Silikon: Wann es wie hitzebeständig sein sollte!

Silikon: Wann es wie hitzebeständig sein sollte!

Dem Heimwerker ist Silikon vor allem als Fugendichtmasse bekannt, so manche Frau weiß es aber auch in der Küche zu schätzen. Der Kunststoff ist ein wertvoller Helfer im Alltag. In manchen Fällen ist es wichtig, dass Silikon auch einige Temperaturen aushält. Hier gibt es verschiedene Stufen der Hitzebeständigkeit, die je nach Vorhaben und Verwendung beachtet werden sollten.

Das ist Silikon

Hinter diesem Stoff steckt ein künstlich hergestelltes Material aus Silizium und Sauerstoff. Silizium hat ein hohes Vorkommen auf der Erde und ist eben daher eine gute Ressource. Silikon verbindet organische und anorganische Stoffe und wird daher oft als „Zwischenstoff“ oder Hybrid bezeichnet. Kein anderer Kunststoff kann diese Eigenschaften aufweisen, die Silikon mit sich bringt. Bei ihnen wird jedoch zwischen prinzipiell zwei Arten von Silikonen unterschieden: Essig, sauer oder mit Acetat vernetzende Silikone und neutral vernetzendes Silikon. Die erste Kategorie reagiert mit Luftfeuchtigkeit und spaltet dabei ein Lösungsmittel ab. Die zweite Kategorie ist auf Wasserbasis hergestellt und beim Trocknen verdunstet dieses. Aufgrund der elastischen, dehnfähigen und bewegungsfähigen Eigenschaften findet sich Silikon in vielen Bereichen. Nicht nur in der Brustimplantat-Industrie, sondern auch in der Kosmetik und vor allem im Baubereich ist Silikon sehr beliebt, als:

  • Sanitärsilikon
  • Küchensilikon
  • Bauwannensilikon
  • Acrylwannensilikon
  • Marmor- und Natursteinsilikon
  • hochtemperaturbeständiges Silikon

Die einzigartigen Eigenschaften reichen von Elastizität, Kälteunempfindlichkeit und Beständigkeit auch gegen Hitze. Gerade Letzteres macht Silikon so beliebt, um auch bei der Isolation von elektrischen Objekten, Abdichten in Küche oder in der Medizin Verwendungen zu finden.

Verschiedene Stufen der Hitzebeständigkeit

Silikone sind von Natur aus hitzebeständig. Doch es gibt Stoffe, die über verschiedene Grenzen der Temperaturen verfügen. Allgemein wird unterschieden in:

  • bis 150 Grad Celsius
  • bis 300 Grad Celsius
  • bis 600 Grad Celsius
  • bis 1000 Grad Celsius
  • bis 1500 Grad Celsius

Die meisten gewöhnlichen Silikone gehören der ersten Kategorie an. Hier sind auch die Implantate der Schönheitsindustrie zu finden. Oft stellen Frauen die Frage, ob sie damit auch in die Sauna können. Meistens lautet die Antwort: ja.

Die Angaben auf den verschiedenen Produkten sollten mit Bedacht gelesen werden. Denn hier wird auch zwischen Kurzfristigkeit und Dauerbelastung unterschieden. Manche Temperaturen hält das Silikon nicht dauerhaft aus!

Welche Hitzebeständigkeit für welchen Zweck?

Die herkömmlichen Silikone sind hitzebeständig bis 150 Grad und eignen sich zum Beispiel hervorragend zum Abdichten von Fugen am Küchenherd. Die zweite Kategorie ist im Automobilbereich zu finden. Silikone, die bis zu 300 Grad hitzebeständig sind, finden sich so zum Beispiel beim Abdichten von Motoren, Getrieben und anderen Bereichen in der Elektronik. Heizkessel, Trockner und Klimageräte werden ebenfalls mit diesen Materialen abgedichtet. Als hochtemperaturbeständiges Silikon werden die Produkte bezeichnet, die bis 250 Grad Celsius aushalten. Beim Abdichten von Kaminen und Heizelementen kommt meist Silikon zum Einsatz, das bis 1000 Grad Celsius hitzebeständig ist. Silikon bis 1500 Grad Hitzebeständigkeit wird beispielsweise in Hochöfen eingesetzt. Diese finden sich eher in der Industrie statt im Heimwerkerbereich. In diesem Fall ist der Stoff oft sogar feuerfest. Silikon gehört in den herkömmlichen Varianten der Brandstufe B2 an – normal entflammbar. In Spezialausführungen kann aber auch die Stufe B1 erreicht werden – schwer entflammbar.

Nicht nur für das Abdichten von heißen Stellen ist die Hitzebeständigkeit von Silikon hilfreich. Auch im Backbereich hilft das Material – als Backform aus Silikon. Diese Utensilien sind meist bis zu 260 Grad hitzebeständig. Ebenso sind sie lebensmittel- und farbecht. Auch Kochhandschuhe gibt es bereits aus hitzebeständigem Silikon.

Kaufberatung: Darauf sollte bei der Auswahl geachtet werden

Wer hitzebeständiges Silikon kaufen will, kann dies sowohl online aber auch im Fachmarkt erstehen. Die Kosten variieren je nach Temperaturkategorie. Normales Silikon kann bereits ab etwa 5 Euro pro Kartusche erstanden werden, hochtemperaturbeständiges Silikon kostet deutlich mehr. In allen Kategorien ist auch die Farbauswahl groß. Silikon muss nicht weiß sein, auch transparente Formen oder schwarze Kartuschen sind erhältlich. Beim Einsatz am und im Kamin kommt es neben dem Aushalten der Temperaturen auch auf die Optik an. Aber auch Rot, Blau und andere Farben sind erhältlich. Viele hitzebeständige Produkte eigenen sich auch für den Innen- und Außeneinsatz.

Wer sich entscheidet, via Kleinanzeige und Heimwerkerforen Restbestände zu kaufen, sollte wissen, dass Silikon auch ablaufen kann. Denn es enthält Weichmacher, die nach geraumer Zeit ihren Dienst aufkündigen. Die meisten Silikone haben eine Garantie auf optimale Verarbeitung von zwölf Monaten.

Zusammenfassung

Silikon ist dem Heimwerker gut bekannt. Während im Bad die Fliesen mit ihm unabhängig von Temperatur verfugt werden können, tritt in anderen Bereichen die Hitzebeständigkeit in den Vordergrund. Silikon kann aufgrund von natürlichen Eigenschaften hohe Temperaturen gut aushalten. Herkömmliches Silikon hat meist schon eine Beständigkeit bis 150 Grad. Aber es gibt auch Spezialsilikon, das die 10-fache Hitze überstehen kann.

Artikelbild: © vallefrias / Shutterstock

2 Kommentare

  1. Stipe 10.01.2018 11:35 Uhr

    Die Aussage ist nicht korrekt: „Als hochtemperaturbeständiges Silikon werden die Produkte bezeichnet, die bis 600 Grad Celsius aushalten.“ Hochtemperatursilikon beginnt ab 250° C, ansonsten netter Artikel.

    direkt antworten
    1. HeimHelden.de 10.01.2018 14:51 Uhr

      Danke für den Hinweis. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst!

      Ihr Heimhelden-Team!

      direkt antworten

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