Rasenpflege im Frühjahr: Wann man den Rasen kalken muss

Rasenpflege im Frühjahr: Wann man den Rasen kalken muss

In den kalten Wintermonaten leidet der Rasen im Garten meist erheblich. Moos und Unkraut überwuchern die Rasenpflanzen. Nicht selten sind auch kahle Stellen zu sehen. Im Frühjahr benötigt die Rasenfläche deshalb besondere Aufmerksamkeit und ein spezielles Pflegeprogramm. Dazu gehört auch das Kalken des Rasens. Doch ist Kalk wirklich ein Muss für jeden Rasen? Und wann sollte der Rasen gekalkt werden?

Kalk sorgt für einen optimalen pH-Wert des Rasens

Rasenpflanzen fühlen sich am wohlsten, wenn der pH-Wert zwischen 5,5 und 6,0 liegt. Bei diesem pH-Wert lösen sich die Nährstoffe, welche die Gräser benötigen, im Boden am besten. Liegt der pH-Wert hingegen deutlich darunter oder darüber, so bleibt ein ansprechender und dichter Wuchs aus. Bei einem zu niedrigen pH-Wert ist von einem sauren Boden die Rede. Meist äußert sich das auch dadurch, dass viele Moose im Rasen zu finden sind. In solchen Fällen ist eine Düngung mit Kalk erforderlich, denn dadurch lässt sich der pH-Wert anheben.

Von einer pauschalen Kalkdüngung ist abzusehen, denn nur saure Böden sollten gekalkt werden. Andernfalls könnte sich zum Beispiel Klee massiv vermehren. Ein pH-Wert-Test ist daher unumgänglich.

Außerdem sollten Sie sich fragen, warum Ihr Boden zu sauer ist, um eventuelle Problemquellen zu beseitigen. Folgende Faktoren können beispielsweise zu einer Übersäuerung des Rasens führen:

  • Langanhaltende Staunässe durch verdichtete Erdschichten
  • Schattige Lage des Rasens
  • Falsche Düngung der Rasenfläche zum Beispiel mit Stickstoffdüngern

Falls die genannten Ursachen auf Ihre Rasenfläche zutreffen, reicht eine Kalkdüngung alleine nicht aus. Sie sollten zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um das Problem zu beheben. Bauen Sie zum Beispiel eine Drainage in den Boden ein und lassen Sie sämtliche Stickstoffdünger weg. Wenn Ihr Rasen sehr schattig liegt, sollten Sie in Erwägung ziehen, die Fläche anders zu nutzen oder einen speziellen Schattenrasen auszusäen. Letzterer besteht aus Rasenpflanzen, die mit dem schattigen Standort gut zurechtkommen und besonders robust sind.

Der perfekte Zeitpunkt für das Kalken des Rasens

Prinzipiell kann Kalk während des gesamten Jahres ausgegeben werden. Im Idealfall sollte der Rasen aber im Winter gekalkt werden. Warten Sie dabei ab, bis der Schnee schmilzt und kalken Sie den Rasen, wenn der Boden noch gefroren ist oder gerade langsam auftaut.

Viele Hobbygärtner kalken den Rasen im Zeitraum von Januar bis Ende Februar. Der richtige Zeitpunkt richtet sich aber nach den aktuellen Witterungsverhältnissen.

Schwere Böden sollten immer im Rahmen des Vertikutierens gekalkt werden, da die Kalkdüngung dann am effektivsten ist.

Welcher Kalkdünger ist am besten geeignet?

Nun wissen Sie bereits, wann eine Kalkdüngung überhaupt sinnvoll ist und zu welchem Zeitpunkt sie erfolgen sollte. Allerdings bleibt noch die Frage zu klären, welcher Kalkdünger geeignet ist. Im Handel finden Sie diverse Kalkprodukte, die sich für verschiedene Zwecke und unterschiedliche Böden anbieten.

Verwenden Sie im Garten langsam wirkenden Kohlensauren Kalk (CaCO3). Alternativ können Sie ein Kalkprodukt wählen, das speziell für den Rasen angepriesen wird.

Brant- oder Löschkalke sind nicht geeignet, da die Anwendung mit vielen Risiken einhergeht.

Zusammenfassung

Eine Kalkdüngung des Rasens ist nicht zwangsläufig erforderlich, sondern nur, wenn der pH-Wert des Bodens zu niedrig ist und sich viel Moos gebildet hat. Gärtner sollten den Rasen daher nur mit Kalk versorgen, wenn sie bei einer Messung des pH-Werts einen zu niedrigen Wert festgestellt haben. Dann erfolgt die Kalkdüngung am besten während der Schneeschmelze gegen Ende des Winters.

Artikelbild: © Menzl Guenter / Shutterstock

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