Parkett kleben: So gelingt das Vorhaben

Parkett kleben: So gelingt das Vorhaben

Zahlreiche Klicksysteme lassen viele heimischen Handwerker bei Parkett zur schwimmenden Verlegevariante greifen. Diese ist einfacher und schneller zu realisieren. Wer jedoch leises Parkett haben möchte, das viele Jahre hält, der sollte das Holz am besten vollflächig verkleben. Diese Methode ist zwar aufwendiger, aber das Ergebnis lohnenswert.

Parkett verkleben: Die Vorteile gegenüber anderen Verlegeverfahren

Grundsätzlich stehen zwei Verfahren zur Auswahl, wenn es um das Verlegen von Parkett geht: die schwimmende Variante und die Verklebung. Letztere hat zahlreiche Vorteile. Die vollflächige Verklebung ist zwar aufwendiger und kostenintensiver als die Verlegung von Fertigparkett, jedoch bringt sie auch eine höhere Qualität des Bodens mit. Denn im Laufe der Jahre kann dieses Parkett mehrfach abgeschliffen und neu versiegelt werden. Das macht es langlebiger. Die Verklebung ist auch für jede Parkettart geeignet, mache Arten wie beispielsweise das Industrieparkett können nur mit dieser Methode verlegt werden. Zudem ist dieser Boden deutlich geräuschärmer als die schwimmende Variante, da hier keine Schwingungen auftreten. Das Holz ist direkt mit dem Boden verbunden. Ebenso lohnt sich nur bei verklebtem Parkett auch eine Fußbodenheizung, denn hier wird die Wärme übertragen. Vor allem Dielen aus Eiche, Merbau oder Nussbaum bieten sich hier an.

Bei der Verklebung von Parkett gibt es auch den Nachteil, dass falsch oder schief geklebte Dielen sich nicht mehr korrigieren lassen. Hier muss also sehr sorgfältig gearbeitet werden.

Für den festen Halt: Der richtige Kleber

Damit die Dielen auch fest auf dem Boden halten, ist es wichtig, den richtigen Parkettkleber zu wählen. Nicht jedes Material ist mit jedem Klebstoff kompatibel. Hier sollten in erster Linie die Angaben der Hersteller beachtet werden. Auch eine Beratung im Fachmarkt kann nicht schaden. Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Klebstoffe:

  1. Dispersionskleber
  2. Lösemittelkleber
  3. Reaktionsharzkleber

Dispersionskleber ist der günstige unter ihnen und funktioniert auf Wasserbasis und ist daher für Holzarten geeignet, die quellunempfindlich sind. Pulvervarianten haben eine geringere Quellwirkung. Lösemittelkleber können hingegen für alle Parkettarten eingesetzt werden. Hier sind jedoch gesundheitliche Risiken nicht vollständig ausgeschlossen, da der Heimwerker gerade bei der Verarbeitung schädlichen Dämpfen ausgesetzt ist. Anwendungsfehler können Schäden für die Gesundheit auch langfristig verursachen. Zu empfehlen sind Reaktionsharzkleber, da diese ebenfalls für alle Hölzer möglich sind, jedoch deutlich emissionsarmer erscheinen. Sie härten jedoch schnell aus – der Heimwerker muss hier zügig arbeiten.

Parkett und der passende Kleber halten nicht auf Kunststoff-, Linoleum-, Parkett- und PVC-Böden. Sind diese vorhanden, kann Parkett nur schwimmend „über“verlegt werden.

Die Vorplanung: Simulation vor dem eigentlichem Verkleben

Parkett kann längs oder quer verlegt werden. Jede Richtung hat eine spezielle Wirkung. Kleine Räume wirken durch die quere Verklebung breiter, längliche durch die Längsverlegung noch schmaler. Daher kann der Handwerker vorher mit einer Simulation die richtige Verlegung bestimmen. Hier stehen drei Varianten zur Auswahl:

  1. Simulation im Raum
  2. Simulation von Lichteinfall
  3. Simulation am Computer

Bei der ersten Variante werden Holzleisten und Stangen benötigt. Auch Muster des Parketts oder Pappplatten können hier hilfreich sein, die das Bild noch realistischer erscheinen lassen. Um die Richtung des Parketts zu simulieren, müssen die Leisten und Stangen in einem Abstand von etwa zehn bis zwanzig Zentimetern in den Raum gelegt werden. Ob quer oder längs – die Wirkung des Zimmers wird unterschiedlich sein. Ist der Raum markant durch eine Lichtquelle geprägt, sollte auch diese im Vorfeld beachtet werden. Eine Simulation lässt sich gut mit Musterstücken des Parketts und einem Baustrahler erreichen. Die Musterstücke können in den verschiedensten Richtungen mit Klebestreifen zusammengefügt werden. Der Baustrahler verstärkt die Wirkung des Lichts und zeigt, welche Richtung des Parketts den Raum wie erscheinen lässt. Aber auch eine Computersimulation ist möglich, dazu wird die richtige 3D-Einrichtungssoftware benötigt. Der clevere Heimwerker muss hier jedoch nicht beim Innenarchitekten anfragen. Zahlreiche kostenlose Anwendungen sind im Internet erhältlich. Diese zeigen das verlegte Parkett virtuell und bieten so einen Eindruck der optischen Wirkungen. Verlegungsbeispiele können ebenso als Inspirationsquelle dienen.

Der richtige Boden: Die Vorbereitungen

Bevor das Parkett auf den Boden kommen kann, muss jedoch der Boden passend präpariert werden. Die Verlegung beginnt daher mit der Vorbereitung des Untergrundes. Ist alter Bodenbelag vorhanden, auf dem Parkettkleber nicht hält, muss dieser zunächst entfernt werden. Danach ist es wichtig, dass der Boden fest, eben, trocken und sauber ist. Unebenheiten können später im Holz zu Spannungen führen und den Boden schädigen. Sind Wellen im Boden, können diese mit Nevelliermasse ausgeglichen werden. Gefälle sollten ebenso mit Spachtelmasse ausbalanciert werden. Auch Risse dürfen bei der vollflächigen Verklebung nicht im Boden vorhanden sein (im Gegensatz zur schwimmenden Verlegung), diese können mit Epoxidharz verschlossen werden. Für die vollflächige Haftung des Klebers empfiehlt es sich zudem, auch eine Grundierung aufzutragen.

Je nach Geschmack und Bedingungen gehören auch eine Dampfbremse und eine Trittschallbremse zu den Vorbereitungen. Hier sollte der Fachmann beraten, inwieweit diese notwendig oder möglich sind.

Parkett verkleben: Eine Kurzanleitung

Ist die richtige Verlegerichtung gefunden, kann der Heimwerker sich an die Verlegung des Parketts machen. In vielen Fällen heißt es, die Dielen zu verkleben – das Gegenteil der schwimmenden Verlegung, bei dem das Parkett ineinander gesteckt wird. Als Materialien werden benötigt:

Die erste Reihe sollte zunächst trocken verlegt werden, denn sie gibt die Ausrichtung für das gesamte Zimmer vor. Zollstock, Stift und Taschenrechner sind hier die richtigen Hilfsmittel für den passenden Anfang. Wichtig ist, hier eine Dehnungsfuge zur Wand freizulassen. Diese ermöglicht dem Parkett, dass es sich bei Temperaturschwankungen ausdehnen und wieder zusammenziehen kann. Die Verlegekeile sichern diese Fuge. Ab da kann die zweite, dritte und vierte Reihe probeweise hinzugefügt werden.

Die richtige Temperatur ist hier ausschlaggebend. Diese sollte zwischen 17 und 25 Grad Celsius liegen und eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 Prozent vorweisen.

Passt alles? Dann kann sich der Heimwerker an das eigentliche Verkleben machen. Die Dielen werden wieder entfernt und der Kleber auf den vorbereiteten Boden aufgetragen werden. Hier sollte nicht mehr Klebstoff verteilt werden, als Parkett in etwa einer halben Stunde aufgeklebt werden kann. Sonst ist der Kleber schnell zu trocken. Die Dielen werden mit Schlagklotz und Hammer ineinander geschlagen. Das Zugeisen kann Dielen am Rand zusammenfügen. Sind die ersten Reihen verlegt, gilt es, sie zu beschweren. Nach und nach fügt sich eine Reihe zur anderen. Sonderformen erfordern stellen mit Heizungen und Co. Hier kommt die Säge zum Einsatz, die die Dielen passend zuschneidet. Das Parkett sollte möglichst an einem Tag verlegt werden, da es über Nacht arbeitet. Eine weitere Verlegung am nächsten Tag kann dadurch schwerer werden.

Zusammenfassung

Parkett verkleben ist die weniger beliebte, meist aufwendigere aber oft qualitativ hochwertige Variante, Parkett zu verlegen. Denn gegenüber anderen Methoden ist der Boden hier oft langlebiger. Doch es kommt auf den richtigen Kleber an, der Untergrund muss vorbereitet werden und beim Verkleben ist Sorgfalt gefragt.

Artikelbild: © Dmitry Kalinovsky / Shutterstock

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