Rolladen reparieren – so gelingt es!

Rolladen reparieren – so gelingt es!

Rolläden können schnell einmal kaputtgehen, und oft genügt bereits eine Kleinigkeit, dass er nicht mehr funktioniert. Es spielt eigentlich keine Rolle, was genau an einem Rolladen defekt ist – die Wirkung ist stets dieselbe: Er lässt sich nicht mehr bewegen. Da ist jeder Heimwerker dankbar, wenn er den Rolladen selbst reparieren kann, anstatt einen teuren Fachmann kommen lassen zu müssen. Dieser Artikel soll Ihnen erklären, wie es geht.

Elektrischer und manueller Rolladen

Wir unterscheiden zwischen zwei unterschiedlichen Systemen, und zwar den elektrischen Rolläden und den manuellen, also die mit einem – eventuell ebenfalls elektrischen – Gurt betrieben werden.

Elektrischer Rolladen

Ist ein elektrischer Rolladen defekt, müssen Sie den Rolladenantrieb einstellen, und es muss eine neue Einstellung am Motor vorgenommen werden.

Bei elektronischen Rolläden ist der Fehler in der Elektronik der Steuereinheit zu suchen. Wenn der Motor brummt oder auch gar kein Geräusch mehr von sich gibt, muss der Motor ausgebaut werden, denn dann liegt mit Sicherheit ein größerer Defekt vor.

Manueller Rolladen mit Gurt

Bei Rolläden mit Gurt ist es in der Regel so, das der Panzer sich weder auf noch ab bewegen lässt. Überprüfen Sie zunächst Folgendes: Ist der Gurt gerissen oder ist er noch intakt? Falls ja, hängt er aus dem Gurtwickler heraus, ohne sich automatisch aufzurollen?

Gurt hängt lose aus dem Gurtwickler

Wenn dies der Fall ist, ist ziemlich sicher die Feder im Aufwickler gebrochen. Diese Feder hält die Rolle auf Spannung, so dass sie den Gurt automatisch einzieht. Im Folgenden wird erklärt, wie das Problem behoben wird. Das brauchen Sie:

  • Neue Feder
  • Neue Mitnehmerhülse
  • Neuer Gurtwickler

Schritt 1: Vorbereitung

Bauen Sie als erstes den Gurtwickler aus. Dazu müssen Sie die Schrauben lösen und dann den Gurtwickler aus der Wandöffnung nehmen.

Schritt 2: Zerlegen des Gurtwicklers

Die innere Mitnehmerhülse ist nach außen mit der Blechdose verzapft. Biegen Sie diese Zapfen einfach nach innen. Nehmen Sie nun die Aufwicklerdose aus der Halterung und öffnen Sie sie. Sie werden sehen, dass die Feder im Bohrungsbereich gebrochen ist. Sie müssen nun beide Teile herausnehmen und die neue Feder genauso einlegen wie die alte.

Schritt 3: Alte Feder reparieren

In den meisten Fällen sind nur wenige Zentimeter abgebrochen. Schneiden Sie nun die Feder da, wo sie wieder voll ist, ab. Übertragen Sie anschließend die Lochmaße des gebrochenen Stücks auf die abgesägte Feder. Bohren Sie mit Hilfe des Eisenbohrers mittig ein Loch in die Fläche, die entfernt werden muss. Dann schleifen Sie die Form mit dem Dremel aus.

Schritt 4: Gurtaufwickler zusammenbauen

Setzen Sie nun die alter Feder zurück in die Aufwickeldose. Dazu setzen Sie die Mitnehmerhülse ein und hängen die Feder ein. Verschließen Sie anschließend den Deckel und biegen Sie dann die Sicherungszapfen wieder in die vorgesehenen Ausspannungen. Anschließend kann der Gurt wieder angebracht werden.

Schritt 5: Gurtaufwickler spannen und einsetzen

Als nächstes wird der Gurtaufwickler gespannt. Spannen Sie ihn nicht zu fest, aber auch nicht zu locker, denn sonst wird der Rolladengurt sich später nicht vollständig aufrollen.

Probieren Sie eventuell mehrmals mit unterschiedlichen Spannungen aus. Anschließend drehen Sie die Dose entgegengesetzt zur späteren Aufwickelrichtung.

Der Gurt ist gerissen

Wenn der Gurt gerissen ist, muss er erneuert werden. Wir unterscheiden zwischen Aufbaurolladen und Vorsatzrolladen. Bei ersterem befindet sich der Rolladenkasten im Fenstersturz und ist von der Innenseite des Raumes zu öffnen. Bei letzterem dagegen wird der Rolladenkasten auf dem Fensterrahmen oder außen an der Fassade montiert. Der Arbeitsablauf ist bei beiden identisch, mit dem einzigen Unterschied, dass man die Arbeiten eben von innen oder von außen vornehmen muss.

Zum Auswechseln des Rolladengurts müssen Sie ihn sowohl oben an der Rolladenrolle als auch unten am Gurtaufroller entfernen.

Und das benötigen Sie:

  • neuer Rolladengurt

Schritt 1: Entfernen des alten Rolladengurtes

Öffnen Sie als erstes den Rolladenkasten und lassen Sie den Rolladen komplett herab.

Schritt 2: Öffnen des Gurtaufrollers

Im nächsten Schritt lösen Sie die Schrauben, die den Gurtaufroller befestigen. Dies ist der Plastikdeckel am unteren Ende des Gurtes.

Beim Herausnehmen müssen Sie darauf achten, dass der Gurt immer unter Spannung bleibt!

Im Aufroller befindet sich eine Feder, die den Aufroller automatisch in die aufrollende Richtung dreht. Nehmen Sie nun den Verbindungsstift heraus, halten Sie anschließend den Aufroller weiter in der Hand, damit er sich nicht aufrollt und die Feder entspannt. Legen Sie sich auch den neuen Gurt gleich zurecht, um ihn direkt einsetzen zu können.

Möglicherweise müssen Sie einen kleinen Schlitz in den Gurt stechen, um den Verbindungsstift durchführen zu können.

Am Aufroller befindet sich ein Bremssystem. Meist ist dies eine Metalllasche, die sich in Richtung Gurt verbiegen lässt. Auf diese Weise können Sie die Rolle fixieren, ohne dass sich der Aufroller entspannt.

Schritt 3: Den Gurt an der Rolladenwelle lösen

Als nächsten Schritt ziehen Sie den Rolladen wieder hoch. Dabei ist der Gurt immer noch oben an der Welle befestigt. Ein Abrollen des Rolladenpanzers können Sie mit einem verkeilten Schraubenzieher verhindern.

Schritt 4: Den neuen Gurt anbringen

Nun bringen Sie den neuen Gurt an. Zunächst müssen Sie den neuen Gurt am alten Gurt anlegen, um das richtige Maß festzustellen. Schneiden Sie dann den neuen Rolladengurt entsprechend ab.

Danach können Sie das Gurtband auf den Aufroller rollen. Dazu lösen Sie die Bremse, achten Sie darauf, den Gurt nach wie vor festzuhalten. Ansonsten riskieren Sie, dass er sich nicht richtig aufrollt oder gar abrutscht.

Setzen Sie nun den Gurtaufroller wieder ein und schrauben ihn fest. Lösen Sie dann die Verkeilung der Rolladenwelle. Möglicherweise müssen Sie den Rolladenkasten neu verblenden oder tapezieren.

Zusammenfassung

Wir unterscheiden zwischen elektrischen und manuellen Rolläden. Beide Arten können schnell einmal einen Defekt aufweisen. Ein geschickter Heimwerker kann eine Reparatur mit der richtigen Anleitung selbst ausführen.

Artikelbild: © auremar / Bigstock.com

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