Praxistipps zur Auswahl von Kindermöbeln – Kinderbetten und Co.

Praxistipps zur Auswahl von Kindermöbeln – Kinderbetten und Co.

Bei der Einrichtung von Baby- und Kinderzimmern kommt es häufig zu intuitiven Käufen. Gemeint sind solche Käufe, bei denen das Kind entscheidenden Anteil bei der Wahl der Möbel nimmt. Etwa dann, wenn ein besonders schönes Motiv abgebildet ist, eine bestimmte Farbe oder Form interessant ist – Dinge, bei denen es um Materialeigenschaften geht, die Sicherheit der einzelnen Bauteile und dergleichen, spielen keine Rolle. Doch gerade hier sollte man keine Kompromisse eingehen, hochwertige Kindermöbel müssen bestimmten Mindestanforderungen genügen.

Wir geben in den nachfolgenden Absätzen entsprechende Hinweise für die Praxis.

Eine Frage des Materials

Wichtig ist bei der Wahl der passenden Kindermöbel vor allem das Material. Es wirkt wie kein zweites Element auf den Raum, es verleiht diesem Charakter und wohnliche Behaglichkeit. Daneben hat die Materialwahl aber ebenso etwas mit Sicherheitsaspekten zu tun, gerade was die einzelnen Kleinteile betrifft. Indirekt geht es natürlich auch im Stabilität, denn Kindermöbel müssen regelmäßigen Kraftauswirkungen standhalten. Die erste Wahl bei Kindermöbeln ist daher ein natürliches Baumaterial, das ungemein vielfältig ist: Holz.

Häufige Verwendung erfährt insbesondere Massivholz. Hierbei handelt es sich um direkt aus dem Baumstamm geschnittene Bretter, die in weiteren Schritten zurechtgeschnitten und veredelt werden. Daraus ergeben sich verschiedene Bauweisen, wobei vor allem die Rahmen-Füllung-Bauweise relevant ist. Mehrere Hölzer werden hierbei mittels Leim oder anderweitig verbunden, sie bilden einen Rahmen. In dem dabei entstehenden Zwischenraum wird ein spezieller Plattenwerkstoff gegeben, dieser füllt diesen Bereich praktisch aus. Aufgrund dieser Bauweise erhält das einzelne Stück ein hohes Maß an Stabilität, die üblicherweise auftretenden Verwerfungen aufgrund unterschiedlicher Belastungen und Maße bilden die Ausnahme.

Hochwertige Kindermöbel weisen derart produzierte Einzelteile vor allem bei Schranktüren oder anderen, großformatigen Elementen auf.

Mögliche Oberflächenbehandlungen

Kinder lieben es, neue Dinge zu ertasten oder an ihnen anderweit zu „spielen“ und diese somit zu erkennen. Nicht ohne Grund gibt es daher im Kinderzimmer vielfältige Risikobereiche, die vom Kind nicht ohne Weiteres „bearbeitet“ werden sollten. Es ist daher wichtig, nicht allein das Design des Möbelstückes sprechen zu lassen, sondern das Augenmerk auf die zugrundeliegenden Details zu richten.

  • Balken müssen sauber geschliffen sein, es dürfen sich keine groben Unebenheiten ergeben. Zudem sollten sie unbedingt abgerundet sein, sodass größere Stoßwirkungen kein häufiges Verletzungsrisiko darstellen.
  • Gerade bei der Verwendung von Massivholz ist es schwierig, wirklich „gute“ Produkte auszumachen. Schließlich „atmet“ Holz, jedes Stück ist ein Unikat und unterliegt damit einer gewissen „Toleranz“. Aus Sicht des Verbrauchers ist es daher wichtig, vor allem Massivholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu wählen. Dieses Holz ist somit frei von Schadstoffen, die sich andernfalls mit der Zeit „entfalten“ könnten.
  • Gute Grundlagen für Kindermöbel bieten vor allem Hölzer der Nordischen Kiefer oder Buche. Erstgenanntes Holz hat gerade bei Verwendung im Bettenbau eine bewährte Qualität, die Oberflächengestaltung ist wesentlich lebhafter. Empfehlenswert wäre hier eine gleichsam geölte wie gewachste Oberfläche. Beim letztgenannten Holz handelt es sich um klassisches Hartholz.
  • Geölt-gewachste Hölzer weisen eine besondere Schutzschicht auf. Hierbei kann Schmutz nicht mehr in die tieferliegenden Poren eindringen, was die Reinigung und Pflege des Möbelstückes erleichtert. Vor allem bei Verwendung eines leicht angefeuchteten Pflegetuchs.
  • Honigfarben geölte Hölzer haben die Eigenschaft, dass sie gewissermaßen die Struktur des Holzes hervorheben. Die Oberfläche wirkt rötlicher und erhält eine lebendigere Struktur. Laut www.billi-bolli.de ist diese Art der Oberflächenveredelung bei Kindermöbeln allerdings nur bei Kieferholz möglich.

Sicherheit bei Kindermöbeln

Auch wenn es im Grunde immer um Sicherheitsaspekte bei Kindermöbeln geht, wollen wir dennoch auf die grundlegenden Hinweise bei der Auswahl solcher Möbelstücke eingehen. Bei Beachtung dieser Punkte ist es praktisch nur mehr eine Frage des Geschmacks, welches Möbelstück es wird – die wesentlichen Verletzungsrisiken spielen dabei keine Rolle mehr.

  • Wie bereits erwähnt, stellt Holz die absolut erste Wahl bei Kindermöbeln dar. Das hat einfach etwas mit den natürlichen Eigenschaften dieses Rohstoffes zu tun, mit den fehlenden Schadstoffen und der Robustheit dieser Elemente. Bei allen anderen Werkstoffen gibt es mitunter undurchlässige Normen oder Vorschriften, sodass nicht eindeutig ausgeschlossen werden kann, dass Schadstoffe enthalten sind.
  • Sämtliche Ecken und Kanten müssen abgerundet oder durch bestimmte Teile geschützt werden, sodass keine scharfen Stellen zu Verletzungen führen können.
  • Schränke und andere Lagerflächen, zum Beispiel in Kommoden, müssen absolut standfest verbaut sein. In jedem Fall empfiehlt sich eine, wenn nötig zusätzliche Halterung zur Befestigung an der Wand.
  • Offene Regale können, zumindest bei Kleinkindern, irritierend wirken. Von ihnen geht ein gewisser Reiz auf die Augen aus, sodass die Orientierung im Zimmer schwerfällt. Sofern möglich, sollten daher stets Möbel mit (verschließbaren) Schränken und Türen gewählt werden.
  • Bei Kinderbetten kommt es vor allem auf den sogenannten Fallschutz an. Dabei geht es um die Aufbauhöhen des Bettes, die unterschiedlichen Höhen des Fallschutzes und die der Matratzenoberkante. Ein einfacher Fallschutz wird durch Schutzbretter sowie einer Reihe von Sicherungsbalken gewährleistet, rund um die Liegefläche eingesetzt. Ein hoher Fallschutz kombiniert hingegen mehrere Schutzbretter sowie zwei Reihen Sicherungsbalken. Hier kommt es insbesondere auf den Bereich zwischen den oberen Balkenreihen an, die sich mittels zusätzlicher Bretter erweitern und verstärken lassen. Sie sollten die dazugehörige DIN-Norm als „Grundlage“ heranziehen, je nach Konstitution und Größe des Kindes bedarf es einer besseren Absturzsicherung.

Bei Etagenbetten oder Hochbetten empfiehlt sich ein Blick auf die Norm DIN EN 747. Sie beschreibt Abmessungen und Abstände in Bezug auf einzelne Bauteile bei Kinderbetten. Hochwertige Kindermöbel weisen diese Merkmale auf.

Fazit und abschließende Bemerkungen

Die Besonderheit bei der Wahl von Kindermöbeln besteht darin, dass sich ihre Größen immer relativ zur Größe des Kindes verhalten. Idealerweise gibt es daher Möbel, die mit den Kindern „wachsen“, indem sie sich anpassen lassen. So etwas gibt es vor allem bei Schreibtischen, die höhenverstellbar sind, ebenso wie bei Schreibtischstühlen, bestimmten Hochbetten und dergleichen. Der Vorteil von Holz als Material besteht dann auch darin, dass dieses eine natürliche und damit gewissermaßen „neutrale“ Optik aufweist – keine störenden Farben oder Motive, die für Jugendliche dann nach einiger Zeit mit der „akzeptabel“ wären.

Wichtig ist zudem die Ergonomie, also eben die angesprochene Anpassungsfähigkeit der wichtigsten Möbelstücke. Nichts ist weniger sinnvoll als das stundenlange Sitzen oder Liegen in zu kleinen Betten oder Stühlen. Sinnvoll ist deshalb zumeist ein Praxistipp, denn letztlich muss das Möbelstück auch zum Kind und dem Rest des Kinderzimmers passen.

Zusammenfassung

In Bezug auf Kindermöbel sind besondere Sicherheitsregeln zu beachten, um Verletzungen zu vermeiden. Zudem sollten natürliche Materialien ohne Schadstoffbelastung zum Einsatz kommen, erste Wahl ist stets Holz.

Artikelbild: © famveldman / Bigstock.com

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