Ratten im Haus wirksam vertreiben und bekämpfen

Ratten im Haus wirksam vertreiben und bekämpfen

Gegen Ratten haben die meisten Menschen eine natürliche Abneigung. Kein Wunder, denn die kleinen Nager können Parasiten ins Haus bringen, Krankheiten übertragen sowie die Einrichtung und die elektrischen Leitungen im Haus beschädigen. In diesem Ratgeber verraten wir Ihnen, was Sie gegen einen Rattenbefall im Haus unternehmen können.

Wie Sie einen Rattenbefall erkennen

Ein eindeutiges Zeichen für einen Rattenbefall im Haus sind frische Kotspuren. Eine einzige Ratte scheidet täglich etwa 40 Kotballen aus, die typischerweise spindelförmig sind. Besonders wenn der Kot noch glänzend und weich wirkt, liegt ein aktiver Befall vor. Oftmals deuten auch ein beißender Ammoniak-Geruch und das Auffinden verstorbener Tiere auf einen erheblichen Rattenbefall hin.

Wie gelangen Ratten ins Haus?

In Deutschland sind es vor allem die Wander- und die Hausratte, die in Häuser eindringen und ihr Unwesen treiben. Beide Arten sind gute Kletterer. Die Wanderratte kann zudem gut schwimmen, weshalb sie oft in Kanalisationen lebt und darüber in Gebäude eindringt. Fugen, Risse und Türspalten sind geeignete Schlupflöcher für die kleinen Nager. Oft lassen sie sich in dunklen Bereichen wie Aufzugschächten, Dachböden und Kellern nieder.

Rattenbefall mit baulichen Maßnahmen vorbeugen

Die beste Maßnahme, um einen Rattenbefall zu verhindern, besteht also darin, sämtliche Zugänge für die kleinen Nager zu beseitigen:

  • Schließen Sie Türspalten mit Gummi- oder Bürstendichtungen
  • Bringen Sie feinmaschige Gitter vor Luft- und Lichtschächten an
  • Dichten Sie Decken- und Wanddurchbrüche, durch die Leitungen und Rohre verlaufen, sauber ab
  • Installieren Sie Rückstauklappen, damit die Ratten nicht durch die Toilette ins Haus eindringen können

Auch sämtliche anderen Wasserabläufe, wie sie zum Beispiel in manchen Kellern und Waschküchen im Boden zu finden sind, sollten Sie mit einem Gitter sichern.

Ratten am besten mit Lebend- und Schlagfallen bekämpfen

Sobald Sie feststellen, dass Sie eine oder mehrere Ratten im Haus haben, sollten Sie handeln, bevor sich die Tiere vermehren und es zu einem massiven Befall kommt. Bei einzelnen Tieren ist es noch möglich, Schlag- und Lebensfallen einzusetzen. Diese sind in Baumärkten und im Fachhandel erhältlich.

Ratten nutzen gerne immer wieder dieselben Wege. Deshalb sollten Sie die Fallen dort aufstellen, wo Sie Schmierspuren oder Kot gefunden haben.

Grundsätzlich sind Fallen immer die bessere Lösung als Biozid-Produkte. Allerdings können sie bei einem größeren Befall die Wirkung verlieren, weil die Tiere hochintelligent sind und den Köder nicht mehr annehmen. Dann hilft es, die Köder zu wechseln und einen anderen Standort für die Fallen zu wählen.

Rattengift sollte nur vom Profi angewandt werden

Einen massiven Befall werden Sie allein durch die Nutzung von Fallen kaum beseitigen können. Viele Verbraucher greifen dann zu Gift, welches jedoch nicht ungefährlich ist. Die Wirkung muss zeitverzögert eintreten, damit die überlebenden Ratten nicht in der Lage sind, den Tod des Artgenossen mit dem Fressen des Köders in Zusammenhang zu bringen. Effektives Rattengift wirkt daher mit blutgerinnungshemmenden Stoffen, an denen die Tiere nach ein paar Tagen verenden.

Viele Rattengifte enthalten Biozide, die der private Verbraucher nicht einsetzen darf. Das gilt für Difenacoum, Brodifacoum, Difethialon, Flocoumafen und Bromadiolon. Trotzdem werden sie im freien Handel verkauft. Auf der Verpackung ist jedoch zu lesen, dass nur Profis mit Sachkundenachweis sie einsetzen dürfen.

Für private Anwender sind nur Gifte zugelassen, die mit Warfarin, Natrium-Warfarin, Chlorophacinon oder Coumatetralyl wirken. Allerdings sind auch sie mit deutlichen Risiken verbunden. Obwohl häufig Bitterstoffe beigemischt sind, um zu verhindern, dass Haustiere oder Kinder die Köder aufnehmen, sind sogenannte Sekundärvergiftungen möglich. Ihre Haustiere oder andere Wildtiere könnten einen vergifteten Nager fressen, bevor er an den Folgen des Gifts verendet ist und sich so ebenfalls vergiften und im schlimmsten Fall daran sterben. Deshalb empfehlen wir, für die Rattenbekämpfung mit Gift einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu engagieren, der über einen entsprechenden Sachkundenachweis verfügt. So lässt sich das Risiko für Mensch und Tier eindämmen.

Welche Hausmittel helfen gegen Ratten?

Nicht selten werden auch verschiedene Hausmittel empfohlen, mit denen es angeblich möglich sein soll, Ratten zu vertreiben. Fest steht, dass sich viele Katzen als gute Rattenjäger erweisen. Sie helfen gerade in ländlichen Regionen einen bestehenden Rattenbefall einzudämmen.

Es gibt einige Hausmittel, die Ratten vertreiben sollen, indem sie den sensiblen Geruchssinn der Tiere stören. Empfohlen werden beispielsweise ätherische Öle, Gewürznelken, Minze, Terpentin, Cayennepfeffer und Chilis.

Die tatsächliche Wirksamkeit der Hausmittel ist allerdings nicht belegt.

Zusammenfassung

Der beste Tipp gegen einen Rattenbefall im Haus besteht darin, mit baulichen Maßnahmen vorzubeugen und dafür zu sorgen, dass die Nager nicht ins Hausinnere gelangen. Zur Beseitigung von einzelnen Tieren sind Schlag- und Lebendfallen gut geeignet. Rattengift sollte grundsätzlich nur von Profis mit Sachkundenachweis eingesetzt werden, da es etliche Risiken für Mensch und Tier birgt.

Artikelbild: Yastremska / Bigstock.com

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