Mehrfamilienhaus bauen: die Kosten im Überblick

Mehrfamilienhaus bauen: die Kosten im Überblick

Große Immobilien schenken viel Platz aufgrund ihrer Wohnfläche, doch sie machen auch Arbeit im Vorfeld vom Bauen, denn es gibt vieles zu berücksichtigen, damit das Bau-Projekt ein voller Erfolg werden kann. Wer ein Mehrfamilienhaus bauen will, ist sich meist im Klaren darüber, dass dieses spezielle Bau-Vorhaben ein wahres Großprojekt ist, welches den Aufwand von einem Einfamilienhaus weit übersteigt. Dennoch gibt es beim Bauen einige grundlegende Gemeinsamkeiten zwischen Mehrfamilienhaus und Einfamilienhaus, denn weitreichende Schritte der Planung sind ganz ähnlich.

Hier wie dort muss ein ausreichend großes Grundstück in guter Lage gefunden und ein Architekt verpflichtet werden, das passende Bauunternehmen muss ausfindig gemacht werden, der Bauantrag muss gestellt und natürlich – ein sehr wichtiges Kriterium, und durchaus keine Nebensache – die Entscheidung muss getroffen werden, ob man überhaupt einen Massivbau wünscht oder ein Fertighaus etwa in Holzständerbauweise.

All diese Fragen, die vor dem eigentlichen Baubeginn zu klären sind, sind von der Art des Objekts unabhängig und werden bei jeder Immobilie fällig, die man erstellen will, da sie als Grundvoraussetzung fungieren. Doch was unterscheidet nun das ambitionierte Projekt Mehrfamilienhaus vom klassischen Familientraum „Einfamilienhaus mit Grill und Garten“? Nun, die Wohnfläche, die Zahl der Wohnungen und natürlich auch die Kosten. Und über die Kosten wollen wir Ihnen im Folgenden einen kleinen Überblick verschaffen.

Viel Platz, viele Kosten: Die Preisentwicklung eines Mehrfamilienhauses in Relation zu den Wohnungen

Da ein Mehrfamilienhaus laut in Deutschland gültiger Definition für Immobilien stets drei oder mehr Wohneinheiten hat (auch vier, sechs, acht oder zehn  Wohneinheiten sind keine Seltenheit), sind die Kosten beim Bau natürlich direkt abhängig von der Anzahl der Wohneinheiten. Ein Mehrfamilienhaus mit sechs oder acht Wohneinheiten kostet logischerweise wesentlich mehr als ein kompaktes Objekt mit „nur“ drei Wohneinheiten. Allerdings kann man bei der Berechnung der Kosten nicht naiv davon ausgehen, dass ein Mehrfamilienhaus, das zum Beispiel sechs Wohnungen hat, doppelt so teuer sei wie ein Objekt mit drei Wohnungen.

Zwar stimmt es, dass die Anzahl der Wohnungen in direkter Relation zu den Kosten steht, doch diese werden nicht einfach mit der Anzahl der Wohnungen multipliziert. Denn es gibt auch Synergieeffekte, welche die Kosten beim Bau eines solchen ambitionierten Projekts verringern helfen, denn beim Bauen eines Mehrfamilienhauses kann auch kräftig gespart werden. Die erste Ersparnis beginnt beim Grundstück, denn die Immobilie mit mehreren Wohnungen bietet die optimale Platz-Ausnutzung und kann auf einem Grundstück von fünf oder sechs Ar die größte Kapazität von Wohnraum schaffen.

Wenn das Mehrfamilienhaus zudem als Kapitalanlage gedacht ist – was häufig der Fall ist – lässt die Besonderheit des Baus auch wieder den Bauherrn lachen, denn hier wird der Rendite-Effekt um die Zahl der Wohneinheiten gesteigert, da auf gleicher Fläche mehr Rendite erwirtschaftet werden kann. Insofern kann man bei den Kosten von einem Mehrfamilienhaus nicht pauschal urteilen, ein großes Haus würde mehr kosten, sondern muss auch realistisch berücksichtigen, dass eine größere Immobilie mehr Nutzeffekt bringt und damit die Kosten ausgleicht oder sogar senkt. Diese kluge Kalkulation ist es auch, welche das Haus-Modell Mehrfamilienhaus, insbesondere als Kapitalanlage, bei dem deutschen Bauherrn aktuell so beliebt macht.

Wer ein Mehrfamilienhaus erstellen will, muss, wie beim Bauen jeder Immobilie, mit dem geeigneten, gut erschlossenen Grundstück beginnen. Überlegen Sie dann, welche Art von Mehrfamilienhaus Sie dort realisieren wollen, und ob die Lage und Ausrichtung dafür geeignet ist und die Häuser in der Nachbarschaft mit genügend Abstand stehen. Fragen Sie auch beim Bauamt, ob in dieser Lage mehrgeschossige Häuser zu bauen überhaupt erlaubt ist, um sich unerwünschte Überraschungen zu sparen, wenn Sie bereits mit dem Projekt begonnen haben.

Auf, fertig, los: Was man beachten muss, wenn die Entscheidung fürs Mehrfamilienhaus gefallen ist

Wenn man sich dazu entschlossen hat, ein Haus mit mehreren Wohneinheiten als Kapitalanlage zu erstellen, sollte man zwei Schritte tun: erstens, sich über die Bauweise (Massivhaus oder Fertighaus) klarwerden und zweitens, den passenden Bauunternehmer oder Fertighaus-Anbieter in der Region finden. Die Entscheidung zwischen Massivhaus und Fertighaus ist heutzutage großenteils von persönlichen Vorlieben abhängig, denn es gibt baulich und von der Qualität mehr kaum noch Unterschiede zwischen den beiden Bauweisen.

Wer ein Mehrfamilienhaus als Massivhaus bauen will, hat dabei den Kosten-Vorteil in der Hand, dass er auf die Gestaltung des Hauses und der einzelnen Wohnungen Einfluss nehmen und einzelne Gebäudeteile und den Grundriss mit planen kann. Auch gibt es viele Massivhaus-Unternehmen, welche die Baukosten verringern helfen durch verschiedene Stufen beim Erstellen von Immobilien – als Ausbau-Häuser mit persönlicher Eigenleistung oder schlüsselfertig, wobei die Eigenleistung deutlich Kosten sparen hilft. Durch Eigenleistung und geschickte Planung können beim Mehrfamilienhaus in Massivbauweise Kosten reduziert werden, welche beim Angebot eines Fertighauses, welches oft als Komplettsatz angeboten wird und wenig Spielraum für individuelle Wünsche lässt, nicht wegzudenken sind.

Allerdings ist auch das Projekt „Mehrfamilienhaus als Fertighaus“ ein lohnendes Immobilien-Unterfangen, das auf anderer Seite die Kosten sparen lässt, denn ein Fertighaus ist von Anfang an mit einem bestimmten Fixpreis ausgestattet und hilft durch die Transparenz der Preise beim Bauen, die Gesamt-Kosten im Überblick zu halten, da diese sich je nach Zahl der Wohnungen replizieren. Auch existieren heute zahlreiche Fertighaus-Unternehmen auf dem Markt, die hochwertige Mehrfamilienhäuser im Fertigbaustil bieten und dies auch im Musterhaus erlebbar machen, so dass die Qual der Wahl recht groß sein kann, doch das ist im Grund ein angenehmer Nebeneffekt des großen Angebotes.

Vorteile Mehrfamilienhaus in Massivbauweise

  • Individuelle Gestaltung von Grundriss
  • Berücksichtigung von individuellen Wünschen bei den Wohneinheiten

Vorteile Mehrfamilienhaus in Fertigbauweise

  • Ein Haus-Typ wird einfach repliziert
  • Große Transparenz bei den Kosten

Eine weitere Kosten-Ersparnis beim Mehrfamilienhaus entsteht dann, wenn man das Haus nicht nur als eine Kapitalanlage betrachtet, deren Wohneinheiten durch Mieten Gewinn erwirtschaften, sondern es auch selbst bewohnt, indem man eine Wohnung für eigene Zwecke nutzt. So hat man als Eigentümer den Vorteil einer selbstgenutzten Immobilie und zugleich eines Renditeobjekts in einem und kann sich die Kosten des Bauens deutlich erleichtern lassen, indem die Mieten zum Beispiel in die Hypothek rückfließen.

Die Frage „Fertighaus oder Massivhaus“ ist heute längst kein trennendes Duell zwischen Bauherren mit unterschiedlichen Standpunkten mehr – insbesondere nicht, wenn es um ein Mehrfamilienhaus geht. Es gibt hervorragende Argumente für Bauunternehmen, die Mehrfamilien-Immobilien im Massivbaustil anbieten, und solchen, die Häuser im Fertigbaustil anbieten.

Zusammenfassung

Ein Mehrfamilienhaus ist optimal für die Kapitalanleger unter den Bauherren, die eine höhere Summe Geldes gleichsam in Stein investieren wollen und auch direkt als Kapitalanlage für die Zukunft, denn hier wird bei optimaler Ausnutzung von Grundstück und Bau-Leistung die maximale Rendite durch Mieten erwirtschaftet. Deshalb entscheiden sich immer mehr Bauherren nach dem Kauf eines Grundstücks, dort keine kompakte Immobilie zu bauen, sondern ein Mehrfamilienhaus, welches Kosten senken und Rendite einbringen hilft. Die Baukosten vom Mehrfamilienhaus sind deutlich abhängig vom Preis des Grundstücks, der Bauweise und Ausstattungsqualität der Wohnungen, stehen in jedem Fall aber in einer gesunden Relation zum zu erwartenden Ertrag durch die Mieter, und machen das Immobilien-Projekt somit zu einer rundum lohnenden Sache.

Artikelbild: ungvar / Bigstock.com

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