Lavendel

Lavendel

Der Lavendel (Lavandula angustifolia) entstammt der Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Lavendel stammt aus den Ländern rund um das Mittelmeer, in deren mediterranem Klima die duftende Pflanze prächtig gedeiht. Als Badezusatz und Mittel gegen Kopfschmerzen wurde er schon zu Zeiten der alten Römer verwendet. Um die Raumluft zu verbessern, streute man die Lavendelblüten auf den Fußböden aus. Heute baut man Lavendel vor allem in der französischen Provence großflächig an. Man verarbeitet die Duftpflanze bei der Herstellung von Seifen und Parfüms.

Merkmale des Lavendels

Lavendel ist ein Halbstrauch, der in den Alpenländern auch Speik genannt wird. Je nach Sorte wächst er 40 bis 60 cm hoch. Die Pflanze bildet schmale, silbergrau behaarte, aromatische Blätter aus. Ab dem Sommermonat Juli erscheinen die duftenden Lavendelblüten an Ähren mit langem Stiel. Lavendel verfügt über viele aromatische Inhaltsstoffe wie Saponine, ätherische Öle sowie Bitter- und Gerbstoffe.

Verschiedene Sorten

Mit einer Wuchshöhe von 30 cm bleibt die Sorte „Hitcote Blue“ relativ niedrig. Diese stark duftende Sorte blüht früh in kräftigem Violettblau. Rosafarbene Blüten bildet die Sorte „Loddon Pink“, wogegen „Nana Alba“ weiß und „Munstead“ sowie „Grappenhall“ blau blühen.

Verwandte des Lavendels

Der häufig anzutreffende französische Duftlavendel (Lavendula x intermedia) ist aus der Kreuzung von L. latifolia und L. angustifolia. Sein betörender Duft legt sich wie ein duftender Schleier über die blühenden Lavendelfelder der Provence. Süßlicher duften die populären Lavendelsorten „Grosso“, „Blue Dwarf“ und „Dutch“.

So baut man Lavendel an

Lavendel benötigt viel Sonne und einen windgeschützten Platz, um sein volles Aroma ausbilden zu können. Der Boden sollte gut durchlässig und kalkhaltig sein. Lavendel verträgt eher Trockenheit als zu viel oder gar stauende Nässe. Man kann Lavendel im Haus vorkultivieren, um ihn dann im Garten auszupflanzen, oder man sät ihn im Frühjahr aus. Dabei soll der Abstand 50 x 50 cm betragen. Zudem werden Lavendelpflanzen in Gärtnereien oder auf Wochenmärkten angeboten. Wenn die Pflanzen abgeblüht sind, empfiehlt sich ein Rückschnitt auf etwa zwei Drittel der ursprünglichen Größe, um weiterhin einen buschigen Wuchs zu generieren. Man kann große Pflanzen teilen oder mit Stecklingen vermehren. In harten Wintern schützt man die Lavendelpflanzen mit einer Reisigdecke oder Ähnlichem vor Frostschäden. Im Frühjahr werden erfrorene und trockene Zweige herausgeschnitten. Lavendel ist eine schöne Zierpflanze im Garten. Er ist ein typischer Rosenbegleiter, der mit seinem Duft Blattläuse und Ameisen vertreibt. Mit Lavendel lassen sich dekorative Kübel bepflanzen und schöne Randbepflanzungen gestalten.

Ernte & Verwendung

Um sie als Würzkraut zu nutzen, erntet man die jungen, zarten Triebe des Lavendels bis unmittelbar vor der Blüte. Die Blütenähren schneidet man am besten, sobald sich ihr Mittelteil geöffnet hat. Die Abschnitte hängt man kopfüber zum Trocknen auf. Später streift man die getrockneten Lavendelblüten ab. Luftdicht verschlossen kann man sie hervorragend aufbewahren.

Mit Lavendelkraut lassen sich Fleisch- und Fischgerichte sowie Eintöpfe und Desserts raffiniert verfeinern. Eine zarte Lavendelnote harmoniert mit Oregano und Ysop, Basilikum, Salbei und Rosmarin sowie mit Thymian, Bohnenkraut und Fenchel. Alle gemeinsam bilden sie die bekannten „Kräuter der Provence“. Als Tee, als Badezusatz oder duftendes Öl wirkt Lavendel krampflösend und beruhigend. Er wirkt gegen Magenbeschwerden und Nervosität. In einem kleinen Duftsäckchen unter dem Kopfkissen fördert Lavendel das Einschlafen und im Schrank aufgehängt vertreibt er die Motten. Wird Lavendelöl in der Duftlampe verdampft, wirkt es wohltuend Stresserscheinungen und Kopfschmerzen entgegen. Die Kosmetikindustrie verwendet Lavendel als traditionellen Grundstoff bei der Herstellung von Pflegeölen, Badezusätzen, Seifen und Parfüms.

Artikelbild: © freya-photographer / Shutterstock

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