Selbstnivellierende Ausgleichsmasse – Ein echter Selbstläufer bei Bodensanierungen

Selbstnivellierende Ausgleichsmasse – Ein echter Selbstläufer bei Bodensanierungen

Das Ausgleichen von Unebenheiten ist ein Prozess, bei dem grundsätzlich methodisch vorgegangen werden muss. In der Vergangenheit lag die Schwierigkeit bei solchen Vorgängen oftmals darin, dass die Ausgleichsmasse sehr vorsichtig aufgetragen und geglättet werden musste, bis ein ausreichendes Ergebnis erzielt wurde. Das spart die selbstnivellierende Ausgleichsmasse, indem sie diesen Prozess größtenteils selber durchführt.

Wodurch sich selbstnivellierende Ausgleichsmasse auszeichnet und wofür sie zu verwenden ist, wird nachfolgend dargestellt.

Die Bedeutung von „Nivellieren“

Im Grunde genommen bedeutet „Nivellieren“ im Allgemeinen nur, dass Unterschiede ausgeglichen werden. Aus diesem Grund bedeutet das für die Ausgleichsmasse, dass sie sich selbst ausgleicht. Flüssige Massen machen das auf einem waagerechten Untergrund ohnehin schon ziemlich gut, da sie überall hinfließen und somit weitestgehend für diesen Ausgleich sorgen. Bei weniger flüssigen Massen ist das allerdings nicht der Fall, weshalb diese prinzipiell als „nicht selbstnivellierend“ bezeichnet werden.

Besonders für diesen Zweck wurden aber die selbstnivellierenden Ausgleichsmassen geschaffen. Ihre Struktur ist extra so angepasst, dass sie sich so gut wie möglich selbst glätten. Allerdings sind auch flüssige Massen nicht so gut darin, im Vergleich zu den speziellen selbstnivellierenden Massen, da diese dabei nicht ausreichend dünn werden.

Deshalb ist eine Selbstnivellierung bei Ausgleichsmassen praktisch

Der Hauptgrund für die Verwendung selbstnivellierender Massen liegt darin, dass Zeit eingespart wird. Der Arbeitsprozess wird entscheidend verkürzt. Wenn die Ausgleichsmasse so gut wie gar nicht bearbeitet werden muss, sodass sofort mit der Austrocknung begonnen wird, können zeitgleich weitere Arbeiten durchgeführt werden. Es gibt aber auch Einsparungen im Bereich der Materialien.

Besonders für große Flächen werden auch große Werkzeuge zum Glätten benötigt, wenn die Ausgleichsmasse das nicht selbst übernimmt. Diese Werkzeuge sind nicht immer ganz billig und ebenfalls nicht sehr einfach zu bedienen. Besonders bei privaten Renovierungen lohnt sich also selbstnivellierende Ausgleichsmasse, da der Raum schneller wieder genutzt werden kann und die Kosten im Rahmen zu halten sind.

Darum ist eine glatte Ausgleichsmasse wichtig

Der Name gibt naturgemäß Aufschluss über den Verwendungszweck der selbstnivellierenden Ausgleichsmasse. Die Ausgleichsmasse soll zur Korrektur von Unebenheiten genutzt werden. Diese liegen meist im Bodenbereich und können beispielsweise dann entstehen, wenn alte Bodenschichten entfernt werden. Auch das falsche Auftragen von anderen Materialien kann manchmal zu Unregelmäßigkeiten führen, weshalb diese ausgeglichen werden müssen.

In der Folge bildet die Ausgleichsmasse natürlich nicht die oberste Schicht. Wenn beispielsweise Laminat unmittelbar darüber verlegt werden soll, ist es sehr wichtig, dass der Boden glatt ist. Ein unebener Boden sorgt dafür, dass die einzelnen Platten keine ebene Oberfläche bilden und unterschiedlich hoch abstehen. Das gilt im Prinzip für alle Bodenbeläge, die keine eigenen Ausgleichsmechanismen besitzen.

Selbst bei niedrigeren Schichten innerhalb des Bodens kann ein glatter Untergrund entscheidend sein. Das gilt beispielsweise auch für Estrichplatten, die als eine Bodenschicht verlegt werden können.

Konkrete Einsatzbereiche von selbstnivellierender Ausgleichsmasse

Neben den bereits erwähnten Laminatböden, ist es für alle anderen Holzböden auch wichtig, dass der Untergrund glatt ist. Bei kleineren Löchern ist es für die regelmäßige Anbringung zwar nicht so wichtig, allerdings sind kleine Lufträume unterhalb der Platten auch nicht immer ratsam, da sie Platz für Ansammlungen geben. Darüber hinaus ist es im Grunde genommen egal, ob die Bodenbeläge im Außen- oder aber im Innenbereich genutzt werden.

Daher kann es auch für Naturstein- oder Betonplatten wichtig sein, den Untergrund entsprechend auszugleichen. Dabei werden neben Löchern auch Risse und Abschabungen repariert. Im Grunde genommen kann fast jede Unebenheit effizient mit der selbstnivellierenden Ausgleichsmasse ausgeglichen werden, solange die Unebenheiten nicht zu groß sind.

Bei kleinen, einzelnen Erhöhungen ist es meistens eher sinnvoll, wenn diese entfernt werden, anstatt den gesamten Boden mit der Ausgleichsmasse zu füllen. Das ist zwar theoretisch auch möglich, kann aber die Kosten und die Traglast deutlich erhöhen.

Vorbereitungen vor dem Benutzen von selbstnivellierender Ausgleichsmasse

Um den Boden möglichst glatt zu bekommen, müssen natürlich zunächst einmal alle Schichten, die nicht gewollt sind, abgetragen werden. Danach ist es wichtig, dass sämtliche Materialreste und auch möglichweiser angefallener Staub abgesaugt werden, damit die Masse später möglichst gut hält. Es ist ebenfalls darauf zu achten, dass der Raum klar von anderen Räumen getrennt wird. Zusätzlich können die Ränder an den Wänden mit kleinen Fugen ausgestattet werden, damit die Masse nicht in mögliche Ritzen reinläuft.

Im Anschluss kann der Boden mit einer Haftbrücke angestrichen werden. Diese ist aus zwei Gründen wichtig. Zum einen wird dadurch dafür gesorgt, dass die Ausgleichsmasse später gut haftet. Zum anderen wird aber auch dafür gesorgt, dass der Untergrund nicht zu schnell zu viel Flüssigkeit aus der Ausgleichsmasse zieht.

Auftragen von selbstnivellierender Ausgleichsmasse

Damit die Masse die richtige Konsistenz hat, wird sie frisch angerührt. Dazu werden Wasser und die trockene Masse mit einem Rührstab vermischt. Das Mischverhältnis und die Temperatur des Wassers gibt dabei der Hersteller an, da die Masse weder zu flüssig, noch zu trocken sein darf. Beim Auftragen ist wichtig, die richtige Materialmenge zu benutzen. Bei großen Räumen werden mehrere Gemische nacheinander ausgeschüttet. Der Vorteil der Masse liegt dabei darin, dass sie nur an eine Stelle geschüttet werden muss und sich von dort aus tatsächlich selber verteilt.

Bei großen Räumen sind es dennoch mehrere Stellen, an den die verschiedenen Gemische ausgeschüttet werden. Diese verbinden sich allerdings nicht perfekt, selbst wenn sie gleich angerührt wurden. Daher kann dort von Hand mit einer Glättkelle nachgeholfen werden. Dieser Vorgang wird dann so oft wiederholt, bis der gesamte Boden gleichmäßig ausgeglichen wurde.

Nach dem Auftragen der Ausgleichsmasse ist es wichtig, dass der Raum gut durchlüftet wird. Das hilft der Masse beim Trocknen und macht das Wohnen im selbigen Raum später auch angenehmer, da keine Gerüche mehr vorhanden sind.

Fazit

Selbstnivellierende Ausgleichsmasse ist sehr praktisch und kann auf vielseitige Art und Weise verwendet werden. Dabei stehen besonders die Zeit- und Arbeitsersparnis im Vordergrund und sind wichtige Vorteile gegenüber anderen Ausgleichsmassen.

Zusammenfassung

Wenn der Boden saniert wird, ist es wichtig, dass der Boden wirklich glatt ist, bevor weitere Bodenbeläge verlegt werden. Dazu muss die selbstnivellierende Ausgleichsmasse lediglich auf den vorbearbeiteten Boden ausgebreitet werden und im Anschluss trocknen.

Artikelbild: © wuttichok / Bigstock.com

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