Silikon lösen: So geht’s einfach

Silikon lösen: So geht’s einfach

Die Dichtmasse ist bei vielen Heimwerkerarbeiten ein wertvolles Hilfsmittel. Doch Silikon an den falschen Stellen kann ziemlichen Ärger verursachen. Denn gerade in ausgehärtetem Zustand ist es nur noch schwer und schlecht vollständig zu entfernen. Hässliche Rückstände und unschöne Ränder bleiben meist übrig. Doch es gibt Tipps und Tricks, wie unerwünschtes Silikon verschwinden kann.

Härter, fester, hartnäckiger – wann Silikon am besten entfernt werden kann

Grundsätzlich gilt: Die Entfernung ist erfolgreicher, wenn Silikon noch frisch und nicht ausgehärtet ist. Hier kann mit einfachen Mitteln die unerwünschte Masse entfernt werden: Sogar nur ein Lappen oder Spachtel und Rasierklinge reichen meist aus, um das Silikon wegzukratzen. Wenn Restbestände übrig bleiben, können diese mit Spülmittel entfernt werden. Schwieriger wird das Vorhaben bei bereits ausgehärtetem Silikon. Denn die Dichtmasse ist hartnäckig und hält auf dem Untergrund. Der eine versucht sich dann im mühsamen Abkratzen, der andere schwört auf verschiedene Hausmittel – Öl und Eis sollen helfen. Der Heimwerker sollte dabei aber auch beachten, welchen Untergrund das Silikon verschmutzt.

Silikon härtet ziemlich schnell aus. Schon nach 15 Minuten kann eine Silikonfuge fest und wasserunlöslich sein. Daher ist sauberes Arbeiten mit Silikon immer besonders wichtig.

Silikon lösen: Die Werkzeuge

Wer Silikonreste loswerden will, kann zu folgenden Werkzeugen greifen:

Spachtel und Rasierklinge leisten gute Dienste, wenn es um das Abkratzen von altem Silikon geht. Mit der Spachtel kann grob gearbeitet werden, die Rasierklinge ermöglicht filigraneres Handeln. Im spitzen Winkel sollte unter die Masse gefahren werden, um das Silikon auf Spachtel und Klinge zu schieben. So wird das Silikon vom Untergrund gelöst. Danach kommen verschiedene Mittel zum Einsatz: Ob Hausmittel oder professioneller Reiniger – das muss jeder Handwerker für sich selbst entscheiden.

Können Hausmittel helfen?

Zahlreiche Handwerker rücken ausgehärtetem Silikon mit Mittel zu Leibe, die im normalen Haushalt zu finden sind. Hierzu sind möglich:

Das Öl und die Lotion haben die Eigenschaft, in die Dichtmasse einzudringen und sie aufzuweichen. Der Nachteil: Öle können auf saugfähigen Untergründen jedoch Spuren hinterlassen. Das ist bei Spülmittel meist nicht der Fall. Dieses sollte unverdünnt ohne Wasser verwendet werden, dann macht das Spülmittel das Silikon klebriger und abwischbar. Aber auch das Auskühlen von Silikon kann helfen. Denn durch Eis wird die Dichtungsmasse spröde und hält sich schwerer auf dem Untergrund. Dieses Prinzip macht sich beispielsweise die Trockeneisreinigung zunutze, die Schmutz quasi von der Oberfläche abplatzen lässt. Nach dem Einreiben mit Eis, Aufsprühen von Eisspray oder Auflegen von Kühlakkus aus dem Tiefkühlfach muss ein wenig gewartet werden, bis das Silikon rissig ist. Dann kann es vom Untergrund abgetrennt werden.

Professionelle Silikonentferner aus dem Handel

Der Handel hält aber auch professionelle Silikonentferner vorrätig, die eine gründliche Entfernung versprechen. Denn wer hat einen professionellen Handwerker je mit Babyöl hantieren sehen? Die meisten Profis verwenden diese Produkte, da auch das Abkratzen unschöne Spuren im Untergrund hinterlassen kann. Deswegen kommt hier oft professioneller Silikonentferner zum Einsatz. Dahinter verstecken sich Produkte, die ein Lösungsmittel für Silikon enthalten. Andere arbeiten mit Säure, um die Dichtungsmasse zu lösen. Verschiedene Produkte sind hier schon zum kleinen Preis unter fünf Euro erhältlich. Silikonentferner gibt es sowohl flüssig, als auch als Spray oder Masse. Hier bleiben meist keine unschönen Spuren übrig.

Manche Produkte sind ein langwieriges Unternehmen. Diverse Silikonentferner haben lange Einwirkzeiten, die sich oft über mehrere Stunden hinweg ziehen. Der Heimwerker sollte in diesen Fall Geduld mitbringen.

Verschiedene Untergründe – verschiedene Methoden?

Die Wahl der Entfernungsmethode sollte jedoch auch von dem Untergrund abhängen, auf dem sich Silikon unerwünscht verbreitet hat. Bei Glas beispielsweise sollten weder Spachtel noch Klinge zum Einsatz kommen. Denn diese würden die Oberfläche empfindlich zerkratzen. Hier empfehlen sich lediglich Tuch, Lappen und flüssige Mittel. Auf Fliesen hingegen kann meist gefahrlos gekratzt werden. Dennoch ist vorsichtiges Arbeiten wichtig. Saugfähige Untergründe, wie Holz, sind besonders schwierig. Weiches Holz ist ebenfalls anfällig für Kratzspuren. Öl zieht ein und hinterlässt Flecken, was zu einem hässlichen Problem werden kann. Hier können Eis oder professionelle Reiniger die richtige Lösung sein.

Alte Silikonfugen entfernen

Doch nicht nur bei Kleckereien ist es notwendig, Silikon zu entfernen. Mit den Jahren werden die Fugen in Bad, Dusche und Küche auch undicht und porös. In manchen Fällen lagert sich hier auch Schimmel ab. Daher ist es auch für den Heimwerker in regelmäßigen Abständen notwendig, alte Silikonfugen zu entfernen. Dieses Vorhaben beginnt zunächst damit, die gesamte Oberfläche zu reinigen. Danach kann ein sogenannter Fugenkratzer verwendet werden – ein spezielles Werkzeug abgestimmt in Form und Material.

Aber auch das Küchen- oder Cuttermesser leistet hier gute Dienste. Je nach verwendetem Mittel (Silikonentferner oder Hausmittel) sollte dies anschließend in die Fugen mit einem Pinsel gestrichen werden, um die Reste ebenfalls zu entfernen. Nach entsprechender Einwirkzeit können diese ebenfalls abgekratzt oder abgewischt werden. Zum Schluss erfolgt eine weitere gründliche Reinigung, bevor die Fugen erneuert werden. Um keine weiteren Kleckereien zu verursachen, arbeitet der clevere Heimwerker mit Kreppband und klebt die Ränder sorgfältig ab.

Sonderfall Schimmel – was ist zu tun?

Umgehendes Entfernen von Silikon ist notwendig, wenn Schimmel im Spiel ist. Hier empfehlen viele Ratgeber, wie der Schimmel von Silikon entfernt werden kann. Neben Reinigungsmittel kommen hier auch oft Hausmittel wie Backpulver oder Aceton zum Einsatz. Doch effektiver ist es, nicht nur den Schimmel, sondern das gesamte Silikon zu entfernen. Denn nur so wird der Nährstoff für den gesundheitsschädlichen Pilz entzogen und eine vollständige Entfernung sichergestellt. Der Heimwerker sollte es auf sich nehmen, das Silikon zu erneuern. Häufiges Lüften und Reinigen mit Desinfektionsmittel beugt neuer Schimmelbildung anschließend vor.

Zusammenfassung

Silikon leistet abdichtende Dienste überall dort, wo es auch hingehört. Doch nicht selten passiert beim Spritzen unschönes Übertreten der Masse. Diese sollte frisch entfernt werden, denn ausgehärtetes Silikon lässt nur schwer beseitigen. Hier stehen sowohl professionelle Reiniger aber auch Hausmittel zur Verfügung. Der Untergrund ist zu beachten.

Artikelbild: © sima / Shutterstock

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