Mäuse im Haus: So werden Sie die kleinen, grauen Nager wieder los

Mäuse im Haus: So werden Sie die kleinen, grauen Nager wieder los

Wenn die Tage kürzer werden und draußen die Temperaturen sinken, genießt es nicht nur der Mensch im wohlig-warmen Zuhause zu sitzen, auch Mäuse und andere Schädlinge suchen vor allem in der kalten Jahreszeit Unterschlupf in beheizten Gebäuden. Bereits bleistiftdicke Löcher von gerade einmal 6–7 Millimeter Durchmesser genügen den Nagern, um sich ins Innere zu zwängen. Haben sich die Mäuse einmal eingenistet, machen sie sich schnell auf die Suche nach Essbarem. Kein Frage also, dass ungebetene Gäste in Form von Mäusen niemand gerne mag. Die Nagetiere vermehren sich schnell, verunreinigen Vorräte und können diverse Krankheiten übertragen. Der zusätzliche Schaden an der Bausubstanz durch zerbissene Kabel und Isolierungen ist nicht zu unterschätzen. Dennoch sind Giftköder nicht die beste Lösung, wenn ein Befall vorliegt.

Wie wirken Giftköder?

Mäusegift, das in der Regel in Form von sogenannten Fraßködern im und am Haus verteilt wird, gilt als unkompliziertes Mittel gegen die Schädlinge. Der giftige Wirkstoff – Antikoagulantien aus der Gruppe der Vitamin-K-Antagonisten – hemmt die Blutgerinnung und verursacht dadurch innere Blutungen und Herzrasen, wodurch es nach einigen Tagen zum Tod kommt. Häufige Formen sind:

  • Giftweizen
  • Granulat
  • Giftpäckchen
  • Köderblöcke

Neben dem qualvollen Tod des Tieres sprechen weitere Gründe gegen den Einsatz von Rodentiziden. Die giftigen Fraßköder verursachen kein Misstrauen und dadurch keine Köderscheu bei anderen Tieren der Gruppe, da die Maus nach der Aufnahme des Gifts nicht sofort verendet. Das sorgt einerseits dafür, dass der Köder zwar nach wie vor wirksam ist, andererseits muss jedes Tier der Gruppe das Gift aufnehmen und getötet werden, um die Mäuseplage zu bekämpfen. Durch die Wirkungsverzögerung erliegt das Tier nicht dort seinen Qualen, wo der Giftköder ausgelegt wurde. Oft ziehen sich die betroffenen Tiere in schwer zugängliche Nischen oder Löcher zurück, von denen mit Einsetzen des Verwesungsprozesses eine starke Geruchsentwicklung ausgeht.

Rodentizid – nicht nur für Mäuse giftig

Die enthaltenen Vitamin-K-Antagonisten sind nicht nur für Nager, sondern auch für andere Tiere, inklusive dem Menschen selbst, giftig. Vor allem Haustiere und Kinder laufen Gefahr ungewollt das Gift zu sich zu nehmen. Die Folge sind innere Blutungen, die schlimmstenfalls zum Tod führen können. Sollten Kinder Mäuse- bzw. Rattengift verschlucken, muss umgehend ein Notarzt gerufen werden. Um das betroffene Kind erstzuversorgen, empfiehlt es sich außerdem, die Nummer der nächstgelegenen Giftnotrufzentrale zu wählen und dort um Rat zu fragen.

Mit der Mausefalle gegen die Schädlinge vorgehen

Statt Mäusegift gibt es andere Maßnahmen, um gegen die lästigen Untermieter vorzugehen, die nicht zuletzt aufgrund ihrer Hinterlassenschaften ein Gesundheitsrisiko darstellen. Der Klassiker in Sachen Schädlingsbekämpfung gegen ungewollte Nagetiere ist sicherlich die sogenannte Mausefalle, die in der Fachsprache als Schlagfalle bezeichnet wird. In der Regel dient ein essbarer Köder dazu, die Maus in die tödliche Falle zu locken. Auf einer Holzunterlage ist ein Metallbügel befestigt, der mithilfe einer Feder aufgespannt wird. Tritt die Maus im Versuch den Köder zu ergattern auf den Auslöser, schnappt die Falle zu.

Erdnussbutter gilt es bewährtes Lockmittel für Mäuse und scheint weitaus effektiver als Speck zu sein.

Da jedoch auch bei der Schlagfalle das Tier getötet wird, sprechen sich Tierschützer gegen diese Art der Mausefalle aus und plädieren für Lebendfallen.

Mit Lebendfallen gegen Mäuse vorgehen

Käuflich zu erwerbende Lebendfallen bestehen meist aus einem Metallkäfig, der auf eine Holzunterlage montiert ist. Auch bei der Lebendfalle wird mit Ködern gearbeitet. Die Maus wird mit Nüssen, Käse oder ähnlichem in die Falle gelockt. Einmal drin, gibt es keinen Weg mehr hinaus. Das gefangene Tier wird anschließend am besten auf einem Feld ins Freie gelassen. In jedem Fall sollte der Nager mehrere hundert Meter vom Haus entfernt ausgesetzt werden, um eine eventuelle Rückkehr zu verhindern. Dazu wird der Metallkäfig an entsprechender Stelle aufgestellt und geöffnet.

Wie bei anderen Tieren in Gefangenschaft kann die Stresssituation auch Mäuse aggressiv machen. Sollte man von einer Maus gebissen werden, ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen, vor allem wenn keine aktive Tetanusimpfung besteht. In diesem Fall ist das Risiko einer Blutvergiftung groß, da durch die Bisswunde verschiedene Bakterien der Maus direkt in die Blutbahn gelangen können.

Ursachen beseitigen, um Mäuseplage loszuwerden

Das Fangen oder Töten von Mäusen allein löst jedoch das Problem einer ausgewachsenen Mäuseplage nicht. Mäuse kommen einerseits wegen der warmen Umgebung ins Haus, andererseits jedoch auch, weil sie beim Menschen leichte Beute machen. Daher ist es besonders wichtig, den Tieren die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Dazu reicht es nicht, Lebensmittel in Tüten oder Säcke zu füllen, denn diese können die Nagetiere mühelos durchbeißen.

Bewahren Sie Lebensmittel wie Reis, Mehl und Nüsse stets in luftdicht verschlossenen Behältern aus Metall oder Glas auf, um Mäuse erst gar nicht anzulocken. Grundsätzlich gilt: Mäuse vermehren sich stärker, wenn ihnen mehr Nahrung zur Verfügung steht.

Helfen Hausmittel gegen Mäuse?

Katzen, sowie deren Kot bzw. benutztes Katzenstreu gelten als zuverlässiges Schädlingsbekämpfungsmittel gegen Mäuse. Allein vor dem Geruch der Hinterlassenschaften des natürlichen Feindes nehmen Mäuse Reißaus. In der Wohnung kann diese Methode jedoch zu einer sehr unsauberen Angelegenheit werden. Daher bietet sich diese Option vor allem für Bauernhöfe, Scheunen, etc. an. Bekannte Hausmittel gegen Mäuse, wie etwa Pfefferminzöl, Kamillenblüten, Gewürznelken oder Chilischoten sind bei Experten umstritten. Während solche natürlichen Mittel eventuell helfen, Mäuse von bestimmten Orten fernzuhalten, sind sie wohl nicht ausreichend, um nachhaltig gegen eine Mäuseplage vorzugehen. Eine ähnlich zweifelhafte Wirkung haben auch Geräte, die mit Schall, Ultraschall oder elektrischen Feldern arbeiten, um Mäuse und andere Nager zu vertreiben.

Zusammenfassung

Bereits ein leichter Befall wächst sich rasch zur Mäuseplage aus. Daher sollten frühzeitig geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Giftköder gelten aufgrund ihrer Gefahr für Mensch und Haustier nicht als Mittel der Wahl. Stattdessen sind Schlagfallen oder Lebendfallen zu bevorzugen. In jedem Fall sollten Lebensmittel in verschlossenen Gefäßen gelagert, sowie Schäden an der Bausubstanz beseitigt werden, um einerseits den Mäusen die Lebensgrundlage, sowie andererseits ihnen den Zugang zum Haus zu nehmen.

Artikelbild: © Adam88x / Bigstock.com

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