Nachhaltiger Lebensstil: Der bewusste Verzicht auf unnötige Dinge

Nachhaltiger Lebensstil: Der bewusste Verzicht auf unnötige Dinge

In einer Welt, in der in einigen Teilen immer mehr Menschen geboren werden, während die Population in anderen Gebieten abnimmt, müssen sich Verbraucher früher oder später mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen. Nachhaltig leben ist heute eine willkommene Geste. Schon bald könnte der Lebensstil zur Pflicht werden.

Der durchschnittliche Deutsche produziert 617 Kilogramm Verpackungs- und Haushaltsmüll[1] und verbraucht 253 Kilogramm Druckerpapier pro Jahr[2]. Fraglich ist, ob dieses Aufkommen notwendig ist. Zumindest beim Müll können wir sagen, dass Deutschland in puncto Mülltrennung eine Vorreiterrolle einnimmt. Auf der anderen Seite ist das hohe Druckaufkommen in den Zeiten des digitalen Zeitalters unbegreiflich.

Druckerpapier und Hausmüll sind zwei Themen, die unsere Umwelt beeinflussen. Der ökologische Fußabdruck, den jeder einzelne Mensch hinterlässt, wird von weitaus mehr Faktoren beeinflusst. Einige Verbraucher haben das Problem erkannt und leiten Gegenmaßnahmen ein.

Die Veränderung Deutschlands

Laut der Bundeszentrale für politische Bildung soll die weltweite Bevölkerung von heute (2015) 7,37 Milliarden auf bis zu 10,46 Milliarden Menschen im Jahr 2050 anwachsen. Um diese Entwicklung zu verdeutlichen: Vor rund 2.000 Jahren lebten 300 Millionen Menschen auf unserem Planeten. Weniger als heute in der Europäischen Union wohnen.

In Deutschland – und generell vielen anderen Staaten der EU – ist die Entwicklung eine andere. Die Bevölkerung schrumpft, es gibt weniger Kinder und mehr ältere Menschen. Sowohl die weltweite Bevölkerungsentwicklung als auch der demografische Wechsel in Deutschland bringen neue Herausforderungen mit sich: Wie wird das soziale System (Schule, Renten, Versicherung) bezahlt? Welche Konsequenzen hat die Landflucht?

Fakt ist, dass Deutschland von der in- und ausländischen Entwicklung beeinflusst wird. Verbraucher könnten in Zukunft gezwungen sein, Maßnahmen zu etablieren, um die Umwelt zu schonen. Mit einer wachsenden weltweiten Bevölkerung werden die globalen Ressourcen knapper.

Die nachhaltige Lebensweise im Alltag

Eine nachhaltige Lebensweise beginnt bei der reduzierten Verwendung von Plastik und hört bei der Verwendung von erneuerbaren Energien auf. Es gibt viele verschiedene Lebensbereiche, die Menschen auf das Wesentliche reduzieren können. Entgegen der allgemeinen Behauptung verringern sie durch die Umstellung ihre Lebensqualität nicht. Im Gegenteil: Viele Verbraucher haben festgestellt, dass ihr nachhaltiger Lebensstil eine Bereicherung ist.

Ein Beispiel zur Adaption des nachhaltigen Lebensstils ist die Reduzierung von Kunststoff. Dieses Material verfolgt uns auf Schritt und Tritt: Getränkeflaschen, Gehäuse für Produkte, Bodenbeläge. Seit dem 20. Jahrhundert wird Kunststoff industriell hergestellt. Heute nimmt es viele Formen an, einige davon geben nicht zu erkennen, dass Kunststoff verwendet wird, zum Beispiel Viskosetextilien.

Inzwischen gibt es Onlineshops, die ausschließlich plastikfreie Produkte anbieten. Das können Zahnbürsten, Teller, Kleidungsstücke oder Schmuck sein. Der simple Verzicht auf Plastiktüten, die bekanntlich eine Lebensdauer von 200 Jahren hat, ist bereits ein markanter Beitrag zum Umweltschutz.

Finanzen und Investitionen können nachhaltig sein

Wenn Verbraucher ihr Erspartes anlegen, denken nur wenige Menschen daran, was mit ihrem Geld genau geschieht. Darüber informiert der Vertrag ihrer Bank, die darin erklärt, dass sie das Geld investiert, um die Zinsen zu garantieren.

Das Problem an solchen Investitionen ist, dass einige von ihnen moralisch bedenklich (Finanzierung der Waffenproduktion) sind oder die Umwelt belasten. Es gibt aber auch Ausnahmen: Verbraucher können ein ethisches Bankinsititut verwenden, bei dem sie auf eine Rendite in der Regel verzichten. Die Bankkunden legen ihr Geld bei dem Institut ab, um nachhaltige Produkte zu unterstützen. Als Gegenleistung ist ihr Geld sicher angelegt.

Wer sein Erspartes vermehren möchte, dem stehen nachhaltige Geldanlagen zur Auswahl. Experten empfehlen, einen ausgewogenen Anlagenmix zu generieren und sich nicht auf einen Bereich zu konzentrieren. Statt das Geld auf die Windenergie zu setzen, investiert man nebenbei auch in Produkte, die ohne Plastik hergestellt werden. Laut dem Forum Nachhaltige Geldanlagen sind private Anleger in Deutschland aktuell noch in der Minderheit (17 %). In der Schweiz sind private Investoren im Bereich nachhaltige Geldanlagen aktiver. Sie machen einen Anteil von 37 Prozent aus, in Österreich sind es 23 Prozent.

Carsharing und öffentliche Verkehrsmittel

Die Wirtschafts-Woche hat in einem Artikel die Kosten für ein Automobil analysiert und ermittelt, ab wann sich ein eigener Pkw lohnt. Das Ergebnis: Ab einer zurückgelegten Distanz von 11.250 Kilometer pro Jahr lohnt sich das Auto. Wer weniger fährt, kann Carsharing- oder Mietwagenalternativen nutzen. Interessanterweise könnte fast jeder Zweite auf sein Auto verzichten. Einer Allensbach-Umfrage zufolge fährt die Hälfte der Autofahrer weniger als 10.000 Kilometer pro Jahr. 28 Prozent legen über 15.000 Kilometer zurück.

Den Verzicht auf ein eigenes Auto scheinen immer mehr junge Menschen unter 30 Jahren zu etablieren. Insbesondere in Städten nutzen die jungen Erwachsenen Bus und Bahn, so eine Studie des Instituts für Verkehrswesen des Karlsruher Instituts für Technologie. Auch der Bedarf, den Führerschein mit 18 in den Händen zu halten, hat nicht länger Priorität.

Das Aufgeben des eigenen Pkws wird in vielen Städten Deutschlands unterstützt. Es gibt Alternativen wie Carsharing, die sich zu öffentlichen Verkehrsmitteln gesellen. Die Kombination dieser Transportmittel macht Menschen mobiler. Nebenbei entlasten sie den Verkehr und die Umwelt.

Artikelbild: © pathdoc / Shutterstock

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