Schnelles Geld im Netz oder Kredit in der Bankfiliale: Welche Kreditaufnahme ist besser?

Schnelles Geld im Netz oder Kredit in der Bankfiliale: Welche Kreditaufnahme ist besser?

Das Kreditgeschäft brummt. Die Deutschen kaufen auf Pump und finanzieren mit Krediten so stark wie nie zuvor. Im Jahr 2017 haben so viele Bundesbürger einen Konsumkredit aufgenommen wie in keinem anderen Vorjahr. Dabei sind die Deutschen besonders vertrauenswürdig. 97,8 Prozent der Kredite wurden im Jahr 2016 pünktlich und reibungslos zurückgezahlt. (Quelle: Kreditkompass 2018).

Das lässt den Markt rund um die Kredite immer umkämpfter werden. Die Angebote überschlagen sich und so manche Offerte klingt zu gut, um wahr zu sein. Neben der Bankfiliale ist längst auch der Kredit online erhältlich. Doch hat das immer Vorteile? Wollen Sie Haus, Auto und Co mit einem Kredit finanzieren? Dann wägen Sie pro und kontra ab.

Das schnelle Geld im Netz: Die Vorteile von Onlinekrediten

Mit einigen wenigen Klicks zum Geld – so funktionieren Onlinekredite. So mancher hat dabei seine Bedenken, was komplizierte Angelegenheiten betrifft. Doch diese sind unbegründet. Denn Onlinekredite zeichnen sich vor allem durch ihre Unkompliziertheit aus. Und sie sind meist günstiger als der Kredit in der Bankenfiliale. Denn die geringeren laufenden Kosten der Anbieter im Internet ermöglichen auch niedrigere Zinsen. Zudem lassen sich die Angebote online schnell mit wenigen Klicks vergleichen. Im Internet findet sich daher meist leicht das Topangebot, wenn es um einen Kredit geht.

Ein wichtiger Vorteil ist zudem auch der Zeitfaktor. Bei Onlinekrediten geht es deutlich schneller, bis die Unterlagen geprüft sind und die Auszahlung erfolgt. Der Kreditantrag zum neuen Ratenkredit von moneyou beispielsweise braucht weniger als sieben Minuten, bis eine Rückmeldung von der Partnerbank eingetroffen ist. Das macht die Abwicklung oft schnell, unkompliziert und einfach. Die Zuverlässigkeit ist bei Anbietern im Internet ebenso gegeben wie bei Bankfilialen.

Kaum Beratung im Internet: Die Nachteile von Onlinekrediten

Das Geld aus dem Internet hat aber auch Nachteile. So fehlt hier die Beratung meist komplett. Zwar bieten so manche Onlinebanken eine telefonische Unterstützung, die jedoch nicht so individuell ist wie der Bankberater am Schreibtisch gegenüber. Daher ist es bei Onlinekrediten oft schwieriger, persönliche Fragen zu stellen. Oft werden wichtige Informationen leicht überlesen und so schnell in eine Kreditfalle getappt. Für unsichere Menschen ist der Onlinekredit daher nicht geeignet.

Der fehlende Ansprechpartner hat noch einen weiteren Nachteil. Bei Onlinekrediten kann nicht verhandelt werden. Während in der Bankfiliale nicht selten bessere Konditionen ausgehandelt werden können, ist das bei dem Kredit aus dem Internet nicht möglich. Hier müssen die Bedingungen entweder genommen werden oder der Interessent sucht weiter. Bei kleineren Finanzierungen und Kleinkrediten ist das meist kein großes Hindernis. Auch kann bei einer Ablehnung nicht nachfragt werden, was bei einem negativen Bescheid seitens der Bankfiliale möglich ist.

Jede Kreditanfrage führt zu einem Schufa-Eintrag. Wer seine Eignung unnötig oder ohne Aussicht für einen Kredit online prüfen lässt, kann damit unter Umständen seine Bonitätsbewertung verschlechtern und den Kredit bei der anschließenden Anfrage bei der Hausbank verteuern.

Online-Marketinggag: Vorsicht bei Negativkrediten

Die Werbung ist voll von solchen Angeboten: „1000 Euro leihen und weniger zurückzahlen.“ Negativkredite locken so manchen Verbraucher dazu, sich Geld zu leihen. Doch Experten waren davor: Diese Angebote sind meist nur Marketinggags, die neue Kunden anlocken sollen. Die Kredite sind nur in einem Rahmen bis 1.000 Euro erhältlich und werden meist eh nur an Kunden mit sehr guter Bonität vergeben.

Der Nachteil für Verbraucher ist hier vor allem die Vorleistung: Der Kunde muss seine Daten angeben, um überhaupt erst einmal zu erfahren, ob er für den Negativkredit infrage komme. Diese Angaben sind meist umfangreich und müssen im Verfahren auch weitergeleitet werden. Unerwünschte Werbung von Partnern ist anschließend daher nicht ausgeschlossen. Viele Interessenten erhielten danach keine Zusage. Laut der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg seien Negativzinsen auf Geldanlagen für Privatkonten sogar rechtswidrig.

Persönlicher und individueller: Die Vorteile des Filialkredits

Der größte Nachteil des Onlinekredits ist zugleich der wichtigste Vorteil des Filialkredits. In der Bankfiliale steht der Kundenberater mit einer ausgiebigen Beratung zur Verfügung. Im persönlichen Gespräch können individuelle Anforderungen an den Kredit besprochen werden, was online meist gar nicht möglich ist. Auch kann der Kreditnehmer hier besser verhandeln und so die Konditionen und Bedingungen besser abstimmen. Das ist vor allem bei größeren Finanzierungen von Wichtigkeit.

Der Bankberater kann auch während der Laufzeit ein vorteilhafter Faktor sein. Kommt es zu Engpässen, kann hier die persönliche Hilfe gefunden werden. Oft kommt es so zu individuellen Lösungen, wie der Kredit dennoch weiter abgezahlt werden kann. Bei einer anonymen Onlinebank ist es oft schwieriger, Raten stunden zu lassen oder die Zahlung auszusetzen.

Teurer und aufgedrängter: Die Nachteile des Filialkredits

Die Beratung in der Bankfiliale hat jedoch ihren Preis. Meist zahlen Kreditnehmer diesen mit den Zinsen, die den Filialkredit gegenüber der Onlinevariante meist teurer machen. Oft werden auch die Onlinekredite ohne eine Restschuldversicherung angeboten, während der Bankmitarbeiter dazu häufig drängt. Verbraucherzentralen raten auch hier zur Vorsicht.

Banken sind verpflichtet, die Versicherungskosten einer von ihr geforderten Restschuldversicherung im effektiven Jahreszins zu berücksichtigen. Andererseits können Sie eine Zinsreduzierung als gesetzliche Sanktion erwirken. Eine Risikolebensversicherung als Sicherheit anzugeben, ist oft günstiger als der Abschluss einer Restschuldversicherung.

Zudem können Interessenten im Internet ganz in Ruhe in ihrem eigenen Zeitlimit die Kredite und Angebote prüfen. Kundenangaben auf Meinungsportalen und Bewertungen in Tests sind meist weitere Informationen, die online abgerufen werden können. Die Stiftung Warentest hat in einem Test zur Baufinanzierung beispielsweise herausgefunden, dass nur wenige Banken wirklich gut und zeitintensiv beraten. Viele Kunden fühlten sich zum Abschluss ohne weitere Informationen gedrängt.

Zusammenfassung:

Der Onlinekredit ist inzwischen gang und gäbe: Der Kredit kommt zügig und günstig auf das eigene Konto. Vor allem bei Kleinkrediten und geringen Finanzierungen ist das oft vorteilhaft. Doch das schnelle Geld aus dem Internet hat seine Nachteile. Größere Summen wie die für eine Bau- oder Hauskauffinanzierung sollte besser mit einem Kundenberater in einer Bankfiliale besprochen werden. Denn hier kommt es meist auf die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse an, die online nicht möglich ist.

Artikelbild: TeroVesalainen / Bigstock.com

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