Rollputz selber machen

Rollputz selber machen

Wände verputzen ist die Aufgabe eines Fachmannes? Nicht immer. Glättbrett und Mauerkellen kommen nicht bei allen Varianten zum Einsatz. Immer beliebter wird der Rollputz, den auch schon der Hobbyhandwerker ohne Probleme auftragen kann. Wie der Name schon verrät: Dieser Putz wird lediglich gerollt. Dazu braucht es nicht gleich die ganz Firma.

Die Vorzüge, mit Rollputz selbst verputzen

Wer die Dinge selbst in die Hand nimmt, weiß am Ende, was er gemacht hat. Es gehört zur Heimwerkerehre, die Dinge anzupacken. Mit Rollputz kann auch das Verputzen der Wände im eigenen Haus gelingen. Denn hier wird Farbe mit Putz vereint, lediglich die kurzflorige Rolle dient zum Auftragen und dennoch entsteht die charakteristische Oberfläche. Wer selbst Hand anlegt, hat dabei die verschiedensten Gestaltungsmöglichkeiten. Denn Rollputz kann nach dem Auftragen auch noch mit Pinsel, Schwamm und anderen Dingen bearbeitet werden. So sieht die Wand einzigartig aus. Ebenso ist der Kostenfaktor um einen nicht unwesentlichen Teil geringer, als bei einer beauftragten Firma. Rollputz gibt es in mehreren Varianten. Er kann fertig gekauft werden. Hier unterscheiden sich die Bindungsarten. Rollputz gibt es auf Kalk-, Lehm- oder Kunstharzbasis. Auch unterscheidet er sich in der Körnung: Es gibt grobe und feine Rollputze. Letztere bieten weniger Struktur. Zudem kann Rollputz weiß erstanden werden, aber auch mit Farbe gemischt sein.

Hat es Vorteile, den Rollputz selbst herzustellen?

Grundsätzlich kann beim Thema Rollputz alles selbst gemacht werden. Es gibt Hersteller, die reinen Kalk oder Sumpfkalk anbieten. Dieser kann mit Sand und Farbe gemischt werden. Das Mischverhältnis zwischen Sumpfkalk und Sand sollte eins zu drei betragen. Dieser kann dann auf Wänden aus Lehm, Sand, Beton oder Stein aufgetragen werden.

Der selbst gemischte Kalkrollputz eignet sich nur für mineralische Untergründe.

Zahlreiche weitere Möglichkeiten gibt es, den Rollputz selbst zu mischen. Doch hier lauern auch viele Gefahren. „Um Himmelns willen keinen Gips“, warnt ein Heimwerker, nachdem ein anderer Experte dazu in der Rollputzmischung im Forum geraten hat. Andere empfehlen hingegen Rotband in der Grundmischung. Die Vorzüge, den Rollputz selber anzurühren, sind daher nicht immer mit dem Nutzen gleichzusetzen. Das fertige Gemisch ist im Handel zudem kostentechnisch so verlockend, dass so mancher Heimwerker den Grund für die eigene Mischung nicht sieht. Wer dennoch nicht auf das Mixen verzichten will, aber kaum Kenntnisse hat, der kann bei Rollputz auch zu Pulvervarianten greifen. Im Sack gekauft, sind diese immerhin noch mit Wasser anzurühren. Ebenso kann auch die Wunschfarbe selbst in den Putz gemischt werden.

Selbst auftragen: Mit diesen Werkzeugen klappt es

Beim Auftragen von Rollputz ist dagegen fast jeder Heimwerker wieder in seinem Element und lässt es sich nicht nehmen, dies selbst zu machen. Hierfür werden nicht viele Werkzeuge benötigt:

Auch die Materialliste ist nicht sehr lang:

Sind alle Materialien und Werkzeuge besorgt, kann der Heimwerker loslegen und den Rollputz selbst auftragen.

Anleitung: Rollputz Schritt für Schritt selber machen

Einfach zusammenrühren und auf die Wand klatschen – das führt jedoch nicht zum Ziel. Beim Rollputz auftragen, sollte eine gewisse Reihenfolge eingehalten werden:

  1. Die Wand eben gestalten
  2. Grundierung und/oder Haftgrund auftragen und trocknen lassen
  3. Rollputz bei Bedarf anrühren
  4. Fläche mit Malerkrepp abkleben
  5. Rollputz auftragen
  6. Struktur bearbeiten
  7. Mit Farbe darüber streichen

Wichtig vor dem Auftragen ist, dass die Wand keine Löcher und Risse aufweist. Denn diese werden vom Rollputz nicht abgedeckt. Daher sollten entsprechende Stellen mit der Spachtelmasse bearbeitet werden. So manche Wand ist stark saugend. Hier hilft Tiefengrund, damit der Rollputz später nicht zu stark aufgesaugt wird. Putzhaftgrund gewährleistet die Haftung. Beim Auftragen hilft es, die Farbrolle anzufeuchten, damit diese den Rollputz besser annimmt. Danach erfolgt die Strukturierung ja nach Wunsch.

Der Rollputz kann nach Auftragen sehr schnell trocknen. Wer nachträglich die Struktur bearbeiten will, sollte dies innerhalb von zehn oder 20 Minuten tun – je nach Putzart. Verbreitet dies zu große Hektik, empfiehlt sich ein zweiter Mann.

Tipps rund um den Rollputz

Wer Rollputz selber auftragen will, muss nicht nur auf das Material und die ebene Wand achten, auch die richtige Raumtemperatur ist ausschlaggebend. Denn zum Verputzen darf es weder zu kalt noch zu warm im Zimmer sein. Optimal ist eine Temperatur von zehn bis 20 Grad. Ist es kälter, ist die Putzverarbeitung schwierig. Ist es wärmer, trocknet der Putz zu schnell. Achtung feuchte Räume: Welcher Rollputz sich eignet, hängt auch von der Feuchtigkeit ab. In Bad und Küche sollte eher ein diffussionoffener Rollputz verwendet werden. Hier eignet sich Kalk oder Lehm als Basis. Mit diesen Varianten kann sogar über bestehende Fliesen geputzt werden.

Zusammenfassung

Wer beim Verputzen der Wände selbst Hand anlegen will, kann zu Rollputz greifen. Ihn selber aufzutragen, ist ein Kinderspiel. Den Rollputz selbst zu mischen, ist jedoch nicht jedermanns Sache. Hier können Fertigprodukte im Handel erstanden werden. Die Preise richten sich je nach Putzart. Doch das Selbstauftragen ist allemal günstiger, als ein Profiunternehmen damit zu beauftragen.

Artikelbild: © Voyagerix / Shutterstock

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