Silikon verfugen leicht gemacht

Silikon verfugen leicht gemacht

Die lästigste Arbeit beim Verlegen von Fliesen ist das anschließende Verfugen. Dieser Meinung sind zumindest die meisten Hobby-Handwerker, die ihre Fliesen selbst verlegt haben. Sie möchten die Fliesen in Ihrer Küche oder Ihrem Bad mit Silikonfugen ausstatten oder eine saubere Fuge mit Silikon in der Dusche, in der Badewanne oder unter dem Fenster ziehen? Dann sollten Sie ein paar Tipps und Hinweise bei der Verarbeitung von Silikon beachten, damit die Fugen wirklich sauber werden. In diesem Ratgeber von Heimhelden.de haben wir Ihnen eine detaillierte Anleitung zusammengestellt, damit Sie bei der Abdichtung mit Silikon keine Probleme haben werden und jede Fuge gleichmäßig gelingt.

Silikon oder Acryl?

Grundsätzlich gilt: Silikon ist nicht gleich Silikon, weshalb Sie schon vor dem Kauf des Dichtstoffs ein paar Dinge wissen sollten. Auf den ersten Blick ähnelt es zwar dem gleichermaßen beliebten Acryl, allerdings unterscheiden sich beide Substanzen hinsichtlich ihres Einsatzbereichs und ihrer Eigenschaften erheblich voneinander.

Sobald die Silikonfuge einmal gezogen ist, lässt sie sich nicht oder nur mit großem Aufwand überstreichen. Sie müssen sie daher entfernen und komplett erneuern, wenn sich Schimmel bildet oder Sie der Fuge eine andere Farbe verleihen möchten.

Falls Sie damit rechnen, dass Sie Ihre alte Silikonfuge früher oder später einmal überstreichen möchten, sollten Sie daher auf das überstreichbare Acryl ausweichen.

Das richtige Silikon finden

Falls Sie ganz sicher sind, dass Sie mit Silikon verfugen möchten, sollten Sie beim Kauf trotzdem ein paar Dinge beachten. Es gibt zum Beispiel Silikon, das nur für Trockenräume geeignet ist und daher weder in der Küche noch im Bad eingesetzt werden sollte. Durch den regelmäßigen Kontakt mit Wasser würde es sonst porös werden und schimmeln.

Für Nassräume ist spezielles Sanitärsilikon gedacht, das es auch in einer pilzhemmenden Variante gibt. Auf diese Weise lässt sich die Bildung von Schimmelpilzen von vornherein bestmöglich unterdrücken. Gleichzeitig ist Sanitärsilikon wasserresistent. Silikon können Sie in einer speziellen Kartusche im Baumarkt oder in verschiedenen Onlineshops kaufen.

Dieses Werkzeug benötigen Sie für das Verfugen mit Silikon

Bevor Sie nun sofort mit dem Renovieren beginnen und Fliese für Fliese die Silikonfugen ziehen, sollten Sie sich noch darüber informieren, welches Werkzeug Sie benötigen.

Werkzeug und Zubehör:

Eine gute Silikonpistole ist unbedingt notwendig, um die Silikonfuge sauber zu ziehen. Dort wird die Kartusche eingelegt, sodass Sie nur noch einen Hebel betätigen müssen, damit die Masse herausgedrückt wird.

Es gibt verschiedene Arten von Silikonpistolen, weswegen Sie am besten erst mehrere Produkte miteinander vergleichen sollten, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden. Angeboten werden zum Beispiel Handdruckpistolen, Druckluftpistolen, Akku-Pistolen und elektrische Kartuschenpistolen.

Der Silikonentferner ist nur notwendig, wenn Sie alte Silikonfugen erneuern möchten. In diesem Fall muss die Dichtmasse zunächst rückstandslos aus den Fugen entfernt werden. Dabei wird das Silikon erst mit einem Cutter-Messer oder einer Rasierklinge herausgelöst. Anschließend kommt der Silikonentferner zum Einsatz, um auch die letzten Silikonrückstände ohne großen Kraftaufwand zu beseitigen.

Anleitung: Schritt für Schritt zur perfekten Fuge

Wenn Sie das erste Mal eine Silikonfuge ziehen, sollten Sie ein bisschen mehr Zeit einplanen. Eine geduldige Vorgehensweise sorgt dafür, dass die Fuge wirklich gleichmäßig wird.

Es empfiehlt sich, erst auf einem alten Stück Holz auszuprobieren, wie Sie eine gleichmäßige Silikonfuge ziehen. Außerdem sollten Sie die beide Seiten der Fugen mit Kreppband vor Verschmutzungen schützen.

Gehen Sie beim Verfugen am besten nach der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung vor:

  1. Reinigen Sie die Fläche von Fetten, Ölen und Schmutz, um sicherzugehen, dass das Silikon optimal haften wird.
  2. Falls der Untergrund uneben ist, sollte er mit einem speziellen Fugen-Füllmaterial ausgeglichen werden.
  3. Schneiden Sie die Kunststoffspitze der Kartusche in einem 45 Grad Winkel ein und achten Sie darauf, dass der Schnitt in etwa so breit ist wie die Fuge.
  4. Nun pressen Sie die Dichtmasse durch leichten Druck auf den Hebel der Silikonpistole gleichmäßig in die Fuge.
  5. Achten Sie darauf, dass das Silikon etwa zwei Millimeter übersteht, damit Sie es danach mit dem Silikonabzieher verstreichen können.
  6. Das Silikon muss direkten Kontakt mit den angrenzenden Flächen haben, sodass keine Spalten oder Ritzen frei bleiben, da es andernfalls nicht richtig abdichtet.
  7. Nehmen Sie nun die alte Sprühflasche mit Spülmittel und Wasser zur Hand und sprühen Sie das Silikon leicht damit ein.
  8. Auch der Silikonabzieher sollte ein wenig mit der Seifenlauge eingesprüht werden.
  9. Ziehen Sie zum Schluss mit dem Abzieher über die Silikonfuge, um das überschüssige Dichtmaterial aufzunehmen und für einen gleichmäßigen Abschluss zu sorgen.

Damit ist die perfekte Silikonfuge fertig. Sie können jetzt das Kreppband abziehen und überprüfen, ob die Fuge ebenmäßig ist. Andernfalls können Sie noch einmal vorsichtig mit dem Zeigefinger darüber fahren, um Unebenheiten auszugleichen.

Trockenzeit beachten

Nachdem Sie alle Silikonfugen zu Ihrer vollsten Zufriedenheit gezogen haben, gilt es nur noch, die Aushärtungszeit des Silikons zu berücksichtigen. Die Aushärtung kann je nach Silikonsorte mehrere Tage in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit dürfen die Silikonfugen auf keinen Fall mechanisch belastet werden, da sie dann porös werden könnten. Zu Beginn der Trockenzeit muss auch der Kontakt mit Wasser vermieden werden.

Zusammenfassung

Heimwerker, die noch nie mit Silikon Fugen gezogen haben, sollten sich im Voraus unbedingt genau über die richtige Vorgehensweise informieren, denn mit ein paar Tipps und Tricks funktioniert das Verfugen gleich viel einfacher. Wichtig ist auch, dass das richtige Silikon ausgewählt wird, denn für Feuchträume ist ein anderes Silikon geeignet als für Trockenräume. Zudem ist es möglich, das gleichmäßige Ziehen der Fugen auf einem alten Stück Holz oder einem Blatt Papier zu üben, bevor man sich wirklich an die Fliesen wagt.

Artikelbild: © CSImagemakers / Shutterstock

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