Mit diesen regelmäßigen Ausgaben für Steuern und Versicherungen müssen Immobilienkäufer rechnen

Mit diesen regelmäßigen Ausgaben für Steuern und Versicherungen müssen Immobilienkäufer rechnen

Viele Immobilienkäufer können beim Kauf nicht abschätzen, wie hoch die Kosten sind, die für die Immobilie über die Jahre hinweg anfallen. Wir haben einen Überblick über alle wichtigen Steuern und Versicherungen, die Sie als Immobilieneigentümer kennen sollten.

Diese Steuern fallen an

Wenn eine Immobilie gekauft wird, fallen generell die folgenden beiden Steuern an:

  1. Grunderwerbssteuer
  2. Grundsteuer

Sofern Sie hingegen eine Immobilie erben oder geschenkt bekommen, muss eine Erbschaftssteuer oder Schenkungssteuer gezahlt werden.

Grunderwerbssteuer

Bei der Grunderwerbssteuer handelt es sich um eine Umsatzsteuer beim Immobilienkauf. Der Steuersatz darf seit dem 1. September 2006 von den Bundesländern selbst festgelegt werden. Da die Gemeindekassen leer sind, nutzen die Länder diese Regelung gerne. Je nach Bundesland müssen Sie zwischen 3,5 und 6 Prozent vom Kaufpreis als Grunderwerbssteuer abführen. Diese Steuer fällt jedoch nur einmalig an.

Grundsteuer

Hinter der Grundsteuer verbirgt sich eine Gemeindesteuer, die auf das Eigentum an Grundstücken und ihren Bebauungen zu zahlen ist. Sie wird jedes Jahr von der Gemeinde berechnet und muss vierteljährlich an die Gemeinde gezahlt werden. Die Bemessung der Grundsteuer erfolgt durch den Einheitswert der Immobilie, der vom Finanzamt festgelegt wird, durch die Grundsteuermesszahl und durch den Hebesatz, der individuell von der Gemeinde festgesetzt werden darf. Die Grundsteuermesszahl ist dabei der Anteil des Einheitswertes eines Objektes und wird in Promille angegeben. Ihre Höhe hängt von der Immobilienart ab. Grundsteuermesszahlen zwischen 2,6 und 10 Promille sind in Deutschland üblich. Zudem unterscheidet man bei der Grundsteuer die Kategorien A und B: Die Grundsteuer A wird für agrarische Gebäude und Flächen verwendet, werden die Grundsteuer B alle unbebauten und bebauten Grundstücke umfasst.

Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer

Wenn Sie eine Immobilie erben oder geschenkt bekommen, müssen Sie eine Erbschafts- oder Schenkungssteuer zahlen. Bei beiden Steuerarten sind die Freibeträge und Steuersätze gleich. Der Verkehrswert der Immobilie dient für die Höhe der Steuer als Bemessungsgrundlage. Da sich dieser häufig ändert, ist es sinnvoll, regelmäßig ein Immobiliengutachten zu erstellen. Die Erbschaftssteuer kann je nach Verkehrswert zwischen 7 und 50 Prozent liegen. Die Freibeträge hängen vom Verwandtschaftsgrad ab: Für Ehepartner liegt er bei 500.000 Euro, für Kinder bei 400.000 Euro, für Eltern und Großeltern bei 100.000 Euro und für alle anderen Verwandten bei 20.000 Euro.

Wie Immobilienkäufer die Steuern senken können

Viele Immobilienkäufer fragen sich, ob es Möglichkeiten gibt, diese Steuern zu senken.

Die Steuerbemessung berechnet sich meist nach dem Immobilienwert. Aus diesem Grund sollte der Wert der Immobilie realistisch durch ein Immobiliengutachten bestimmt werden. Ein zu hoch angesetzter Immobilienwert führt zu unnötig hohen Steuerbelastungen.

Da die Immobilienbewertung ein sehr komplexer Prozess ist, gehört sie in die Hände von Profis. Im süddeutschen Raum etwa ist die Ruof Immobilienbewertung ein geeigneter Ansprechpartner zu diesem Thema. Genauere Informationen finden Sie unter http://www.ruof-immobilienbewertung.de/. Insbesondere bei der Grunderwerbs- und der Grundsteuer haben Sie zudem weitere Möglichkeiten, um Geld zu sparen.

Die Grunderwerbssteuer reduzieren

Käufer, die ein Grundstück mitsamt Immobilie kaufen, zahlen eine deutlich höhere Grunderwerbssteuer als jene, die nur ein Grundstück erwerben. Denn: Erstere zahlen die Steuer sowohl auf Grund und Boden als auch auf das Gebäude. Bei unbebauten Grundstücken muss die Steuer hingegen nur für Grund und Boden entrichtet werden – auch, wenn Sie nach dem Kauf ein Haus darauf bauen.

Gut zu wissen ist außerdem, dass Sie die Grunderwerbssteuer nicht für Möbel und Einrichtungsgegenstände zahlen müssen. Wenn Sie ein Haus mit Inventar wie Lampen, Einbauküche und Markise kaufen, so sollten die Kosten für das Inventar separat im Kaufvertrag aufgelistet werden. Dann zahlen Sie für diese Gegenstände keine Grunderwerbssteuer. Sie fällt nämlich nur für Dinge an, die untrennbar mit dem Gebäude oder Grundstück verbunden sind.

Die Grundsteuer reduzieren

Darüber hinaus gibt es für vermietete Immobilien die Möglichkeit, die Grundsteuer zu reduzieren. Wenn Sie als Vermieter unverschuldet einen hohen Mietausfall zu verzeichnen hatten, ist ein Grundsteuererlass von bis zu 50 Prozent möglich. Das gilt aber nur, wenn eine Immobilie überhaupt keinen Ertrag eingebracht hat. Sollten die Mieterträge im Vergleich zum Rohertrag um mindestens 50 Prozent niedriger sein, so beträgt der Grundsteuererlass 25 Prozent.

Außerdem kann ein vollständiger Grundsteuererlass beantragt werden, wenn Sie eine Immobilie besitzen, deren Erhaltung von öffentlichem Interesse ist. Das gilt beispielsweise bei Objekten mit Denkmalschutz.

Anträge auf Grundsteuererlass für das Jahr 2017 können Sie bis zum 31. März 2018 stellen.

Welche Versicherungen sind notwendig oder sinnvoll?

Zusätzlich zu den Steuern fallen Abgaben für Versicherungen an, die Immobilienbesitzer abschließen müssen oder sollten.

Wohngebäudeversicherung

Eine Immobilie kann durch Wasser, Sturm, Hagel oder Feuer starke Schäden davontragen, wodurch für den Besitzer enorme finanzielle Schäden entstehen können. Im schlimmsten Fall können derartige Beschädigungen sogar zum finanziellen Ruin führen. Deshalb ist eine Wohngebäudeversicherung für jeden Immobilieneigentümer ein Muss. Vor dem Abschluss lohnt sich ein Gebäudeversicherungs-Vergleich, um Geld zu sparen.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Darüber hinaus sollten Sie Gefahren absichern, die das Haus für die Umwelt oder für Unbeteiligte darstellen kann. So könnte sich zum Beispiel ein Dachziegel lösen und einen Passanten schwer verletzen. Für Eigenheimbesitzer greift in diesem Fall die Privathaftpflicht, für vermietete Immobilien ist aber eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht erforderlich.

Eine solche Haftpflicht ist auch für nicht bebaute Grundstücke notwendig, weil auch dort Personen verunglücken können, beispielsweise wenn jemand auf einem nicht gestreuten Gehweg ausrutscht.

Wenn Ihre Immobilie über einen Öltank verfügt, ist zudem eine Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung nötig, weil Heizöl durch ein Leck ins Grundwasser gelangen könnte.

Risikolebensversicherung oder Restschuldversicherung

Falls Sie durch den Immobilienkauf lange Zeit einen Kredit abzahlen müssen, ist eine Risikolebensversicherung zur Kreditabsicherung empfehlenswert. Sie sorgt dafür, dass Hinterbliebene nach dem Tod des Hauptverdieners nicht mit einem Schuldenberg zurückgelassen werden. Alternativ oder zusätzlich kann eine Restschuldversicherung abgeschlossen werden. Dann wird das Haus auch im Falle einer Berufsunfähigkeit oder nach dem Tod des Hauptverdieners abbezahlt.

Artikelbild: © AndreyPopov / Bigstock.com

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