Lebensmittel auch im Campingurlaub kühl halten

Lebensmittel auch im Campingurlaub kühl halten

Reisende kennen das Problem in den warmen Sommermonaten: Sie genießen ihre freien Tage fernab von jeglicher Zivilisation, möchten dabei aber nicht unbedingt auf die zahlreichen Vorteile der modernen Welt verzichten. Eines davon ist der Kühlschrank, der Fleisch, Getränke und Co. kühl und haltbar macht. Glücklicherweise gibt es Kühlschränke für unterwegs, Kühlboxen genannt. Das Angebot ist breit gefächert und somit fällt die Wahl nicht unbedingt einfach. Welches Gerät zu den Urlaubern, ihrem Fahrzeug und Urlaubsplänen passt, erklären wir in diesem Ratgeber.

Der Kauf einer Kühlbox ist relativ einfach, wenn man sich die folgenden Fragen stellt:

  1. Welche Kühltechniken gibt es?
  2. Wo geht die Reise hin?
  3. Welche Ansprüche habe ich in puncto Kühlleistung?
  4. Welche Energieart kommt infrage?
  5. Wie sieht es mit dem Energieverbrauch aus?
  6. Ist eine laute Kühlbox ein Problem?
  7. Wie groß muss die Kühlbox sein?

Die drei Kühlsysteme

Bei Kühlboxen kommen im Grunde drei verschiedene Kühltechniken zum Einsatz, die dafür sorgen, dass auch unterwegs alles frisch bleibt. Warum drei, werden sich einige fragen. Jede hat ihre Besonderheiten, Stärken und ist für bestimmte Einsatzbedingungen optimiert.

  1. Absorbertechnik: In einem Boiler wird konzentrierte Ammoniaklösung erhitzt, bis sie als Dampf austreibt. Das Gas steht unter hohem Druck, verflüssigt sich anschließend in einem Kondensator und verdampft mithilfe von Wasserstoff. Bei diesem Vorgang wird dem Kühlraum Wärme entzogen. Im Anschluss absorbiert eine schwache Ammoniaklösung das sich im Absorber befindliche Ammoniakgas. Die entstehende Lösung läuft zurück zum Boiler und der Kreislauf beginnt von Neuem.
  2. Thermoelektrik: Das thermoelektrische Prinzip wurde von J. C. A. Peltier im Jahre 1834 erfunden. Dieses Prinzip basiert darauf, dass Gleichstrom an der Verbindungsstelle unterschiedlicher Metalle Wärme oder Kälte entstehen lässt, je nachdem, was für eine Polarität herrscht. Die Heiz- oder Kühlleistung wird zusätzlich mit Lüftern und Wärmetauschern verstärkt. Für kleine und mittlere Kühlvolumina ist die Thermoelektrik die ideale Technik.
  3. Kompressortechnik: In Kompressorgeräten kommt ein Kältemittel zum Einsatz, welches im Verdampfer von seinem ursprünglich flüssigen in einen gasförmigen Zustand wechselt. Der Verdampfer hat die Aufgabe, die Wärme aus dem Innenraum des Kühlgerätes zu binden, sodass es kalt wird. Das gasförmige Kältemittel wird vom Kompressor angesaugt, welches verdichtet und an den Kondensator weitergereicht wird. Dort wird die gebundene Wärme abgegeben. Abschließend wird das Kältemittel wieder flüssig und wird zum Verdampfer weitergeleitet, sodass der Kreislauf von vorne beginnen kann.

Die Vorteile der einzelnen Kühltechniken

Alle der zuvor beschriebenen Kühltechniken hat aufgrund ihrer individuellen Eigenschaften bestimmte Vor- und Nachteile. Keine von ihnen ist ein Alleskönner. Um herauszufinden, welche Technik die beste ist, haben wir nachfolgend ihre individuellen Vorteile aufgelistet:

Absorberkühlboxen:

  • geräuschloser Lauf
  • Kühlung über Gas
  • Kühlleistung hängt von Umgebungstemperatur ab

Thermoelektrische Kühlboxen:

  • unabhängig von Schräglagen
  • preiswert und leicht
  • Kühlleistung wird von Umgebungstemperatur beeinflusst

Kompressorkühlboxen:

  • Normal- und Tiefkühlung
  • unproblematische Kühlung bei extremen Außentemperaturen
  • minimaler Stromverbrauch
  • geeignet für Solarbetrieb
  • unempfindlich gegen Schräglagen

Das Reiseziel und seine Temperaturverhältnisse

Bei der Wahl einer Kühlbox spielen der Urlaubsort und seine Temperaturen eine große Rolle. Deutsche, die in den südlichen Nachbarländern Ferien machen, fördern ihre Kühlboxen weit mehr als diejenigen, die in den Norden reisen. Die Temperaturen sind bei Thermoeelektrik- und Absorberboxen besonders entscheidend, da sie maßgeblich von ihrer Umgebungstemperatur beeinflusst werden. Kompressorboxen dagegen zeigen sich von den Temperaturen unbeeindruckt. Die nachfolgende Tabelle hilft, die passende Kühlbox für die jeweilige Außentemperatur zu kaufen:

Kühlboxen-Typ Außentemperatur erzeilte Innentemperatur
Absorbertechnik bis 25 °C Außentemp. 40 °C 15 °C
Thermoelektrik bis 30 °C Außentemp. 40 °C 10 °C
Thermoelektrik bis 20 °C Außentemp. 40 °C 20 °C
Kompressortechnik 40 °C + 10 °C bis –22 °C

Energieart und Stromverbrauch

Bevor Sie beim Kühlgerät für den nächsten Campingtrip blind zuschlagen, sollten Sie sich darüber informieren, wie Sie die Kühlbox betreiben werden. Reicht die 12- oder 24-Volt-Fahrzeugbatterie? Ist ein Netzbetrieb (230 Volt) möglich? Oder gehören Sie zu den leidenschaftlichen Campern, die überwiegend mit Gas kühlen? Und dann gibt es noch die umweltfreundlichen Menschen, die Solarenergie nutzen.

Energieart Stromanschluss
Absorbertechnik 12 Volt / 230 Volt / Gasbetrieb
Thermoelektrik 12 Volt / 24 Volt / 230 Volt
Kompressortechnik 12 Volt / 24 Volt / 100 – 240 Volt

Tipp: Wenn die Reise in den sonnigen Süden geht, sollten Urlauber die Sonnenstrahlen nutzen. Kompressorkühlboxen arbeiten wunderbar mit Solarenergie zusammen und entlasten so die Umwelt.

Neben dem Betrieb der Kühlgeräte spielt auch ihr Stromverbrauch eine große Rolle. Das gilt insbesondere für den mobilen Einsatz, schließlich sind die Stromreserven meist limitiert. Die nachfolgende Übersicht zeigt, wie sich der Stromverbrauch einzelner Kühlgeräte berechnet lässt.

Kühltechnik Formel Beispiel Strom
Absorbertechnik Leistungsaufnahme / Spannung 85 Watt / 12 Volt = 168 Ah/Tag
Thermoelektrik Leistungsaufnahme / Spannung 48 Watt / 12 Volt = 96 Ah/Tag
Kompressortechnik Stromaufnahme x prozentuale Laufzeit (s.unten) 3,75 A x 22 % 24 Ah/Tag

Angenommen die prozentuale Laufzeit beträgt 22 Prozent bei einer Umgebungstemperatur von 32 °C und einer Innentemperatur von 5 °C ergibt sich: 48 W / 12 V = 3,75 A.

Das Ergebnis: Für lange Standzeiten von zwei Tagen und mehr lohnt sich nur die Kompressortechnik. Besitzer einer Absorberbox können als Alternative den Gasbetrieb wählen.

Geräuschentwicklung und Größe

Die Geräuschentwicklung einer Kühlbox spielt während der Fahrt im Auto keine bedeutende Rolle. Beim Campen sieht es anders aus: Hier teilt man sich den Raum meist mit der Kühlbox, und diese kann nachts durchaus störend sein. Einen absolut geräuschlosen Lauf bieten lediglich Absorbergeräte. Wen der gelegentlich startende Kompressor nicht stört, kann auch eine Kompressorbox wählen. Geräte mit Thermoelektrik besitzen dagegen ein durchgängiges Lüftergeräusch, das unter Umständen störend sein kann.

In puncto Größe und Volumen bieten die Hersteller von Kühlboxen alles, was das Herz begehrt. Urlauber und Camper sollten dabei nicht vergessen, dass der Energiebedarf mit der Größe des Kühlraumes steigt. Selbes gilt für das Gewicht, was sich wiederum auf den Treibstoffverbrauch des Autos niederschlägt. Grundsätzlich stehen in etwa folgende Volumina für die verschiedenen Kühltechniken zur Verfügung:

Kühltechnik Verfügbare Volumina
Absorbertechnik 30 – 40 Liter
Thermoelektrik 5 – 35 Liter
Kompressortechnik 10 – 100 Liter

Wir empfehlen an dieser Stelle, zwei verschiedene Kühlboxen zu kaufen. Eine Kleine eignet sich für spontane Picknicks und Tagestouren während die große ideal für einen langen Urlaub ist.

Artikelbild: © Monkey Business Images / Shutterstock

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