Spülkasten als Aufputz-Variante: Vorteile und Möglichkeiten

Spülkasten als Aufputz-Variante: Vorteile und Möglichkeiten

Sie befinden sich – wie ihr Name schon sagt – auf dem Putz: Aufputz-Spülkästen haben in den vergangenen Jahren große Konkurrenz von Vorwandinstallationen bekommen. Diese Unterputz-Spülkästen sind vor allem aus optischen Gründen beliebt. Doch der Aufputz-Spülkasten steht in Sachen Modernität in Nichts nach. Er hat zahlreiche Vorteile, bietet verschiedene Designvarianten und auch hoch entwickelte Technik.

Was ist ein Spülkasten im Aufputz?

Dieser Spülkasten ist sichtbar im Bad und wird auf Putz und Kacheln an der Wand montiert. Dadurch ist der Aufputz-Spülkasten sichtbar kurz oberhalb der Toilettenschüssel. Noch vor einigen Jahren waren sie oft an der Decke angebracht. Mit der Fallhöhe sollten mehr Druck und Geschwindigkeit in der Toilettenspülung erzeugt werden. Auslöser war oft eine Kette oder Schnur. Heutige Aufputz-Spülkästen verfügen über eine Betätigungsplatte.

In vielen Punkten ist der Spülkasten auf dem Putz besser als sein Ruf. Denn dank neuester Technik steht er seinem Verwandten in der vorderen Wand in Nichts nach. So reduziert die Aufputz-Variante ebenfalls die verbrauchte Wassermenge, ist langlebig und robust, aber auch leise konzipiert. Aufputz-Spülkästen können folgende Funktionen aufweisen:

  • Zweimengenspülung
  • Start-Stopp-Funktion
  • Schwitzwasserisolation
  • Geräuschisolation

Bei der Zweimengenspültechnik befinden sich im Inneren zwei separate Kammern, die eine unterschiedliche Menge an Wasser bereithalten. Die kleine Spülung verbraucht oft nur rund drei Liter Wasser. Im zweiten Spüldurchgang können bis zu sechs Liter nachgeliefert werden.

Auch die Spül-Stopp-Funktion steht beim Aufputz-Spülkasten zur Verfügung. Hier kann der Wasserzulauf manuell gestoppt werden, indem die Spültaste ein zweites Mal betätigt wird. So kann der Besitzer selbst entscheiden, wie viel Wasser er in der Toilettenspülung verbraucht.

Das meiste Trinkwasser von deutschen Haushalten landet Berechnungen zufolge in der Toilettenschüssel. Rund 40 Liter pro Person werden hier täglich verbraucht. Zweimengenspülung und Stopp-Taste helfen hier erheblich beim Sparen von Wasser.

Vor- und Nachteile des Aufputz-Spülkastens

Die Variante, den Spülkasten im Bad sichtbar vor der Wand anzubringen, hat zahlreiche Vorteile. So sind diese Spülkästen deutlich leichter einzubauen. Hier braucht es keine komplizierten Vorwandinstallationen mit Nassbau- oder Trockenbautechniken. Der Kasten wird einfach hinter einem Hänge- oder Stand-WC an die Wand montiert.

Auch kann der Heimwerker bei Bedarf den Aufputz-Spülkasten mit viel weniger Aufwand reinigen und warten. Denn geht mal etwas in der Spülung kaputt, ist der Spülkasten frei zugänglich. Das macht den Aufputz-Spülkasten vor allem in Gäste- und Zweittoiletten im Haus zu einer besonders geeigneten Variante.

Der Nachteil ist vor allem in kleinen Bädern, dass die Aufputz-Variante optisch sichtbar bleibt und auch Platz wegnimmt. In kleinen Bädern ist eine versteckte Installation in der vorderen Wand die bessere Alternative. Diese Unterputz-Modelle verbrauchen weniger Raum, benötigen aber mehr Aufwand in Einbau und Pflege. In Sachen Lautstärke unterscheiden sich beide Varianten kaum – sowohl Aufputz- als auch Unterputz-Spülkästen arbeiten leise, aber nicht völlig geräuschlos.

Wer ein Stand-WC im Badezimmer hat, muss zwangsläufig einen Aufputz-Spülkasten wählen. Denn die unterschiedlichen Anschlüsse sind nicht mit einem Unterputz-Spülkasten kompatibel.

Unterschiedliche Formen für unterschiedliche Bäder

Aufputz-Spülkästen gibt es in zahlreichen unterschiedlichen Ausführungen. Der Heimwerker hat zum einen die Auswahl zwischen verschiedenen Materialien. Möglich sind unter anderem:

  • Kunststoff
  • Sanitärkeramik
  • Sanitärporzellan
  • Duroplast
  • Edelstahl
  • Messing

Die meisten Verbraucher entscheiden sich für einen Aufputz-Spülkasten aus Kunststoff, da dieser häufig günstig im Preis ist, dennoch Bruchfestigkeit und Schlagfestigkeit bietet. Kunststoff ist zudem leicht, aber stabil. Hochwertiger ist Sanitärkeramik oder Sanitärporzellan. Edelstahl und Messing kommen meist nur in besonderen Designbädern zum Einsatz.

Aber auch in Sachen Farbe kann der Aufputz-Spülkasten variieren. Es muss nicht immer das klassische Weiß sein. Beige ist ebenso beliebt wie auch farbige und bunte Varianten, wenn es in das Gesamtkonzept des Badezimmers passt. Zudem bieten zahlreiche Hersteller nicht nur den klassischen eckigen Spülkasten an. Formen mit abgerundeten Ecken wie auch Eckformen sind hier möglich. Ein Aufputz-Spülkasten kann nach wie vor tief hängend oder hoch hängend angebracht werden, wobei Ersteres deutlich verbreiteter ist.

Das erste Wasserklosett hat Sir John Harrington 1596 in England erfunden – inklusive Spülkasten. Doch erst Alexander Cumming fügte ein s-förmiges Abflussrohr hinzu, das dem WC zum Durchbruch verhalf. Die ersten Aufputz-Spülkästen wurden aus Holz gefertigt.

Hersteller und Bezugsquellen

Die meisten Baumärkte bieten verschiedene Aufputz-Spülkästen an, aber auch der Onlinekauf ist möglich. Ebenso kann ein Spülkasten direkt beim Hersteller bestellt werden. Die Preisspanne liegt zwischen 25 und über 300 Euro – je nach Ausstattung.

Zahlreiche verschiedene Firmen haben sich auf die Produktion von Aufputz-Spülkästen spezialisiert oder diese in ihrem Sortiment. Zu den Führenden der Branche gehören unter anderem:

  • Duravit
  • Geberit
  • Grohe
  • Keramag
  • Schwab
  • Vereg
  • Villeroy & Boch

Wartung und Reinigung des Aufputz-Spülkastens

Auch wenn Aufputz-Spülkästen langlebig sind, kann es manchmal zu Funktionsstörungen kommen. In vielen Fällen leckt der Spülkasten nach einigen Jahren – das Wasser läuft permanent. Dann wird eine Wartung und Reinigung unumgänglich.

Gegenüber Unterputz-Modellen ist die Wartung und Reinigung eines Aufputz-Spülkastens meistens mit deutlich weniger Aufwand verbunden, denn der Kasten ist frei zugänglich. Bei Keramikmodell muss der aufgelegte Deckel lediglich abgenommen werden, bei Kunststoffkästen ist dieser eingesteckt. Zudem sollte der Heimwerker das Eckventil abdrehen, um den Wasserzufluss zu unterbrechen. Dieses befindet sich meist direkt neben dem Kasten.

Danach lassen sich die Einzelteile des Spülkastens herausnehmen. Diese werde am besten über Nacht in eine Schüssel mit Reinigungsmittel eingelegt. Als Kalklöser bieten sich Essigessenz und Zitronensäure aus der Hausmittelabteilung an. Aber auch gekaufte Produkte können genutzt werden. Diese sollten zudem dem Wasser im Spülkasten zugegeben werden. Nach einiger Einweichzeit können die Einzelteile sowie der Spülkasten selbst mit einer Drahtbürste gereinigt, abgespült und alles wieder eingesetzt werden. Mehrfaches Spülen beendet die Reinigung.

Bei dieser Gelegenheit sollten die Dichtungen überprüft werden. Sind sie hart und porös, sollte der Heimwerker sie austauschen.

Austausch eines Aufputz-Spülkastens

Auch das Austauschen eines Aufputz-Spülkastens gelingt meist deutlich einfacher als bei Unterputz-Modellen. Der Handwerker benötigt hier lediglich folgende Werkzeuge:

Im ersten Schritt wird wie auch bei der Wartung die Wasserzufuhr gestoppt, bevor der alte Spülkasten abgebaut werden kann. Danach können die Verbindungsrohre abgezogen werden. Ein Aufputz-Spülkasten muss meist nur aus der Wandhalterung gehoben werden, damit er abziehbar ist.

Im zweiten Schritt wird der neue Aufputz-Spülkasten gemäß der Montageanleitung des Herstellers zusammengebaut. In vielen Fällen können die alten Wandhalterungen erneut verwendet werden, nur selten müssen neue Halterungen in die Wand. Nach Anbringen kann das Abflussrohr abgemessen, zugeschnitten und angebracht werden. Danach gilt es nur noch die Wasserzufuhr anzuschließen – häufig geschieht das bei neueren Modellen über einen flexiblen Schlauch zum Eckventil des Aufputz-Spülkastens.

Sind alle Anschlüsse getätigt, kann der Heimwerker das Ventil öffnen, den Schwimmer für die passende oder gewünschte Wassermenge einstellen und fertig ist der Einbau.

Zusammenfassung

Aufputz-Spülkästen werden im Gegensatz zu Unterputz-Spülkästen vor der Wand befestigt und sind daher im Bad optisch sichtbar. Gerade in kleinen Nasszellen ist das ein Nachteil. Jedoch sind sie mit deutlich weniger Aufwand zu warten und zu reinigen. Zudem gibt es Aufputz-Spülkästen in unterschiedlichen Materialien, Farben und Formen, sodass passend zu jedem Bad ein Modell gefunden werden kann.

Artikelbild: © Curraheeshutter / Bigstock.com

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