Schadstoffarme Kinderzimmer: Gesundheit hat Priorität

Schadstoffarme Kinderzimmer: Gesundheit hat Priorität

Für die Eltern ist die Freunde ihrer Kleinen das größte Geschenk im Leben. Bereits im jungen Alter sind Kinder sehr aktiv, allerdings verbringen sie etwa 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen, wo sie munter spielen, toben, lernen und schlafen. Dementsprechend wichtig ist die Qualität der Innenraumluft, die direkt die Gesundheit des Nachwuchses beeinflusst. Giftstoffe in Möbeln, Farben, Tapeten, Böden, aber auch Schimmelpilz belasten die Innenraumluft. Kinder reagieren besonders empfindlich auf diese Belastungen. Für Eltern ist somit oberste Priorität, dafür zu sorgen, dass die Innenraumluft immer möglichst sauber ist.

Gesunde Zimmer für fröhliche Kinder

Die modernen Gebäude unserer heutigen Zeit sind sehr energiesparend und dicht. Das Problem: Der Sauerstoffgehalt der Luft sinkt und Feuchtigkeit, Schadstoffe sowie Gerüche reichern sich an. Besonders groß ist das Problem in Raucherhaushalten, denn Tabakrauch gehört zu den problematischsten Schadstoffen in Innenräumen. Aber auch aus Bodenbelägen, Baumaterialien und Möbeln entweichen bedenkliche Stoffe. Eltern müssen diese Probleme ernst nehmen, denn Kinder sind naturbedingt anfälliger für alle möglichen Umweltbelastungen und benötigen so mehr Schutz vor gesundheitsgefährdende Einflüsse ihrer Umwelt. Im Verhältnis zu ihrer Größe nehmen die Kleinen mehr Schadstoffe auf als Erwachsene. Gleichzeitig ist ihr Immunsystem noch nicht ausgereift genug, um damit klarzukommen.

Zwar geht der allgemeine Trend hin zur längeren Lebenserwartung, der Gesundheitszustand von Jugendlichen und Kindern hat sich allerdings in den letzten 20 Jahren verschlechtert. Allergien und chronische Erkrankungen werden immer häufiger zum Regelfall. Dem „Kinderreport Deutschland“ aus dem Jahr 2002 zufolge sind mehr als 25 Prozent der Kleinen davon betroffen. Diese Anzahl hat sich bis heute nicht geändert. Experten bezeichnen Allergien als „die Epidemie des 21. Jahrhunderts“.

Bei Allergien kann sich das Immunsystem nicht gegen gefährliche Fremdstoffe wehren. Beim ersten Kontakt mit dem Antigen tritt keine allergische Reaktion auf. Zunächst muss der Körper Antikörper produzieren, um den vermeintlichen Schädling zu bekämpfen. Beim erneuten Kontakt mit dem Fremdstoff treten erste allergische Erscheinungen auf. Typische Reaktionen sind in diesem Fall Niesen, Schnupfen, gerötete Augen, Atemnot und Hautausschlag.

Um Kindern von diesen Belastungen zu schützen, müssen Eltern für eine möglichst gesunde Atmosphäre im Eigenheim sorgen. Bereits kleine Maßnahmen verbessern die Luftqualität spürbar und tragen zur gesunden Entwicklung des Nachwuchses bei.

Der wichtigste Aufenthaltsort für die Kleinen ist ohne Frage das Kinderzimmer. Es ist der Ort, wo die Kinder spielen, toben, lernen, sich erholen und schlafen. Die Ausstattung und Baustoffe des Zimmers haben einen großen Einfluss auf die Luftqualität. Eltern müssen somit bereits bei der Gestaltung von Kinderzimmern darauf achten, dass die verwendeten Möbel und Farben keine Lösungsmittel, Formaldehyd, Terpene oder Weichmacher enthalten. Sie lösen im Laufe der Zeit Krankheiten wie Schleimhautreizungen, Übelkeit, chronische Müdigkeit, Schlafstörungen und Allergien aus. Schlechte Luftqualität kann folgende Ursachen haben:

  • Emissionen von Schadstoffen aus Möbeln, Bodenbelägen, Matratzen, Farben, Tapeten, etc.
  • Schimmelpilzsporen aus Schimmelpilzen und Toxinen
  • Passivrauchen
  • falsches Lüften
  • falsches Heizen (zu warme, trockene Luft)

Den letzten Punkt können Eltern ohne Probleme beheben. Wichtig ist es, dass immer konstant geheizt wird. Sollte die Luft zu trocken sein, helfen Keramikschälchen, die an Heizkörper angebracht werden. Gleiches gilt beim Thema lüften: Der Luftaustausch sollte mehrmals pro Tag erfolgen. Die Fenster dabei für fünf bis zehn Minuten weit öffnen, nicht kippen.

Schimmelpilze

Schimmel im Haus sieht nicht nur unschön aus, er ist auch gesundheitsgefährdend. Immobilienbesitzer und Mieter sollten bereits beim ersten muffigen Geruch annehmen, dass es sich um einen Schimmelpilzbefall handeln könnte. Sie verbreiten sich häufig unbemerkt hinter Bildern, Möbeln oder Wandverkleidungen. Das Problem: Die Pilze bilden tausende Toxine und Sporen, die sich in der Raumluft freisetzen. Sie sind so klein, dass sie über die Atemluft in die Lunge gelangen und anschließend allergische Reaktionen im Körper hervorrufen können. Für Schimmelbefall gibt es folgende Ursachen:

  • schlechte oder nicht vorhandene Wärmedämmung
  • bauliche Mängel
  • undichte Fenster
  • Wärmebrücken
  • das Aufhängen feuchter Wäsche
  • mangelndes, falsches Lüften

5 Tipps zum Vermeiden von Schimmelbefall

  1. Das Kinderzimmer mindestens fünf Mal täglich im Gegenzug lüften, im Winter reicht kurzes Querlüften.
  2. Türen von Küche und Bad geschlossen halten und nach außen lüften.
  3. Keine feuchten Kleider im Haus oder in Schränken aufbewahren.
  4. Heizkörper sollten Wärme ungehindert abgeben können.
  5. Baumängel wir undichte Dächer, defekte Rohrleitungen, etc. umgehend beheben.

So werden Sie Schimmelpilze los

  • Den sichtbaren Pilz vorsichtig entfernen: Mit einem alkoholgetränkten Tuch die befallenen Stellen abwischen. Den Raum anschließend gut lüften, und während der Prozedur immer einen Atemschutz tragen.
  • Salmiakverdünnung in der Apotheke kaufen und die Schimmeloberfläche damit behandeln.
  • Befallene Tapeten, Hölzer oder Anstriche entfernen.
  • Auf „hochwirksame“ chemische Mittel verzichten, sie gefährden die Gesundheit der Kinder.
  • Befallene Möbel mit Alkohol abwischen. Möbel mit Polsterung entsorgen, für sie gibt es keine Möglichkeit zur Sanierung.
  • Textilien, Teppiche und Polstermöbel mit Staubsauger reinigen.

Artikelbild: © Goran Bogicevic / Shutterstock

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