Mit einem offenen Kamin Wärme in den Raum bringen

Mit einem offenen Kamin Wärme in den Raum bringen

Schon vor rund acht Jahrhunderten wurde ein offener Kamin gern als Feuerstelle verwendet. Er diente nicht nur als Wärmequelle für einen Raum, sondern erfüllte gleichzeitig die Funktion einer Kochstelle. Einst stand er mitten im Raum und die Abgase konnten sich im ganzen Haus verteilen. Mit der Weiterentwicklung der Bautechnologien rückte er zuerst an die Außenwände und später an Innenwände, wo ein offener Kamin mit einem eigens dafür errichteten Rauchabzug gekoppelt wurde. Grundsätzlich ist ein Kamin als alleinige Heizung, als ergänzende Bedarfsheizung sowie Erwärmung von Wasser geeignet.

Ein offener Kamin und seine Funktionsweise

Die physikalischen Gesetze bewirken, dass erwärmte Gase nach oben steigen. Dadurch leitet ein offener Kamin die Rauchgase nach oben in den Schornstein ab. Am Kamin selbst entsteht ein Sog, der wiederum das Nachströmen von Luft bewirkt, die den für die Verbrennung notwendigen Sauerstoff mitbringt. Damit ist aber auch ein Nachteil verbunden, der sich darin zeigt, dass ein offener Kamin einen sehr niedrigen Wirkungsgrad aufweist. Er lässt sich steigern, indem beispielsweise als Rauchabzug metallene Rohre verwendet werden. Diese leiten die Wärme nach außen ab. So können auch Räume in den oberen Geschossen von der Abwärme eines Kamins profitieren.

Womit wird ein offener Kamin beschickt?

Als traditionelles Heizmaterial setzt ein offener Kamin Holz ein. Zu den als Kaminholz nutzbaren Holzarten zählen Esche, Buche, Erle und Eiche. Sie sind heute sowohl als vorbereitete Scheite als auch in Form von Holzbriketts zu bekommen. Ergänzend wird ein offener Kamin mit Anzündhölzern versehen. Dabei handelt es sich um besonders kleine Scheite oder Säckchen mit Spänen, die besonders leicht Feuer fangen. Auch chemisch hergestellte Kaminanzünder sind erhältlich, die allerdings den Nachteil einer Geruchsbelästigung mit sich bringen. Inzwischen finden sich bei den Fachhändlern in der Rubrik offener Kamin auch Modelle, bei denen eine Beschickung mit Gas oder mit brennbaren Flüssigkeiten möglich ist. Sie sind als stationäre und mobile Varianten zu bekommen.

Wie sicher ist ein offener Kamin?

Dass ein offener Kamin eine höhere Gefahr von Gebäudebränden mit sich bringt, als ein geschlossener Ofen, ist kein zwangsläufiger Fakt. Es gibt verschiedenes Zubehör, mit dessen Hilfe das Brandrisiko sehr deutlich gesenkt werden kann. Dazu gehören Kamingitter, Kaminvorleger aus Metall sowie ein Kaminschutz aus Sicherheitsglas, durch den der Funkenflug in die Umgebung verhindert wird. Außerdem wird die Sicherheit durch eine intensive Wartung des Kamins positiv beeinflusst. Dazu gehören die regelmäßige Entfernung der Asche sowie die turnusmäßige Reinigung der Rauchabzüge. Auch sollte man daran denken, dass Räume, in denen sich ein offener Kamin befindet, häufig gelüftet werden müssen.

Was muss beim Bau beachtet werden?

Die Gestaltungsmöglichkeiten sind fast grenzenlos. Allerdings darf ein offener Kamin in Deutschland nur an einen Schornstein angeschlossen werden, für den es eine spezielle Genehmigung gibt. Sie wird vom Bezirksschornsteinfeger nach einer intensiven Prüfung erteilt. Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist in der Regel, dass kein anderer Ofen an diesen Schornstein angeschlossen ist. Der Schornstein darf keine Risse haben und muss eine gute Resistenz gegen die vom Kamin verursachten Ablagerungen besitzen. Neben den in traditioneller Weise gemauerten Abzügen kommen heute häufig alternativ Rauchabzüge aus Edelstahl zum Einsatz. Sie haben den Vorteil, dass bestehende Gebäude auch gut damit nachgerüstet werden können, wenn als heimeliges Extra für einen Raum ein offener Kamin gewünscht wird.

Artikelbild: © MNStudio / Shutterstock

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