Schädlinge im Garten bekämpfen – natürlich und schonend

Schädlinge im Garten bekämpfen – natürlich und schonend

In einem schön gepflegten Gemüse- oder Ziergarten fühlen sich Pflanzenfreunde wohl. Leider ist das grüne Paradies aber auch der optimale Nährboden für Schädlinge, welche sich gerne an den mühsam gepflanzten und aufwendig gepflegten Gewächsen des Gartens bedienen. Doch wie wird man die unliebsamen Gäste schnell wieder los? Ist der Griff zur Chemiekeule wirklich immer notwendig? Antworten auf diese Fragen haben wir Ihnen im heutigen Ratgeber von Heimhelden.de zusammengestellt.

Die Art der Bekämpfung richtet sich nach dem Schädling

Vorab ist festzustellen, dass jeder Schädling andere Vorlieben und Abneigungen hat. So individuell wie die Tiere selbst sind daher auch die Maßnahmen, die sich gegen sie bewährt haben.

Der Griff zur chemischen Waffe ist verlockend, aber es gibt für fast alle Schädlinge eine natürliche, schonende Alternative. Diese Art der Bekämpfung sollten Sie gerade im Gemüsegarten immer vorziehen. Sie möchten schließlich das Gemüse und Obst aus Ihrem Garten später mit einem guten Gewissen genießen.

Auch im Ziergarten sollten Sie zuerst ausprobieren, ob natürliche Mittel ausreichen, um die Schädlinge zu vertreiben. Jedes chemische Produkt ist auch eine Belastung für die Umwelt. Der erste Schritt besteht aber auf jeden Fall darin herauszufinden, welche Schädlinge Ihren Garten besiedelt haben. Nur so können Sie geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung ergreifen.

Dickmaulrüssler mit Fadenwürmern vertreiben

Dickmaulrüssler haben es insbesondere auf die Blätter von dekorativen Zierpflanzen abgesehen. Am wohlsten fühlen sie sich auf folgenden Gewächsen:

Die Schädlinge lieben also dieselben Pflanzen wie Sie. Die Larven der Dickmaulrüssler bedienen sich bevorzugt an Rinden und Wurzeln. Im schlimmsten Fall können die Blühpflanzen dadurch eingehen. Auf natürlichem Wege Abhilfe schaffen können Sie mit Nematoden aus dem Fachhandel. Es handelt sich dabei um kleine Fadenwürmer, die ihre Eier auf den Käferlarven ablegen. Der Nachwuchs der Nematoden frisst die Larven der Dickmaulrüssler von innen heraus auf und macht die Käfer so unschädlich. Mischen Sie die Nematoden einfach in das Gießwasser und gießen Sie dann die Pflanzen, bei denen Sie einen Befall festgestellt haben.

Was tun gegen Schnecken?

Nacktschnecken bedienen sich gerne an Salaten und verschiedenen Gemüsesorten. Oftmals lassen sie dem Gartenbesitzer nicht viel zum Ernten übrig. Kein Wunder, dass sich Pflanzenfreunde über Schnecken oft am meisten ärgern. Die umweltfreundlichste und zugleich preisgünstigste Maßnahme gegen Schnecken besteht aber darin, sie einfach abzusammeln. Der beste Zeitpunkt dafür ist morgens und abends sowie an regnerischen Tagen. Bringen Sie außerdem den natürlichen Unterschlupf der Schädlinge regelmäßig durcheinander, indem Sie die Erde harken. Sobald sich Schnecken zeigen, sammeln Sie diese wieder ein.

Schneckenkorn sollte nur eingesetzt werden, wenn es gar nicht anders geht. Für Katzen, Hunde und Igel ist das Gift nämlich genauso gefährlich wie für Schnecken.

Beginnen Sie daher am besten schon im Frühjahr mit dem regelmäßigen Absammeln der Schnecken, damit sie sich gar nicht erst so stark vermehren können. Alternativ können Sie sich Laufenten halten, denn sie verspeisen die lästigen Schnecken liebend gerne.

So sagen Sie der Rosenblattrollwespe den Kampf an

Die Rosenblattrollwespe befällt ausschließlich Rosen. Ein Befall ist an den sich einrollenden Rosenblättern gut zu erkennen. Diese Rolle nutzt die Wespe, um die Eier abzulegen. Daraus schlüpfen die Larven, welche der Rose weiter zusetzen. Sobald Sie einen Befall feststellen, sollten Sie die Blütenblätter konsequent entfernen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Blattläuse mit Marienkäfern bekämpfen

Nicht nur Blattläuse, sondern auch Schildläuse, Blutläuse und schwarze Läuse vermehren sich bei warmen Temperaturen explosionsartig. Sie bringen die Blätter Ihrer Gewächse nach und nach zum Abfallen. Das beste Gegenmittel besteht darin, die Pflanzen mit dem Wasserschlauch abzuspritzen.

Alternativ können Sie Wasser mit Spülmittel oder Rapsöl mischen und auf die Pflanze spritzen. Durch den schmierigen Film können sich die Läuse nicht mehr an den Blättern und Stängeln halten. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, Marienkäfer auf die Pflanze zu setzen. Die im Fachhandel erhältlichen Käfer ernähren sich von Blattläusen.

Wühlmäuse und Maulwürfe vertreiben

Zu den lästigsten Schädlingen im Garten gehören Wühlmäuse. Sie bedienen sich an den Wurzeln und Baumrinden Ihrer Pflanzen und verzehren Ihr Gemüse, bevor Sie selbst zum Ernten kommen. Leider gibt es kaum natürliche Möglichkeiten, sie zu vertreiben. Am besten ist es, die Wühlmäuse regelmäßig zu stören, damit sie sich freiwillig einen neuen Platz suchen. Das klappt zum Beispiel, indem Sie die Gänge immer wieder öffnen und den Tieren damit den Unterschlupf wegnehmen.

Der Maulwurf steht unter Naturschutz. Er darf nicht gejagt, getötet oder gestört werden. Stattdessen müssen Sie ihn mit sanften Mitteln aus Ihrem Garten vertreiben, indem Sie ihn mit Geräuschen oder unangenehmen Gerüchen in die Flucht schlagen.

Es gibt einige Pflanzen, die weder Wühlmäuse noch Maulwürfe mögen. Dazu gehören:

  • Kaiserkronen
  • Knoblauch
  • Wühlmauswolfsmilch

Es ist eine gute Idee, diese Gewächse in Ihren Garten zu pflanzen, wenn Sie mit Wühlmäusen oder Maulwürfen zu kämpfen haben.

Zusammenfassung

Schädlinge im Garten sind ärgerlich, müssen aber nicht immer mit chemischen Mitteln bekämpft werden. Stattdessen können Sie Käfern und Läusen mit ihren natürlichen Fressfeinden zu Leibe rücken. Wühlmäuse sollten immer wieder gestört werden, damit sie ein anderes Quartier aufsuchen. Schnecken sammeln Sie am besten in der Dämmerung morgens und abends von den Pflanzen ab.

Artikelbild: © Grisha Bruev / Shutterstock

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