Rollladenmotor einstellen: Vorgehensweise und Tipps

Rollladenmotor einstellen: Vorgehensweise und Tipps

Rollläden sind ein beliebter Sonnen- und Sichtschutz fürs Fenster. Begehrt sind vor allem die motorbetriebenen Varianten, die eine einfachere Handhabung ermöglichen. Zum Glück ist es gar nicht so schwer, einen Rollladenmotor nachträglich zu montieren und richtig einzustellen.

Bevor Sie sich dieser Aufgabe widmen, sollten Sie sich aber die Zeit nehmen, um sich damit zu beschäftigen, welche unterschiedlichen Arten von Rollladenantrieben es gibt und warum der Rohrmotor für das Auf- und Abfahren der Rollläden besonders beliebt ist.

In diesem Artikel von Heimhelden.de möchten wir die FAQ – also die am häufigsten gestellten Fragen – zum Thema Rollladenmotor einstellen beantworten und Ihnen erläutern, wie genau Sie bei dieser Aufgabe vorgehen sollten.

Es gibt verschiedene Rollladenantriebe

Elektrische Rollläden werden durch einen Elektromotor geöffnet und geschlossen. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwei verschiedene Systeme:

  1. Rohrmotor – befindet sich direkt an der Rollladenwelle im Rollladenkasten
  2. Elektrischer Gurtwickler – ein Auf- oder Unterputzmotor unmittelbar am Gurt

Die Unterschiede der beiden Varianten erläutern wir Ihnen im Folgenden genauer.

Rohrmotor versus elektrischer Gurtwickler – wo sind die Unterschiede?

Der Rohrmotor sitzt direkt in der Welle des Rollladens und treibt diesen an. Die Rollladenwelle liegt dabei auf dem Rollladenpanzer, der sich wiederum im Rollladenkasten befindet. Gerade bei Altbauten ist dieser Kasten oft noch sehr gut erkennbar und lässt sich auch sehr einfach öffnen. Auf diese Weise ist es auch möglich, sich einen guten Überblick darüber zu verschaffen, wie die Steuerung funktioniert.

Schwieriger ist es bei Neubauten, weil die Rollladenkästen dort so verbaut sind, dass sie von innen nicht erreichbar sind. Es wäre erforderlich, die halbe Wand aufzureißen, um überhaupt an den Kasten zu gelangen. Wenn Sie also in einem Neubau wohnen und den Kasten nicht erreichen, ist ein Rollladen mit elektrischem Gurtwickler die bessere Alternative.

Warum ist der Rohrmotor die beliebteste Lösung?

Der Rohrmotor ist die beste Option, um einen Rollladen entspannt zu öffnen und zu schließen. Er bietet einen guten Komfort und verhindert außerdem, dass der Rollladenpanzer angehoben wird. Letzteres ist ein wichtiger Aspekt in Bezug auf die Sicherheit. Für die Technik des Rollladens spielt die Kraft eine wichtige Rolle: Sie muss so verlustfrei wie möglich an eben der Stelle sitzen, wo sie aktuell benötigt wird.

Genau in dieser Hinsicht stellt ein Rohrmotor die beste Wahl dar. Er befindet sich direkt an der Rollladenwelle, sodass weniger Hebelkräfte erforderlich sind. Dazu kommt noch, dass ein Rohrmotor effektiver und sehr verschleißarm ist. Weitere Vorteile des Rohrmotors sind:

  • Lange Lebensdauer
  • Einfache Installation
  • Montage ohne Gurt möglich – schönere Optik
  • Hochschiebeschutz sorgt für höhere Sicherheit

Deshalb entscheiden sich die meisten Hausbesitzer, wenn sie dazu die Möglichkeit haben, für die Nachrüstung eines Rohrmotors.

Die unterschiedlichen Arten von Rohrmotoren

Aber auch bei den Rohrmotoren gilt, dass nicht ein Modell genauso funktioniert wie das andere. Grundsätzlich unterscheidet man heute zwei verschiedene Varianten von Rohrmotoren:

  1. Elektronisch geregelte Rollladenmotoren
  2. Elektrische Rollladenmotoren mit mechanischen Stopppunkten

Beim elektronisch geregelten Rolladenmotor ist es in der Regel nicht erforderlich, eine Einstellung vorzunehmen. Derartige Motoren schalten sich automatisch ab, wenn ein bestimmter Druck erreicht wird. Das heißt aber auch, dass solche Motoren sich ausschalten, sobald sich der Rollladen beim Öffnen oder Schließen verkantet. So wird der Rolladenmotor vor Überlastung geschützt.

Dieser Variante stehen die älteren Rohrmotorsysteme gegenüber, die noch mit mechanisch einstellbaren Endpunkten funktionieren. Hier ist eine manuelle Einstellung erforderlich, auf die wir im Folgenden noch genauer eingehen möchten.

So wird der Rohrmotor mit mechanisch einstellbaren Endanschlägen eingestellt

Die wichtigste Voraussetzung, um den Motor einstellen zu können, besteht darin, dass er bereits montiert wurde. Außerdem sollten Sie bedenken, dass die Motoren links oder rechts montierbar sind. Dann ist auch die unten beschriebene Vorgehensweise umgekehrt – also praktisch auf den Kopf gestellt.

Den Rohrmotor montieren – so gehen Sie vor

Sofern Sie einen Rohrmotor bei Ihren Rollläden nachrüsten möchten, sollten Sie im ersten Schritt alle notwendigen Kleinteile bereitlegen. Damit stellen Sie sicher, dass Sie alles sofort griffbereit haben. Beginnen Sie dann damit, den Motorvierkant des Motorlagers mithilfe der Schrauben an der dafür vorgesehenen Position am Motorkopf festzuschrauben.

Im Anschluss schieben Sie den Wellenadapter bis zum Anschlagring auf den Motorkopf. Dafür genügt es, die innenliegende Nut des Adapters über die Falz des Läuferrings zu ziehen. Greifen Sie jetzt zum Mitnehmer. Bei qualitativen Systemen sollten alle Teile des Rohrmotors gut gekennzeichnet sein, sodass Sie mit diesem Schritt keine Probleme haben sollten.

Stecken Sie den Mitnehmer auf den Motorzapfen. Dabei ist es wichtig, dass die Metallplatte, die aufgeschraubt ist, nach außen zeigt. Üben Sie etwas Druck aus, damit der Mitnehmer auf die inneren Spreizklemmen des Motorzapfens geschoben werden kann. Wenn Ihnen das Schwierigkeiten bereitet, klopfen Sie einfach leicht auf den Mitnehmer. Dann rasten die Spreizklemmen in der Motor-Nut ein.

Keinesfalls darf der Rohrmotor mit Gewalt in die Rollladenwelle gezwängt werden. Dies könnte zu Beschädigungen am Motor und an der Rollladenwelle führen.

Schieben Sie den Motor jetzt vorsichtig bis zum Anschlag des Adapterrings in die Rollladenwelle. Positionieren Sie den Mitnehmer und den Adapter dabei so, dass sie in die dafür gedachte Aussparung in der inneren Wellen-Nut passen. Achten Sie darauf, dass die Welle vom Adapter oder Läuferring nicht verrutscht oder abrutscht. Sonst könnten Sie später bei der Inbetriebnahme Probleme haben.

Sobald der Motor korrekt sitzt, schieben Sie die Wellenkapsel auf der anderen Seite über die Welle. Anschließend schrauben Sie das Motorlager und Gegenlager im Mauerwerk oder Rollladenkasten so an, dass sich die Rollladenwelle in Waage befindet. Schieben Sie dann das Kugellager auf den Achsstift.

Im nächsten Schritt montieren Sie den eingeschobenen Motor. Dafür legen Sie das Kugellager zuerst in das Gegenlager und positionieren den Motor dann mit dem Motorvierkant in dem Motorlager. Drücken Sie das Kugellager jetzt fest in die Lagerschale des Gegenlagers. Fixieren Sie den Motorvierkant mit dem Splint im Motorlager. Dafür reicht es, den Split ein wenig auf zu spreizen.

Falls es bei den Maßen zu kleinen Ungenauigkeiten gekommen ist, können Sie bis zu 40 Millimeter ausgleichen, indem Sie die Wellenkapsel herausziehen. Sobald Sie den Rohrmotor korrekt montiert haben, können Sie mit dem Einstellen des Motors beginnen.

So wird der Rohrmotor eingestellt

Wenn Sie sich das Innere des Getriebekopfes im Motor anschauen, entdecken Sie zwei Schrauben. Von beiden Schrauben zeigt nach außen jeweils ein Pfeil. Zudem haben Sie zu jeder der beiden Schrauben die Plus-/Minus-Einstellung. Mit „Minus“ können Sie die Motorlaufzeit – also die Bewegung des Rollladens – verkürzen, während sie mit „Plus“ verlängert wird.

Auf den Gewindestangen befindet sich ein PVC-Stopper. Sobald der Anschlag erreicht wird, kommt es zu einer automatischen Betätigung des Schalters. Das heißt aber auch, dass die Motorlaufzeit durchaus über den maximalen Anschlagpunkt hinausgehen kann. Dies gilt gerade für die erste Inbetriebnahme.

Falls Sie die maximale Endlage erreichen, der Motor aber noch nicht abschaltet, sollten Sie sofort den Netzstecker ziehen. So verhindern Sie, dass die Stoppmechanik beschädigt wird. Danach drehen Sie die Schraube deutlich in die Minus-Richtung. Fahren Sie den Rollladen noch einmal zurück und fangen Sie wieder damit an, ihn komplett zu öffnen oder zu schließen.

Nachdem Sie nun drastisch am Einstellrad nach „Minus“ gedreht haben, sollte der Motor abschalten, bevor er den Endanschlag erreicht.

Drehen Sie nun ganz vorsichtig nach „Plus“, um sich langsam der korrekten Endlage zu nähern.

Dabei sollten sie von dem Zeitpunkt ausgehen, bis sich der Rollladen komplett geschlossen oder geöffnet hat. Auf keinen Fall sollte die Endlage auf den maximal möglichen Endanschlag eingestellt werden. Dann kann es nämlich passieren, dass der Motor noch ein Stück weiterdreht, obwohl der mechanische Endpunkt schon erreicht ist. Dies könnte wiederum den Stopper beschädigen.

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Die Technik von Rollläden sind, grade im Altbau, in einem Sturzkasten verbaut. Diese Kästen sind oft, wie hier im Bild zusehen, vom Innenraum zugängig um Wartungsarbeiten und Reparaturen durchzuführen. Jetzt gibt es immer wieder ganz schlaue Menschen, die solche Zugänge verkleiden. Sei es durch Fliesen, mit einer Trockenbauplatte, oder einfach nur überputzen. Dabei ist es doch ganz einfach und es ist sogar geregelt. Auszug aus der TR 101, 5.5.3 Revisionsöffnungen,Rollladenkastendeckel „Zum Zweck der Wartung muss der Rollladenkastendeckel leicht zugänglich und beschädigungsfrei abnehmbar sein.“ In diesem Text ist es ganz klar geregelt. Es kann sich keiner raus reden und dem Handwerker, der den Rollladen repariert vorwerfen, das die Tapete, der Putz oder die Fliesen leiden. Durch den Schlitz außen kann man keine Rolllade reparieren. Auszug aus der TR101, 5.5.3 „Die Abmessung der Revisionsöffnung muss für Montage und Wartung ausreichend sein.“ Bitte bedenken Sie diesen Punkt bei Ihrer nächsten Renovierung oder Sanierung. Auch wenn ein Rollladenkastendeckel nicht schön aussieht. Ihr Handwerker hat bestimmt eine Idee wie man diese Revisionsöffnung hübsch und funktional herstellen kann. #Rollladen #tischler #schreiner #rollladenbau #sanierung #fenster #renovieren #maler #handwerk #sachverständige #sonnenschutz #wirbaueneinhaus #werdohl #sachverständiger #sauerland #wirbauen #bauherren2019 #sanierung #dortmund #lüdenscheid

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Einstellungsvorgang in entgegengesetzte Richtung wiederholen

Wenn Sie die eine Seite – also den Vorgang des Öffnens oder des Schließens – auf die beschriebene Weise eingestellt haben, gehen Sie genauso noch einmal auf der anderen Endlage vor. Auch hier muss die Endlage korrekt auf den Punkt eingestellt werden, ab dem der Rollladen komplett geöffnet oder geschlossen ist – aber eben noch bevor der maximale Endanschlag erreicht wird.

Zusammenfassung – worauf beim Einstellen des Rollladenmotors zu achten ist

Zum Schluss haben wir noch ein paar weitere Tipps und Tricks zum Thema Rollladenmotor einstellen für Sie zusammengefasst:

  • Sechs Umdrehungen an der Einstellschraube bewirken immer genau eine Motorumdrehung
  • Es ist gleichgültig, ob Sie den Motor für links oder für rechts einbauen, weil die obere Schraube immer das obere Endlager und die untere Schraube immer das untere Endlager einstellt
  • Wenn Sie von Minus nach Plus drehen, wird der Laufweg vergrößert, während bei der umgekehrten Richtung das Gegenteil eintritt
  • Stellen Sie den oberen Endpunkt mit zwei bis drei Zentimetern Platz ein

Sobald Sie alle Einstellungen vorgenommen haben, sollten Sie unbedingt einen Probelauf durchführen. Wenn es dabei nicht zu Problemen kommt, ist alles in bester Ordnung. Allerdings sollten schon kleinste Abweichungen korrigiert werden, indem Sie nochmals eine Feineinstellung vornehmen. Wichtig ist, dass sich der Rollladen einfach öffnen und schließen lässt.

Alles in allem ist es aber keine große Sache, einen Rohrmotor einzustellen. Sie brauchen nur ein wenig Geduld und müssen bei der Arbeit genau und sorgfältig vorgehen. Dieser Aufwand lohnt sich, denn im Anschluss wird der Rohrmotor viele Jahre seinen Dienst erledigen, ohne Ihnen Probleme zu machen.

Rollladenmotor mit einem elektrischen Gurtwickler einstellen

Um einen Rollladenmotor mit einem elektrischen Gurtwickler einzustellen, ist die Vorgehensweise grundsätzlich anders. Ziehen Sie den Netzstecker, um den Speicher zu löschen. Danach werden je nach Gerät unterschiedliche Tasten gedrückt, bis sich der Rollladen am Endanschlag befindet. Im Anschluss drücken Sie noch einmal kurz die jeweilige Taste, mit der Sie Ihre Einstellungen speichern können.

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Oft verfügen derartige Motoren über eine LED, die den aktuellen Status durch Flackern, Leuchten oder Blinken anzeigt. Die Speichertaste dürfen Sie aber nicht während des Hoch- und Runterfahrens drücken, bis der endgültige Anschlag erreicht – und auf diese Weise überschritten – wurde. Dadurch könnte nämlich der Stopper zerstört werden.

Rollladenmotor einstellen: Weitere Tipps und Tricks

Viele im Handel erhältliche Rollladenmotoren sind Produkte von bekannten und renommierten Herstellern. Selbst, wenn Sie zu dem Rolladenmotor keine Unterlagen mehr besitzen, können Sie sich an den Fachhändler wenden. Oftmals kann dieser Ihnen noch wertvolle Informationen geben.

Alternativ kontaktieren Sie direkt den Hersteller. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass die oben beschriebene Technik bei etwa 95 Prozent aller Rollladenmotoren verbaut ist, sodass Sie sich gut nach dieser Anleitung richten können.

Mitunter werden noch einige exotische Systeme angeboten, die es in der Praxis aber kaum gibt. Sie verfügen nur über eine Einstellschraube.

Am besten testen Sie vor dem Einstellen, ob sich die Schraube in eine zweite Position bringen lässt, indem Sie sie herausziehen oder hineindrücken. Gelegentlich gibt es auch ein Zahnrad, das auf diese Weise verschoben werden kann. Falls das möglich ist, werden beide Endpunkte über ein- und dieselbe Schraube oder das Zahnrad angesteuert.

Sofern sich die Schraube weder ziehen noch drücken lässt, handelt es sich um ein Motorsystem, bei dem sich nur eine Endlage einstellen lässt. Nachdem die erste Endlage eingestellt wurde, wird im Inneren auf der Welle dann beim gegenüberliegenden Endpunkt ebenfalls der Schalter betätigt. Auch bei diesen Systemen ist es wichtig, dass der Motor keinesfalls über den physikalischen Endpunkt hinaus weiter betrieben wird.

Zusammenfassung

Wer seine bestehenden Rollläden so nachrüsten möchte, sodass sie in Zukunft nicht mehr manuell bedient werden müssen, sondern ein elektrisches Öffnen und Schließen möglich ist, muss einen geeigneten Motor einbauen und diesen anschließend genau einstellen.

Die exakte Vorgehensweise richtet sich danach, ob ein Rohrmotor oder ein Rollladenmotor mit elektrischem Gurtwickler verwendet wird. Für beide Varianten gestaltet sich das Einstellen aber vergleichsweise einfach und gelingt auch Laien, wenn ein paar Tricks beachtet werden.

Artikelbild: DMPhoto / Bigstock.com

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