Lampionblume (Physalis alkekengi) – säen und pflanzen

Lampionblume (Physalis alkekengi) – säen und pflanzen

Die Lampionblume (Fructus Alkekengi) ist eine beliebte, hübsche Zierpflanze, die in zahlreichen Gärten aber auch auf Balkonen und Terrassen zu bewundern ist. Die Früchte der heutigen Zierpflanze wurden bereits im Mittelalter in der Volksheilkunde verwendet, um Gicht- und Rheumabeschwerden sowie Nieren- und Blasenleiden zu bekämpfen. Die Behandlung gegen die letzte Beschwerde hat der Pflanze auch einen alternativen Namen verliehen: Blasenkirsche. Andere Menschen sind davon überzeugt, dass der Name eher mit der Form der orangefarbenen Blüten zutun hat, als die Erinnerung an eine Blase. Doch der botanische Gattungsname Physalis bedeutet übersetzt Blase. Andere Bezeichnungen für die Lampionblume lauten Andenbeere, Judenkirsche und Kapstachelbeere.

Erscheinung

Die sommergrüne krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von bis zu 80 Zentimetern. Ihre Rhizome sind im gesamten Mitteleuropa winterhart. Die Blütezeit der Pflanze liegt zwischen Juli und Oktober. Nachdem eine Blüte befruchtet wurde, fallen die Kronblätter ab. Mit zunehmender Fruchtreife vergrößern sich die fünf Kelchblätter, bis sie sich beinahe schließen und einen Kelch um die Beere bilden.

Verbreitung

Bis heute bleibt das Ursprungsgebiet der Lampionblume ein Geheimnis. Man geht davon aus, dass sie aus dem submediterran-eurasiatischen Klimaraum stammt, also Südosteuropa und Westasien. Es ist aber auch möglich, dass sie aus China stammt. Die Pflanze wurde in andere Teile der Welt eingeschleppt, unter anderem in den Nordosten der USA.

Giftigkeit

Alle grünen Pflanzenteile der Physalis alkekeng sind laut der Informationszentrale gegen Vergiftungen schwach giftig. Sie enthalten Bitterstoffe, die den Magen-Darm-Trakt reizen können. Obwohl die Pflanze seit dem Mittelalter zur Bekämpfung diverser Symptome eingesetzt wird, gibt es unterschiedlich Auffassungen über die Essbarkeit ihrer Beeren. Einige Autoren stufen die reife Frucht als essbar ein. Die Autoren des Werkes »Giftpflanzen. Pflanzengifte: Giftpflanzen von A – Z. Gegenmittel« dagegen halten die Pflanze für giftig. Ein Autor formuliert es folgendermaßen:

Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.

Beim Verspeisen der Früchte einer Lampionblume gilt womöglich dieselbe Regel. Jeder muss selbst die verträgliche Dosis herausfinden. Diese ermittelt man mithilfe von Daten wie Gewicht, Alter und körperlicher Zustand aber auch Reifezustand der Beere. Diese Aufgabe sollte man natürlich einem Arzt anvertrauen.

Dekoration

Der schnelle Wuchs der Pflanze macht sie zu einem beliebten Highlight in vielen Gärten, insbesondere denen, die etwas verwildert sind. Die leuchtend orangefarbenen Früchte sind ein echter Blickfang im kalten, grauen Herbst und Winter.

Wer die Pflanze auch in seinem Garten zur Schau stellen möchte, muss wissen, dass sie viel Platz einnimmt, da sie gerne austreibt. Um dies zu verhindern, kann man sie entweder in große Kübel pflanzen oder man verwendet Wurzelsperren im Boden. Kübel haben den Vorteil, dass man die Pflanzen an jedem Ort im Garten aufstellen und umziehen kann. Der Standort selbst ist der Physalis alkekeng relativ egal. Sie bevorzugt Böden, die Kalk enthalten, dann kann sie besonders viele schöne Früchte hervorbringen.

Unschöne Stängel, welche nach der Blüte und nach den Früchten übrig bleiben, können Gartenbesitzer in Bodennähe abschneiden. Im Frühjahr folgt dann ein Rückschnitt, damit die Pflanze austreibt. Wer die Lampionblume einmal in seinen Garten gepflanzt hat, wird sie nur noch schwer entfernen können. Eine Entfernung ist nur dann möglich, wenn man alle Wurzeln entfernt.

Die orangefarbenen Früchte der Lampionblume eignen sich, wie zuvor erwähnt, nicht nur im Garten selbst als Hingucker, sondern auch zur Dekoration des Hauses. Sie werden in gebundenen Kränzen oder Trockenblumensträußen verwendet. Auch zu Weihnachten, insbesondere zur Adventszeit, kann man einzelne Äste auf dem Tisch verteilen und so für Farbe sorgen.

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Standort

Lampionblumen mögen Wärme und Sonne. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für die Pflanze sollte man diese Bedürfnisse berücksichtigen. Grundsätzlich verträgt das Gewächs sowohl vollsonnige Standorte als auch jene im Halbschatten. Bei Ersterem muss dafür gesorgt werden, dass der Boden konstant feucht ist. Wer sich für einen halbschattigen Standort entscheidet, sollte wissen, dass die Lampionblume hier meist weniger Blüten bildet.

Wie sich die Pflanze entwickelt, hängt auch von dem Substrat ab:

  • der Boden sollte mäßig feucht sein
  • während der Fruchtbildung sollte der Boden feucht sein
  • das Substrat sollte lehmig, humos und durchlässig sein
  • der Boden sollte sauer und nährstoffarm sein
  • Lampionblumen vertragen aber auch magere, neutrale und kalkhaltige Substrate
  • in kalkhaltigen Böden gedeiht die Pflanze am besten

Lampionblumen lassen sich mitten in einem Blumenbeet am besten kultivieren. Das farbenfrohe Gewächs sorgt umgeben von hellfarbigen Blumen für Abwechslung. Die Lampionblume kann man sehr gut mit Astern oder Glockenblumen kombinieren. Da die Pflanze stark wuchert, kann man sie aber auch in einen verwilderten Bereich im Garten pflanzen, wo sie das ganze Jahr über, auch im Herbst und Winter, ihre Farbe beibehält.

Pflege

Die Lampionblume ist ein anspruchsloses Gewächs, welches in der Anzuchtphase gut bewässert werden muss, damit die Pflanze ihren Besitzer mit schönen Blüten und Blättern belohnen kann. Auch in den Sommermonaten müssen Gärtner für eine gute Bewässerung sorgen. In der restlichen Zeit reicht eine mäßige Bewässerung. Das Düngen ist nicht zwingend notwendig, kann der Pflanze aber helfen.

  • Wer regelmäßig düngt, hilft seiner Pflanze, im Herbst Blätter mit kräftiger Farbe zu bilden.
  • Als Düngemittel eignet sich ein Rhododendrondünger.
  • Je mehr Stoffe die Pflanze hat, desto kräftiger bildet sie das Laub aus – gleichzeitig lässt aber auch die Fruchtbildung nach.
  • Direkt nach der Anzucht ist ein reichhaltiges Mulchen empfehlenswert, um den Wasserhaushalt der Lampionblume zu regulieren.

Da das Gewächs winterhart ist, müssen sich Gärtner keine Gedanken über die Überwinterung der Pflanze machen. Lediglich anhaltende Frostperioden sind ein Problem, gegen die der Gärtner seine Lampionblumen schützen muss.

Schädlinge

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei den Lampionblumen um robuste Pflanzen. Aus diesem Grund sind sie auch kaum anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Die Pflanze selbst verändert sich nur, wenn Pflegefehler vorliegen oder die Standortverhältnisse nicht ideal sind. Die Lampionblume gedeiht zum Beispiel auch im Schatten, jedoch weniger gut als im Halbschatten oder in der Sonne. Übermäßiges Düngen kann die Pflanze ebenfalls verändern, denn die Nährstoffe begünstigen das Wachstum der Blätter, benachteiligen dafür aber die Früchte. Eine ungünstige Bewässerung kann unter Umständen zur Erkrankung der Pflanze führen. Lange Trockenperioden muss man unbedingt vermeiden.

Schnitt

Die Lampionblume ist eine sehr robuste Pflanze, die auf praktisch jedem Boden gedeiht und mit ihrer Pflegeleichtigkeit überzeugt. Kein Wunder also, dass sich das Gewächs mit großer Geschwindigkeit ausbreitet. Genau das kann zu einem Problem werden, wenn die Lampionblume benachbarte Pflanzen regelrecht überwuchert. Selbst die Grenzen des Gartens sind für das Gewächs kein Problem. Wird nicht eingegriffen, überwuchert die Pflanze schnell ganze Bereiche des Gartens. Deshalb ist die Kultivierung der Pflanze nur mit einer Wurzelsperre sinnvoll, die das Wachstum eingrenzt. Als Wurzelsperre eignen sich kräftige Folien, welche nicht verrotten. Mit einer solchen Folie kleidet man die Wände des Lochs, wo die Lampionblume eingepflanzt wird, sorgfältig aus.

Eine Alternative zur Plastikfolie sind Betonringe oder ein stabiler Plastikeimer. Hobbygärtner, die bereits Bambus in ihrem Garten kultiviert haben, wissen, wie schnell sich dieser ausbreiten kann. Im Vergleich zum Bambus muss die Sperre nicht ganz so tief in die Erde eingelassen werden. Wer in seinem Garten Wildbereiche besitzt, kann die Pflanze dort durchaus auch ohne Wurzelsperre pflanzen. Dabei ist aber zu beachten, dass es später schwierig wird, wenn man sich dazu entscheidet, die Pflanze wieder zu entfernen.

Aufgrund der Wuchsfreudigkeit der Lampionblume empfiehlt sich ein regelmäßiger Rückschnitt. Aber auch zu Dekorationszwecken und Pflegegründen ist ein Schnitt ratsam.

  • Der Rückschnitt sollte im Frühjahr erfolgen, sobald die Stängel unansehnlich werden.
  • Die Lampionblume wird bodennah geschnitten.
  • Der Schnitt darf durchaus großzügig erfolgen.
  • Wer die Pflanze als Deko nutzen möchte, schneidet sie im Spätsommer.
  • Beim Dekorationsschnitt werden komplette Äste samt Fruchtstände abgeschnitten.

Aufzucht

Die Vermehrung dieser Pflanze erfolgt selbstständig. Das Gewächs pflanzt sich nämlich mit Ausläufern fort. Gartenbesitzer können ihre Pflanze mit Samen oder Stecklingen vermehren. Die Samen können gesammelt werden, sobald die Früchte reif sind. Im Sommer wachsen in den lampionartigen Blättern die Früchte heran und können im August samt Lampions abgepflückt werden. In der Frucht sind kleine Samen zu finden, die zur Vermehrung der Lampionblume benötigt werden. Diese Samen können allerdings erst ab Februar zu einer Pflanze gezüchtet werden.

Die zweite Möglichkeit, eine Lampionblume zu vermehren, ist die Anzucht von Stecklingen:

  • Lampionblumen breiten sich rasch aus und können geteilt werden.
  • Rhizome kann man mit einem Messer zerteilen.
  • Der ideale Zeitpunkt zur Teilung der Wurzelstöcke ist im Oktober.
  • Die Wurzelstücke einfach einpflanzen und kräftig gießen.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Ist die Lampionblume essbar oder giftig?
Um die Frage zu beantworten, ob die Früchte der Lampionblume essbar sind oder nicht, ist es notwendig zu wissen, um welche Sorte es sich handelt. Es gibt zum Beispiel die Lampionblume „Physalis alkekengi“, bei der sich die Experten bis heute darüber streiten, ob man die Früchte essen kann oder nicht. Daher sollte man auf Nummer sicher gehen und die Früchte dieser Sorte nicht verzehren. Die Beeren der Sorte „Physalis peruviana“, die als Andenbeeren bezeichnet werden, sind aber auf jeden Fall essbar. Alle anderen Pflanzenteile der Physalis sind aber giftig.

Wann kann man die Früchte der Lampionblume ernten?
Die Lampionblume blüht je nach Sorte im Mai. Aus diesen Blüten entstehen dann die Beeren, die durch Kelchblätter umhüllt sind. Sobald die Blätter tieforange sind, bilden sich darin die Früchte. Geerntet werden sollte die Frucht aber erst im Herbst, wenn die Kelchblätter sich langsam beige bis braun färben.

Ist die Lampionblume winterhart?
Die Lampionblume ist winterhart und kann die kalten Monate des Jahres im Freibeet im Garten verbringen. Lediglich während langanhaltender Frostperioden ist zusätzlicher Schutz sinnvoll.

Wann wird die Lampionblume ausgesät?
Die Lampionblume kann im Januar oder Februar ausgesät werden. Wichtig ist, dass die Temperaturen in dieser Zeit permanent um den Gefrierpunkt liegen, denn Lampionblumen sind sogenannte Kaltkeimer.

Wie und zu welchem Zeitpunkt pflanzt man die Lampionblume?
Junge Pflanzen sollten frühestens nach dem 15. Mai in das Freibeet gesetzt werden. Dabei ist ein Abstand von jeweils ungefähr 60 Zentimetern einzuhalten. Beim Pflanzen sollte eine Wurzelsperre in die Erde gebracht werden, da sich Lampionblumen stark ausbreiten und dazu neigen, benachbarte Pflanzen zu verdrängen.

Wo kann man die Lampionblume kaufen?
Lampionblumen findet man oftmals im Baumarkt oder im Gartenfachhandel. Auch im Internet werden sie angeboten.

Welcher Standort ist für die Lampionblume geeignet?
Der Standort der Lampionblume sollte vollsonnig sein. Außerdem ist ein feuchter, durchlässiger Boden ideal. Die Lampionblume ist sehr robust und kommt auch mit mageren, sauren oder kalkhaltigen Böden gut zurecht.

Wann blühen Lampionblumen?
Die kleinen, weißen Blüten bilden sich bei den Lampionblumen von Mai bis Juli. Daraus entstehen dann die zunächst grünen Lampions, die sich mit der Zeit orange verfärben.

Wann und wie erfolgt der Schnitt der Lampionblume?
Der Rückschnitt erfolgt im späten Herbst. Er darf großzügig und bodennah erfolgen.

Wie trocknet man die Lampionblume?
Die Lampionblume kommt im Herbst gerne für Dekorationszwecke zum Einsatz und wird dafür getrocknet. Wichtig ist, dass man vor dem Trocknen der orangefarbenen Kelche die leicht verderbliche Frucht aus der Mitte entfernt. Die Beeren selbst können haltbar gemacht werden, indem man sie im Dörrautomat oder im Backofen trocknet.

Wie wird die Lampionblume vermehrt?
Normalerweise vermehrt sich die Lampionblume praktisch von allein. Die gezielte Vermehrung erfolgt in der Regel über den Samen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Lampionblume mit Stecklingen zu vermehren.

Woher stammt die Lampionblume ursprünglich?
Es wird vermutet, dass die Lampionblume aus Südosteuropa und Westasien stammt. Möglich ist aber auch, dass sie in China beheimatet ist.

Systematik

Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Blasenkirschen (Physalis)
Art: Lampionblume

Wissenschaftlicher Name

Physalis alkekengi

Artikelbild: © motorolka / Shutterstock

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