Praktische, ausgefallene und moderne Sitzgelegenheiten

Praktische, ausgefallene und moderne Sitzgelegenheiten

Das Sitzen hat das Gehen als die wohl menschlichste Tätigkeit abgelöst. In einer Gesellschaft, die immer mehr Zeit sitzend verbringt, spielt die Sitzgelegenheit eine große Rolle. Zumal der durchschnittliche Bundesbürger an Werktagen mindestens sieben Stunden sitzt. Übermäßig langes und falsches Sitzen ist allerdings ein hohes Krankheitsrisiko, wie zwei Studien zeigen.

Experten warnen immer wieder davor, wie gefährlich übermäßiges Sitzen ist. Dabei liegt das Problem nicht nur bei der Tätigkeit, sondern häufig auch der Sitzgelegenheit. Davon gibt es sehr viele, wie wir in diesem Artikel zeigen möchten. Sie reichen von praktisch über ausgefallen bis hin zu modern.

Die Bank: Traditionell und altmodisch

Die Bank ist eine traditionelle Sitzgelegenheit, die sich praktisch überall aufstellen lässt und mehreren Personen Platz bietet. Auch wenn wenig über ihre Geschichte bekannt ist, gehört sie mit Sicherheit zu den ältesten Sitzmöbeln, die bis heute in Großem und Ganzen unverändert blieb. Was sich verändert hat, ist das Material: Die erste Bank wurde wahrscheinlich aus Holz gefertigt. Inzwischen gibt es sie aber auch aus Metall, Beton, Stein und Kunststoff. Einige Bänke haben Arm- und Rückenlehnen, andere kommen ohne sie aus. Ein Großteil von ihnen steht auf vier Füßen – lose oder an einem festen Standort.

Auch wenn die Bank eine eher altmodische und traditionelle Sitzgelegenheit ist, muss das nicht bedeuten, dass sie nicht ausgefallen sein kann. Die Bank erfreut sich in letzter Zeit immer größerer Beliebtheit, da es sie inzwischen in den verschiedensten Formen, Größen und aus unterschiedlichen Materialien gibt. So lässt sie sich spielend einfach in jedes Eigenheim integrieren.

Sitzsack: Wenn man auf einem riesigen Kissen Platz nimmt

Weder altmodisch noch traditionell ist der Sitzsack. Auch er gehört zur Kategorie der Sitzmöbel, jedoch handelt es sich um ein neues, eher unkonventionelles Produkt. Der Name beschreibt dieses Produkt bereits sehr gut: Es ist ein Sack, auf dem man liegen oder sitzen kann.

Seine Hülle besteht meist aus Stoff oder Leder. Das Besondere kann der Verbraucher jedoch nicht sehen: Sitzsäcke sind mit Schaumpolystyrol-Kügelchen gefüllt. Diese flexiblen Kügelchen passen sich der Körperform perfekt an, sodass er einen hohen Komfort bietet.

Hierzulande hat sich ein Sitzsack aus den Niederlanden durchgesetzt: Fatboy The Original wurde 2002 veröffentlicht und erlangte große Beliebtheit. Inzwischen gibt es den Fatboy in vielen verschiedenen Farben, Designs und aus unterschiedlichen Materialien. Eine der neusten Kreationen ist Fatboy Marimekko, der bei sitzclub erhältlich ist: Der Sitzsack im Kultdesign des finnischen Designunternehmens Marimekko verkörpert das legere Lebensgefühl der 1960er und 1970er Jahre. Mit seinen klassischen Farben wird dieser Fatboy zum Highlight im Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Gästezimmer.

Stühle mit Tellerfuß: Bar-Feeling in der heimischen Küche

Das eine oder andere Bistro wird mit Sicherheit Stühle mit Tellerfuß an der Bar stehen haben, wo die Gäste mit viel Freude Platz nehmen. Im Vergleich zu herkömmlichen Stühlen besitzen diese Stühle nicht vier Beine, sondern einen Tellerfuß. Sie geben dem Verbraucher eine besonders hohe Sitzposition und lassen sich häufig in der Höhe verstellen. Einige von ihnen besitzen sogar eine Ablage für die Füße.

Was als Trend in Bistros, Bars und Restaurants begann, hat längst Einzug in die eigenen vier Wände gefunden. Es handelt sich um Stühle, die für außergewöhnliches Design stehen und wunderbar zu offenen Wohnküchen passen. Die Stühle selbst könnten verschiedener nicht sein: Einige von ihnen ähneln einem Sessel, andere hingegen sind minimal und verzichten auf Arm- oder Rückenlehnen.

Freischwinger: Stühle müssen nicht zwingend vier Beine haben

Der klassische Stuhl hat vier (selten drei) Beine. Es gibt aber auch eine Stuhlform, die ohne Hinterbeine auskommt. Der Freischwinger ist ein schönes Beispiel des modernen Möbeldesigns. Er wurde 1926 von dem niederländischen Designer und Architekt Mart Stam entwickelt, der 1986 in Goldbach verstarb.

Während der erste Freischwinger noch recht starr war, führte Ludwig Mies van der Rohe ein Jahr später ein Modell vor, welches über eine größere Elastizität verfügte. Im Laufe der Jahre versuchten sich viele namenhafte Architekten und Designer an eigenen Versionen des Freischwingers.

Freischwinger unterscheiden sich in ihrer Konstruktion darin von anderen Stühlen, dass ihre tragende Konstruktion aus einem gebogenen Metallrohr besteht. Die Vorderbeine sind nach hinten abgerundet und laufen zusammen. Trotz der fehlenden Hinterbeine ist dieser Stuhl äußerst stabil. Über die Spannung in den beiden Vorderbeinen entsteht eine Kraft, die auf die Bodenkufen umgeleitet wird. So kann der Stuhl nicht nach hinten kippen.

Heute gibt es Freischwinger in den verschiedensten Ausführungen: Einige bleiben der Vision von Mart Stam treu, andere versuchen mit außergewöhnlicheren Designs zu punkten. Eines haben sie aber gemeinsam: Sie setzen ein optisches Highlight in den eigenen vier Wänden.

Ausgefallene und einzigartige DIY-Kreationen

Ein relativ neuer Trend, der von einem steigenden Respekt zu unserer Natur angetrieben wird, ist das sogenannte Upcycling. Im Rahmen dieser Lebenseinstellung versucht man (alten) Dingen, die man nicht mehr benötigt, einen neuen Zweck zu geben.

Das Upcycling beschränkt sich nicht auf Möbel, jedoch lassen sich insbesondere in diesem Bereich relativ einfach neue Kreationen erschaffen. So kann man zum Beispiel einen alten Stuhl nehmen und seine Rückenlehne sowie die beiden hinteren Beine entfernen. Die entfernten Elemente kann man mit einem Baumstamm ersetzen. Auf diese Weise kombiniert man Tradition mit Natürlichkeit. Das genannte Beispiel ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die das Upcycling bei Sitzgelegenheiten ermöglicht. Der Phantasie sind praktisch keine Grenzen gesetzt.

Das Upcycling ist inzwischen kein Randthema mehr, sondern ein Lebensstil, für den sich immer mehr Menschen begeistern. Designer rund um den Globus versuchen, ihren Mitmenschen diesen Lebensstil näher zu bringen und ihren Wohnraum dadurch zu verbessern. Dazu gehören auch zwei Designer aus Albanien, die ihr Land für das Thema Upcycling begeistern möchten. Das junge Start-up verwendet alles, was nicht mehr benötigt wird, um Neues herzustellen: Fahrradreifen, Schulstühle und vieles mehr.

Artikelbild: © bikeriderlondon / Shutterstock

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.