Nie wieder Moos im Rasen?

Nie wieder Moos im Rasen?

Wenn der Rasen von Moos durchsetzt ist, müssen Sie möglichst schnell handeln. Andernfalls verdrängt das Moos nach und nach sämtliche Rasenpflanzen. Leider dauert es nach der aufwendigen Moosentfernung meist nicht lange, bis das Unkraut schon wieder zurückkehrt. Wir verraten Ihnen heute, wie Sie Moos langfristig aus Ihrem Garten verbannen können.

Verschiedene Faktoren begünstigen das Wachstum von Moos

Oftmals entsteht Moos, wenn für das Gras keine optimalen Bedingungen vorliegen. Denn nur, wenn die Wiesenpflanzen geschwächt sind, hat Moos überhaupt eine Chance sich durchzusetzen. Folgende Ursachen kommen in Frage, wenn bei Ihnen immer wieder das Moos sprießt:

  • Zu viel Schatten
  • Zu hohe Feuchtigkeit
  • Boden zu sauer
  • Fehler beim Düngen oder Gießen
  • Falsches Vertikutieren

Wenn Sie die typischen Pflegefehler vermeiden, wird Ihr Rasen kräftiger wachsen, sodass Moos automatisch kaum noch eine Chance hat.

Kräftigen Sie Ihren Rasen mit Langzeitdünger

Um Moos zu bekämpfen, haben Sie verschiedene Varianten zur Auswahl.

Tipp:
Die Moosvernichtung bedeutet für das Gras in jedem Fall viel Stress. Sie sollten den Rasen daher vorher mit einem geeigneten Dünger mit Nährstoffen versorgen, damit er sich anschließend besser erholen kann.

Im April ist der beste Zeitpunkt für die Frühjahrsdüngung des Rasens gekommen. Sofern Ihr Rasen keine Mangelerscheinungen aufweist, empfiehlt sich die Verwendung eines Rasenlangzeitdüngers. Er versorgt die Pflanzen über Monate hinweg mit allen Nährstoffen, die sie benötigen. Dazu gehören Stickstoff, Kalium und Phosphor. Stickstoff hilft dabei, das Graswachstum anzuregen, Kalium gibt den Grashalmen mehr Widerstandskraft und Phosphor kräftigt die Wurzeln der einzelnen Rasenpflanzen. So ist Ihre Wiese perfekt auf die Moosvernichtung vorbereitet.

Möglichkeiten zur Moosbekämpfung

Die beste Variante, um Moos zu bekämpfen, besteht darin, den Rasen mit einem Vertikutierer zu bearbeiten. Dabei ist keine Chemie notwendig. Alternativ können Sie auch speziellen Moosvernichter verwenden.

Moos mit dem Vertikutierer entfernen

Um das Moos wirklich dauerhaft und ohne Chemie aus dem Rasen zu verbannen, benötigen Sie einen Vertikutierer. Das nützliche Gartengerät besitzt eine Messerwelle, die mit Widerhaken bestückt ist. Sie dringt senkrecht in die Erdoberfläche ein und reißt alle Moose aus der Wiese heraus. Der Vertikutierer entfernt auch das Wurzelgeflecht aus dem Erdboden, wodurch das Moos nicht wieder nachwachsen kann. Aber auch beim Vertikutieren gibt es einige Fehler, die von Gärtnern häufig gemacht werden. Viele Menschen vergessen, dass der Rasen zuvor gemäht werden sollte. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Rasenfläche vollständig trocken ist, bevor Sie sie mit dem Vertikutierer bearbeiten.

Bewegen Sie den Vertikutierer zuerst in Längs- und anschließend in Querrichtung über die komplette Wiesenfläche. Achten Sie jedoch darauf, dass die Messer nicht zu tief in den Boden eindringen können. Mehr als drei Millimeter sollten es nicht sein, um starke Beschädigungen des Rasens zu vermeiden. Unabhängig davon, wie vorsichtig Sie vorgehen, werden die Rasenpflanzen durch das Vertikutieren strapaziert. Umso wichtiger ist die anschließende Pflege der Wiese. Sofern kahle Stellen sichtbar werden, sollten Sie diese mit geeignetem Rasensamen nachsäen.

Moosvernichtung mit Eisendünger

Manche Gärtner greifen zur Moosvernichtung nicht zum Vertikutierer, sondern zu chemischen Mitteln. Spezielle Moosvernichter für den Rasen nutzen Eisensulfat, um das Moos zu bekämpfen. Durch das Eisensalz stirbt das Moos im Rasen ab. Gleichzeitig versorgt ein solcher Eisendünger den Rasen mit Nährstoffen. Es dauert etwa sieben Tage, bis das Unkraut im Rasen abgestorben ist. Sie sollten das vertrocknete Moos dann mit einer Harke entfernen.

Hinweis:
Warten Sie noch etwa zwei Wochen, bis Sie an den kahlen Stellen neues Gras nachsäen. Andernfalls kann das Gras nur schlecht anwachsen.

Sie sollten jedoch wissen, dass die Verwendung eines Eisendüngers auch Nachteile hat. Achten Sie bei der Verwendung darauf, dass das Düngemittel nicht in Kontakt mit Ihrer Kleidung oder den Steinplatten im Garten gerät. Andernfalls entstehen unschöne Flecken, die Sie nicht mehr loswerden. Tragen Sie unbedingt Handschuhe, damit der reizende Dünger Ihre Haut nicht irritieren kann. Nach dem Aufbringen des Moosvernichters sollten Sie kleine Kinder und Haustiere von dem Rasen fernhalten. Im Falle des Verschluckens kann das Eisensulfat die Gesundheit schädigen.

Neuem Moosbefall vorbeugen

Sobald Sie das Moos restlos aus der Wiese entfernt haben, gilt es der Neuentstehung vorzubeugen. Wie genau das funktioniert, hängt davon ab, welche Ursache der Moosbefall in Ihrem Rasen hatte.

Kalken verhindert Moosbildung auf sauren Böden

Die häufigste Ursache für die Bildung von Moos besteht darin, dass der Boden zu sauer ist. Ein saurer Erdboden bietet Moos die besten Voraussetzungen. Verwenden Sie ein Boden-Analyse-Set aus dem Garten-Center oder Baumarkt, um den pH-Wert der Erde zu bestimmten. Je nachdem, welchen Wert Sie dabei ermitteln, können Sie einer neuen Moosbildung mit Kalk vorbeugen:

  • Falls der Boden leicht und sandig ist und einen pH-Wert von unter 5,5 aufweist, benötigen Sie 150 Gramm Kalk pro Quadratmeter.
  • Bei einem lehmigen Boden mit demselben pH-Wert können Sie etwa 300 Gramm Kalk pro Quadratmeter aufbringen.

Wenn Sie jedoch einen pH-Wert über 6,9 ermitteln, ist der Boden bereits basisch genug. Sie müssen in diesem Fall keinen Kalk mehr aufbringen, sondern andere Ursachen für die Moosbildung in Betracht ziehen. Einen basischen Boden erkennen Sie auch daran, dass dort viel Klee wächst.

Staunässe begünstigt Moosentstehung

Unabhängig vom pH-Wert des Bodens kann auch Staunässe die Entstehung von Moos fördern. Das gilt insbesondere bei lehmigen Böden. Hier verdichtet sich die obere Erdschicht teilweise recht stark, sodass das Regenwasser nicht mehr abfließen kann. Um dies zu verhindern, können Sie schon beim Anlegen der Wiesenfläche Sand in den Boden einarbeiten. Wenn es dafür schon zu spät ist, kann es sich auch als hilfreich erweisen, nach dem Vertikutieren Sand über die Wiese zu streuen.

Ein schattiger Rasen ist oft von Moos befallen

Auch eine sehr schattige Lage kann mitunter Schuld daran sein, dass der Rasen immer wieder von Moos durchsetzt ist. In diesem Fall können Sie vorbeugen, indem Sie eine geeignete Rasensorte auswählen. Wichtig ist auch, dass Sie den Rasen im Schatten nie zu kurz halten. Sechs Zentimeter sind hier optimal. Achten Sie darauf, den Rasen im Sommer ausreichend zu bewässern.

Artikelbild: © Sofiaworld / Shutterstock

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