Kernbohrung-Preise – Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Kernbohrung-Preise – Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Von einer Kernbohrung oder Kernlochbohrung ist die Rede, wenn mit einem großen runden Bohrer ein Zylinder aus dem Mauerwerk oder Beton eines Gebäudes herausgeschnitten wird. Derartige Bohrarbeiten sind viel schneller und einfacher zu bewerkstelligen als das Aufstemmen mit Meißel und Hammer, was viel mühseliger ist. Zudem entsteht nur wenig Staub, wenn für die Kernbohrung ein durch Wasser gekühlter Bohrer verwendet wird.

Häufig sind Kernbohrungen notwendig, um eine Dunstabzugshaube mit Abluft nach draußen zu realisieren. Dann ist ein Loch mit einem Durchmesser von etwa 150 Millimetern in der Wand erforderlich. Die Kosten für eine derartige Bohrung sind nicht allzu hoch. Die Preise hängen aber von unterschiedlichen Faktoren ab.

Zudem sollten Hausbesitzer an Kernbohrungen immer mit Umsicht herangehen und lieber einen Profi ans Werk lassen. Hier erhalten Sie alle Informationen über die gängigen Preise für Kernbohrungen und erfahren, worauf Sie in diesem Zusammenhang achten sollten.

Wie teuer ist eine Kernlochbohrung im Detail?

Grundsätzlich sind Kernbohrungen reine Dienstleistungen, sodass keine Materialkosten anfallen. Soll aber beispielsweise eine Dunstabzugshaube eingebaut werden, so gehören der Anschluss der Haube und des Luftkanals nicht zum Umfang der Leistung dazu.

Welche Preise für die Bohrung üblich sind

Wie hoch die Kosten für die Kernbohrung ausfallen, hängt von unterschiedlichen Aspekten ab:

  • Durchmesser des Zylinders
  • Art des Mauerwerks
  • Dicke der Wand

Für eine Dunstabzugshaube reicht beispielsweise ein Durchmesser von 120 bis 150 Millimetern. Dann müssen Sie pro Zentimeter Mauerwerk mit einem Preis von vier bis fünf Euro rechnen.

Größere Lochdurchmesser können viel teurer werden, denn dann sind Spezialgeräte erforderlich. Mitunter muss das Loch in diesem Fall auch mit hohem Aufwand aufgestemmt werden.

Bei Stahlbeton oder anderen schwierigen Materialien muss ebenfalls mit einem höheren Preis gerechnet werden.

Richtwerte für die Kosten

Damit Sie die Kosten im Voraus kalkulieren können, sollten Sie also mehrere Faktoren berücksichtigen. Zuerst gilt es herauszufinden, welches Material gebohrt werden soll. Leichtbeton etwa zeichnet sich durch eine einfache Bearbeitung aus, wodurch der Preis günstig wird. Bewehrter Beton lässt sich deutlich schwieriger bohren, sodass die Kernbohrung in diesem Fall entsprechend mehr kostet.

Des Weiteren wirken sich der Bohrdurchmesser und die Bohrtiefe auf die Kosten aus. Der folgenden Liste können Sie die Durchschnittspreise für einfache Bohrarbeiten entnehmen – bedenken Sie aber, dass die realen Kosten auch von den regionalen Gegebenheiten abhängen und somit abweichen können.

Durchschnittspreise Bohrarbeiten Pro Zentimeter
Kernbohrung Durchmesser 30 Millimeter in Leichtbeton 0,85 €
Kernbohrung Durchmesser 30 Millimeter in Mauerwerk 0,95 €
Kernbohrung Durchmesser 30 Millimeter in unbewehrten Beton 1,00 €
Kernbohrung Durchmesser 30 Millimeter in bewehrten Beton 1,05 €
Kernbohrung Durchmesser 350 Millimeter in Leichtbeton 4,00 €
Kernbohrung Durchmesser 350 Millimeter in Mauerwerk 4,10 €
Kernbohrung Durchmesser 350 Millimeter in unbewehrten Beton 4,20 €
Kernbohrung Durchmesser 350 Millimeter in bewehrten Beton 4,30 €

Sie sehen also, dass vor allem der Durchmesser der Kernbohrung die Kosten maßgeblich beeinflusst.

Etwaige Zusatzkosten

Wenn zudem spezielle Maßnahmen erforderlich sind, entstehen Zusatzkosten. So kostet beispielsweise eine Überkopfbohrung noch einmal 20 bis 30 € mehr. Auch das Umsetzen der schweren Bohreinheit bedeutet für den Profi einen großen Aufwand. Deshalb kostet diese Arbeit meist 10 bis 20 €.

Darüber hinaus sollten Sie berücksichtigen, dass die Baustelleneinrichtung und die Entsorgung der Bohrkerne ebenfalls nicht gratis sind. Rechnen Sie für jeden Bohrkern mit einem Entsorgungspreis von rund 3 bis 6 €. Nehmen Sie vor der Beauftragung eines Fachbetriebs unbedingt mit mehreren Unternehmen Kontakt auf, um das beste Angebot zu finden.

Berücksichtigen Sie bei der Preiskalkulation auch, dass die meisten Firmen je nach Entfernung eine Anfahrtspauschale berechnen. Überspringen Sie daher am besten alle Betriebe, die zu weit von Ihnen entfernt sind. Wartezeiten sind in der Regel ebenfalls meist nicht kostenlos.

Kostenbeispiel für eine Kernbohrung

Im Folgenden gehen wir davon aus, dass ein Mehrfamilienhaus saniert werden soll, wobei Kernbohrarbeiten anfallen. Die Wände und Decken, die gebohrt werden müssen, bestehen aus bewehrtem Beton. Die Bohrlöcher, die für die Kabelschächte benötigt werden, sollen einen Durchmesser von 30 Millimeter aufweisen. In diesem Fall ergeben sich folgende Kosten:

  1. Anfahrt: 50 €
  2. Baustelleneinrichtung: 80 €
  3. Kernbohrungen über 20 Meter: 2.100 €
  4. Überkopfarbeiten: 150 €
  5. Bohrkernentsorgung: 170 €
  6. Mehrwertsteuer: 484,50 €

Die Gesamtkosten belaufen sich also in diesem Beispiel auf 3.034,50 €.

Grundsätzlich besteht oft die Möglichkeit, einen Preisrabatt auszuhandeln, sofern Sie ein und derselben Firma gleich mehrere Aufträge erteilen und sie weitere Arbeiten auf der Baustelle erledigen lassen.

Viele Fachfirmen bieten beispielsweise zusätzlich weitere Dienstleistungen wie das Schneiden von Beton an.

Worauf sollte bei Kernbohrungen im Haus geachtet werden?

Viele Hausbesitzer interessieren sich für das Thema Kernbohrungen, weil sie eine Dunstabzugshaube in die Küche einbauen lassen möchten. Immer mehr Hausbesitzer wünschen sich, Gerüche und Dämpfe beim Kochen ins Freie zu leiten. Damit sich dieser Wunsch erfüllen kann, müssen aber ein paar Voraussetzungen erfüllt sein.

Regeln der Abluftführung beachten

Problematisch ist es immer dann, ein Loch in die Außenhülle eines Gebäudes zu bohren, wenn diese gut gedämmt ist. Dann muss der Einbau des Abluftschachts besonders sorgfältig realisiert werden. Die Dämmung muss bis an den Schacht herangeführt werden. In Passivhäusern ist eine Dunstabzugshaube mit Abluft generell nicht möglich und auch in einem Niedrigenergiehaus muss gut geprüft werden, ob der Umbau dazu führt, dass das Haus seinen Standard einbüßt.

Für ausreichend Zuluft muss ebenfalls gesorgt werden. So müssen beispielsweise in Häusern, die über eine raumluftabhängige Feuerstätte verfügen, Kontaktschalter an den Fenstern eingebaut werden. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, sich bei der Planung von einem Fachmann helfen zu lassen.

Eigenleistungen sind nicht empfehlenswert

Prinzipiell kann jeder Heimwerker, der eine ausreichend starke Bohrmaschine hat, einen Kranz von mehreren Bohrlöchern setzen und dann den Durchbruch mit Hammer und Meißel durchführen. Dafür liegt der Zeitaufwand jedoch bei ungefähr 20 bis 30 Stunden. Der Bohrer kostet etwa 50 €. So ergibt sich ein Stundenlohn, der in der Theorie bei höchstens acht Euro liegt.

Ähnlich unattraktiv ist auch die Alternative, einen Kernbohrer mit Maschine auszuleihen.
Zudem fällt es Laien in der Regel schwer, mit diesen Werkzeugen exakt zu arbeiten. Dadurch ist es teurer, den Schacht anzupassen und zu isolieren. Aus diesem Grund sind Eigenleistungen bei Kernbohrungen in den meisten Fällen nicht empfehlenswert.

Checkliste: Worauf bei Kernbohrungen zu achten ist

Abschließend haben wir eine kleine Checkliste für Sie erstellt, die Ihnen dabei helfen wird, reibungslos eine Kernbohrung an Ihrem Gebäude durchführen zu lassen:

Entscheidungen vor der Bohrung:

  • Darf eine Kernbohrung überhaupt durchgeführt werden (Passivhaus, Niedrigenergiehaus)?
  • Worauf muss in puncto Feuerstätte und Zuluft geachtet werden?

Kernbohrung organisieren:

  • Schreiben Sie die Arbeiten konkret aus
  • Wählen Sie einen Betrieb für die Arbeiten aus
  • Vereinbaren Sie einen Termin

Zusammenfassung

Kernbohrungen gehören zu den Arbeiten im Eigenheim, die normalerweise immer von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. Die dadurch entstehenden Kosten richten sich unter anderem nach dem Material, dem Durchmesser der Bohrung und der Stärke der Wand. Meist lassen sich Rabatte aushandeln, wenn eine Firma mit weiteren Aufgaben auf der Baustelle beauftragt wird.

Artikelbild: VPales / Bigstock.com

1 Kommentar

  1. Ester Diemer 23.04.2019 08:07 Uhr

    In unserer Küche herrscht zu wenig Sauerstoff, wenn alle Kochstationen bekocht werden. Aus diesem Grund richten wir gerade Abzugshauben ein – und für diese müssen Kernbohrungen durchgeführt werden. Vielen Dank daher für den Abschnitt zur Abluftführung, ich werde mich an unsere Bauplaner wenden um den Lüftungsschacht optimal legen zu lassen.

    direkt antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.