Klimaanlage: Auch in Deutschland oft unverzichtbar

Klimaanlage: Auch in Deutschland oft unverzichtbar

Zur Sommerzeit machen in Deutschland immer wieder Hitzerekorde Schlagzeilen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wünschen sich Verbraucher, sie hätten die Installation einer Klimaanlage in Erwägung gezogen. Doch die Jahre vergehen und die meisten Menschen hoffen, dass es sich um Ausnahmefälle handelt. Ein Blick auf Statistiken zeigt aber: In Deutschland wird es wärmer. Über den Kauf einer Klimaanlage sollte jeder nachdenken.

Hitzewellen sind nicht nur angenehm, sondern auch gefährlich. 2003 starben in Europa 70.000 Menschen. Ende Mai 2017 wurde in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) eine Temperatur von 34,6 Grad gemessen – mehr als ungewöhnlich, für die Region und den Zeitpunkt. Angesichts der demografischen Entwicklung sind die steigenden Temperaturen äußerst problematisch, denn Kinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet. Wenn es auf den Straßen Deutschlands heiß ist, sollte zumindest zu Hause eine angenehme Temperatur herrschen. Das ist aber selten der Fall, denn in Deutschland galt bislang die Annahme: Klimaanlagen braucht man nur im Süden Europas.

Steigende Temperaturen und eine alternde Bevölkerung

Während die Industriestaaten seit Jahren an einer Lösung arbeiten, die Erderwärmung zu stoppen, schwitzen die Deutschen Jahr für Jahr mehr und länger. Hitzewellen sind keine Ausnahmen mehr, sondern gehören zum Alltag. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Bevölkerung altert.

Einem Artikel von wetter.de zufolge nimmt die Anzahl der heißen Tage (über 30 Grad Celsius) seit Jahren zu. Zum Vergleich: 1951 gab es rund vier heiße Tage, 2017 sind es etwa zehn und bis 2100 werden es mehr als 20 sein, wenn sich nichts ändert. Verbraucher sind somit beraten, Klimaanlagen zu installieren und ihren Wohnkombort zu steigern.

Klimaanlage nachrüsten: Einige Vorüberlegungen

Eines ist sicher: Die Bundesbürger müssen sich auf heiße Sommertage und -nächte einstellen. Je früher man sich Gedanken um eine Klimaanlage macht, desto besser.

Doch die Klimaanlage wird von vielen Vorurteilen geplagt, unter anderem:

  • Klimaanlagen machen krank
  • Klimaanlagen sind laut
  • Klimaanlagen verbrauchen viel Strom

Klimaanlagen-Skeptiker können auf klimaberatung.de nachlesen, warum diese Vorurteile unbegründet sind. Laut sind sie durchaus nicht und dank den Fortschritten der Technik ist auch der Stromverbrauch gesunken. Außerdem gibt es für jedes Haus das passende Gerät.

Schwierig ist es, ein passendes Klimasystem als Laie auszuwählen. Eine Falle, in die zahlreiche Verbraucher tappen: Häufig ist das Gerät über- oder unterdimensioniert, sodass es zu viel Strom verbraucht oder den Raum nicht effizient kühlen kann.

Fehlendes Wissen über die Technik ist ein weiterer Faktor, warum es so viele Vorurteile zu Klimaanlagen gibt. Welche Faktoren beeinflussen die Effizienz eines solchen Systems?

  • Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur sollte maximal sieben Grad Celsius betragen
  • der Einsatz von Sonnenschutz (Markisen, Rollos, et cetera) ist weiterhin ratsam
  • morgens sollten die Hausbewohner die Wohnung lüften
  • idealerweise wird eine Klimaanlage beim Hausbau in die Planung mit einbezogen
  • beim Nachrüsten sollte ein Experte die benötigte Leistung berechnen

Wer diese Hinweise beachtet, muss nur noch ein passendes Klimagerät wählen.

Klimaanlagen kaufen: Mobil oder fest installiert?

Klimaanlagen werden grundsätzlich in zwei Gruppen eingeteilt: Mobile und stationäre (fest installierte) Geräte.

  • Mobile Klimaanlage: Diese Geräte sind mit Abluftschlauch oder Außenteil erhältlich. Erstere sind kompakt und wirken durchaus praktisch, jedoch muss ein Fenster immer gekippt sein, damit das Gerät funktioniert; durch den Spalt wird nämlich der Abluftschlauch geführt. Das ist nicht nur unschön, sondern auch nicht effizient. Die Geräte mit Außenteil arbeiten durchaus effektiver, da sie mit einem Kältemittel arbeiten.
  • Stationäre Klimaanlage: Sie ist effektiver als die mobile Version und ist in der Lage, mehrere Räume zu kühlen. Natürlich spiegelt sich die Leistung im Preis wider. Bei fest installierten Klimasystemen unterscheidet man zwischen Decken- und Wandgeräten. Falls angestrebt wird, gleich mehrere Räume zu kühlen, muss ein Multi-Splitgerät erworben werden. An einem Außenteil hängen mehrere Geräte für den Innenbereich angeschlossen; jedes System kann aber separat eingestellt werden.

Der größte Nachteil der fest installierten Systeme ist ihr Preis; nicht nur die Anschaffung, sondern auch Montage und die laufenden Betriebskosten. Man muss mit Anschaffungs- und Anschlusskosten im hohen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich rechnen.

Dennoch sind die Gesamtkosten niedriger als vergleichbare Alternativen. In Niedrigenergiehäusern übernimmt die Wärmepumpe die Kühlung, jedoch bewegen sich die Kosten für ein solches System im fünfstelligen Bereich; eine dezentrale Lüftungsanlage wiederum verursacht ebenfalls Kosten im vierstelligen Bereich, lohnt sich aber selten zum Nachrüsten, sondern nur beim Bau der Immobilie.

Der richtige Zeitpunkt für den Einbau der Klimaanlage

Wenn Ende Mai die erste Hitzewelle über Deutschland rollt, haben Sie den Einbau der Klimaanlage schon verschlafen. Außerdem ist die Anzahl der Aufträge so groß, dass Sie mit großer Wahrscheinlichkeit auf einer Warteliste landen.

Die Installation einer Klimaanlage dauert im Regelfall nicht länger als einen Tag. Das Problem ist die Anzahl der Aufträge, mit der Installateure zu kämpfen haben.

Lassen Sie eine Klimaanlage im Herbst, Winter oder spätestens Frühling installieren. Die Auftragslage ist ruhig und die Installation schnell erledigt.

Mit Förderungen die Kosten für eine Klimaanlage senken

In Deutschland gibt es eine sogenannte nationale Klimaschutzinitiative, die die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduzieren soll. Im Zuge dessen wurde ein Förderprogramm ins Leben gerufen, die die Errichtung neuer Klimaanlagen mit Zuschüssen finanziert. Und: Ins Programm passen auch bestehende Geräte, die mit effizienteren Systemen ersetzt werden, um den die CO2-Emissionen zu reduzieren.

Die Förderhöhe wird nach der Formel KF berechnet: KF=A×C(1–B)

Leider fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unter anderem Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Kommunen, Schulen, aber aktuell (Stand: 2017) keine Privatpersonen. Weitere Informationen zur Förderung gibt es auf foerderdatenbank.de.

Zusammenfassung

Eine Klimaanlage ist angesichts der globalen Erwärmung unverzichtbar. Stationäre Geräte sind mobilen Klimaanlagen generell zu bevorzugen, auch wenn ihre Anschaffungskosten höher sind. Wer sich für die Installation eines Klimagerätes entscheidet, sollte den Anschluss zu Hause genau planen. Die Installation lohnt sich nach der Sommerphase, wenn die Auftragslage niedrig ist.

1 Kommentar

  1. Emmi 13.11.2018 13:03 Uhr

    Mit Beratung und Verkauf von Klimaanlagen kann man sicher dieser Tage gut verdienen. Gerade die aöternde Bevölkerung hat ja, wie Sie schreiben, stärker mit den Sommern zu kämpfen. Hinzu kommt, dass in den Städten die Leute schneller unter der Hitze leiden.

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