Mäuse und Silberfische – wenn Hausmittelchen nicht mehr helfen, muss der Profi ran!

Mäuse und Silberfische – wenn Hausmittelchen nicht mehr helfen, muss der Profi ran!

Mäuse sind so niedlich – stimmt leider nur, wenn sie als Haustiere gehalten werden und den Freilauf gesichert unter Aufsicht bekommen. Haben sie sich aber heimlich ins Haus geschlichen und leben als unerwünschte Mitbewohner, sind es keine Haustiere mehr, sondern Schädlinge, die gnadenlos alles anfressen und mitunter schwere Schäden anrichten können. Nicht immer hilft eine einfache Mausefalle, bei schlimmen Befällen muss der Profi ran – dies gilt ebenso bei einem starken Befall mit Silberfischen.

Kampf angesagt: Weg mit den Silberfischen!

Silberfische sind rund einen Zentimeter groß und schimmern silbern. Sie lieben eine feuchte Umgebung und sind daher besonders häufig in Badezimmern anzutreffen, wo sie beim Anschalten des Lichts blitzschnell in den kleinen Ritzen zwischen Fliesen und Silikon verschwinden. Auch im Keller oder in der Küche sind Silberfische häufig zu finden. Die Stelle des Verschwindens in Wand oder Fußboden mit chemischen Mitteln zu behandeln, ist keine wirksame Lösung, denn damit können allenfalls ein paar Tierchen zur Strecke gebracht werden.

Silberfischchen lassen sich folgendermaßen professionell bekämpfen:

1. biologisch (mit natürlichen Produkten),
2. ökologisch,
3. biomechanisch (also vollkommen wirkstofffrei) oder
4. mit thermischen Verfahren (Heißluftbehandlung)

Diese Bekämpfungsmaßnahmen führen versierte Schädlingsbekämpfer nach Absprache mit dem Kunden und nach einer Ortsbesichtigung durch, wenn geklärt ist, wie stark der Befall wirklich ist.

Abgesehen vom Ekel, den viele Menschen beim Anblick der Silberfische empfinden: Die Tiere sind sogar nützlich! Sie vernichten Hausstaubmilben und fressen Schimmelpilze. Dennoch möchten die meisten auf diese Mitbewohner verzichten. Als erste Hilfe steht richtiges Lüften ganz oben auf der To-do-Liste, denn trockene Luft mögen die Tiere nicht. Daher sollte auch nasse Wäsche nicht in der Wohnung aufgehängt werden. Hilfreich ist es, sämtliche Rückzugsorte der Silberfische zu entfernen: Risse und Spalten sollten wieder verschlossen werden. Zuletzt können Klebefallen, die Silberfische mit Pheromonen anlocken, hilfreich sein. Wenn diese Hausmittel versagen, muss allerdings der professionelle Schädlingsbekämpfer ans Werk gehen. Lesen Sie auch weitere Infos zum Thema Silberfischchen.

Aus die Maus: Mäuse im Haus bekämpfen

Mäuse sind kleine Zerstörer und zerfressen buchstäblich alles, was ihnen vor die Zähne kommt. Außerdem können sie gefährliche Krankheiten übertragen wie etwas das gefürchtete Hantavirus. Sie kommen vor allem in der kühlen Jahreszeit ins Haus, denn auch eine Maus mag es gern kuschelig warm. Erfahren Sie mehr dazu, wie Sie die kleinen, grauen Nager wieder loswerden. Doch das Mitgefühl mit den kleinen Nagern schwindet rasch, wenn Kabel zerfressen und Vorräte durch Kot verunreinigt sind. Schlagfallen kommen häufig zum Einsatz, tierfreundlicher sind jedoch Lebendfallen. Mit diesen wird die Maus gefangen und kann später im Freien wieder ausgesetzt werden.

Die Schadnager ziehen sich oft dorthin, wo ein entsprechend hohes Nahrungsangebot und gute Versteckmöglichkeiten vorhanden sind. Bevorzugte Nahrungsquellen von Mäusen sind beispielsweise:

  • Vogelhäuschen auf dem Balkon oder im Garten
  • Futterstellen von Hasen oder Meerschweinchen im Garten
  • Komposthaufen
  • leicht zugängliche Müll- und Biotonnen
  • Insekten in Unterdachbereichen unserer Häuser
  • Leicht zugängige Lebensmittellager
  • Gewässerläufe oder Gartenteiche

 

Möglich ist auch der Einsatz von Mäusegift, allerdings kann das den Nachteil bergen, dass sich die Tiere zum Sterben zurückziehen und in einer Ecke verwesen. Ein unangenehmer Geruch könnte sich im Haus ausbreiten. Auch bei Mäusen gilt: Wenn die üblichen Hausmittel versagen, ist es an der Zeit, den Profi zu beauftragen. Er sorgt schnell und effektiv dafür, dass der Haushalt wieder mäusefrei wird. Gleichzeitig müssen jedoch vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden.

Was macht der Schädlingsbekämpfer?

Natürlich ist der Kammerjäger nicht nur für die Bekämpfung von Wanzen, Motten oder Flöhen der richtige Ansprechpartner, sondern er kümmert sich auch um Mäuse und Silberfische. Ein professioneller Schädlingsbekämpfer wird sich immer erst vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Schäden und von der Art der Schädlinge machen. Darauf basierend kann ein individuelles Kostenangebot formuliert werden. Wird der Auftrag vergeben, schreiten die Kammerjäger zum vereinbarten Termin zur Tat.
Um Silberfische zu bekämpfen, wird vor den Schlupfstellen der Tiere ein Fraßgel ausgelegt. Dieses enthält Pheromone – Aphrodisiaka – und lockt die Tiere an. Sie fressen den Köder und verenden daran. Möglich ist auch das Ausstäuben mit Silikaten, wobei die Stäube nicht permanent eingeatmet werden dürfen. Außerdem verfliegt die Wirkung der Silikate vergleichsweise schnell. Teilweise wird die gesamte Wohnung mit Gift „ausgenebelt“, dann ist allerdings die stundenweise Abwesenheit der Bewohner erforderlich. Danach muss gut gelüftet werden.

Mäuse werden ebenfalls durch den Kammerjäger in erster Linie durch Beköderung bekämpft. Das heißt, dass an bestimmten Stellen im Haus Fressköder ausgelegt werden, die Mäuse nehmen diese auf und sterben durch die enthaltenen Wirkstoffe. Die Köder dürfen nur an für Menschen und Haustiere unzugänglichen Stellen ausgelegt werden, auch für andere Wildtiere dürfen sie nicht zugänglich sein. Der Wirkstoff schädigt auch andere Lebewesen und nicht nur Mäuse.

Bitte unbedingt beachten: Es gelten bei der Durchführung von Nager-Bekämpfungsmaßnahmen strenge gesetzliche Vorschriften in Form der Vorgaben der Risikominimierungsmaßnahme (RMM). Das Umweltbundesamt regelt genauestens gemäß Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012, welchen Vorgaben eine Ratten- oder Mäusebekämpfung unterliegt. So ist hier strikt vorgegeben, wie wirkstoffhaltige Ködermaterialien einzusetzen sind und in welchen zeitlichen Abläufen diese zu kontrollieren sind.

Teilweise setzen Kammerjäger Schlag- und Lebendfallen ein. Hier ist vorgeschrieben, dass diese mindestens zweimal täglich zu kontrollieren sind. Schlagfallen haben den Nachteil, dass hier immer nur ein Tier gefangen werden kann, welches im ungünstigsten Fall nicht sofort tot ist. Im Todeskampf schreit und quiekt die Maus, was wiederum andere Mäuse warnt. Die Falle ist an dieser speziellen Stelle nicht mehr nützlich.

Lebendfallen werden für ein paar Tage aufgestellt und nicht aktiviert. Das bedeutet, dass sich die Tiere an die Falle gewöhnen können und sich dort Futter holen. Wenn alles wie geplant läuft, können bei Aktivierung der Falle gleich mehrere Tiere auf einmal gefangen werden. Danach ist eine gründliche Reinigung und Desinfektion der Falle nötig, denn die verängstigten Mäuse scheiden mit ihrem Urin einen Duftstoff aus, der andere Tiere warnt.
Wichtig ist jedoch immer, nicht nur den momentanen Befall zu bekämpfen, sondern die Ursache. Das heißt, dass Ritzen und Risse in den Wänden oder Fugen verdichtet werden müssen, damit die Silberfische hier kein Schlupfloch mehr finden. Auch gegen Mäusebefall ist es die beste Vorgehensweise, den Zutritt zur Wohnung oder zum Keller zu verwehren. Die Schlupflöcher müssen gefunden und verschlossen werden, ansonsten werden sich immer wieder ungebetene Gäste im Haus einfinden.

Wie teuer wird die Schädlingsbekämpfung?

Wie teuer die Entfernung der ungeliebten Mitbewohner tierischer Art wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Am teuersten ist immer eine „Komplettentwesung“, die mit einem vorübergehenden Umzug der Hausbewohner einhergeht. Außerdem richtet sich der Preis nach den zu ergreifenden Maßnahmen, nach der Stärke des Befalls und nach den Quadratmetern oder nach der Zimmeranzahl, die es zu behandeln gilt. Auch die Häufigkeit der Wiederholung spielt eine Rolle.

Schädlingsbekämpfungsunternehmen arbeiten entweder regional ausgerichtet oder aber bundesweit – hier gibt es in den verschiedenen Bundesländern eigene Niederlassungen.

Einige Beispiele:

 

Als grober Richtwert kann von einem allgemeinen Stundenlohn von 100 bis 150 Euro ausgegangen werden. Auch die zu bekämpfende Tierart spielt eine Rolle und so werden für die Beseitigung von Mäusen und Silberfischen, von Ameisen und Motten rund 150 Euro pro Stunde fällig. Sind es keine Mäuse mehr, sondern schon Ratten, so werden auch bis zu 300 Euro pro Stunde verlangt, wobei für die Beseitigung der verendeten Tiere noch einmal rund 50 Euro anfallen. Deutlich teurer wird der Befall mit Flöhen, Wanzen oder Holzschädlingen, wobei letztere eine Gefahr für die gesamte Bausubstanz darstellen. Im Durchschnitt werden für deren Bekämpfung etwa 600 Euro verlangt.

Die rechtliche Seite: Wer zahlt die Schädlingsbekämpfung?

Wer sein Haus selbst bewohnt und mit einem Schädlingsbefall zu kämpfen hat, muss die Kosten für die Beseitigung von Mäusen, Silberfischchen, Wanzen oder Motten selbst übernehmen. Anders gestaltet sich die Lage für einen Mieter. Dieser ist verpflichtet, dem Vermieter von der Plage zu berichten, damit dieser die Chance hat, das Problem zu beheben. Dafür muss eine Frist gesetzt werden, binnen derer der Befall beseitigt werden muss. Mietrechtlich gesehen handelt es sich um einen Sachmangel, der zulasten des Vermieters geht.

Ausnahme: Wenn der Mieter die Tiere selbst eingeschleppt hat oder sich diese aufgrund einer unsachgemäßen Lagerung von Lebensmitteln oder Müll in der Wohnung ansiedeln konnten, ist der Mieter dafür verantwortlich. Somit muss er auch für den Kammerjäger sowie für den entstandenen Schaden haften.

Kommt der Vermieter seiner Pflicht nicht innerhalb der gesetzten Frist nach, kann der Mieter auf Kosten des Vermieters einen Kammerjäger beauftragen. Auch die Mietminderung ist möglich, wenn die Lebensqualität durch den Ungezieferbefall eingeschränkt wird. Hier entscheiden allerdings nicht selten die Gerichte im Einzelfall. Liegt ein „erheblicher Befall“ vor, so ist eine Mietminderung von 25 Prozent gerechtfertigt. Ist der Aufenthalt in der Wohnung sogar unzumutbar, darf die Miete bis auf null gekürzt werden.
Für entstandene Schäden muss der Mieter selbst aufkommen, es sei denn, er kann die Schuld des Vermieters am Befall mit Mäusen, Silberfischen und anderen Schädlingen nachweisen. Bei mutwilligem Verschweigen des Parasitenbefalls bei Unterzeichnung des Mietvertrags ist der Vermieter sogar schadenersatzpflichtig. Allerdings ist auch dieses Verschweigen nicht immer leicht nachzuweisen.

Die Kosten für den Kammerjäger dürfen als Betriebskosten auf den Mieter umgelegt werden, wenn der Vermieter das Ungeziefer regelmäßig und vorbeugend bekämpft. Anderslautende Klauseln im Mietvertrag sind unwirksam. Wichtig: Bei Ungezieferbefall aufgrund von Baumängeln ist der Vermieter verpflichtet, Maßnahmen zur Beseitigung der Baumängel zu ergreifen.

Zusammenfassung:

Einzeln auftretende Insekten wie Silberfischchen oder aber eine einzelne Maus rechtfertigen noch nicht das Hinzuziehen eines Schädlingsbekämpfers. Hier kann mit üblichen, im Baumarkt oder Drogeriefachgeschäften erhältlichen, Sprays und Fallen gearbeitet werden. Sollte jedoch ein massenhaftes Auftreten von Silberfischen festzustellen sein, kann von einem schädlichen Befall ausgegangen werden. In solchen Fällen ist es stets ratsam, professionelle Hilfe vom Schädlingsbekämpfer in Anspruch zu nehmen. Das gleiche gilt auch für ein vermehrtes Auftreten von Mäusen oder gar Ratten. In beiden Fällen muss stets der Ursache auf den Grund gegangen werden – ansonsten müssen Bewohner auch mit gesundheitlichen Risiken rechnen.

Artikelbild: AndreyPopov / Bigstock.com

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