Spülkasten im Unterputz: Vor- und Nachteile der unsichtbaren Toilettenspülung

Spülkasten im Unterputz: Vor- und Nachteile der unsichtbaren Toilettenspülung

Bis vor wenigen Jahren galt er eher als exklusiv, heute ist der versteckte Toilettenspülkasten die Norm. Der Spülkasten im Unterputz hat in modernen Bädern die freistehenden Verwandten längst verdrängt. In mehr als jedem zweiten Haushalt ist der Spülkasten inzwischen hinter einer Vorwandinstallation versteckt. Denn vor allem ästhetische Gründe sprechen für den Unterputzspülkasten. Aber auch Nachteile sind zu beachten.

Was ist ein Spülkasten im Unterputz?

Sein Markenzeichen ist es, dass er nicht zu sehen ist. Bei einem Unterputzspülkasten versteckt sich die Toilettenspülung in der Wand am WC. Lediglich der Drücker ist zu sehen und von außen zu betätigen. Die Bezeichnung Unterputzspülkasten meint jedoch nicht nur den Spülkasten selbst, sondern die gesamte Konstruktion: die Vorwandinstallation und der darin eingebaute Spülkasten.

Wer in seinem Bad einen Unterputzspülkasten einbauen will, kann dabei zwischen zahlreichen verschiedenen Modellen wählen. In den meisten Fällen bestehen diese sogenannten WC-Vorwandelemente aus Stahl und Kunststoff und sind mit durchschnittlich 15 Kilogramm kein Leichtgewicht. Sie können in einer Höhe zwischen 80 und 120 Zentimeter eingebaut werden. Die Einbaubreite liegt meist um die 50 Zentimeter.

Die unterschiedlichen Ausführungen bieten zudem auch verschiedene Features. Der Bauherr kann hier zwischen folgenden Ausstattungselementen wählen:

  • Einmengenspülung
  • Zweimengenspülung
  • Betätigung oben
  • Betätigung vorn
  • Spülstopp ja oder nein
  • geräuscharme Modelle
  • selbsttragende Modelle
  • Spülkästen mit einstellbarer Spülmenge
  • schwitzwasserisoliert

Als Gegenstück zum Unterputzspülkasten gilt der Aufputzspülkasten. Dieser ist vor der Wand installiert und sichtbar. Jedoch sind hier auch optische Verkleidungen möglich, die der Ästhetik zugutekommen.

Die Vor- und Nachteile eines Spülkastens im Unterputz

Ein Unterputzspülkasten hat vor allem einen unschlagbaren Vorteil: Man sieht ihn nicht und hört ihn auch nur wenig. Durch die Konstruktion in der Vorwand ist der Kasten versteckt und lediglich der Auslöser ragt aus der Wand. Das unterstützt vor allem eine moderne Optik des Bades. Für den Schallschutz sorgen oft Schaum-Montagematten. Zudem spart der Unterputzspülkasten Platz – ein großer Vorteil vor allem in kleinen Bädern.

Die versteckte Technologie hat jedoch auch Nachteile. So ist der Ein- und Aufbau des Spülkastens erheblich aufwändiger als bei freistehenden Modellen vor der Wand. Auch bei einer Reparatur muss der Heimwerker mehr Zeit und Arbeit einplanen. Jedoch ist die heutige sanitäre Technik so weit ausgereift, dass Spülkästen mehr als zehn Jahre ohne irgendeine Störung in Betrieb sein können. Händler geben hier oft jahrelange Garantien.

Hersteller, Preise und Angebote von Unterputzspülkästen

Der Spülkasten in der Vorwand ist dem deutschen Familienunternehmen Geberit zu verdanken. 1964 entwickelte ihn Unternehmenslenker Heinrich Gebert, der damals noch selbst mit dem Spülkasten unter dem Arm durch Europa zog, um die Technologie bekannt zu machen. Aber erst in den 1990er Jahren setzten sich die Vorwandinstallationssysteme durch. Rund 60 Millionen Unterputzspülkästen hat die Firma seitdem verbaut – beliebt sind dabei die Modelle der Reihe „Duofix“, „Kombifix“, „Omega“ und „Sigma“. Andere Unternehmen und Hersteller schlossen sich dem Vorreiter an und brachten ebenso Modelle für Unterputzspülkasten auf den Markt. Führend in dem Segment sind heute daher:

  • Geberit
  • Grohe
  • Villeroy & Boch
  • Aquamarin
  • Connex

Die Preise sind je nach Ausstattung und Maßen des Spülkastens unterschiedlich. Einfache Modelle können schon ab 70 Euro erstanden werden. Die meisten WC-Vorwandelemente kosten jedoch zwischen 80 und 150 Euro. Modelle mit allen Features und besonderen Elementen können jedoch auch bis zu 300 oder 400 Euro kosten.

Die Beliebtheit der versteckten Spülsysteme ist heute ungeschlagen. Im Geberit-Werk in Pfullendorf verlässt noch heute alle vier Sekunden ein fertig verpackter Unterputzspülkasten das Band. Hier werden rund vier Millionen Stück im Jahr produziert.

Einbau eines Spülkastens im Unterputz

Wer in seinem Bad einen Unterputzspülkasten selbst einbauen will, sollte zwischen zwei grundsätzlichen Varianten unterscheiden: Nassbau oder Trockenbau. Hier gibt es abgestimmte Modelle im Handel. In den meisten Fällen sind die WC-Vorwandelemente auch vormontiert.

Die Arbeiten an Zuleitung und Rohren sollten dem Fachmann überlassen werden. Ebenso ist das Ausheben der Fläche für den Spülkasten in der Vorwand besser in Profihänden. Der Einbau gestaltet sich danach in mehreren Schritten:

Das Ausrichten und Vermessen

Das vormontierte Spülkastenelement wird hinter die Schiene der geöffneten Vorwand eingesetzt. Durch verschiedene Einstellschienen kann das Element sowohl in der Höhe, als auch in der Tiefe variiert werden. Damit kann der Heimwerker den Spülkasten optimal an die Höhe der Wasserrohre anpassen – die Halterung für das Ablaufrohr ist hier besonders ausschlaggebend. Manche Spülkästen bieten auch Höhenmarkierungen, an die sich der Handwerker orientieren kann.

Eine ausbalancierte Vermessung ist ein Muss. Hier sollte der Heimwerker die Wasserwaage nicht vergessen – und diese sowohl horizontal, als auch vertikal nutzen, um die Installation optimal anzupassen.

Bohrlöcher und Dübel

Nachdem der Spülkasten ausgerichtet ist, kann der Heimwerker an allen Wandverbindungen die Bohrlöcher für die Installation anzeichnen. Das sind meist sechs Stück: an Boden und an Wand. Danach wird die Konstruktion noch einmal herausgehoben und mit der Maschine die Löcher in die Wand gebohrt. Darin werden Dübel versenkt.

Installation

Erst jetzt sollte das Ablaufrohr der WC-Spülung in den Ablauf gesteckt werden. Beim erneuten Einpassen der Vorwandinstallation kann nun die Halterung für dieses Rohr meist unten geöffnet werden, um es in die Installation einzupassen. Beim Einsetzen des WC-Elementes muss das Rohr in die Halterung einrasten. Dann kann die Konstruktion an den gebohrten Löchern mit Schrauben an die Wand befestigt werden. Als letztes muss der Handwerker noch Zulaufventil, Zulaufschlauch und Frontplatte einsetzen sowie die Gewindeschrauben für den WC-Korpus eindrehen.

Verkleidung

Damit ist der eigentliche Einbau beendet. Die Front des Unterputzspülkastens wird dann geschlossen. Hier gibt es die Variante des Nassbaus, der eine gemauerte Verkleidung bietet. Der Fachmann verwendet hier meist Gastbeton- oder Porenbetonsteine. Bei der Trockenbauverkleidung kommen häufig glasfaserverstärkte Trockenbauplatten zum Einsatz, da diese das Gewicht von darauf angebrachten Fliesen besser tragen.

Wenn doch mal was kaputt ist: Unterputzspülkasten öffnen und reinigen

Zwar haben WC-Vorwandelemente eine lange Lebensdauer, doch manchmal geht dennoch etwas kaputt. Spätestens wenn die Toilettenspülung leckt, sollte der Unterputzspülkasten geöffnet und gewartet werden. In manchen Fällen reicht eine Reinigung und Befreiung von Kalk, um das System wieder fehlerfrei arbeiten zu lassen.

Um den Unterspülkasten zu öffnen, kann die Betätigungsplatte leicht nach oben geschoben werden. Das löst sie und der Heimwerker kann sie nun leicht abnehmen. Oft kommt eine Abdeckung zum Vorschein. Diese kann mit zwei Schrauben entfernt werden. Damit ist der Zugang zum Spülkasten oft freigelegt – bei manchen Modellen gibt es zudem noch Zwischenschritte.

Als Nächstes sollte am Eckventil der Wasserzulauf abgedreht werden, bevor die einzelnen Teile wie Füllventil oder Heberglocke ausgetauscht werden können. Hier lassen sich leicht die passenden Ersatzteile finden, denn die Herstellerunternehmen halten sogar immer noch solche für die Modelle aus dem Jahr 1964 vorrätig.

Schließen Sie beim Öffnen des Spülkastens am besten den Toilettendeckel. So kann keine Schraube aus Versehen ins Wasser fallen.

Zusammenfassung

Ein Unterputzspülkasten wird in die Vorwand verbaut. Meist ist darunter nicht nur der Spülkasten selbst zu verstehen, sondern das gesamte Wandelement mit Gerüst, Verstellschienen und Co. Hersteller bieten hier verschiedene Variationen, die sich in Ausstattung und Preis unterscheiden. Der Einbau kann sowohl vom Fachmann aber auch vom versierten Handwerker selbst ausgeführt werden.

Artikelbild: © yampi / Bigstock.com

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