So macht man Mulch selbst

So macht man Mulch selbst

Als Mulch bezeichnet der Bio-Gärtner eine Schicht organischen Materials, mit der er seine Beete bedeckt. Auch in der konservativen Landwirtschaft wird gemulcht, doch werden hier vor allem nichtorganische Materialien (Folien) eingesetzt. Eine Mulchschicht verringert den Einfluss von Wind und Sonne auf den darunterliegenden Boden und sorgt so für eine geringere Verdunstung von Bodenfeuchtigkeit, was dem Wachstum von Nutzpflanzen entgegenkommt. Durch den Abschluss vom Sonnenlicht und die Dicke der Schicht wird es zudem auch hartnäckigen Unkräutern schwer gemacht durchzudringen und sich auf dem Beet auszubreiten. Nutzpflanzen, die vor dem Ausbringen der Mulchschicht gepflanzt wurden, haben folglich bessere Chancen sich durchzusetzen.

Wo und wie man mulchen kann

Nicht nur auf den Gemüsebeeten, auch zwischen Blumen, unter Hecken, Sträuchern und Obstbäumen ist eine Mulchdecke nützlich, da sie Unkräuter unterdrückt und die Wurzeln nicht durch Jäten beschädigt werden. Selbst in großen Pflanzkübeln kann man mulchen. So verschmerzen die Pflanzen auch mal ein Wochenende ohne gießen. Brachliegende Beete sollte man ebenfalls mulchen, um das Beet auf eine spätere Bepflanzung vorzubereiten. Wird das Beet bereits im Winter gemulcht, wird so die Ausbreitung der Samen auch von hartnäckigen Unkräutern verhindert. Wichtig ist, den Mulch entweder als dicke Schicht ohne Lücken und nah an die Pflanzen auf das Beet zu bringen oder größere Blätter überlappend auszubreiten, so dass Unkraut keine Lücken zwischen ihnen findet.

Mulch selber machen?

Als Mulch eignet sich vieles. Nichtorganische Materialien haben jedoch oft den Nachteil, die sensiblen Mikroorganismen des Bodens zu schädigen, da z.B. Plastikfolien Licht und Luft völlig aussperren. Will man das Pflanzenwachstum natürlich fördern, sollte man natürlichen Materialien den Vorzug geben. Grundsätzlich kann man, wenn man einige Regeln beachtet, alle Gartenabfälle zum Mulchen benutzen: welke Salat- und Kohlblätter, Brennnesseln, die besonders gern von Regenwürmern in Humus verwandelt werden, Stroh schützt Erdbeeren vor Bodenfeuchtigkeit und verhindert Mehltau. Heil- und Gewürzkräuter wie Beinwell, Baldrian, Kamille und Schachtelhalm werden traditionell als Bodenkur verwendet. Diesen Zweck erfüllen sie auch als Beimischung zur Mulchschicht. Drohen Austrocknung und Wind die Mulchschicht wegzutragen, so kann man Erde darüber geben.

Bei all diesen Mulcharten kann man nach dem Aussetzen der Jungpflanzen mulchen bzw. wenn die Saat aufgegangen und groß genug ist. Für Nachpflanzungen entfernt man den entsprechenden Teil der Mulchdecke und mulcht nach dem Setzen wieder neu. Auch unbedruckte Pappe und Papier kann man auf den Beeten ausbreiten, gut wässern und mit etwas Erde abdecken. Die Pflanzen werden hier durch kreuzförmige Einschnitte in den Pappkarton in den darunterliegenden Boden gesetzt. Will man seinen Heidel-, Johannis-, Him- und Brombeeren und anderen ursprünglich aus dem Wald stammenden Gewächsen etwas Gutes tun, so lässt man Laub in einem Müllsack verrotten und mulcht mit der entstandenen Lauberde unter den Pflanzen.

Was sollte ich beachten?

Als Mulch sollte Grasschnitt nur dünn ausgebracht werden, da er dazu neigt von unten her zu faulen und gären. Dasselbe gilt für Laub (auf Eichenlaub sollte aufgrund der darin enthaltenen Gerbsäure verzichtet werden). Rindenmulch ist eine beliebte Zierde, allerdings zieht das Holz beim Verrotten Stickstoff aus dem Boden. Um dies auszugleichen muss zusätzlich gedüngt werden, was dem Sinn des Mulchens zuwiderläuft.

Teile von kranken Pflanzen und ausgerupftes Unkraut sollten besser anderweitig entsorgt werden, damit Samen und Krankheitserreger sich nicht durch den Mulch noch weiter auf den Beeten ausbreiten. Leider mögen nicht nur Nutzpflanzen den Mulch, auch Schnecken lieben es, sich darin zu verkriechen, man sollte also entsprechende Abwehrmaßnahmen treffen und regelmäßig kontrollieren. Doch im Bio-Garten sind sicher auch die Vögel nicht fern, die von einer natürlichen Beetdecke profitieren und Schädlinge kleinhalten.

Artikelbild: © Ozgur Coskun / Shutterstock

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