Marder: Informationen zum Marder und wie man ihn los wird

Marder: Informationen zum Marder und wie man ihn los wird

Marder sind hundeartige Raubtiere, zu deren Familie unter anderem auch Wiesel, Otter, Dachse, Nerze und Iltisse gehören. Umgangssprachlich versteht man unter Mardern aber die „Echten Marder“, also Stein- und Baummarder.

Das Verbreitungsgebiet des Tiers beginnt in Europa und reicht bis in den asiatischen Raum. In Großbritannien und Skandinavien, Dänemark ausgenommen, kommt der Mustelidae nicht vor. Das Tier lässt sich nicht nur an seiner Größe leicht erkennen, er ist kleiner als eine Hauskatze, sondern auch an seinem schlanken Körper und „spannerartigen“ Fortbewegungsweise. Weitere Erkennungsmerkmale sind das kakaofarbene Fell (beim Steinmarder) sowie sein weißer Kehlfleck. Der Baummarder dagegen besitzt in der Regel einen runden, goldgelben Kehlfleck und ein kaffeebraunes Fell. Das gemeinsame Kennzeichen ist in beiden Fällen der lange, struppige Schwanz.

Ernährung

Der Marder wird fälschlicherweise als blutrünstiger „Mörder“ dargestellt, dabei ist es dies keineswegs. Er kann zwar ganze Geflügelställe auslöschen, wenn er dort eindringt. Er tötet aber nur, wenn das Geflatter ein Beutefang-Auslöser ist. Dagegen gibt es weder einen „Blutrausch“ noch ein vampirähnliches „Aussaugen“ der Beute.

Ein Großteil der Nahrung eines Marders besteht aus Wild- und Gartenfrüchten, Kleintieren und alles Essbare, dass die städtische Umgebung hinterlässt. Als tierische Nahrung dienen Wirbeltiere wie Vögel sowie deren Eier, Fische, Lurche, kleine Säugetiere, Insekten, Würmer und Krebstiere. Das pflanzliche Speisemenü besteht aus Nüssen, Knollen und Früchten. Damit wird das Tier zu einem „Allesfresser“, der sich seiner Umgebung ideal anpasst.

Lebensraum

Marder sind einer der ältesten „Kulturfolger“. Bereits im Mittelalter hausten sie in Dörfern und Städten. In Hamburg beispielsweise sind die Tiere im Gegensatz zu anderen Artgenossen nicht nur in Randgebieten der Stadt unterwegs, sondern auch im Stadtzentrum. Steinmarder sind darüber hinaus häufig in Wäldern, der Feldmark und Dörfern anzutreffen. Freies Gelände meiden die Tiere, sie laufen stattdessen an Büschen entlang, um bei Gefahr Deckung zu finden. Tagsüber schläft das Tier in seinen zahlreichen Verstecken, die er während seines Daseins abwechselnd nutzt. Zu den Verstecken gehören Schuppen, Stallungen, Reisighaufen aber auch Wohnhäuser.

Im Vergleich zu Katzen legen Steinmarder zur Kontrolle der „Streifgebietsgrenzen“ und bei reinen Erkundungsausflügen große Strecken zurück. Eine Mutter legt teilweise sogar 14 Kilometer in einer Nacht zurück, um ihre Jungen mit Nahrung zu versorgen. Weil Marder ihr Tagesversteck häufig wechseln, nehmen Menschen fälschlicherweise an, dass es in ihrer Region viele Exemplare gibt.

Belästigungen

Hausbesitzer und Mieter, die den Verdacht haben, dass sich ein Marder als Untermieter bei ihnen eingeschlichen hat, müssen nicht in Panik geraten. Sie sollten zunächst feststellen, ob es sich tatsächlich um diesen „Übeltäter“ oder ein anderes Tier, etwa eine Maus, handelt. Für Betroffene sind die Lärmbelästigungen häufig angsteinflößend, weil Marder teilweise so stark poltern, dass ein Einbrecher im Haus vermutet wird. Da das Tier aber unterschiedliche Tagesverstecke nutzt, tritt die Belästigung nur selten auf. Viel belästigender ist der Gestank: Urin, Anhäufungen von Kot und Beutereste sorgen für einen unangenehmen Geruch. Auch an- oder durchgenagte Kabel, durchgebissene Gummi- und Kunststoffteile im Motorraum des Pkws kommen häufig vor.

Mit Marderproblemen fertig werden

Der Enge Kontakt zwischen Mensch und Marder führen früher oder später zu Problemen, mit gutem Willen und Toleranz lassen sie sich aber lösen. Auch wenn der Steinmarder ein prächtiges Tier ist, löst er durch sein Verhalten häufig Angst aus.

Lärm

Die unbekannten Poltergeister machen zwischen April und September gerne auf sich aufmerksam und sorgen so für schlaflose Nächte. Am Anfang sorgen die neugierigen, aufwachsenden Jungen mit ihren Spielchen und Ausflügen für Lärm. Im August beginnt die Zeit der Paarung: Das Weibchen sucht in dieser Zeit das Männchen in dessen Quartier auf. Hier kommt es zu heftigen, langen und natürlich lauten Paarungsspielen.

Glücklicherweise mögen Marder genauso wenig Lärm wie Menschen. Wer sich also von diesem Tier belästigt fühlt, kann in der Nähe seines Verstecks zum Beispiel ein Radio hinstellen. Spielt dieses in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang Musik, wird es das Tier davon abhalten, sein Tagesversteck aufzusuchen.

Kot- und Nahrungsreste

Marder sind sehr saubere Tiere, ähnlich wie Katzen. Sie besitzen einen Schlafplatz, eine separate „Speisekammer“, wo sie ihre Nahrung aufbewahren, sowie eine „Toilette“, wo der Kot deponiert wird. Die Tierchen deponieren ihre Exkremente in der Regel immer an derselben Stelle. Belästigte Menschen können hier einfach Zeitungspapier ausbreiten, um den Kot schnell zu entfernen. Ein Stück Kot muss man jedoch aufbewahren, denn das legt man auf die neue Zeitungsunterlage, ansonsten findet der Marder sein Klo nicht mehr. Sorgen Kotreste, Nahrung und Co. für Geruchsbelästigungen, kann man den Marder mit seinen eigenen Waffen schlagen: Fremdartige Gerüche wie Mottenkugeln, Toilettensteine und Haarspray vertreiben das Tier fürs Erste.

Wie sieht Marderkot aus?

Marderbefall können Sie am besten am Kot erkennen. Doch wie sieht Marderkot aus?
Marderkot wird von Jägern auch gerne Losung genannt. Es ist an seiner länglichen, wurstartigen Form zu erkennen. Der Marderkot ist zwischen 1-2cm dick und 8-10cm lang. Der Kot endet oft in einer gedrehten Spitze. Häufig finden sich noch Haare, Kerne oder Federn im Kot der Marder. Ebenfalls sehr unangenehm kann der Urin des Marders sein. Sollten sie diesen und zeitgleich Lärmbelästigungen wahrnehmen, ist das im Grunde schon ein Zeichen, dass ein Marder aktiv ist.

Eingänge abdichten

Die Aufgabe, ein Haus marderfrei zu halten, ist äußerst schwierig und aufwendig. Durch seine Anspruchslosigkeit, dem guten Orientierungsvermögen, Kletterfähigkeit und Anpassungsfähigkeit an die Umgebung ist der Lebensraum eines Marders sehr vielfältig. Warum sie sich vorwiegend für Wohnhäuser interessieren, lässt sich damit begründen, dass ihnen kein anderer Lebensraum mehr bleibt. Im 18. Jahrhundert konnten sich die Tiere in alten Gemäuern, Ställen, Scheuern, Holzstößen und Steinhaufen verstecken. Heute fehlt ihnen diese Umgebung und sie bevorzugen Dachboden und -schrägen, Deckenholräume sowie Blindböden. Diese Gebäudeteile bieten Mardern genau die Struktur, die sie als Versteck und Aufzuchtplatz benötigen.

Wer die Belästigung durch diese Tiere dauerhaft lösen möchte, muss ihnen den Zutritt unzugänglich machen. Als Erstes müssen Hausbesitzer und Mieter herausfinden, wie der Marder das Gebäude betritt. Hier ist eine systematische Vorgehensweise empfehlenswert:

  1. Legen Sie geharkte Sandflächen um das Haus aus, damit Spuren sichtbar werden. Im Winter hat man leichtes Spiel, da die Spuren leicht zu verfolgen sind.
  2. Ist der Mardereinstieg gefunden, muss man das Einschlufploch zum Dach finden. Bei trockenem Wetter helfen Sand und Mehl, Schnee ist natürlich praktischer.
  3. Endet die Spur mitten auf dem Dach, gibt es mit Sicherheit einen lockeren Dachziegel.
  4. Ist die Suche erfolglos, muss man bedenken, dass alle Öffnungen, durch die eine menschliche Hand passt, mögliche Eingänge sind.
  5. Blank gekletterte oder gelaufene Pässe sind ebenfalls ein Weg ins Gebäude.

Wurde das Versteck gefunden, ist es wichtig, die Öffnungen nicht tagsüber zu verschießen. Das Tier wird sonst eingesperrt, da es nur nachts sein Versteck verlässt.

Artikelbild: © Mark Caunt / Shutterstock

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