Natürlicher Dünger aus Bioabfall

Natürlicher Dünger aus Bioabfall

In jedem Haushalt wird mal mehr mal weniger Bioabfall produziert. Menschen mit Garten sollten jedoch genau überlegen, was sie wegwerfen und was sich nicht doch noch nutzen lässt. Viele Abfälle, die in der Biotonne landen, wären eine Wohltat für Ihre Pflanzen und sollten lieber als Dünger eingesetzt werden. Im Folgenden erfahren Sie, welche Reste und Abfälle sich dafür besonders eignen.

Mit Eierschalen den Kalkgehalt des Bodens erhöhen

Ein bewährtes Mittel, um sauren Böden Kalk zuzufügen, ist das Ausstreuen von zerkleinerten Eierschalen. Zunächst warten Sie, bis die Schale getrocknet ist. Danach zermahlen Sie sie zu kleinen Bröseln und streuen sie entweder direkt auf das Beet oder fügen sie dem Gießwasser hinzu. Im ersten Fall sollte die Schale leicht in den Boden eingearbeitet werden. Da sich Eierschalen sehr langsam zersetzen, kann es sein, dass Sie bei der späteren Gartenarbeit immer mal wieder auf ein altes Stück stoßen. Je kleiner die Stücke waren, desto schneller ist nichts mehr davon zu sehen.

Hier in Deutschland haben wir oft sehr kalkhaltiges Leitungswasser. Oft reicht dies völlig aus, um dem Boden die benötigte Menge Kalk zuzuführen. In diesem Fall sollten nur Pflanzen, die besonders kalkhaltige Böden mögen, auch noch mit Eierschalen unterstützt werden. Zu den Pflanzen, die kalkhaltige Böden mögen, gehören unter anderem Nelken, Geranien und Lavendel. Heidelbeeren, Kiefern, Wacholder und viele andere haben ihren Boden dagegen lieber weniger kalkreich und würden durch die Eierschalen belastet werden.

Tee und Kaffeesatz haben viele gute Eigenschaften

Während Eierschalen hauptsächlich den Kalkgehalt im Boden erhöhen, hat das Ausbringen von Tee und Kaffeesatz ganz andere Vorteile. Tee hat sehr unterschiedliche Wirkungen auf die Pflanzen, je nachdem für welche Sorte Sie sich entscheiden. Kamillentee kann beispielsweise bei leichtem Schimmelbefall helfen. Das Bespritzen der Pflanze mit Tee aus Brennnesselblättern hilft dagegen gegen Blattläuse. Einen bereits benutzten Teebeutel im Gießwasser ziehen zu lassen, reichert das Wasser mit Nährstoffen an und unterstützt so die optimale Versorgung der Pflanze. Grundsätzlich ist allerdings jeder Tee für die Pflanzenpflege geeignet. Der Grund dafür ist das Tein, welches in unterschiedlichen Mengen in jedem Tee vorhanden ist.

Zur Düngung holen Sie den Teesatz aus dem Beutel und arbeiten ihn in den Boden ein. Keinesfalls sollten Sie ihn nur lose auf die Erde geben. In diesem Zustand lockt er leicht Ungeziefer an, die es gar nicht erst zu den positiven Effekten kommen lassen würden. Die Düngung mit Tee dient nur der Unterstützung des Bodens, als alleiniges Düngemittel ist er jedoch nicht geeignet.

Haushaltsabfall – Recyclingquote in Deutschland

Abfallart Recyclingquote
Elektrogeräte 100 %
Bioabfall 100 %
Glas 100 %
Papier, Pappe 99 %
Verpackungen 81 %
Sperrmüll 57 %
Hausmüll 15 %
Andere Werkstoffe (Verbunde, Metalle, Textilien usw.) 70 %

Quelle: Statistisches Bundesamt (2012)

Auch mit etwas Kaffeesatz können Sie Ihren Pflanzen eine Freude bereiten. Dieser enthält eine Vielzahl von Nährstoffen, zu nennen sind hier vor allem Kalium, Stickstoff und Phosphor. Mit seinen sauren Eigenschaften können Sie den PH-Wert des Bodens senken und auf diese Weise besonders kalkhaltigem Gießwasser entgegenwirken. Wie einige Teesorten kann auch der Kaffeesatz zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Ein Besprengen der Pflanze mit etwas verdünntem Kaffee und das Ausbringen von Kaffeesatz auf den Boden helfen gegen Blattläuse, Schnecken und Ameisen. Auf der anderen Seite lockt er jedoch einen nützlichen Bodenbewohner an – den Regenwurm. Regenwürmer sind sehr wichtig für den Boden. Sie lockern ihn auf und erhöhen dank ihren Fress- und Verdauungsgewohnheiten die Nährstoffverfügbarkeit im Erdreich.

Der Kaffeesatz sollte natürlich nicht heiß auf den Boden ausgebracht werden. Vor seiner Verwendung sollten Sie ihn außerdem kurz trocknen lassen. Ist er noch zu feucht, kann leicht Schimmel entstehen. Besonders geliebt wird eine Düngung mit Kaffeesatz von Rosen und Hortensien, aber auch Tomaten und Zucchini reagieren sehr positiv darauf.

Sonstige Helfer aus dem Bioabfall

Auch die Schalen von Bananen, Kartoffeln und Zwiebeln tun dem Boden gut. Diese müssen zunächst klein geschnitten werden. Danach werden sie mit der Erde vermengt. Auch die zerkleinerten Schalen sollten Sie nicht einfach auf die Erde legen, hier gilt das Gleiche wie beim Tee.

Auch Gartenabfälle können als Dünger noch gute Dienste leisten. Zusammengeharktes Laub, Rasen- und Gehölzschnitt und die Grünabfälle gesunder Pflanzen werden zunächst kompostiert und bieten danach eine wertvolle Grundlage für weitere Pflanzen.
Auch Kleintierstreu, etwa von Kaninchen und Meerschweinchen, kann in kleineren Mengen zum Kompost gegeben werden. Anders sieht es hier bei Katzenstreu aus. Wenn nicht explizit darauf hingewiesen wird, dass es biologisch abbaubar ist, gehört es auf jeden Fall in den Restmüll. Ansonsten kann es bedenkenlos auf dem Kompost entsorgt werden. Sie sollten Kot und Urin jedoch vorher entfernen, um einer Verbreitung von Krankheitserregern und Parasiten vorzubeugen.

Artikelbild: © Ulrich Mueller / Shutterstock

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