Silikon auflösen – das hilft gegen die hartnäckige Dichtungsmasse

Silikon auflösen – das hilft gegen die hartnäckige Dichtungsmasse

Silikon ist eine praktische Masse, die das Eindringen von Feuchtigkeit in Fugen verhindert und somit Schimmelbildung vorbeugt. Trotz regelmäßiger Reinigung lassen sich jedoch Verschleißspuren an der Silikonfuge nicht vermeiden. In der Folge muss die Masse von den Fliesen, dem Badewannenrand beziehungsweise von der Duschtasse gelöst werden. Das Silikon muss auch dann rückstandslos entfernt werden, wenn im Zuge von Renovierungsarbeiten die Badewanne oder die Dusche erneuert wird. Doch wie wird man die hartnäckige Kunststoffmasse los?

Silikon entfernen – kein Grund zur Panik

Jeder, der einmal mit Silikon hantiert hat, weiß wie hartnäckig die klebrige Kunststoffmasse ist. Trotzdem sind Silikonflecken und -reste kein Grund zur Panik. Um gröbere Patzer zu vermeiden, sollten die Stellen, die nicht mit Silikon versiegelt werden sollen, im Vorhinein abgeklebt werden. Dadurch erspart sich der Heimwerker schweißtreibendes Schrubben oder die Anwendung von hartnäckigen Lösungsmitteln im Nachhinein.

Bei aller Vorsicht kann jedoch immer einmal etwas daneben gehen. Ist die Masse noch nicht ausgehärtet, genügen meist gängige Hausmittel, um die klebrige Masse zu beseitigen. Spülmittel ist hier das Mittel der Wahl. Großzügig auf das frisch verteilte Silikon aufgetragen, legt sich das Spülmittel um die Masse und verringert dadurch die Haftung am Untergrund. Dadurch kann es einfach weggewischt werden.

Es ist darauf zu achten, dass das Spülmittel nicht mit Wasser in Berührung kommt. Sonst verliert es die gewünschte Wirkung.

Sehr weiches Silikon kann auch einfach mithilfe eines feuchten Tuchs oder mit feuchtem Küchenpapier aufgenommen werden. Alternativ kann ein Spachtel unter die Masse geführt werden, um das Silikon abzutragen. Doch was kann der Handwerker tun, wenn das Silikon erst einmal ausgehärtet ist?

Bereits hartes Silikon entfernen – so geht’s

Je nach Untergrund bieten sich verschiedene Mittel an, um bereits ausgehärtetes Silikon zu entfernen. Selbst bei hartnäckigen Lösungsmitteln kommt man jedoch um mechanische Vorarbeit nicht herum. Wer gerade keine Lösungsmittel wie Naphta oder Aceton im Hause hat, kann zu Hausmitteln wie Babyöl, Lotionen oder wiederum Spülmittel greifen.

Je nach dem, welche Substanz in den eigenen vier Wänden vorrätig ist, wird das Babyöl, die Lotion oder das Spülmittel großzügig auf das zu entfernende Silikon aufgetragen und leicht einmassiert. Nach einer etwa fünfminütigen Einwirkzeit kann mit dem Ablösen begonnen werden. Die schmierigen Substanzen gelangen durch das Einmassieren auch unter die Silikonfuge beziehungsweise umschließen den Silikonfleck, so dass die Masse einfacher zu lösen ist. Für glatte Flächen empfiehlt sich das Abnehmen mit einem Spachtel. Soll eine alte Silikonfuge entfernt werden, ist ein Fugenhai das Werkzeug der Wahl. Alternativ tut es jedoch auch ein Spachtel.

Das Ablösen von Altfugen kann weiter vereinfacht werden, indem zu beiden Seiten der Fuge mit einem Cuttermesser die Masse von den Fliesen geschnitten wird, bevor Babyöl, Lotion oder Spülmittel aufgetragen wird.

Silikon auflösen wie die Profis

Wer nicht erst mit Hausmitteln experimentieren möchte, greift zu bewährten Lösungsmitteln und professionellem Werkzeug, um Silikon aufzulösen.

Ausgehärtetes Silikon sowie alte Silikonfugen lassen sich am besten mit Silikonentferner auflösen. Im Baumarkt sind spezielle Reinigungssets erhältlich, die neben dem Lösungsmittel auch einen Applikator enthalten. Der mitgelieferte Pinsel dient dazu, das Lösungsmittel, meist auf Basis von Naphta oder Aceton, aufzutragen. Die hartnäckigen Substanzen sind in der Lage die Kunststoffmasse aufzulösen. Dabei entstehen jedoch giftige Dämpfe. Daher gibt es einiges bei der Anwendung von Silikonentferner zu beachten.

Vorsichtsmaßnahmen beim Auflösen von Silikon

Wer Silikon mit Lösungsmitteln entfernen möchte, sollte während der Anwendung stets Schutzhandschuhe sowie eine Schutzbrille tragen. Darüber hinaus sollte die Arbeit mit Lösungsmitteln generell nur in gut belüfteten Räumlichkeiten durchgeführt werden, um Schwindel und Kopfschmerzen vorzubeugen.

Bewahren Sie Lösungsmittel stets außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren auf. Achten Sie auf die ordnungsgemäße Entsorgung laut Herstellerhinweisen.

Mit Silikonentferner alte Fugen lösen – so geht’s

Silikonentferner ist in der Lage etwa zwei Millimeter dicke Silikonschichten aufzulösen. Die meisten Silikonfugen sind jedoch zwischen 0,5 und zehn Millimeter dick. Vor dem Auftragen des Lösungsmittels muss daher die alte Silikonfuge mechanisch bereits grob entfernt werden. Am einfachsten geht das mit dem Fugenhai. Dieses vorne spitz zulaufende Werkzeug wird wie ein Spachtel verwendet und unter das Silikon geschoben. Das scharfe Gerät wird dann entlang der Fuge geführt, um das Silikon vom Untergrund zu lösen.

Anschließend wird mithilfe des Applikators der Silikonentferner auf die verbleibenden Silikonreste in der Fuge aufgetragen. Nach einer etwa fünfminütigen Einwirkzeit ist das verbleibende Silikon aufgequollen und kann mit einem Handschrubber, Handschleifvlies oder der rauen Seite eines Topfreinigers einfach entfernt werden.

Das Lösungsmittel darf nicht eintrocknen. Gegebenenfalls muss das Mittel großzügiger aufgetragen werden.

Sollten nach der einmaligen Anwendung noch immer Rückstände auf den Keramik- oder Steinzeugfliesen zu finden sein, kann die Anwendung wiederholt werden. Hartnäckige Lösungsmittel sind für die Anwendung auf saugfähigen Untergründen nicht geeignet. Für das Entfernen von Silikon auf empfindlichen Untergründen wie Holz empfehlen sich mechanische Methoden zur Reinigung.

Wer Eisspray im Haus hat, kann ausgehärtetes Silikon auch damit vorbehandeln. Das durch die Kälte spröde gewordene Silikon lässt sich wesentlich einfacher mechanisch entfernen.

Zusammenfassung

Silikon ist eine zuverlässige Dichtungsmasse, die jedoch ohne professionelles Zubehör nur mit großem mechanischen Aufwand zu entfernen ist. Die Arbeit ist häufig nervenaufreibend und zeitintensiv. Mit Silikonentferner können Silikonreste aufgelöst werden, um sie einfach zu entfernen.

Artikelbild: © bane.m / Bigstock.com

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