Satteldach-Kosten

Satteldach-Kosten

Im privaten Hausbau ist das Satteldach die beliebteste Dachform. Dafür gibt es viele Gründe, denn das Dach kostet im Vergleich zu anderen Dachtypen weniger Geld und bietet trotzdem ein hohes Maß an Funktionalität. Viele Bauherren entscheiden sich deshalb für ein Satteldach, um Geld zu sparen und trotzdem von zahlreichen Vorteilen zu profitieren. Allerdings hat ein Satteldach auch ein paar Nachteile. Im heutigen Ratgeber informieren wir Sie über die wichtigsten Pro- und Contra-Punkte des Satteldachs und verraten Ihnen außerdem, mit welchen Kosten Sie bei dieser Dachform rechnen sollten.

Lohnt sich ein Satteldach? Vorteile und Nachteile im Vergleich

Bevor wir Ihnen erläutern, welche Kosten Sie bei der Planung Ihres Einfamilienhauses für ein Satteldach einrechnen sollten, möchten wir uns zunächst der Frage widmen, warum diese Dachform so beliebt ist und welche Vorteile sie bietet. Grundsätzlich ist der Aufbau des Satteldachs sehr einfach: Zwei Dachflächen neigen sich bis zum First einander entgegen. Auf diese Weise kommt die stabile Dreiecksform zustande, die dafür sorgt, dass das Regenwasser an beiden Seiten abfließen kann. Bei vielen Häusern endet der First auf Höhe des Giebels, er kann aber auch leicht darüber hinausragen. Diese Dachkonstruktion hat sich schon seit langer Zeit bewährt. Die Pfetten sind das tragende Element, auf dem die Sparren aufliegen.

Vorteile

Der bedeutendste Vorteil des Satteldachs besteht in dem niedrigen Preis. Er ist der vergleichsweise einfachen Dachform zu verdanken. Darüber hinaus bietet diese Dachform aber noch ein paar weitere Vorteile:

  • Individualisierbar
  • Instandhaltungskosten sind gering
  • Witterungsbeständig
  • Eignet sich für zahlreiche Siedlungsgebiete
  • Dachgeschoss kann ausgebaut werden

Für das Satteldach stehen viele verschiedene Dachneigungen und Traufhöhen zur Auswahl, sodass es auf das jeweilige Einfamilienhaus abgestimmt werden kann. Darüber hinaus sind zahlreiche Eindeckungen möglich. Auf diese Weise lässt sich das Satteldach an beliebige Ansprüche anpassen.

Dazu kommt noch, dass die Instandhaltungskosten bei Satteldächern verhältnismäßig gering sind. Die zwei Dachschrägen leiten Regenwasser schnell ab. Es können sich daher keine Pfützen bilden. Schmutz hat kaum eine Chance, sich festzusetzen, da er immer wieder abgespült wird. Demnach ist das Sattelbach lange haltbar und benötigt wenig Wartung.

Ein Punkt, der auch für das Satteldach spricht, ist die hohe Witterungsbeständigkeit. Regen, Schnee und Sturm machen dem Dach kaum etwas aus.

Wenn Sie in einer Region wohnen, in der es häufig stürmt und regnet, sollte das Satteldach möglichst stark geneigt sein. Dann fließt das Wasser am besten ab und die Oberfläche kann schnell wieder trocknen. In Gebieten mit hohem Schneefall wird die Dachneigung oftmals etwas niedriger gewählt, um herabfallende Schneelawinen zu vermeiden.

In zahlreichen Ortschaften gibt es regelrechte Satteldachsiedlungen. Deshalb ist es kein Problem, ein weiteres Haus mit dieser Dachkonstruktion zu integrieren. Oft ist das Satteldach bei Neu- und Umbauten sogar vorgeschrieben.

Ein letzter wichtiger Vorteil des Satteldachs besteht darin, dass das Dachgeschoss bei Bedarf ausgebaut werden kann. Das gilt für alle Satteldächer mit einer Neigung zwischen 38 und 45 Grad. Fenster können wahlweise in die Giebelseiten oder direkt in das Dach montiert werden.

Nachteile

Ein paar wenige Nachteile hat das Satteldach aber auch. Vergleicht man es mit einem Pult- oder Mansardendach, so ist der Wohnraum unter dem Dach bei einem Satteldach geringer.

Je steiler das Satteldach geneigt ist, desto geringer fällt die Wohnfläche im Dachgeschoss aus.

Das sollten Sie bei der Planung berücksichtigen, denn die Einrichtung von Wohnräumen mit steilen Dachschrägen ist immer eine Herausforderung. Meist müssen die Möbel speziell angefertigt werden, wofür Sie entsprechend höhere Preise zahlen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass das Tageslicht im Dachgeschoss vordergründig durch Dachfenster einfällt. Nicht alle Wohnräume können an den Giebel angrenzen und dementsprechend das Licht eines Giebelfensters nutzen. Die Dachfenster haben wiederum ein paar Nachteile: Dort regnet es gerne hinein und bei regnerischer Witterung gestaltet sich das Lüften schwierig.

Nichtsdestotrotz fallen die Nachteile eines Satteldachs im Vergleich zu den zahlreichen Vorteilen eher wenig ins Gewicht. Wenn Sie auf einen Ausbau des Dachgeschosses verzichten, spielen sie kaum eine Rolle. Zudem können Sie die Nachteile abschwächen, indem Sie das Dach gut planen: Bei einer Dachneigung von lediglich 30 Grad bleibt beispielsweise auch für hohe Möbel noch genügend Platz im Dachgeschoss. Des Weiteren kann eine Gaube eingebaut werden, um mehr senkrechte Fenster ins Dach zu integrieren.

Mit welchen Preisen müssen Sie bei einem Satteldach rechnen?

Wenn Ihre Entscheidung gefallen ist und Sie auf Ihr Haus ein Satteldach bauen möchten, wollen Sie sicher vorab die ungefähren Kosten berechnen. Natürlich gibt es keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, wie viel Geld ein Satteldach kostet. Der Preis hängt vom konkreten Bauprojekt ab. Allerdings können Sie sich an den durchschnittlichen Preisen orientieren: So kostet ein normal geneigtes Rohdach etwa 60 Euro pro Quadratmeter. Für alle Sonderkonstruktionen wie Gauben oder ähnliches müssen Sie jedoch einen Aufpreis zahlen.

Je steiler das Dach ist, desto schwieriger gestalten sich die zusätzlichen Baumaßnahmen, wodurch sie entsprechend teuer werden.

Damit Sie die Kosten für Ihr Satteldach noch genauer abschätzen können, erläutern wir Ihnen nachfolgend, welche Aspekte den Preis beeinflussen. Zudem haben wir Ihnen eine Beispielrechnung für ein Satteldach erstellt.

Diese Faktoren beeinflussen den Preis

In erster Linie wird der Preis für ein Satteldach natürlich durch die Größe der Dachfläche bestimmt. Je größer Ihr Dach ist, desto weiter klettern die Kosten in die Höhe. Darüber hinaus spielen Neigung und Dachüberstand eine Rolle. Außerdem müssen Sie für alle Sonderkonstruktionen tiefer in die Tasche greifen. Das gilt zum Beispiel für eine Loggia oder eine Gaube. Solche Extras erhöhen die Kosten erheblich, weil der Mehraufwand groß ist. Es will daher gut überlegt sein, ob Sie die Sonderkonstruktionen wirklich brauchen oder darauf verzichten können.

Einen Einfluss auf die Kosten des Satteldachs hat auch die Region, in der Sie leben. In Ballungsgebieten zahlen Sie für Baumaßnahmen am Dach verhältnismäßig viel Geld, während es auf dem Land meist günstiger ist. Das gilt jedoch nicht, wenn Ihr Haus sich in einem Unwettergebiet befindet. In diesem Fall muss für den Bau des Dachs ein besonders robustes Material verwendet werden, das einen entsprechenden Mehrpreis hat.

Zusätzlich zu den Kosten für den eigentlichen Dachstuhl müssen Sie noch die Dacheindeckung und die Wärmedämmung bei der Planung berücksichtigen. Für die Eindeckung zahlen Sie zwischen 20 und 100 Euro je Quadratmeter, während die Dämmung ungefähr 60 Euro pro Quadratmeter kostet.

Konkretes Beispiel für die Eindeckung mit einem Satteldach

Im folgenden Beispiel gehen wir davon aus, dass ein Neubau ein Satteldach mit einer Fläche von 200 Quadratmetern erhalten soll. Der Bauherr wünscht sich eine hochwertige Dacheindeckung, die 75 Euro pro Quadratmeter kostet und eine Wärmedämmung, die dem aktuellsten Stand entspricht. Dann ergeben sich die folgenden Kosten:

  • Errichtung des Satteldachs inklusive Materialkosten: 13.000 Euro
  • Eindeckung mit hochwertigen Ziegeln: 15.000 Euro
  • Wärmedämmung: 11.000 Euro

Die Gesamtkosten für das Satteldach würden sich demnach auf 39.000 Euro belaufen.

Zusammenfassung

Das Satteldach ist preisgünstig und bietet gleichzeitig viele Vorteile. Der Preis für das Rohdach beläuft sich auf etwa 60 Euro pro Quadratmeter, wobei noch die Kosten für Eindeckung und Wärmedämmung dazukommen. Teurer wird das Satteldach, wenn Sonderkonstruktionen wie Gauben integriert werden.

Artikelbild: brizmaker / Bigstock.com

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