Sellerie – das vitaminreiche Gemüse selbst anpflanzen

Sellerie – das vitaminreiche Gemüse selbst anpflanzen

Sellerie (Apium graveolens) ist ein vitaminreiches und gesundes Gemüse, welches sich zwischen dem Knollensellerie und dem Stangensellerie unterscheiden lässt. Beim Stangensellerie wird der obere Teil der Pflanze verwendet. Bei beiden Sellerie-Varianten handelt es sich um die gleiche Pflanze. Die Züchtung des jeweiligen ist jedoch unterschiedlich.

Anbau, Aussaat und Pflanzung

Sellerie muss relativ früh im Jahr gesät werden. Am besten beginnt man spätestens Anfang März mit der Anzucht zuhause. Es ist zu beachten, dass es sich bei dem Gemüse Sellerie um eine Lichtkeimer handelt. Lichtkeimer bedeutet, dass das Saatgut nicht mit Erde bedeckt werden darf, sondern offenbleibt. Um eine ausreichende Feuchtigkeit gewährleisten zu können ist es sinnvoll, die Töpfe mit Folie zu verschließen, bis sich das erste Grün sehen lässt.

Sie können das Gemüse in kleine Töpfe säen oder eine Aussaatschale verwenden. Sobald die ersten Laubblätter ansetzen, können Sie die Keimlinge einzeln setzen. Im Mai erfolgt die Auspflanzung des Gemüses. Mit einem Reihenabstand von 40 cm können Sie die Keimlinge in ein Beet pflanzen. Der Pflanzenabstand von mindestens 35 cm sollte dringlichst eingehalten werden. Ebenso wichtig ist es, den Sellerie nicht zu tief zu pflanzen.

Wichtig ist, dass das Gemüse einen nährstoffreichen und sonnigen Platz im Garten bekommt. Außerdem sollten mindestens vier Jahre vergehen, bis auf den Beeten, wo schon einmal Sellerie angebaut wurde, neue Pflanzen angebaut werden. Optimal ist ein Bett, in das bereits im Frühjahr Kompost verarbeitet wurde.

Merkmale, Aussehen und Wuchs

Sellerie, auch echter Sellerie genannt, ist ein krautiges Gewächs, welche eine Wuchshöhe von 30 bis 100 cm erreichen kann. Die Wurzeln des Gemüses sind spindelförmig, wobei sie im zweiten Jahr des Wachstums verholzen. Die Stängel sind stark und die Blätter dunkelgrün und glänzend. Die Blätter sind lang gestielt.

Die Sellerie-Pflanze bildet einzelne Dolden. Diese sind ebenfalls kurz gestielt und können aus bis zu zwölf Strahlen bestehen. Die Kronblätter der Pflanze sind reinweiß, können aber auch gelblich und grün sein. Die Blüten hingegen sind protandrisch. Das bedeutet, dass der Reifeprozess der weiblichen und männlichen Blüten zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt einsetzt. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten oder eben durch die Selbstbestäubung.

Die Frucht des Gemüses ist eiförmig und 1,5 bis 2 mm breit. Sie hat dreikantige, gelbe Rippen, welche dazwischen dunkelbraun gehalten sind. Der Furchthalter des Gemüses ist eher borstig und an seiner Spitze gekerbt.

Steckbrief Sellerie
Blütezeit (Monat) Juni
Blattfarbe grün
Blattform rauten- bis keilförmig
Stängelform aufrecht, stark, stehend
Verwendung Stängel
Wuchshöhe zwischen 30 und 100 cm
Licht sonnig, Saatgut darf nicht mit Erde bedeckt sein, Lichtkeimer
Bodenart nährstoffreich
Bodenfeuchte feucht
phWert zwischen 6 und 7,5
Nährstoffbedarf nährstoffreich
Gartenstil Apothekergarten, Gemüsegarten, Bauerngarten

Pflanzenfamilie und Sorten

Sellerie wird heute gerne als Heil- und Gemüsepflanze verwendet. Im Garten selbst können Sie Knollensellerie und Stangensellerie anbauen. Beide Gattungen bringen verschiedene Sorten mit, welche roh und gekocht gegessen werden können.

Die Sorten des Knollensellerie

Art Beschreibung / Eigenschaften
Prinz Sehr festes, weißes Fleisch, ertragreich, ebenso fürs Gewächshaus geeignet, eher mildwürziger Geschmack
Ibis Nussiger Geschmack, schossfest, einer der bekanntesten Arten der Gemüsesorte
Mars Grünweiße Knollen, besonders widerstandsfähig gegen den sogenannten Sellerierost
Biancho del Veneto: Einer der spätreifen Sorten, üppige Blätter, weiße Schale und weißes Fleisch
Giant Prague: Süßer Geschmack, fleischige, weiße Knollen
Monarch: Helle Knolle, nussartiger und milder Geschmack

Sorten des Stangensellerie

Art Beschreibung / Eigenschaft
Tango Feinwürziger Geschmack, grüne Stängel, Blattfleckenkrankheit
Elne Glatte und fleischige Blätter, eher dezente Würze
Spartacus F1 Etwas frühreif, besonders widerstandsfähig gegenüber Krankheiten, oftmals auch als Bleichsellerie bekannt
goldener Riesensellerie: Breite und fleischige Stangen
Gigante Dorato: Feste Rippen, früh – bis mittelreif

Für ein besonderes Sellerie-Aroma ist es von Vorteil, ältere Sorten anzubauen. Diese haben kleinere und zugleich aromatischere Knollen und eher dunkles Fleisch.

Herkunft und Vorkommen des Sellerie

Der Sellerie wurde 800 n.Chr. entdeckt und erstmals in Europa erwähnt. Bis ins 18. Jahrhundert hingegen wurde das Gemüse lediglich in Kloster- und Hofgärten angebaut. Erst nach dieser Zeit nutze man Sellerie in der Ernährung. Das Selleriegrün wird zum Würzen von Suppen und anderen Lebensmitteln benutzt. Oftmals wird es sogar als Schnitt- oder Wurzelsellerie angeboten. Die großen Blätter erinnern eher an das Gewächs einer Petersilie. Feingehackt schmecken sie jedoch komplett anders und lassen sich über Salat oder als Suppengrün verwenden.

Ob nun roh, gekocht oder gebraten – Sellerie ist gesund und gehört zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung dazu. Der Knollensellerie oder auch Wurzelsellerie ist bereits ein wichtiger Bestandteil im eingebundenen Suppengrün. Der Sellerie wird häufig in Mittel- und Südeuropa angebaut und ist das ganze Jahr im Handel erhältlich. Die einheimischen Knollen sind besonders zwischen den Monaten September bis November erhältlich.

Ernte und Lagerung (Blütezeit)

Bei der Sellerie-Ernte gibt es erhebliche Unterschiede in den Formen. Der Stangensellerie kann bereits im Monat Juni geerntet werden. Wichtig ist, dass Sie Stange für Stange ernten, je nach Bedarf. Es werden die einzelnen Stangen abgeschnitten. In der Regel wachsen dort neue.

Die Erntezeit ist bis zum ersten Nachtfrost möglich. Sobald die Temperaturen unter den Nullpunkt gehen werden die Stangen glasig und sind nicht mehr zum Verzehr geeignet. Mit Hilfe von Gartenvlies kann die Erntezeit optimal verlängert werden. Solange das Nahrungsmittel frostfrei und hell steht, kann es den Winter gut überstehen. Temperaturen zwischen 10 Grad und 20 Grad sind zu empfehlen. In dieser Zeit sollte jedoch eine weitere Düngung erfolgen.

Der Sellerie lässt sich für einige Monate ohne Probleme aufbewahren. Wichtig ist, dass er kühl und frostfrei steht. Die Erdreste müssen dazu an den Knollen verbleiben und vor dem Einlagern gut trocknen. Der Sellerie verdirbt schnell, wenn er vorher gewaschen wird. Sollten Sie keinen ausreichenden Platz für das Gemüse haben, waschen sie es, schneiden es in Würfel und blanchieren es. Eingefrorener Sellerie kann die Küche das ganze Jahr über bereichern. Besonders in der Low-Carb-Ernährung wird das Gemüse häufig eingesetzt.

Pflege, Krankheiten und Schädlinge des Selleries

Der Sellerie liebt einen nährstoffreichen und feuchten Boden. Wichtig ist es, den Boden hin und wieder nach zu düngen. Dafür kann beispielsweise Brennnesseljauche benutzt werden. Um den Boden optimalen zu pflegen ist es vorteilhaft diesen von Beginn an zu lockern und unkrautfrei zu halten.

Damit die Knolle schön hell wird, können Sie die Pflanzen mit einer leichten Salzlösung gießen. Im Gegensatz zu anderen Pflanzen verträgt Sellerie das Salz besonders gut. Sobald die Knolle die Größe einer Walnuss erreicht hat, kann die Erde im oberen Drittel abgetragen werden, sodass sie freiliegt. Dies regt das Wachstum der Knolle an.

In den beiden Monaten Mai und Juni besteht die Gefahr durch die Selleriefliege. Diese legt ihre Eier in die Stängel der Pflanze ab. Die Larven der Selleriefliege fressen sich durch diese, sodass die Stängel an Saft verlieren und aussehen, als seien sie verwelkt. Wühlmäuse können ebenfalls eine Bedrohung für die Pflanze darstellen. Sie nagen liebend gerne an den Knollen des Gemüses. Bemerkt man die Plage nicht vorzeitig, sterben die Pflanzen ab und es sind nur noch kleine Teile der Knolle zu ernten.

Gelegentlich kann es passieren, dass sich ein sogenannter „Sellerieschorf“ oder die „Blattfleckenkrankheit“ bildet. Beides fällt unter die Pilzkrankheiten. Der Einsatz von speziellen Pflanzenschutzmitteln ist dann wichtig.

Anwendungsgebiete und -beispiele, Nutzung und Heilwirkung

Sellerie wurde schon im alten Ägypten als Heilpflanze eingesetzt. Die heutige Sellerievielfalt ermöglicht es sogar, dass das Nahrungsmittel gegen rheumatische Beschwerden hilft. In der traditionellen chinesischen Medizin wirkt reiner Selleriesaft sogar gegen hohen Blutdruck. Ebenso kann das Gemüse bei Verdauungsstörungen und neurologischen Altersbeschwerden helfen. Dies hört sich an wie ein Wunder, ist es jedoch nicht. Sellerie wird häufig als Heilpflanze eingesetzt, unter anderem auch bei Gicht.

Ebenso wirkt das Gemüse gegen Entzündungen. Schließlich handelt es sich um eine perfekte Antioxidantien-Quelle. Neben dem wichtigen Vitamin C und dem enthaltenen Beta Carotin enthält das Gemüse eine große Menge an Polyphenolen. Hierbei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, welche eine starke antioxidative Wirkung mitbringen. Es konnte bereits vor einigen Jahren nachgewiesen werden, dass Sellerie das Risiko an einer Entzündung im Verdauungstrakt zu erkranken minimiert.

Doch das war lange nicht alles. Das Gemüse kann in der Ernährung gegen die folgenden Beschwerden helfen:

  • schützt den Magen
  • kräftig das Herz-Kreislaufsystem
  • wirkt positiv gegen Krebs
  • eignet sich ideal zum Abnehmen
  • enthält ein hohes Maß an Vitamin

Einzelne Rezepte sind besonders im Sommer lecker. Der Sellerie schmeckt dann am besten.

Inhaltsstoffe der Pflanze

Der Sellerie gehört zu den Gemüsesorten mit den wenigsten Kalorien. Daher wird das Gemüse gerne in der Low-Carb-Ernährung und zum Abnehmen benutzt. 100 Gramm Sellerie bringen es gerade einmal auf 15 Kalorien. Das Gemüse besteht aus über 90 Prozent Wasser. Neben dem Wasser sind besonders wichtige Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Kalium, Natrium, Kalzium und Magnesium sind wichtige Botenstoffe für den menschlichen Körper. Das Gemüse ist gesund und enthält sehr wenig Kohlenhydrate, kaum Fett und keinen Zucker. Folsäure und verschiedene Vitamine wie B1, B12, C und E sind ebenfalls enthalten. Die enthaltenen Inhaltsstoffe bauen nicht nur Stress ab, sondern können zugleich die Nerven beruhigen.

Infos zur Giftigkeit der Pflanze

Grundsätzlich ist Sellerie nicht giftig. Allerdings kann das Gemüse allergische Reaktionen hervorheben und einen anaphylaktischen Schock auslösen. Dieser wird auch Sellerie-Karotten-Beifuß-Syndrom genannt. Sind die Sellerieknollen durch einen Pilz infiziert, kann dies ebenfalls zu phonotoxischen Reaktionen führen.

Wissenswertes zur Pflanze

Sellerie ist als Knollen- und Staudensellerie bekannt und schmeckt in beiden Varianten einfach köstlich. Der Knollensellerie gehört zu dem Wurzelgemüse. Der Staudensellerie hingegen zu den Doldenblütlern. Der Sellerie wird sehr gerne für Suppen und Salate benutzt. In der Ernährung ist das Gemüse vielseitig verwendbar.

Fazit

Sellerie macht seinem Namen aller Ehre. Das Geheimnis des Gemüses liegt schließlich im Inneren. Das köstliche Fruchtfleisch ist nicht nur gesund, sondern kann für ausreichend Abwechslung auf dem Speiseplan sorgen. Jeder sollte einen ausreichenden Vorrat der Pflanze im Haus haben. Daher lohnt sich der Anbau im Garten jederzeit.

Zusammenfassung

Wer das Gemüse Sellerie im eigenen Garten pflanzen möchte sollte lediglich darauf achten, zu welcher Zeit die Aussaat möglich ist. Generell ist der Anbau kinderleicht. In der eigenen Ernährung ist Sellerie nicht mehr wegzudenken. Schließlich handelt es sich um ein Gemüse, dass gesund ist, vor Entzündungen schützt und den Stoffwechsel des Menschen anregen kann. Sogar in Stresssituationen und zum Abnehmen ist das Gemüse ideal geeignet.

Artikelbild: 5 second / Bigstock.com

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