Modern und umweltfreundlich: Wärme aus erneuerbaren Energien Teil 2

Modern und umweltfreundlich: Wärme aus erneuerbaren Energien Teil 2

Im ersten Teil der Ratgeber-Serie „Modern und umweltfreundlich: Wärme aus erneuerbaren Energien“ haben wir erklärt, dass nur die Kombination aus Sanierung und moderner Energieversorgung den Energieverbrauch in Wohnungen und Häusern senken kann. Im zweiten Teil zeigen wir Immobilienbesitzern, wie sie erneuerbare Energien sinnvoll kombinieren können.

Mittlerweile gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, um erneuerbare Energien mit einer energetischen Modernisierung zu kombinieren.

Dämmung, Solarthermie und Pelletheizung

Für ein gut gedämmtes Haus eignet sich die Beheizung mit Holz. Modern und komfortabel sind Holzpelletheizungen. Im Grundprinzip unterscheiden sie sich nicht großartig von Öl- oder Gasheizungen. Ähnlich wie bei Heizöltanks müssen Immobilienbesitzer die Pellets lagern. Die Pellets werden dann von einer Förderschnecke vollautomatisch in den Brennerraum transportiert. Die umweltfreundlichen Pellets werden aus naturbelassenem Restholz hergestellt. Bei der späteren Verbrennung wird anschließend nicht mehr CO2 freigesetzt, als der Baum ohnehin aus seiner Umgebung aufgenommen hat. Somit sind diese Heizanlagen CO2-neutral. Mit einer zusätzlichen Solarwärmeanlage reduzieren Hausbesitzer den Bedarf an Holzpellets. Im Sommer können sie die Pelletheizung sogar komplett abschalten. Insgesamt sinkt der Gesamtenergiebedarf mit dieser Lösung um über 75 Prozent.

Dämmung, Solarthermie und Wärmepumpe

Mit einer guten Wärmedämmung kann der Energiebedarf des Hauses um die Hälfte sinken. In diesem Fall ist eine kleinere Heizleistung ausreichend. Geeignet sind in diesem Fall Heizsysteme auf Basis von erneuerbaren Energien, beispielsweise eine Wärmepumpe. Wärmepumpen erzeugen Heizenergie und Warmwasser und beziehen ihre Wärme aus der Umgebung, etwa dem Erdreich, der Außenluft oder dem Grundwasser. Für den Betrieb einer Wärmepumpe benötigen Immobilienbesitzer Strom, Förderungen gibt es unter anderem vom BAFA. Für maximale Effizienz lohnt sich die Verwendung einer Solaranlage oder eine Solarwärmeanlage erwärmt das Wasser. So können die Wärmepumpen über den Sommer ausgeschaltet bleiben. Mit dieser Methode lassen sich bis zu 70 Prozent der Energiekosten einsparen.

Solarthermie und Brennwert

Wer keine ausführliche Sanierung seiner Gebäudehülle durchführen kann, der beginnt in der Regel mit der Modernisierung seines Heizsystems. Dies ist häufig relativ kostengünstig und schnell durchführbar. Durch die Erneuerung der Heizungsanlage können Verbraucher bereits 40 Prozent Energie sparen. Alte Kessel tauschen sie am besten gegen neue, moderne Gas- oder Öl-Brennwertkessel aus. Der Vorteil: Brennwertgeräte nutzen die Kondensationswärme und im Abgas enthaltene Wärme für energetische Zwecke. Für die Warmwasserversorgung können Eigenheimbesitzer eine Solarwärmeanlage einbauen. Diese übernimmt in den Sommermonaten die Erwärmung des Trinkwassers, während der Heizkessel eine Ruhepause einlegt. Mögliche Einsparungen dieser Lösung: Etwa 60 Prozent.

Analyse vor der Modernisierung

Bevor Eigenheimbesitzer mit einer energetischen Sanierung beginnen, müssen sie sowohl den energetischen als auch den baulichen Zustand analysieren. In diesem Fall ist es empfehlenswert, einen Energieberater zur Seite zu haben. Diese qualifizierten Personen sind der richtige Ansprechpartner für die Diagnose und Planung einer solchen Baumaßnahme.

Selbst bei kleineren Instandsetzungsmaßnahmen ist eine gründliche Analyse des Gebäudes empfehlenswert. Hausbesitzer erhalten so Hinweise zu vorherigen Arbeiten und wie sie die Modernisierung am schnellsten und besten realisieren können. Ebenfalls praktisch ist es, Arbeiten, die erst in einigen Jahren anfallen, ebenfalls in das Gesamtkonzept einzubeziehen.

  • Vor-Ort-Energieberatungen“ für Ein- und Zweifamilienhäuser fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit bis zu 300 Euro.
  • das BAFA übernimmt maximal 50 Prozent der Beratungskosten
  • der Energieberater stellt den Antrag und ist gleichzeitig der Empfänger des Zuschusses
  • berechtigt zur Antragstellung sind ausschließlich Berater, die beim BAFA registriert sind

Energieberater beantworten diese Fragen:

  1. Wie sieht es mit dem energetischen Zustand des Gebäudes aus?
  2. Welche Energieeinsparungen sind möglich?
  3. Welche Energieeinsparungen haben Priorität?
  4. Wie hoch wird die finanzielle Belastung für den Eigentümer sein?
  5. Können Förderprogramme in Anspruch genommen werden?
  6. Wie wirtschaftlich sind die Maßnahmen?
  7. Wie stark verringert sich der Ausstoß von Klimagasen und Schadstoffen?

Dem Energieberater vertrauen

Energieberater können ihren Kunden einen Energieausweis erstellen. Der Ausweis dokumentiert den energetischen Zustand der Immobilie und ist seit dem 1. Januar 2009 für den Verkauf, die Vermietung oder Verpachtung von Gebäuden Pflicht.

Tipp: Immobilienbesitzer sollten sich auf eine Modernisierung gut vorbereiten – und zwar sowohl auf der informativen als auch finanziellen Seite. Für einen Großteil von Modernisierungsmaßnahmen gibt es ausführliche Förderprogramme, die jeder Hausbesitzer in Anspruch nehmen sollte.

Artikelbild: © Green Jo / Shutterstock

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.