Lilien (Lilium) – kaufen & alles zur Pflege

Lilien (Lilium) – kaufen & alles zur Pflege

Lilien gehören zu den ältesten Zierpflanzen und erfreuen uns mit ihren wunderschönen vielfältigen und farbenfrohen Blüten ebenso wie mit ihrem herrlichen Duft. Sie sind eine Gattung aus der Familie der Liliengewächse und gehören zu den Zwiebelpflanzen.

Der Legende nach entstand die Lilie, weil Herkules unsterblich werden wollte und deshalb so kräftig an der Brust der schlafenden Hera trank, dass ein paar Tropfen ihrer Milch auf die Erde fielen und sich in Lilien verwandelten.
Im Mittelalter wurde die Lilie als heilige Blume mit der Jungfrau Maria in Verbindung gebracht und gilt bis heute als Symbol der Reinheit, Unschuld und Jungfräulichkeit.
Ursprünglich stammen Lilien aus Asien, haben sich aber bereits vor Jahrtausenden vor allem in der nördlichen Hemisphäre ausgebreitet. Heute findet man wild wachsende Lilien vorwiegend in Nordeuropa und Nordamerika, aber noch immer sind sie in Asien am meisten vertreten. Zahlreiche Lilienarten werden industriell gezüchtet und vermarktet.
Es gibt weltweit unzählig viele Lilienarten, wovon die Tiger-Lilie und die Madonnen-Lilie zu den bekanntesten zählen. In unseren Gärten gehören die Lilien zu den beliebtesten und verbreitetsten Blumen. Auch als Schnittblumen für Sträuße werden sie sehr gern verwendet.

Die bekanntesten Sorten

Auch wenn die Liste der Liliensorten geradezu unendlich lang ist – hierzulande sind nur die Feuerlilie, die Tigerlilie, die Madonnenlilie, die Türkenbundlilie und die Trompetenlilie heimisch.

Tigerlilie – Lilium lancifolium Syn. L. tigrinum

Die Tigerlilie gilt als eine sehr anpassungsfähige Lilie, weil sie an nahezu jedem Standort gedeiht. Sie blüht von Juli bis September und fällt durch ihre auffällig gefleckten Blüten auf. Diese sind meist rot oder orange mit purpurfarbenen Flecken. Eine Tigerlilie wird zwischen 100 und 150 cm hoch.

Feuerlilie – Lilium bulbiferum

Die Feuerlilie ist eine geruchlose Lilienart. Sie wird zwischen 30 und 90 cm hoch, in seltenen Fällen bis 120 cm hoch. Sie blüht von Mai bis Juli in doldigen Blütenständen. Diese sind gelb oder orange mit kleinen dunklen Flecken.

Madonnenlilie – Lilium candidum

Die Madonnenlilien gehören zu den attraktivsten Lilienarten. Sie blühen von Mai bis September, werden 80 bis 150 cm hoch und betören durch ihren würzig frischen Duft. Die Blütenstände der Madonnenlilie bestehen aus mehreren trichterförmigen weißen Einzelblüten.

Türkenbundlilie – Lilium martagon

Die Türkenbundlilie wird bis zu 150 cm hoch und blüht zwischen Juni und August. Sie trägt rispige Blütenstände, die sich aus mehreren Einzelblüten zusammensetzen. Die Blüten der Türkenbundlilie sind meist rosa, seltener weiß oder weinrot gepunktet. Ihren Namen verdankt diese Blume ihren Blütenhüllblättern, die stark nach außen gerollt sind und an einen orientalischen Turban erinnern.

Trompetenlilie – Lilium regale

Trompetenlilien werden etwa 100 bis 120 cm hoch. Ihre Blüten haben eine hängende Form, die an eine Trompete erinnern. Meist sind diese weiß, allerdings sind durch Einkreuzungen auch weitere Farben entstanden. Trompetenlilien blühen von Juni bis August. Eine besonders schöne Art der Trompetenlilie ist die Königslilie.

Verwendung

In erster Linie sind Lilien Zierpflanzen, die uns in Gärten, aber auch als Schnittblumen erfreuen.
Allerdings finden sie auch in der Heilkunde Verwendung. Folgende Wirkungen werden der Lilie zugeschrieben:

  • Sie wirkt blutreinigend
  • Sie wirkt hustenlindernd
  • Sie wirkt schmerzlindernd
  • Sie fördert die Wundheilung
  • Sie löst Krämpfe und Verspannungen
  • Sie lindert Menstruationsschmerzen
  • Sie fördert die Narbenbildung

Während der Stamm einer Lilie keine Verwendung findet, können die Blüten und Zwiebeln der Pflanze zu heilenden Salben verarbeitet werden.

Standort

Für Lilien gilt: Kopf in der Sonne, Fuß im Schatten! Lilien mögen es am liebsten, wenn sie zwar im Schatten oder Halbschatten stehen, ihren Kopf aber in die Sonne recken können. Ideal ist es, eine Lilie zwischen niedrige Stauden, einjährige Sommerblumen oder Bodendecker zu pflanzen. Durch die Blätter der „Nachbarn“ werden die Zwiebeln vor direkter Sonneneinwirkung und zu starker Erwärmung geschützt. Nicht so günstig ist ein Platz in der Mittagssonne, während Vor- und Nachmittagssonne perfekt für Lilien ist.

Lilien tragen oft schwere Blüten, die bei starkem Wind leicht abknicken können. Deshalb empfiehlt sich ein windgeschützter Standort.

Als Boden ist am besten ein Sand-Humus-Gemisch geeignet, das leicht basisch oder schwach sauer sein sollte.

Pflanzen und Vermehren von Lilien

Pflanzen

Lilienzwiebeln können entweder im Frühjahr oder im Herbst gepflanzt werden. Da das Angebot im Frühjahr größer ist, entscheiden sich die meisten Hobbygärtner für den Frühling als Pflanzzeit.

Die Türkenbund-Lilie und die Madonnen-Lilie bilden eine Ausnahme. Beide müssen im Spätsommer gepflanzt werden.

Die Zwiebeln sollten in einem Abstand von 15 bis 20 cm in einer der doppelten Zwiebelgröße entsprechenden Tiefe gepflanzt werden. Die Pflanzen müssen erst fest im Boden verwurzelt sein, bevor sie über der Erde sichtbar werden. Etwas Geduld ist gefragt, denn es dauert in der Regel drei Jahre, bis eine Lilie das erste Mal blüht.

Lilien können viele Jahre an einem Standort verbleiben und jedes Jahr die schönsten Blüten entwickeln. Lässt die Blühwilligkeit irgendwann doch nach, können sie problemlos umgepflanzt werden.

Vermehrung

Lilien können sehr einfach mit Brutzwiebeln vermehrt werden. Teilen Sie dazu kleinere Zwiebeln von der großen ab und pfanzen Sie die Zwiebeln getrennt ein. Auch eine Aussaat der Samen ist möglich.

Gießen und Düngen von Lilien

Eine Lilie muss regelmäßig gewässert werden, besonders in der Wachstums- und in der Blütephase. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt, denn das Substrat darf weder austrocknen noch zu nass sein.

Auch wenn Sie keinen Garten besitzen, müssen Sie nicht auf diese wunderschönen Blumen verzichten. Sie sind auch in Töpfen oder Kübeln ein Hingucker. Allerdings müssen Lilien im Topf häufiger gegossen werden als im Freiland.

Lilien können reichlich gedüngt werden. Verwenden Sie dazu Humus, Gesteinsmehl oder Brennnesseljauche.

Düngen Sie eine Lilie auf keinen Fall mit Mist!

Schneiden

Lilienblüten werden oft durch Insekten bestäubt, die vom Duft der Pflanze angelockt werden. Dadurch bildet die Blume Samen, welche die Lilie viel Kraft kostet, wenn man sie ausreifen lässt. Deshalb ist es besser, verwelkte Blüten und Blätter zu entfernen. Weitere Schnittmaßnahmen sind nicht notwendig.

Überwintern

Im Freien

Eine Lilie kann problemlos im Freien überwintern, wenn sie an einem wind- und regengeschützten Standort steht. Beginnen Sie bereits nach der Blütezeit, alle Stände mit Samen zu beiseitigen. Die Blätter können Sie an der Pflanze lassen, bis sie verwelken – auf diese Weise kann die Zwiebel die nährstoffreichen Säfte aus dem Blatt noch nutzen. Direkt vor dem Winter sollten Sie das verwelkte Restlaub aber zurückschneiden.

Im Haus

Für das Überwintern im Haus gibt es zwei Möglichkeiten:
Sie können die Zwiebel ohne Blätter und Stengel im Topf lassen. Achten Sie auf trockene Erde im Topf.
Oder Sie holen die Zwiebel aus dem Topf, säubern sie gründlich von der Erde, entfernen ebenfalls Stängel und Blätter und lagern Sie über den Winter in einem kühlen Raum oder im Keller. Die ideale Temperatur beträgt etwa 5°C.

Achten Sie darauf, dass die Zwiebel keiner direkten Lichteinstrahlung ausgesetzt ist!

Sind Lilien giftig?

Lilien sind giftig, stellen für einen erwachsenen Menschen jedoch keine Gefahr dar. Nur bei Kleinkindern sollten Sie aufpassen und die Blumen außerhalb der Reichweite des Kindes halten.

Für Haustiere jedoch – und ganz besonders für Katzen – stellen Lilien eine ernste Gefahr dar, denn sämtliche Teile der Pflanze sind für die Samtpfoten hochgiftig. Lilienvergiftungen gehören zu den häufigsten Vergiftungen bei Katzen, und bereits kleine Mengen können zu Nierenversagen und zum Tod des Tieres führen.
Da der Giftstoff in der Lilie bislang unbekannt ist, gibt es kein Gegenmittel bei einer Vergiftung.

Auch andere Haustiere wie z.B. Hunde sollten vorsichtshalber von Lilien ferngehalten werden.

Etwa die Hälfte aller Katzen, die sich an Lilien vergiften, stirbt an den Folgen. Nur, wenn Sie die Symptome schnell erkennen und sofort handeln, gibt es eine Chance, Ihr Tier zu retten. Folgende Symptome könnten darauf hinweisen, dass Ihr Liebling sich eine Lilienvergiftung zugezogen haben könnte:

  • Apathie
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit

Dann heißt es, schnell handeln, denn vom Ausbruch der Symptome bis zum Tod vergehen maximal 72 Stunden. Suchen Sie also im Fall des Falles sofort einen Tierarzt auf. Er kann den Magen der Katze ausspülen und sie mit Aktivkohle behandeln.
Das Beste ist jedoch, auf Lilien zu verzichten, wenn Sie ein Katzenbesitzer sind.

Krankheiten und Schädlinge

Leider sind Lilien für Pilze, Viren und Schädlinge sehr anfällig. Grundsätzlich gilt: Je früher Schädlinge und Krankheiten entdeckt werden, umso leichter sind sie zu bekämpfen. Dies sind die gefährlichsten Feinde der Lilie:

Viren

Lilien können von unzähligen Virenarten befallen werden, die hier nicht alle aufgezählt werden können. Eines haben diese alle gemeinsam: Sie werden hauptsächlich durch Blattläuse übertragen und verursachen blass gefleckte Muster auf den Blättern. Virenerkrankungen führen zu Missbildungen der Pflanze. Leider können sie nicht bekämpft werden, so dass nur eine Vernichtung der Lilie – am besten durch Verbrennen – bleibt.

Pilze

Es gibt viele Pilze, die sich auf Lilien breitmachen. Einer davon verursacht die Fusarium-Welke – die schwerste Lilienkrankheit überhaupt. In diesem Fall wird die Zwiebel von unten beginnend ausgehöhlt. Es gibt keine Chance, die Pflanze zu retten. Damit nicht genug – die Pilzsporen können jahrelang im Boden überleben und ständig neue Pflanzen anstecken.

Fadenwürmer und Wurzelmilben

Diese Schädlinge fressen an den Zwiebeln. Vorbeugend können Sie von Mai bis August einmal pro Woche Acker-Schachtelhalm-Tee ins Gießwasser geben. Die darin enthaltende Kieselsäure erschwert den Insekten den Zugang zur Zwiebel.

Blattläuse

Blattläuse sollten Sie regelmäßig entfernen, entweder manuell oder bei starkem Befall mit einem Insektizid.
Lilienminierfliege

Diese legt Eier in die jungen Knospen, worauf diese verkümmern und abfallen.

Systematik

Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Liliengewächse (Liliaceae)
Unterfamilie: Lilioideae
Gattung: Lilien

Wissenschaftlicher Name

Lilium

Zusammenfassung

Lilien stammen ursprünglich aus Asien, sind aber heute auch in Nordeuropa und Nordamerika anzutreffen. Sie werden mittlerweile gezüchtet und gehören zu den häufigsten Gartenblumen. Auch für Blumensträußer werden Lilien gern verwendet. Sie erfreuen uns mit ihren schönen farbenfrohen Blüten und auch mit ihrem intensiven Duft.

Artikelbild: © Africa Studio / Shutterstock

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