Licht als natürliche Gliederung des Raumes

Licht als natürliche Gliederung des Raumes

Allgemein bekannt ist es, dass Menschen bestimmten Farbtönen eine Wirkung zuschreiben, die positiv, negativ oder auch neutral ausfallen kann. Hierbei fokussiert man sich häufig auf die Gestaltung von Wänden und Eingangsbereichen, den scheinbar wichtigsten Bereichen eines Raumes. Nach Ansicht von Fachleuten jedoch, vornehmlich Psychologen mit den Schwerpunkten Verhaltenstherapie und Stressbewältigung, liegt die Bedeutung von Farbe jedoch im Detail versteckt. So sorgt eine natürliche Hintergrundbeleuchtung, wie sie durch Decken- und Wandleuchten eingebracht wird, für einen grundsätzlich richtungsweisenden Eindruck – eine Wirkung, die von anderen Elementen des Raumes nur bedingt wieder „korrigiert“ werden kann.

Wir erläutern in diesem Beitrag die Erkenntnisse der modernen Psychologie in Bezug auf Farben und zeigen Trends innovativer Designer auf, die sich an diesem Thema orientiert haben.

Größe des Raumes mit einbeziehen

Nimmt man die aktuellen Forschungsergebnisse zum Maßstab, so spielt insbesondere die Größe eines Raumes und dessen Beschaffenheit und Struktur eine Rolle. Große, weitläufige Räume mit klaren Schnitten sind aufgrund der niedrigeren Lichtintensität schwieriger auszufüllen als jene Räume, die durch bestimmte Elemente schon bestimmend sind. Schrägen und Dachkanten wirken mit passiver Hintergrundbeleuchtung als fremde Elemente, richtig in Szene gesetzt und betont lassen sie sich umgekehrt jedoch sehr gut integrieren. Eine Erkenntnis der modernen Farbpsychologie ist sodann auch, dass jeder Farbe eine dynamische, imaginäre Temperatur zugeordnet wird. Zwischen Grünblau und Orange besteht beispielsweise nach empirischen Erkenntnissen ein Unterschied zwischen vier und fünf Grad Celsius. Nimmt man jetzt die Relevanz des Kälteempfindens für die Motivation und Effektivität beim Arbeiten, lässt sich die Bedeutung von transparenter und intelligenter Wohnbeleuchtung leicht ableiten.

Der Designer Ingo Maurer zum Beispiel, ein klassischer Vertreter der kreativen Ordnung, nutzt die Wirkung von Signalfarben bei seinen Kreationen im Bereich der Deckenleuchten und bietet jedem selbst die Gelegenheit zur Anpassung. Das Modell „Birdie’s Nest“ beispielsweise arbeitet mit insgesamt zehn Niedervolt-Glühlampen, die hinsichtlich ihrer Oberfläche bearbeitet werden und angepasst werden können. Das hochwertige „Ingo Maurer“-Design zwischen einer wirksamen Ausleuchtung und einem verspielten Ansatz, in welchem vor allem Räume mit niedrigeren Deckenhöhen zur Geltung kommen, verspricht hier eine intelligente Wohnbeleuchtung umzusetzen.

Alltagsgegenstände verunstalten

Wie oben bereits erwähnt, schafft eine kleine Anordnung an Deckenleuchten die benötigte Grundbeleuchtung, um alle Raumzonen gleichermaßen zu erreichen. Das entsprechend benötigte Zonenlicht, um einzelne Bereiche nach Bedarf und Art der Nutzung auszuleuchten, kann hierdurch sparsamer beziehungsweise minimalistischer ausfallen. Stimmungslicht hingegen, was jedem Raum seine natürlichen Akzente gibt und auch zur Strukturierung beiträgt, wird jedoch häufig nur unzureichend behandelt.

Die Designlinie von Ingo Maurer zeigt auch hier, beispielsweise mit dem Modell „Campari Light 155“, wie erfrischend kleine Leuchten tatsächlich sein können. Es handelt sich dabei um Pendelleuchten, die von Raffaele Celentano für Ingo Maurer Design konzipiert wurden. Als Grundlage dienen zehn Campari-Soda-Flaschen, die jeweils in der Höhe verstellt werden können und zudem einzeln abnehmbar sind. Je nach Stimmungslage und Anlass, etwa bei festlichen Anlässen oder zum gemütlichen Lesen, kann man diese Leuchte anpassen und individuell nutzbar machen. Dadurch, dass aus dem Alltagsleben bekannte Symbole und Elemente entnommen werden, setzt sich der Betrachter vorbehaltlos mit der Beleuchtung auseinander und missachtet dabei mögliche Veränderungen des Raumes. Die Leuchte als Stilsymbol sozusagen, der allein schon eine immense Bedeutung zukommt, wird von immer mehr Designern thematisiert und speziell für Esstische oder Sideboards kreiert.

Tipps zur praktischen Umsetzung

  • Um die Bestimmung einer Leuchte zu ändern, muss eine neue Lichtinsel geschaffen werden. Dies erreicht man vordergründig dadurch, dass gewisse Teile des Raumes gar nicht oder sehr schwach ausgeleuchtet werden, um praktisch als Übergang zu fungieren. Eine gewisse Mindestgröße des Raumes ist jedoch notwendig, anderenfalls wirkt diese Anordnung störend.
  • Benutzen Sie einen Mix aus modernen LEDs, Energiesparlampen und den klassischen Glühbirnen und verteilen Sie diese gleichmäßig im Raum.
  • Halogenlampen eignen sich besonders gut, um punktförmig einen Bereich zu beleuchten. Kleine Abteilungen im Wohnzimmerschrank oder ein Teil der Fensterbank geraten so ins Blickfeld des Betrachters, ohne von der Grundbeleuchtung zu zehren.

Artikelbild: © Sumetho / Shutterstock

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