Stein-Wandverkleidung: So gelingt diese Optik in den eigenen vier Wänden

Stein-Wandverkleidung: So gelingt diese Optik in den eigenen vier Wänden

Es muss nicht immer die weiße Wand sein. Im Bereich des Innendesigns gibt es inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, die eigenen vier Wände individuell zu gestalten. Immer mehr im Trend sind Naturmaterialien und -optiken. Eine Steinwand ist derzeit besonders beliebt und sorgt für eine rustikale Atmosphäre. Wer nicht das Glück hat, hinter Tapete und Co natürliches Mauerwerk zu finden, der kann eine Stein-Wandverkleidung auf unterschiedliche Wege leicht selbst realisieren.

Unterschiedliche Möglichkeiten für eine Stein-Wandverkleidung

Es gibt mehrere Möglichkeiten eine Stein-Wandverkleidung in Wohnzimmer, Küche und Co zu zaubern. So kann eine echte Natursteinwand in einem Altbau freigelegt werden. Wer jedoch im Neubau wohnt, kann auf Fliesen, Verblender, Paneelen und Riemchen zurückgreifen.

Diese können aus mehreren Materialien bestehen. Möglich sind unter anderem:

  • Naturstein wie Quarzit, Schiefer oder Granit
  • Feinsteinzeug
  • Leichtbeton oder Gips
  • EPS-Kunststoff

Mit ihnen kann die Wand wie eine echte Mauer aussehen. Jedes Material hat dabei seine Vor- und Nachteile.

Aufgepasst bei der Bezeichnung! Verblendsteine in Natursteinoptik werden oft Verblender oder Fliesen genannt. Als Riemchen werden Verblendsteine in Backsteinoptik bezeichnet. Verblender gibt es zudem einzeln, die mit Fugen verlegt werden können, aber auch als Paneele, die mit und ohne Fugen an die Wand kommen können.

Verblendsteine aus Naturstein

Diese Verblendsteine bestehen meist aus Quarzit oder Granit und werden auch nicht selten als Fliesen bezeichnet. Sie können sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden. Ihre Oberflächen sind spaltrau. Der Vorteil dieser Verblender ist das natürliche Farbspiel der Steine. Die Rückseiten sind meist gesägt oder gespalten.

Ein weiterer Naturstein ist Schiefer. Diese Verblendsteine sollten jedoch nur bei der Innenverkleidung angewandt werden. Eine Stein-Wandverkleidung aus Schiefer ist in feuchten Räumen wie dem Bad oder auf Nassbereichen in der Küche nicht ratsam. Ihre Oberfläche ist bossiert – also gebrochen, geschlagen und optisch geformt, um eine ansehnliche Oberfläche zu bekommen. Die Seiten und Rückseiten sind meist gesägt.

Verblendsteine aus Leichtbeton oder Gips

Als Leichtgewicht bei der Stein-Wandverkleidung gelten Verblendsteine aus Leichtbeton oder Gips. Vor allem Gips ist noch mal um 50 Prozent leichter als die Betonvariante – sie sind daher eine gute Alternative für nicht tragende Wände. Doch während diese Verblender nur im Innenbereich verlegt werden sollten, kann Leichtbeton auch an Außenwänden angebracht werden. Hier empfiehlt sich jedoch eine Imprägnierung.

Verblendsteine aus Feinsteinzeug

In Nassbereichen und an der Außenfassade können Verblendsteine aus Feinsteinzeug verwendet werden. Denn diese haben robuste Eigenschaften und sind auch frostbeständig. Ihre Oberfläche ist zudem pflegeleicht und lässt sich leicht reinigen. Daher können diese Verblender auch in viel beanspruchten Räumen untergebracht werden.

Verblendsteine aus EPS-Kunststoff

Diese Steinoptikvariante ist vor allem für den Innenbereich gedacht. Verblendsteine aus EPS-Kunststoff können besonders gut auf kleinen Flächen angebracht werden und eignen sich für die Verzierung von Gipskarton- und Gipsfaserplatten. Sie gehören zu den leichtgewichtigen Alternativen und können mit 0,6 Kilogramm pro Quadratmeter sogar auf die Tapete verklebt werden. Verblendsteine aus EPS-Kunststoff werden fugenlos verlegt und kommen daher ohne Mörtel aus. Die Anbringung ist für den Laien ohne Spezialwerkzeug besonders einfach zu realisieren.

Wer sich das Verlegen von Fliesen, Paneele und Verblender nicht zutraut, aber dennoch eine Stein-Wandverkleidung imitieren möchten, kann auf Fototapeten zurückgreifen. Diese kommen immer mehr in den Trend und sind gegenüber den Verblendern günstiger. Auch das Tapezieren gestaltet sich deutlich einfacher.

Natursteinverblender an die Wand bringen: Die nötigen Werkzeuge und Materialien

Die Verlegung einer Stein-Wandverkleidung hängt von dem gewählten Material ab. Doch in den meisten Fällen ähneln sich die Verfahren. Im Folgenden soll es um die Verlegung von Natursteinverblender gehen. Diese Fliesen werden ohne Fugen verlegt, daher braucht es statt Mörtel den Farbvertiefer. Insgesamt wird folgendes Material benötigt:

  • Natursteinverblender (inklusive Ecken)
  • Klebeband
  • Primer
  • Natursteinkleber
  • Kreppband mit Folie
  • Stahlnägel
  • Latte
  • Farbvertiefer

Auf der Werkzeugliste stehen:

Aber auch ein Cuttermesser, einen Gipsbecher, Pinsel, eine Hartschaumplatte, Spachtelmasse und Wandfarbe können unter Umständen bei dem Projekt nützlich sein.

Beispielanleitung: Vorbereitung der Verlegung von Natursteinverblender

Vor der eigentlichen Verlegung braucht es einige Vorarbeiten. Die Wand selber muss frei sein, Unebenheiten müssen verspachtelt werden. Tapete sollte entfernt werden. Um den Boden zu schützen, sollte Malervlies ausgelegt werden. Eine Stützlatte kann an die untere Grenze der zukünftigen Verblender verlegt werden, damit diese nicht abrutschen, bevor der Kleber trocken ist. Diese Latte kann gelegt oder sogar angenagelt werden.

Klebeband ist nützlich, um die Ränder der angrenzenden Wände abzukleben, das Kreppband mit Folie dient zum Schutz kompletter Wandbereiche. Sind Steckdosen an der betreffenden Wand, die eine Steinverkleidung kriegen soll? Dann heißt es: Sicherung herausdrehen, Blenden abnehmen und auch Steckdosen abkleben. Als letzte Vorbereitung gilt die Grundierung der Fläche. Hierzu dient der Primer, der aufgesprüht und verstrichen werden sollte.

Beispielanleitung: Natursteinverblender anbringen

Der erste Arbeitsschritt bei der Verlegung der Fliesen ist das Anrühren des Natursteinklebers. Dieser sollte entsprechend der Packungsangabe mit Wasser und einem langsam laufenden Wendelrührer angemischt werden. Danach kommt der Kleber gleichmäßig mit der Kelle auf den Wandbereich, der mit den Natursteinverblendern versehen werden soll. Achtung: Tragen Sie nur so viel aus, wie Sie bis zur Trocknung auch verarbeiten können.

Beginnen Sie mit dem Verlegen an einer Außenecke und nutzen Sie hier die Ecksteine mit der Z-Zahnung. Bei diesen stehen einige Teile an den Seiten über, die wie ein Zahnrad in den anderen Eckstein passen. Auch auf den Verblendersteinen sollte ein wenig Kleber aufgetragen werden. Sind die Ecksteine auf die Wand gesetzt und ineinander verbunden, können von hier aus die normalen Blender auf die Wand aufgetragen werden. Hier gilt das gleiche Verfahren.

Befindet sich auf der zu verklebenden Fläche eine Steckdose, muss der Verblender zunächst zurechtgeschnitten werden. Dazu braucht die Bohrmaschine mit Diamantbohrkrone, um die Dosenöffnung herauszuschneiden. Am Ende der Wand muss der letzte Verblender ebenfalls meist zugeschnitten werden. Hierzu braucht es den Winkelschleifer. Sind alle Verblenderteile auf der Wand verklebt, ist der Hauptteil der Arbeit getan.

Wer mag, kann nun noch einen Farbvertiefer auftragen. Dieser verbessert die Optik. Wer sich unsicher ist, kann auf einem abgeschnittenen Reststück den Farbvertiefer zunächst ausprobieren, um den Unterschied zu testen. Der Farbvertiefer wird großzügig auf die gesamte Fläche aufgetragen. Dazu braucht es einen Flächenstreicher. Schutzbrille und Handschuhe sind hier wichtig. Anschließend sollte der Raum gelüftet werden.

Als letzter Arbeitsschritt steht nun noch das Entfernen der Stützlatten an. Wer diese angenagelt hat, kann die Löcher mit Acryl schließen und bei Bedarf auch mit Farbe nachstreichen.

Einzelne Steinverblender können auch mit Fugen verlegt werden. Diese werden ähnlich der obigen Anleitung einzeln auf die Wand aufgeklebt und anschließend verfugt. Die Verlegung von Feinsteinzeugverblendern wird ebenfalls ähnlich durchgeführt. Auch hier wird am Ende verfugt.

Zusammenfassung:

Eine Stein-Wandverkleidung kann sowohl an Innen- als auch an Außenwänden realisiert werden. Wer nicht das Glück eines Altbaus hat, kann auf Verblender und Co zurückgreifen. Diese werden entweder als Paneele, Fliese oder als Einzelstücke in Steinoptik auf die Wand aufgetragen. Verblender können dabei aus Naturstein, Kunststoff, Leichtbeton oder Gips bestehen. Als Alternative stehen Fototapeten mit Steinoptik zur Verfügung, die nur tapeziert werden muss.

Artikelbild: © VladimirNenezic / Bigstock.com

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