Parkett abschleifen: Kosten pro qm

Parkett abschleifen: Kosten pro qm

Parkett ist eines der beliebtesten Bodenbeläge in deutschen Haushalten. Und das mit einem entscheidenden Vorteil: Sehen die Dielen abgewetzt und verbraucht aus, kann mit nur wenigen Handgriffen Parkett wieder zum Strahlen gebracht werden. Durch Abschleifen und anschließender Öl-Behandlung erstrahlt das Parkett wieder neu. Doch mit welchen Kosten müssen Sie rechnen? Mit welchen Tipps kann der Besitzer sparen? Die folgenden Zeilen geben Aufschluss.

Wann und warum Sie das Parkett schleifen sollten

Es sieht wunderschön aus, verbreitet ein warme und wohlige Atmosphäre in Haus und Wohnung – das Parkett. Doch wenn tiefe Kratzer, Brandflecken oder Verfärbungen im Holz nicht mehr mit einer sogenannten Tiefenreinigung beseitigt werden können, wird es Zeit, den Boden zu renovieren. Leidet die Ästhetik, ist der Zeitpunkt zum Abschleifen von Parkett erreicht. Auch bei guter Pflege wird dies notwendig. In den meisten Fällen wird das Parkett alle zehn bis 15 Jahre abgeschliffen.

Wer sich einst für Mehrschichtparkett entschieden hat, kann dies jedoch noch nur ein- oder zweimal tun. Denn beim Schleifen von Parkett werden rund 0,5 Millimeter des Holzes abgetragen. Massivparkett verfügt über eine Nutzschicht, die bis zu 22 Millimeter dick ist. Daher kann hier das Schleifen öfters durchgeführt werden. Dennoch sollte sich jeder Besitzer die Maßnahme genau überlegen. Unnötiges Abschleifen sollte vermieden werden – zumal diese Renovierung auch Kosten verursacht.

Sind Sie Mieter einer Altbauwohnung mit Parkett aus Echtholz? Dann sollten Sie unbedingt vorher einen Blick in Ihren Mietvertrag werfen. Denn hier sollte das Abschleifen von Parkett vertraglich geregelt sein, da das Mietrecht diese Renovierung nicht als Schönheitsreparatur ansieht. Nur bei starken Beschädigungen muss der Mieter eventuell zahlen.

Die Grundsatzfrage: Handwerker beauftragen oder selber schleifen

Wollen Sie das Parkett renovieren, stehen vor allem Heimwerker schnell vor der Grundsatzfrage: selber Hand anlegen oder den Profi bestellen? Wer das Abschleifen in Eigenleistung übernimmt, erhofft sich meist eine erhebliche Kostenersparnis – die Preise sind geringer, die investierte Arbeit höher. Doch nur wer über das notwendige Fachwissen und handwerklichen Fähigkeiten verfügt, sollte sich das Schleifen von Parkett selbst zutrauen. Denn schief gegangene Eigenleistung kann letztendlich sogar teurer werden.

Wer sich für das eigenhändige Abschleifen entscheidet, kann sich in fast allen Baumärkten und Fachgeschäften eine Schleifmaschine leihen. Bei diesem Weg setzen Heimwerker weniger Geld aber mehr eigene Zeit ein. Jedoch ist auch das Risiko deutlich höher, dem Boden zu schaden. Häufig tragen Laien zu viel Parkett ab oder üben zu viel Druck aus, der Brand- und Senkspuren verursacht. Ein Fleck lässt unerfahrene Heimwerker auch nicht selten zu oft mit der Maschine über dieselbe Stelle fahren – eine Vertiefung entsteht. Durch einen falschen Schliff kann Parkett so beschädigt werden, dass sogar ein Austausch notwendig wird.

Wird ein Handwerksbetrieb beauftragt, müssen höhere Preise für Abschleifen und Versiegeln von Parkett eingeplant werden. Doch hier ist die Qualität, Erfahrung und das fachliche Wissen garantiert. Gerade bei höherwertigem Parkett ist es diese Investition in den meisten Fällen wert – denn die Kosten sollten mit dem Werterhalt gegengerechnet werden. In der Regel vergeben Handwerksbetriebe fünf Jahre Gewährleistung. Zudem arbeiten diese Firmen mit festen Preisen, sodass die Kosten im Vorfeld besser kalkuliert werden können als bei der unsicheren Eigenleistung.

Der Profi sorgt rund um das Schleifen von Parkett für eine saubere Wohnung – sämtlicher Feinstaub wird durch professionelle Maschinen abgesaugt und so auch die Gesundheit geschont. Diese Argumente sollten sorgsam abgewägt werden, um die Entscheidung zu treffen. Der Profi bedeutet zwar meist einen höheren Preis, ist aber auch qualitativ hochwertigere Variante.

Die Kostenpositionen für die Eigenleistung

Bei der Eigenleistung ist das Leihen der Schleifmaschine einer der größten Kostenfaktoren. Diese ist mit rund 80 bis 100 Euro pro Tag einzuplanen. Eine Eckenschleifmaschine gibt es für vierzig bis sechzig Euro pro Tag. Die eigene Arbeitsleistung ist nicht in Kosten, sondern in Zeit auszudrücken. In den seltensten Fällen reicht ein Tag für das Abschleifen von Parkett nicht aus. Wer den Boden mit Lack versiegeln möchte, muss sogar einen dritten Tag einplanen, da die Lackschicht nach dem Trocknen ebenfalls abgeschliffen werden muss. Die Schleifmaschine sollte daher für mindestens drei Tage gemietet werden.

Hinzu kommen Materialkosten für Lack, Öl oder Wachs für das Versiegeln. Parkettlack kostet zwischen zwei und drei Euro pro Quadratmeter. Wer mit Öl oder Wachs versiegeln will, sollte Preise von 0,60 bis ein Euro pro m² einplanen. Um die Kostenkalkulation genau zu planen, sollten auch die Fahrkosten zum Baumarkt nicht vergessen werden. Laut ADAC sind das 0,50 bis ein Euro pro Quadratmeter – mindestens viermal wird der Heimwerker diesen Weg zurücklegen. Auch Lackroller, Schutzkleidung, Fugenkitt und andere Utensilien dürfen in der Rechnung nicht fehlen.

Das Rechenbeispiel für 20 m² Parkett in Eigenleistung könnte daher wie folgt aussehen:

  • Schleifmaschine (inkl. Schleifmittel) – 3 Tage Miete: 180 Euro
  • Eckschleifmaschine – 3 Tage Miete: 150 Euro
  • Versiegeln mit Lack: 50 Euro
  • Fahrtkosten bei 10 km Entfernung: 28 Euro
  • weitere Utensilien (Lackroller, Schutzkleidung und Co): 45 Euro
  • Gesamtkosten: 453 Euro

Der Wert für die selbst investierte Zeit und Arbeit, die der Heimwerker am Wochenende oder sogar extra genommenen Urlaubstagen für die Eigenleistung braucht, lässt sich nur schlecht in Zahlen ausdrücken. Dennoch sollte dieser Faktor auch im Hinterkopf bedacht werden.

Privatpersonen bekommen Materialien wie Schleifmittel und Lacke nicht so günstig wie Fachunternehmen. Diese können deutlich niedrigere Preise dafür in ihrer Kostenkalkulation aufrufen, da sie billiger einkaufen.

Kostenbeispiele für den Einsatz vom Profi

Wird ein Handwerksbetrieb der Auftrag zum Abschleifen des Parketts übertragen, wird meist mit Quadratmeterpreisen gearbeitet. Diese unterscheiden sich vor allem nach Arbeitsaufwand. Begleitarbeiten wie Sockelleisten entfernen und montieren, Abschlussreinigung oder Fahrtkosten sind in einem professionellen Angebot ebenfalls enthalten sein.

Grundsätzlich liegen die Kosten für das Abschleifen von Parkett durch einen Handwerksbetrieb bei 15 bis 20 Euro pro Quadratmeter. In Kombination mit der Versiegelung werden meist 20 bis 30 Euro pro Quadratmeter veranschlagt. Die einzelne Versiegelung kostet zehn bis 15 Euro pro Quadratmeter. Für Demontage und Montage von Fußleisten sind vier Euro pro Meter zu kalkulieren. Die Fahrkosten schlagen mit 0,75 Euro pro Kilometer für einen PKW oder 1,10 Euro pro Kilometer für einen LKW zu Buche.

Kosten für weitere Begleitarbeiten werden ebenfalls eingerechnet – so kostet beispielsweise das Versenken und Verspachteln von Nägeln zwischen einem und zwei Euro pro Quadratmeter. Lassen Sie sich daher im Vorfeld ein genaues Angebot erstellen, indem alle Kostenpositionen für das Schleifen von Parkett enthalten sind.

Der Endpreis kann durch die Art der Versiegelung variieren. Das Lackieren ist in vielen Fällen günstiger als Wachsen oder Ölen. Ist das Parkett stark beschädigt oder wird stark beansprucht, braucht es nicht selten auch einen hochwertigen Lack, der im Materialpreis teurer ist.

Wollen Sie den Parkettboden in einem Zimmer mit 20 m² abschleifen, können Sie mit folgenden Kosten rechnen:

  • schleifen und versiegeln: 560 Euro (28 €/m²)
  • Sockelleisten entfernen und montieren: 72 Euro
  • Nägel versenken und Verspachteln: 30 Euro
  • zwei An- und Abfahrten: 40 Euro
  • Zwischen- und Endreinigung: 90 Euro
  • Gesamtpreis: 792 Euro

Die tatsächlichen Anfahrtskosten hängen von den gewählten Arbeitsschritten ab: Für das Versiegeln von Parkett mit Lack können beispielsweise bis zu acht Fahrten anfallen. Achten Sie daher auch darauf, wie weit die beauftragte Firma von Ihnen entfernt ist.

Tipps: So sparen Sie und vermeiden unliebsame Überraschungen

Zwar ist der Preis des Fachbetriebes deutlich höher als die Eigenleistung für das Abschleifen von Parkett, dennoch kann auch hier ein wenig Geld eingespart werden. Wer sich das eigentliche Abschleifen nicht zutraut, kann zumindest begleitende Arbeit in Eigenregie übernehmen und somit die Gesamtkosten senken. Dazu gehört beispielsweise das Ausräumen des Zimmers, indem das Parkett abgeschliffen werden soll. Auch die Reinigung oder das Abschrauben und anschließende Montieren von Sockelleisten am Parkettboden kann der Heimwerker leicht selbst machen.

Wichtig ist es zudem, genaue Absprachen bei der Berechnung des Gesamtpreises zu treffen. Fahrtkosten könnten auch in eine Pauschale zusammengefasst werden – oder eine bestimmte Anzahl der Fahrten festgelegt werden. Achten Sie darauf, dass alle Nebenarbeiten im Preis enthalten sind und nicht noch zusätzlich berechnet werden. Um ein genaues Angebot zu erhalten, sollten Sie folgende Daten bereitstellen:

  • Wie groß ist der Boden?
  • Wie lang sind die Fußleisten?
  • Welche Versiegelung ist vorhanden?
  • Welche Beschädigungen existieren im Parkett?
  • Wie soll der Boden erneut versiegelt werden?

Holen Sie sich mindestens drei Angebote unterschiedlicher Firmen ein, um diese vergleichen zu können. Sind Sie Mieter mit Parkettboden? Dann sollten Sie auch einen Blick in Ihren Mietvertrag werfen. Bei Parkett sollte eine Regelung enthalten sein und die Kosten für das Schleifen können möglicherweise mit dem Vermieter geteilt werden.

Zusammenfassung

Wenn es unansehnlich, fleckig oder mit tiefen Kratzern übersät ist, sollte Parkett renoviert werden. Parkettboden kann abgeschliffen werden. Mit einer neuen Versiegelung sieht er meist danach aus wie neu. Doch diese Renovierung bedeutet einige Kosten. Wer eigenständig Abschleifen will, sollte über entsprechende Kenntnisse verfügen, um dem Parkett nicht zu schaden. Wird ein Fachunternehmen beauftragt, fällt meist ein Quadratmeterpreis zwischen 20 und 30 Euro plus zusätzlichen Kosten an.

Artikelbild: ljupchoskopje / Bigstock.com

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