Küchenkräuter selbst ziehen

Küchenkräuter selbst ziehen

Sie sind eine schmackhafte Zutat für selbstgekochte Speisen, duften angenehm und sind auch noch überaus gesund: Küchenkräuter! Dank ihres Aromas sowie den besonderen Inhaltsstoffen und ätherischen Ölen sind Kräuter überaus beliebt. Oregano und Basilikum gehören zu italienischen Pasta-Gerichten einfach dazu, Petersilie verfeinert gegartes Gemüse und Rosmarin darf auf gekochten Kartoffeln nicht fehlen. Natürlich können Sie Kräuter eingefroren oder getrocknet verwenden. Eines ist jedoch Fakt: Am besten schmecken Küchenkräuter, wenn sie ganz frisch gepflückt sind. Daher verraten wir Ihnen heute, wie Sie die beliebten Pflanzen ohne großen Aufwand selber ziehen können.

Küchenkräuter sind wahre Allround-Talente

Da die frischen Kräuter einen intensiven Geschmack mit sich bringen, werden andere Gewürze oft überhaupt nicht benötigt. So gelingt es Ihnen, die verschiedenen Rezepte nahezu ohne Salz umzusetzen. Salzarmes Kochen wirkt sich wiederum positiv auf Ihr Herz und Ihren Blutdruck aus. Fast Food, Kaffee, Alkohol, Käse und viel Fleisch sorgen dafür, dass der Körper übersäuert wird und Mineralstoffe fehlen. Die basischen Kräuter sind auch in diesem Fall perfekt, denn sie bringen den Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht.

Frische Kräuter aus eigenem Anbau sind dabei stets die beste Wahl. Wenn Sie Kräuter in frischen Bündeln im Supermarkt kaufen, haben diese meist schon lange Transportwege und hohe Lagerzeiten hinter sich. Dadurch gehen wertvolle Inhaltsstoffe ebenso verloren wie das köstliche Aroma. Daher empfehlen wir Ihnen, die Küchenkräuter direkt vor dem Kochen zu ernten und frisch zu verarbeiten.

Tipps und Tricks zum Ziehen von Kräutern auf der Fensterbank

Zum Anbau benötigen Sie weder Garten noch Balkon, denn die heimische Fensterbank reicht völlig aus. Wir haben ein paar Tipps für Sie, die Sie beim Anbau von Küchenkräutern beachten sollten.

Der perfekte Standort

Beim Kultivieren der Kräuter ist es in der Regel am schwierigsten, den richtigen Standort zu finden. Die Ansprüche, welche die Kräuter an ihre Umgebung stellen, sind nämlich von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich. Einige Kräuter lieben die direkte Sonne, während andere sich im Schatten am wohlsten fühlen. Informieren Sie sich daher genau über die Standortanforderungen der jeweiligen Küchenkräuter und versuchen Sie, diesen Ansprüchen gerecht zu werden.

Die richtige Erde

Im Allgemeinen sind Kräuter recht anspruchslos, was das Pflanzsubstrat angeht. Allerdings wachsen sie auf der optimalen Erde natürlich besser und schneller. Sie können zum Beispiel vorgedüngte Erde verwenden, die speziell für den Anbau von Kräutern entwickelt wurde. Alternativ haben Sie auch die Möglichkeit, die Küchenkräuter in heimische Erde zu säen und die notwendigen Nährstoffe mithilfe von Flüssigdünger bereitzustellen. Da Sie die Pflanzen später verzehren möchten, sollten Sie beim Kauf von Erde und Dünger immer auf Bio-Gütesiegel achten. So gelingt es Ihnen, Herbizide und Pestizide zu meiden.

Tipps für die Ernte

Beim Ernten sollten Sie nur die Menge abschneiden, die Sie gerade benötigen. Dadurch stellen Sie nicht nur ein intensives Aroma sicher, sondern belasten die Pflanze auch nicht unnötig stark. Schließlich benötigt jede Pflanze Triebe, damit sie die Chance hat, gesund weiter zu wachsen. Einige Kräutersorten wie zum Beispiel Kresse sind jedoch für jeden Schnitt sehr dankbar. Die Kresse wächst daher umso stärker nach, je öfter sie beschnitten wird.

Kräuter richtig gießen

Es gibt Kräuter, die viel Wasser lieben. Andere wiederum gehen bei einer zu starken Wasserzufuhr ein. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin und Salbei benötigen eher wenig Wasser. Basilikum hingegen sollte immer feucht gehalten werden, denn er ist bei längeren Trockenepisoden schnell beleidigt. Auch beim Gießen gilt daher: Informieren Sie sich genau über die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanze, damit sie wachsen und gedeihen kann.

Tipp:
Gießen Sie die Küchenkräuter lieber häufiger mit wenig Wasser, als selten mit viel Wasser.

Oft äußern die Kräuter auch ganz genau, was sie gerade benötigen. Wenn sie hängen, obwohl die Erde feucht ist, haben Sie zu oft oder zu stark gegossen. Ist der Boden hingegen angetrocknet, empfiehlt es sich, ein wenig nachzugießen.

Die zehn beliebtesten Küchenkräuter und ihre Pflegeansprüche

Zum Schluss verraten wir Ihnen, worauf Sie achten sollten, wenn Sie die zehn beliebtesten Küchenkräuter auf Ihrer Fensterbank anbauen möchten:

  1. Dill ist anspruchslos und perfekt für Anfänger geeignet. Die Pflanze bevorzugt einen kalkhaltigen Boden und gedeiht am besten im Halbschatten. Vermeiden Sie Staunässe!
  2. Bei der Petersilie unterscheidet man krause und glatte Sorten. Die glatte Petersilie ist zu bevorzugen, da ihr Aroma kräftiger ist. Generell sollten Sie auf einen nährstoffreichen Boden achten und viel gießen.
  3. Schnittlauch ist sehr einfach anzubauen, denn die mehrjährige Pflanze wächst fast von allein. Der Standort sollte sich im Halbschatten befinden. Zudem ist ein nährstoffreicher, aber kalkhaltiger Boden ideal. Der Schnittlauch liebt es mollig warm, deshalb sollten Sie das Gießwasser immer etwas anwärmen.
  4. Es ist nicht so einfach, Basilikum aus Samen anzuziehen. Eine hohe Nährstoffzufuhr ist ebenso notwendig wie die optimale Temperatur und die ideale Feuchtigkeit. Problemlos möglich ist es hingegen, eine Jungpflanze zu pflegen. Am besten schmeckt Basilikum, wenn er kurz vor der Blüte geerntet wird.
  5. Die Brunnenkresse benötigt Licht, Wasser und einen regelmäßigen Schnitt. Ansonsten ist sie sehr pflegeleicht und daher auch für Einsteiger geeignet.
  6. Der Samen von Majoran ist ein Lichtkeimer und sollte daher nicht vergraben werden. Er benötigt viel Licht und die Wärme der Sonnenstrahlen. Daher sollten Sie den Samen nur auf der Erdoberfläche leicht andrücken.
  7. Kerbel ist anspruchslos, was das Pflanzsubstrat angeht, denn er wächst in nahezu jeder Erde. Allerdings benötigt er eine konstante Feuchtigkeit. Bei der Aufzucht gehen Sie genauso vor, wie bei Majoran, denn auch der Kerbel ist ein Lichtkeimer.
  8. Die Pimpinelle benötigt einen feuchten und kalkhaltigen Boden. Die Erde sollte jedoch nicht zu nass sein!
  9. Salbei passt zu deftigen Speisen, da er die Fettverdauung anregt. Die Anzucht aus Samen ist oft kompliziert, Jungpflanzen hingegen benötigen lediglich Licht und Wasser.
  10. Rosmarin gehört zu den mediterranen Kräutern. Er ist sehr pflegeleicht und sollte keinesfalls übergossen werden.

Berücksichtigen Sie diese Tipps und Sie werden schon bald mit wohlschmeckenden und gesunden Kräutern belohnt.

Artikelbild: © fotohunter / Shutterstock

 

1 Kommentar

  1. Lilly 29.03.2016 16:07 Uhr

    Hi Albert,
    sehr schöner Beitrag zu diesem Thema. Ich habe ergänzend dazu auf meinem Blog einen weiteren Artikel zum Thema: Kräuter richtig pflegen.

    Ich hoffe er bietet noch ein paar weitere hilfreiche Infos.

    Ganz liebe Grüße aus Mainz
    Lilly (mein-pflanzenblog.de)

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