Steinwand im Wohnzimmer: Mit etwas Geduld leicht selbst gemacht

Steinwand im Wohnzimmer: Mit etwas Geduld leicht selbst gemacht

Bereits seit vielen Jahren gibt es in unseren Haushalten nicht mehr nur Tapeten oder Fliesen an den Wänden von zum Beispiel Küche, Wohnzimmer, Badezimmer oder Schlafzimmer. Immer mehr Menschen holen sich ein gewaltiges Stück Natur ins Haus. Die Rede ist aber nicht etwa von einer Holzvertäfelung an Decke und Wand. Vielmehr handelt es sich dabei um eines der wohl ältesten und beständigsten Materialien der Erde: Stein. Schon seit mehr als 50 Jahren entscheiden sich immer mehr Menschen für eine Steinwand im Wohnzimmer.

Welche Möglichkeiten gibt es, eine Steinwand im Wohnzimmer zu errichten?

Sicherlich wäre es einfach unglaublich, wenn die gesamte Wand aus echtem Naturstein bestehen würde. Eine solche Wandverkleidung ist allerdings mit entsprechend hohen Kosten verbunden und auch mit einem sehr großen Aufwand. Doch mittlerweile gibt es viele verschiedene Ideen für eine Wandgestaltung mit Stein, wie zum Beispiel mithilfe spezieller Kunststeine. Um eine moderne Steinwand komplett zu gestalten, gibst es sogar spezielle Gussformen, welches es Ihnen erlauben, Ihre ganz eigenen Verblender vollständig selbst herzustellen, indem Sie jeden Stein selbst gießen.

Viele Vermieter sehen es gar nicht gerne, wenn ihre Mieter eigenmächtig eine Steinwand gestalten, die hinterher nur mit sehr großem Aufwand wieder entfernt werden kann. Setzen Sie sich daher am besten immer erst mit Ihrem Vermieter in Verbindung und holen Sie sich dessen Genehmigung ein – am besten sogar schriftlich.

Schaffen Sie sich einen Rückzugsort zum Erholen

Der Grund, weshalb sich so viele Menschen die Natur in ihre eigenen vier Wände holen möchten, ist wohl in der heutigen Schnelllebigkeit zu suchen. Im Alltag – ob nun privat oder beruflich – geht es oft sehr hektisch zu. Alles ist genauestens durchgeplant, vom frühen Morgen bis in den späten Abend hinein. Kein Wunder also, dass Sie sich dann in Ihrem Wohnzimmer so richtig entspannen können wollen. Mit einer Steinwand im Wohnzimmer klappt dies garantiert.

Verblender – die kostengünstige Alternative zum Naturstein

Die billigste Möglichkeit, zumindest so etwas Ähnliches wie eine Steinwand zu erhalten, ist sicherlich eine entsprechende Fototapete. Hier gibt es viele verschiedene Modelle mit passendem Design. Doch so richtiges Flair will mit einer Fototapete oftmals gar nicht aufkommen. Stattdessen können Sie aber auch zu sogenannten Verblendern greifen. Diese sind in der Regel um ein Vielfaches günstiger als echter Naturstein und können sogar wesentlich einfacher an der Wand angebracht werden, sodass am Ende ein sehr harmonisches Bild entsteht, das glauben lässt, es handelt sich tatsächlich um eine Steinwand aus echtem Naturstein. Verblender haben zudem den Vorteil, dass sie ein viel geringeres Gewicht aufweisen. Diese Verblender werden gerade in gemieteten Wohnungen oder Häusern sehr gerne verwendet, da sie problemlos wieder von der Wand entfernt werden können. Dennoch können die Verblender eine echte Steinwand sehr gut imitieren.

Steinwand in der Mietwohnung

Möchten Sie, obwohl Sie nur zur Miete wohnen und Ihr Vermieter einer Wandverkleidung aus Naturstein nicht zustimmen sollte, dennoch auf eine moderne Steinwand im Wohnzimmer nicht verzichten, dann können Sie dennoch echte Steine verwenden. Kleben Sie die Steine ganz einfach nicht direkt an die Wand, sondern verschrauben Sie zunächst einen geeigneten Untergrund daran. Hervorragend geeignet ist normalerweise eine Holzplatte. Damit diese jedoch in der Lage ist, das Gewicht der Steine zu tragen, müssen Sie darauf achten, dass die Platte nicht nur besonders eben ist, sondern auch eine hohe Steifigkeit aufweist. Das bedeutet, dass Sie die Holzplatte entsprechend sicher an der Wand verschrauben müssen. Generell gilt hier: Je dicker die Platte ist, desto besser ist sie für eine Wandgestaltung dieser Art geeignet.

Greifen Sie auf keinen Fall zu Massivholz, sondern wählen Sie zum Beispiel eine OSB- oder Pressspanplatte. Auch Multiplex ist geeignet.

Je nachdem, wie groß Ihr Wohnzimmer ist, bietet es sich an, die Holzplatte nicht direkt an die Wand zu dübeln, sondern zunächst eine Unterkonstruktion anzufertigen, auf welche die Holzplatten anschließend befestigt werden. In diesem Fall könnten Sie sogar mehrere kleinere Platten verwenden, wodurch sich diese umso einfacher vom Baumarkt nach Hause transportieren lassen. Eine solche Unterkonstruktion kann zum Beispiel aus Dachlatten hergestellt werden, welche Sie direkt an die Wand schrauben.

Sobald die Holzplatte sicher an der Wand im Wohnzimmer befestigt ist, müssen Sie diese mit einem lösemittelarmen Tiefgrund vorbehandeln. Dies verhindert, dass sich das Holz mit Feuchtigkeit aus dem Fliesenkleber vollsaugen kann. Dadurch kann dieser entsprechend besser abbinden.

Sollte tatsächlich irgendwann einmal der Fall eintreten, dass Sie ausziehen oder Sie sich sogar selbst an der Steinwand im Wohnzimmer sattgesehen haben, dann ist es ein Leichtes, die Wandverkleidung wieder rückstandslos zu entfernen. Alles, was dann noch zu sehen ist, sind nämlich einige Löcher, die Sie zur Befestigung der Holzplatten bohren mussten. Doch auch diese können glücklicherweise leicht wieder geschlossen werden.

Steine für die Wandgestaltung selbst herstellen

Viele Heimwerker gießen ihre Steine für eine moderne Steinwand inzwischen selbst – nicht zuletzt aus Kostengründen. Ein weiterer Hauptgrund ist oftmals die unglaublich große Zahl an verschiedenen Möglichkeiten, die Ihnen dadurch zur Verfügung stehen. Alles, was Sie dafür benötigen, sind lediglich ein paar Basisprodukte.

Benötigtes Material

Benötigtes Werkzeug

Steine selbst gießen

Bevor Sie loslegen, sollten Sie zunächst ausrechnen, wie viel Baugips Sie eigentlich tatsächlich benötigen. In der Regel bekommen Sie aus etwa 20 Kilogramm Baugips etwa 0,75 bis 1 Quadratmeter Steine heraus. Dies ist natürlich ganz davon abhängig, wie dick die einzelnen Steine am Ende werden, was durch die Tiefe der Gussform bestimmt wird. In der Regel finden Sie bei der Gussform eine Angabe zur benötigten Menge Gips je Quadratmeter, welche Sie als Grundlage für Ihre Berechnungen verwenden können.

Baugips ist bereits für weniger als einen Euro je Kilogramm erhältlich. Kaufen Sie daher lieber ein oder zwei Sack mehr als errechnet, bevor Sie noch mal nur dafür zum Baumarkt fahren müssen. Viele Baumärkte geben sogar einen Mengenrabatt, wodurch Sie am Ende für einen einzigen Sack sogar noch etwas mehr bezahlen müssen.

Beim Anrühren der Gipsmasse halten Sie sich genau an die Angaben des Herstellern. Der Gips sollte auf keinen Fall zu flüssig sein, darf aber auch nicht zu trocken werden. Wichtig ist, dass er sich noch gut in die Form füllen lässt.

Beachten Sie unbedingt die Anleitung der Gussform, denn einige Gussformen benötigen ein Trennmittel. Sollten Sie keine Angaben dazu finden können, machen Sie zunächst einen Probeguss. So können Sie leicht herausfinden, ob Sie ein Trennmittel verwenden müssen.

Nachdem Sie die Steine gegossen haben, müssen diese für einige Stunden trocknen, bis sie vollständig durchgehärtet sind. Danach können Sie diese ganz einfach aus der Form herausdrücken und neue Steine gießen. Dies wiederholen Sie oft, bis Sie genug Steine haben, um damit die gesamte Wand fliesen zu können.

Wand vorbereiten

Bevor Sie die Gipssteine an die Wand kleben können, müssen Sie zunächst den Untergrund vorbereiten. So darf dieser zum Beispiel nicht stark saugfähig sein. Je nach Beschaffenheit des Untergrundes ist dieser also entsprechend mit einem Haftgrund zu streichen. Achten Sie dabei aber unbedingt darauf, dass der Haftgrund auch für das Auftragen eines Flexklebers geeignet ist. Sobald der Haftgrund – sofern erforderlich – durchgetrocknet ist, können Sie den Flexkleber entsprechend der Herstellerangaben anrühren und aufbringen. Hierzu verwenden Sie eine Zahntraufel. Danach kleben Sie direkt die selbst gegossenen Gipssteine Stoß an Stoß an die Wand.

Achten Sie vor dem Aufkleben der Steine auf Lichtschalter, Steckdosen oder auf Ecken und Kanten. Löcher für Lichtschalter und Steckdosen können Sie ganz einfach mit einer entsprechend großen Lochsäge bohren. Stößt der Stein hingegen beispielsweise an eine Türzarge oder an die Kante einer Wand, greifen Sie zum Fuchsschwanz und sägen diese einfach auf Maß.

Abschließende Feinarbeiten

Sobald die Steinwand vollständig errichtet wurde, greifen Sie zum Silikon und verfügen damit die Abschlussfugen. Gelegentlich kann eventuell auch mal etwas nicht ganz so sauber laufen, wodurch sich zwischen einigen Steinen eine leichte Fuge bildet. Sollten Sie zwischen zwei Verblendern einen Abstand feststellen, können Sie diese ganz leicht mit Acryl füllen. Auf keinen Fall sollten Sie hier zu Silikon greifen, da Silikon nicht überstrichen werden kann, Acryl hingegen schon. Mit etwas Mühe und Geduld haben Sie am Ende eine richtig schöne und vor allem relativ günstige Steinwand im Wohnzimmer, in der Küche oder einem beliebigen anderen Raum Ihrer Wahl.

Zusammenfassung

Bio, Do-it-yourself, … dies sind nur zwei von vielen Dingen, die seit einigen Jahren groß angesagt sind. Auch die Steinwand im Wohnzimmer oder der Küche ist seit Jahrzehnten sehr beliebt. Mit etwas Geduld bringen holen Sie sich ein Stück Natürlichkeit nach Hause.

Artikelbild: © Artazum LLC / Bigstock.com

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