Der Rolladen für den Schrank: gemeinsam ein unschlagbares Platzwunder

Der Rolladen für den Schrank: gemeinsam ein unschlagbares Platzwunder

Sie sind am häufigsten als Aktenschränke in Büroräumen zu finden. Aber auch in Garagen, Werkstätten und Co öffnet so mancher Arbeiter morgens oft lautstark die Rolläden, um an die Werkzeuge zu gelangen. Schränke mit Rolladen sind hier besonders praktisch. Doch auch im privaten Bereich haben sie attraktive Vorteile für die eigenen vier Wände und können einfach selbst gebaut werden.

Vorzüge von Rolläden an Schränken

Der Rolladen schafft etwas, das keine Tür kann: Beim Schrank kann der Rolladen an den Seiten enden, aber auch um Rundungen gehen. So ist es möglich, den Schrank je nach Bedarf auch besonders offen über die Seiten und Höhen hinaus zu gestalten – jeder Zentimeter des Schrankes ist leicht zugänglich und kann genutzt werden.

Und gleichzeitig ist solch ein Schrank ein Platzwunder. Die Schränke müssen nicht nach außen geöffnet werden – wie bei herkömmlichen Türen. Daher muss diese Flügelspannweite beim Aufstellen nicht eingeplant werden. Rolladenschränke finden sich daher nicht nur im Büro, sondern auch oft in engen Garderoben oder Hausfluren als Schuhregal und Co. Im Gegensatz zu offenen Regalen macht der Raum trotz Türeinsparung einen sauberen und aufgeräumten Eindruck – wenn der Rolladen geschlossen ist.

Ein weiterer Vorteil gegenüber herkömmlichen Schränken mit Türen ist die Möglichkeit, den Schrank abzuschließen: Der Rolladen kann leicht mit einem Schloss versehen werden. Vertrauliche Akten und Dokumente sind so sicher verstaut. Die Bedienung ist dennoch leicht, der Rolladen rutscht auch ohne große Kraftanstrengung nach oben oder zur Seite.

Formen-, Farben- und Materialvielfalt bei Rolläden für Schränke

Möbel mit Rolläden gibt es in den unterschiedlichsten Formen. Ob hochkant oder breiter Schrank – hier ist alles möglich. Auch die Führung des Rolladens selbst kann variieren, dieser muss nicht immer vertikal sein. Bei sogenannten Querrolladenschränken wird der Verschluss nach rechts oder links geschoben – ähnlich einer Schiebetür. Bei manchen Schränken umfasst die Jalousie nicht die gesamte Front, sondern nur den oberen Teil. Andere Schränke haben ein Rolladen über die Oberfläche hinaus. Eckvarianten haben oft horizontale Rollläden, die nur an einem Teil der Front angebracht sind.

Zudem unterscheidet sich auch die Technik des Rolladens. In so manchem Schrank wird dieser über Schienen nach hinten geschoben. Bei anderen Modellen wird der Rollpanzer oben oder seitlich aufgerollt, wie das an Fenstern üblich ist. Die meisten Rolläden sind dabei aus Metall gefertigt: Leichtes Stahlblech oder Aluminium ist oft beliebt. Aber auch Kunststoffrolläden finden sich bei Schränken. Sogar Holz ist möglich.

Voll im Vintagetrend – Rolläden aus Holz gab es schon vor hundert Jahren. So manche Firma hat sich auf die Herstellung altertümliche Varianten spezialisiert, sodass ein Rolladenschrank auch durchaus in eine antike Wohnung passt.

Bei der Auswahl der richtigen Farbe stehen ebenso mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Der klassische Rolladen ist in Silber gehalten, das Holz des Schrankes meist hell. Aber auch dunkle Varianten sind beliebt, farbige vor allem durch Kunststoff möglich. So passt ein Rolladenschrank in alle Designkonzepte jeglicher Inneneinrichtungen.

Fertiges Produkt oder der Rolladensatz zum Einbauen?

Wer einen Schrank mit Rolladen in seine Einrichtung integrieren will, kann diese auf zwei grundsätzliche Wege ergattern. Zum einen sind fertige Rolladenschränke überall im Handel zu erstehen. Aber auch der eigene Schrank kann mit einem Rolladensatz zum Einbauen kreiert werden oder designt werden lassen.

Zahlreiche Firmen haben sich auf solche Rolladenprofile spezialisiert, die der Heimwerker selbst einbauen kann oder von Profihand in den Schrank gebracht werden. Zu ihnen gehören unter anderem:

  • Häfele
  • Ostermann
  • Rehau
  • Treiwa
  • Würth

Die Sets sind nicht selten schon vormontiert und der Heimwerker braucht sie nur am Schrank montieren: entweder auf einen Standardkorpus, der die entsprechenden Maße hat oder in einem extra gefertigten Schrank.

Der Rolladen für den Schrank kann aber auch aus Einzelteilen zusammengestellt werden. So gibt es Führungsschienen, Stopper, Schließleiste, den Rolladen selbst und weitere Elemente in verschiedenen Ausführungen.

Aktenschrank mit Rolladen selbst bauen – eine Anleitung

Wer sich dafür entscheidet, einen Schrank mit Rolladen selbst zu bauen, kann folgende Anleitung nutzen. Dazu braucht es nicht viel Material:

  • das Rolladenset (oder Einzelteile)
  • Schrankwände in der entsprechenden Höhe (meist 100 Zentimeter)
  • Schrankdeckel und -boden in der entsprechenden Breite (häufig 60 oder 80 Zentimeter),
  • Rückwand aus Sperrholz
  • Schrauben
  • Nägel
  • Holzleim

Die Kosten für solch einen Schrank belaufen sich zwischen 100 und 250 Euro. Der Heimwerker benötigt folgendes Werkzeug:

Im ersten Schritt werden Deckel und Boden gefalzt, danach ebenso die Seiten, die jedoch nicht bis ans Ende der Seite gefräst werden – Deckel und Boden müssen hier zum Liegen eingeplant werden. In diesen Falz kommt später die Rückwand. Auch sollte das Bodenbrett um die Maße der Führungsschienen dünner in seiner Tiefe sein. Die Führungsschienen schließen an den Seiten mit dem Boden ab – so kann später der Rolladen von unten problemlos in die Schienen gefädelt werden.

Im zweiten Schritt wird die Lochleiste für die eventuellen Zwischenplatten auf beiden Seitenteilen ausgemessen, festgelegt und die Löcher gebohrt. Hier ist es hilfreich, den Tiefenbegrenzer am Bohrgerät zu nutzen, um nicht aus Versehen vollständig durch das Holz zu stoßen.

Um alle Schrankteile miteinander zu verbinden, gilt es danach, Dübellöcher an den Seiten und an der gleichen Position an Deckel und Boden mit der Dominofräse zu erstellen. Die Dübel und die Löcher werden danach mit Leim beschmiert, die Teile zusammengesteckt und mit den Leimzwingen versehen. Achtung: Falzenden an den Seiten nacharbeiten! Das Konstrukt sollte nun genügend Trockenzeit bekommen.

Im nächsten Schritt wird das Rolladensystem angebracht. Passen die Führungsschienen in der Länge nicht zur Tiefe des Schrankes, sollte ein Stück abgeschnitten werden. Die Schienen werden entlang der Seitenteile nach oben verlegt – zum Deckel sollte der Abstand einer Rolladenlamelle eingeplant werden, damit der Rolladen später ohne Probleme rutschen kann. Am Boden sollten die Führungsschienen auf den Seiten mit dem Bodenteil zusammen abschließen. Die Schienen werden am Holz festgeschraubt, bei Bedarf sollte der Heimwerker vorher Löcher bohren. Ein Stopper in der hinteren Leiste verhindert, dass der Rolladen ungebremst auf den Boden schlägt.

Bevor die Lamellen nun zusammengefügt und von unten in die Führungsschiene eingeführt werden, sollte eine eventuell vorhandene Sichtleiste zum Abschluss am Deckel angeschraubt werden. Dahinter versteckt sich später das hochgezogene Rolltor. Die Griffleiste ist die letzte Lamelle. Wer nun noch einen Sockel unter den Boden installieren will, kann diesen montieren, da der Rolladen eingeführt ist. Die Rückwand aus Sperrholz wird als Letztes in die Ausfräsungen genagelt. Unbehandeltes Holz sollte zum Abschluss mit Klarlack behandelt werden.

Zusammenfassung

Wird ein Schrank mit einem Rolladen verschlossen, entpuppt er sich als wahres Platzwunder. Egal ob in Büro, Werkstatt oder Garage – beim Aufstellen muss kein Platz für geöffnete Türen eingeplant werden. Ordnung und Sicherheit sind ebenso Vorteile eines Rolladenschrankes. Ihn zu bauen, ist kein Hexenwerk, da Rolladensets das Leben des Heimwerkers erleichtern. Aber auch fertige Rolladenschränke bietet die Möbelbranche.

Artikelbild: © zdyma4 / Bigstock.com

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