einbau vom Fachmann kann ins Geld gehen, da man hier – abhängig vom Modell, den verwendeten Materialien und dem Aufwand – durchaus einige Tausend Euro verausgaben kann.

Wer gern kleiner rechnet und an den Kosten sparen will, muss den Kamin selber einbauen, was aber bei guter Planung ein durchaus realistisches Vorhaben darstellt. Wir zeigen Ihnen im Folgenden die Schritte, die Sie vor dem Bauen eines Kamins oder Kaminofens berücksichtigen müssen – damit der nächste Winter ein wahres Wunderland der Wärme werden kann.

Schritt für Schritt zum Erfolg: Vor den Kamin-Einbau haben die Götter das Gesetz gestellt

Bevor Sie, begeistert von der Idee, bald einen eigenen Kamin oder Kaminofen Ihr eigen nennen zu können, beherzt die Ärmel hochkrempeln und in den nächsten Baumarkt fahren, sollten Sie sich unbedingt mit dem Gesetz zum Einbauen von Kaminen vertraut machen. Es gibt zwei wichtige Gesetzesordnungen in Deutschland, die Sie unbedingt kennen sollten, bevor Sie überhaupt einen Plan vom Einbauen einer behaglichen Wärme-Quelle im Eigenheim machen, geschweige denn ausführen.

Diese Gesetze heißen Landesbauordnungen (BauO) und Bundesimmissionsschutzgesetz (BIMSchV) und müssen unbedingt im Vorfeld beachtet werden, damit Sie Ihren neuen Wärmespender nicht mangels Gesetzeskonformität wieder abbauen müssen. Die Landesbauordnung (BauO) besagt in manchen Bundesländern, dass nur der Fachmann Kamine einbauen darf, damit der Schornsteinfeger später ordnungsgemäß abnimmt. Wenn Sie in einem solchen Bundesland wohnen sollten, ist der Eigenbau von Kaminen unerlaubt und führt mit Sicherheit dazu, dass der Schornsteinfeger Ihr Werk nicht abnimmt und als unzulässig meldet.

Erkundigen Sie sich hier unbedingt beim Bürgeramt oder der zuständigen Behörde in Ihrer Nähe, bevor Sie mit dem Einbauen des Kamins in Eigenregie beginnen! Ferner ist in Deutschland auch das Bundesimmissionsschutzgesetz (BIMSchV) wichtig, denn es bestimmt eindeutig, welche Mengen Feinstaub in privaten Haushalten erzeugt werden dürfen. Richten Sie sich auch hier unbedingt nach den gesetzlichen Maßgaben und informieren Sie sich über die DIN-Werte, die ein Kamin in Eigenbauweise erfüllen muss beziehungsweise über die gesetzlichen Richtwerte an Feinstaub, die nicht überschritten werden dürfen.

Der Schornsteinfeger bringt nicht immer nur Glück, wie das romantische Vorurteil lautet. Achten Sie die behördlichen Vorschriften zum Einbauen von Kaminen und Kaminöfen in Ihrem Haushalt nicht, oder ist es gar in Ihrem Bundesland geboten, dass nur der Fachmann Kamine einbaut, wird der „schwarze Mann“ Ihnen ganz sicher den Einbau nicht abnehmen.

An die Arbeit: Wie der Heimwerker Schritt für Schritt den Kamin selbst einbauen kann

Wenn die behördliche Genehmigung zum Eigeneinbau von Kaminen vorliegt, kann es auch schon losgehen – zuerst müssen Sie die richtige Stelle finden, wo der Kamin platziert werden soll. Diese Stelle muss sich am Schornstein des Hauses befinden. Wenn das nicht möglich ist, müssen Sie einen Schornstein bauen, wofür Sie eine Baugenehmigung brauchen. Auch ist es sehr wichtig, dass Sie im Vorfeld die Statik überdenken, denn ein gemauerter Kamin ist schwer und die Böden müssen diesen tragen können.

Am besten ziehen Sie einen Statiker und einen Schornsteinfeger zu Rate, bevor Sie mit dem Einbau eines Schornsteins beginnen, damit diese Ihnen die nötigen Tipps geben können. Dann brauchen Sie das nötige Material und Werkzeug, um alles parat zu haben, bevor es an den Einbau des begehrten Wärme-Spenders gehen kann. Danach erstellen Sie den genauen Plan für den Kamin oder Kaminofen und gehen Schritt für Schritt nach Anleitung vor, wobei Sie bitte auch immer die nötigen Sicherheitsvorkehrungen berücksichtigen.

Folgendes Werkzeug und Materialien benötigen Sie:

  • Bausatz
  • Ofenrohr für den Schornstein
  • Brandschutz-Set
  • feuerfesten Mörtel

Zur Vorgehensweise beim Selbst-Einbauen von Kaminen: Sicherheit geht vor

Haben Sie die richtige Stelle zum Platzieren vom Kamin gefunden – am bereits vorhandenen Schornstein oder nach dem Einbauen eines Schornsteins an diesem – gehen Sie voran mit der Wärme-Isolierung der Wand hinter dem geplanten Kamin. Die Isolation ist ein absolut notwendiger Schritt beim Einbauen, denn es kann bei Inbetriebnahme Ihrer Kamin-Heizung eine große Wärme oder gar Funkenflug freigesetzt werden. Hierzu bringen Sie ein Brandschutz-Set an, das Sie im Baumarkt kaufen können, wo Sie auch den Bausatz für Ihren Kamin erworben haben.

Achten Sie auch darauf, dass der Boden, das Fundament, auf dem der fertige Kamin nachher stehen soll, vor Brand geschützt wird durch wärmeisolierende Platten aus Metall oder Glas. Bevor Sie den Kamin dann selbst einbauen, müssen Sie einen Zeichenstift zur Hand nehmen und seine Umrisse auf der Wand exakt einzeichnen, damit Sie ihn später auch passgenau installieren können. Hierbei kommt es tatsächlich auf den Millimeter an: seien Sie exakt und sehen Sie die Stellen, wo Ofenrohr und Wandmuffe platziert werden sollen, genau vor.

Danach, wenn diese unverzichtbare Vorarbeit geleistet ist, geht es an das eigentliche Handwerk: Sie mauern zuerst den Sockel aus Ziegelsteinen auf der hitzeisolierenden Bodenplatte an. Dann setzen Sie den Kamin oder Kaminofen ein, auf die dafür vorgesehene Stelle auf dem Sockel und so, dass er die Umrisse an der Wand exakt ausfüllt.

Manche Kamine aus dem Bausatz haben verstellbare Füße, so dass die Höhe des Kamins korrigiert werden kann. Wenn Sie ein solches Modell gekauft haben, gibt es ein wenig Spielraum beim Einbauen, allerdings muss der Kamin völlig ebenmäßig aufgestellt werden: nutzen Sie die Wasserwaage zum Abgleichen.

Der nächste Schritt, das Ofenrohr anzuschließen, ist für viele Heimwerker der kniffligste Moment, denn hier ist Präzisionsarbeit in Eigenregie gefordert. Bei diesem Schritt lassen sich auch manche gern vom Profi aus dem Fachhandel oder vom Schornsteinfeger Tipps geben, denn auf diesen Montage-Vorgang kommt es an, damit Sie das Kamin-Vergnügen unbeschwert und technisch einwandfrei genießen können.

Dabei wird mit dem Schlagbohrer ein Loch in der richtigen Größe an den Schornstein gebohrt, um das Ofenrohr richtig anzubringen. Danach wird der Kamin verkleidet – man nimmt auch hier feuerfestes Material wie Sandstein, Marmor oder Granit – um die Wärme-Speicherung optimal zu halten.

Zusammenfassung

Kamin-Öfen mit ihrem flackernden Feuer und ihrer behaglichen Wärme gehören seit Jahrhunderten zum Inbegriff der Gemütlichkeit und werden gerade zurzeit immer mehr zu einem vorherrschenden Wunsch-Ziel in deutschen Haushalten. Doch ein Kamin-Einbau vom Profi ist kostspielig, und viele Bauherren wollen an den Preisen sparen und gehen daran, in Eigenarbeit den Kaminofen zu erstellen.

Der Kamin-Einbau, obgleich er einige spezielle Herausforderungen bietet, ist mit dem richtigen Fachwissen tatsächlich leicht zu verwirklichen. Wenn der geplante Kamin mit der Landesbauordnung übereinstimmt, sowie das nötige Werkzeug und Material erworben ist, kann man mit im Do-it-yourself-Verfahren einen ansprechenden Kamin installieren.

Artikelbild: AnatolEr / Bigstock.com

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