Spülkasten-Schwimmer reparieren – so geht’s!

Spülkasten-Schwimmer reparieren – so geht’s!

Im Spülkasten einer jeden Toilette gibt es einen sogenannten Schwimmer, auch Füllventil genannt. Dabei macht es keinen Unterschied, ob der Spülkasten Unterputz oder Aufputz verbaut wurde. Der Schwimmer hat die Aufgabe, den Spülkasten mit Wasser zu befüllen. Während das Wasser in den Spülkasten läuft, erkennt der Schwimmer den Wasserstand und stoppt die Wasserzufuhr, sobald der Wasserstand eine bestimmte Höhe erreicht hat. Wird nun die Toilettenspülung betätigt, sinkt der Schwimmer ab, öffnet das Schwimmerventil und füllt den Spülkasten erneut mit Wasser. Mit der Zeit kann es allerdings auch vorkommen, dass das Füllventil nicht mehr einwandfrei schließt und deshalb ständig Wasser in den Spülkasten nachläuft, bis es schließlich überläuft. Schuld daran sind nicht selten Kalkablagerungen am Füllventil.

Bleibt die undichte Toilettenspülung einige Zeit unbemerkt, droht im schlimmsten Fall eine sündhaft hohe Wasserrechnung. Um unnötige Kosten zu vermeiden, sollten Sie deshalb so schnell wie möglich den Schwimmer reparieren.

Wie funktioniert ein Füllventil im Spülkasten?

Wenn Sie die Spülung der Toilette betätigen, wird das Wasser, welches sich im Spülkasten befindet, aus eben diesem direkt in die Toilette gespült. Während das Wasser im Spülkasten immer weniger wird, senkt sich zeitgleich der Schwimmer. Der Schwimmer ist am Ende eines Gestänges befestigt, der schließlich mit einem Ventil verbunden ist. Sinkt der Schwimmer ab, wird das Ventil unmittelbar geöffnet und frisches Wasser kann in den Spülkasten nachfließen und der Wasserstand im Spülkasten steigt mit der Zeit wieder an. Hat das Wasser einen gewissen Stand erreicht, bekommt der Schwimmer Auftrieb und das Ventil wird wieder geschlossen. Damit der Schwimmer überhaupt durch das steigende Wasser nach oben gedrückt wird, ist dieser für gewöhnlich aus Hartschaum (Styropor) gefertigt. In neueren Spülkästen hingegen ist ein Hohlkörper verbaut. Damit nicht versehentlich verunreinigtes Wasser aus dem Spülkasten in den Wasserkreislauf des Leitungsnetzes gelangen kann, ist im Schwimmerventil ein spezieller Rohrunterbrecher verbaut, der einen Rückstau verhindert.

Was tun, wenn das Ventil nicht mehr schließt?

Sobald Sie bemerken, dass sich im Spülkasten der Toilette mehr Wasser befindet, als es eigentlich sein sollte, fließt aus irgendeinem Grund zu viel Wasser nach. Die Gründe dafür können generell recht vielfältig sein. In einigen Fällen kann es beispielsweise sein, dass der Schwimmer nicht mehr korrekt arbeitet. Vor allem in älteren Spülkästen findet sich noch häufig ein Schwimmer aus Styropor, der sich mit den Jahren des Alterns immer mehr mit Wasser vollsaugen kann, bis er irgendwann nicht mehr genug Auftrieb bekommt und das Ventil nicht mehr geschlossen wird. Darüber hinaus kann es aber auch vorkommen, dass der Schwimmer klemmt. Ist dies tatsächlich der Fall, kann es unter Umständen bereits helfen, das Gestänge ein wenig zu verstellen, sodass der Schwimmer sich wieder frei bewegen kann.

Was ist zu tun, wenn ständig Wasser in die Toilette läuft?

Sobald mehr Wasser in den Spülkasten läuft als üblich und dieses vielleicht sogar über den Überlauf in die Toilette gespült wird, sollten Sie den Spülkasten öffnen und sich das Ganze einmal von Innen betrachten. Meist ist dadurch bereits zu erkennen, wo genau das Problem liegt. Läuft das Wasser tatsächlich über den Überlauf in die Toilette, dann ist entweder das Gestänge des Schwimmers verklemmt oder aber der Schwimmer bekommt nicht mehr genug Auftrieb, da er sich über die Jahre mit Wasser vollgesaugt hat. Läuft hingegen ständig Wasser aus dem Spülkasten in die Toilette, allerdings nicht über den Überlauf, dann liegt das Problem etwas tiefer, nämlich an der Hebeglocke.

Liegt es tatsächlich an der Hebeglocke, dann sollten Sie nun den Wasserzulauf zum Spülkasten abdrehen und anschließend die Toilettenspülung betätigen, sodass das gesamte Wasser aus dem Spülkasten läuft. Drehen sie nun die Hebeglocke ein wenig nach links und lösen Sie diese. Heben Sie die Hebeglocke nun heraus und legen Sie dadurch eine ringförmige Dichtung frei. Möglicherweise wird sie Risse aufweisen, woraufhin Sie diese gegen eine neue Dichtung ersetzen sollten. Ist sie hingegen lediglich verkalkt, dann ist es ausreichend, die Dichtung zu entkalken. Anschließend setzen Sie die Dichtung wieder in den Spülkasten, bringen die Hebeglocke wieder an und öffnen wieder die Wasserzufuhr. Ob die Reparatur geholfen hat, wird sich zeigen, wenn kein Wasser mehr in die Toilette läuft, ohne dass die Spülung betätigt wurde.

Ein weiterer Grund, der dazu führen kann, dass zu viel Wasser in den Spülkasten läuft, kann aber auch ein verkalktes Ventil sein. Durch Ablagerungen von Kalk wird das Ventil nicht mehr vollständig verschlossen, wenn sich genug Wasser im Spülkasten befindet. In diesem Fall sollten Sie umgehend das gesamte Schwimmerventil entkalken. Es kann aber auch sein, dass auch am Ventil eine Dichtung kaputt geht. Diese kann aber für gewöhnlich leicht ersetzt werden. Die Kosten hierfür liegen meist bei wenigen Cent. Hilft dies jedoch alles nicht, dann muss unweigerlich ein neues Schwimmerventil verbaut werden, wie zum Beispiel eines von Geberit.

Womit kann ich das Schwimmerventil entkalken?

Um das Schwimmerventil oder Dichtungen zu entkalken, können Sie auf verschiedene Mittel zurückgreifen, wie zum Beispiel

  • Kalklösetabs
  • Essig
  • Essigessenz
  • Zitronensäure

Geben Sie einfach eines dieser Hausmittel direkt auf das Ventil und lassen Sie dies ein paar Stunden einwirken.

In einigen Regionen ist der Kalkgehalt im Wasser wesentlich höher als in anderen. Je nachdem, wie hart das Wasser in den Leitungen ist, desto schneller kann das Schwimmerventil verkalken. Sorgen Sie deshalb vor und entkalken Sie den gesamten Spülkasten entsprechend der Wasserhärte in regelmäßigen Abständen.

Zusammenfassung

Wenn das Wasser im Spülkasten der Toilette einfach nicht mehr aufhören will nachzulaufen, dann kann dies verschiedene Ursachen haben. In vielen Fällen ist der Schwimmer der Grund. Ist das Gestänge verkantet, dann kann dieses leicht wieder gelöst werden. Befindet sich der Schwimmer hingegen unter Wasser, dann ist er vermutlich mit Wasser vollgesaugt und muss unbedingt getauscht werden.

Artikelbild: © Dave Willman / Bigstock.com

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