Rasen richtig säen

Rasen richtig säen

Der Rasen steht für das natürliche Element im Garten, er gibt der Terrasse gleichermaßen eine Struktur wie den Blumenbeeten, die von ihm umgeben sind. Er ist also einerseits ein Mittel der Gartengestaltung, andererseits aber natürlich auch Voraussetzung für Pflanzenwachstum und dergleichen. Den Rasen zu säen, zu pflegen und zu erhalten zählt zu den wichtigsten Aufgaben von Hobbygärtnern – leider geben recht widersprüchliche Aussagen hierzu ein nur wenig differenziertes Bild. Neben individuellen Vorgaben, die für jede Rasensorte anders ausfallen, gilt es prinzipielle Grundlagen zu beachten.

Wir wollen uns in diesem Beitrag deshalb verstärkt dem Thema widmen und klären die Fragen, wann und wie konkret gesät werden muss, welche Rasensorten es gibt und welche Möglichkeiten der Pflege praktisch umzusetzen sind.

Den Vorgaben der Natur folgen

Beim Anlegen eines Gartens gilt es, Schritt für Schritt vorzugehen und dabei insbesondere auch die naturgemäßen Vorgaben zu beachten. Der Zeitpunkt spielt dabei eine überaus wichtige Rolle, ebenso wie die spätere Samenauswahl. Unabhängig davon, welche Rasensorte Sie anlegen möchten, muss der betreffende Boden zuvor umfangreich bearbeitet und vorbereitet werden. Dies steht vor dem Hintergrund, dass vor allem Unkraut entfernt und eine gute und nährstoffreiche Grundlage für Wachstum geschaffen wird. Hierfür ist es notwendig, den Boden zunächst umzugraben, dies etwa in der Tiefe von 40 Zentimetern. Diese vorbereitende Maßnahme erfordert, dass sämtliche Fremdkörper entfernt werden, um die Erde anschließend zu begradigen und für etwa zwei Boden sich setzen zu lassen.

Nun kommt es darauf an, den richtigen Zeitpunkt für das Aussäen zu finden und sich penibel daran zu halten. Im Prinzip kann zu jedem Zeitpunkt, an dem kein Frost herrscht, ausgesät werden. Es gibt einige Voraussetzungen, die vor dem Gesichtspunkt des Pflanzenwachstums geschaffen werden müssen.

  • Damit sich der Rasen gleichmäßig entwickeln kann, sind gleichbleibende Temperaturen wichtig. Prinzipiell gilt eine Bodentemperatur von zehn Grad Celsius als Mindestvoraussetzung, und zwar bei Tag und bei Nacht. Mithilfe eines Thermometers kann die unmittelbare Lufttemperatur gemessen werden, die 14 Grad Celsius übersteigen sollte.
  • Da der Boden im Sommer oftmals zu trocken ist, sofern dieser nicht gepflegt wird, empfiehlt sich grundsätzlich der Frühling oder Herbst als Termin zur Aussaat. Hin und wieder bildet sich noch morgendlicher Tau, sodass eine gleichmäßige Bodenfeuchte gewährleistet wird. Möchte man jedoch bis zum Herbst warten, muss unmittelbar zu Beginn der Jahreszeit damit begonnen werden, denn Bodenfrost behindert ansonsten den Wachstumsprozess.
  • Der ideale Zeitpunkt im Frühling ist der Zeitraum, in welchem nicht mehr mit Spätfrost zu rechnen ist. Zu früh darf man hier also in keinem Fall beginnen, noch dazu bedarf es eines regelmäßigen Gießens, da Niederschlag noch zu unregelmäßig gegeben ist.

Zur Auswahl der Rasensorte

Gras ist nicht gleich Gras, denn jeder Rasen vereint unterschiedliche Eigenschaften. Ob und in welchem Maße diese sich ausbilden, hängt in hohem Maße von den Bedingungen vor Ort ab. Auch die Frage, ob der Rasen vornehmlich im Schatten liegt oder die großflächige Sonnenstrahlung erhalten soll, beeinflusst die Auswahl. Der Fachhandel kennt diese Problematik und kommt Hobbygärtnern mit Begriffen wie Schatten- oder Sonnenrasen entsprechend entgegen. Doch worauf kommt es im Grunde an, anhand welcher Eigenschaften erkennt man einen hochwertigen Rasen?

Nun, zunächst wird zwischen Zierrasen, Gebrauchsrasen, Extensivrasen und Strapazierrasen unterschieden. Wie der Name es schon andeutet, handelt es sich beim Zierrasen um einen eher repräsentativen Rasen, der einen hohen Pflegeaufwand verlangt und nicht für den täglichen Gebrauch geeignet ist. Klassische Gebrauchsrasen sind die normalen Rasen, die vornehmlich wenig Grasschnitt produzieren und wenig Pflegeaufwand benötigen. Haben Sie Kinder oder Hunde, die im Garten spielen möchten, dann sind Sie mit einem Strapazierrasen gut bedient. Dieser ist gegenüber stärkeren Druckausübungen robust und relativ elastisch, richtet sich nach einem Platttreten also wieder auf.

Extensivrasen, oder auch als Landschaftsrasen bekannt, ähneln stark einer Wiese und sind äußerst pflegeleicht. Ein bis drei Schnitte pro Jahr genügen, sie werden an Straßenwegen oder zur Rekultivierung genutzt.

So sät man richtig

Da nun die Grundlagen und Auswahlmöglichkeiten geklärt sind, kommt es zum praktischen Vorgang der Aussaat. Hier gibt es mittlerweile krasse Qualitätsunterschiede, die nach objektiven Maßstäben vornehmlich an Konditionen festgemacht werden können. Leider gibt es keine einheitlichen Bezeichnungen, sodass die vielfach vertriebenen Mischungen auf Futtergras für Weidetiere zurückgreifen. Dies hat zunächst den Vorteil, schnell zu wachsen und überaus grün und natürlich auszusehen, wirkt allerdings nur kurz. Geht man hier nun her und mäht regelmäßig, dann kommen Wildkräuter zum Vorschein und langsam wachsende Rasengräser werden verdrängt. Gute Rasenmischungen müssen deshalb zunächst trockenresistent sein, spät blühen und einen gleichmäßigen und langsamen Wachstumsprozess vorweisen.

  • Zunächst wird der Biden vorbereitet, wobei eine Motorhacke das ideale Hilfsmittel dafür darstellt. Hilfreich ist es, in diesem Zuge auch direkt Sand einzuarbeiten. Setzen Sie abwechselnd in Längs- und Querrichtung an.
  • Fremdkörper oder grobe Partikel werden mithilfe eines Rechens entfernt, auch Erdklumpen können damit aufgelockert werden. Hier ist es besonders wichtig, gleichmäßig und vollständig zu arbeiten. Unebenheiten können das Wachstum behindern und erschweren die spätere Rasenpflege.
  • Sofern Unebenheiten aufkommen, können diese mit einem langen Brett glattgezogen werden. Kleinere Unebenheiten sind kein Problem, sie werden durch die Planierung ausgeglichen. Hierzu nutzt man einen Rechen, der in einem scharfen Winkel über den Boden gezogen wird.
  • Nutzen Sie nun einen Streuwagen, um die Samen gleichmäßig zu verteilen. Von Hand zu arbeiten ist unerfahrenen Gärtnern nicht zu empfehlen, wenn ungleichmäßige Verteilung ist die Ursache für starke Unkrautsammlungen und unterschiedliche Wachstumsprozesse.
  • Nun gehen Sie mit einer Walze ober die bearbeitete Fläche, wieder in Quer- und Längsrichtung. Das ist notwendig, um das Saatgut optimal einzuschließend. Anschließend gebrauchen Sie eine große Gießbrause und geben ordentlich Feuchtigkeit ab.

Ein Tipp: Warten Sie zwischen sechs bis acht Wochen, bevor sie das erste Mal mit dem Rasenmäher zu Werke gehen.

Rasenpflege

  • Im Sommer, wenn der Rasen stark beansprucht wird, bilden sich häufig kahle Stellen heraus. Diese können im Herbst geflickt werden, indem die jeweiligen Stellen zunächst gelockert werden und der Vertikutierer zum Einsatz kommt. Nutzen Sie hierfür Reste der ursprünglichen Saat, alternativ bietet der Handel sogenannte Reparatursets.
  • Will man entlang von Rasenkanten sauber arbeiten, dienen Akku-Grasscheren als Hilfsmittel. Hiermit können auch graue Stellen ausgebessert werden, um den Streuverlust bei Reparaturen gering zu halten.

Artikelbild: © tab62 / Shutterstock

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.