Streichputz für die Decke: So geht es

Streichputz für die Decke: So geht es

Es gibt kaum ein Bereich in den eigenen vier Wänden, der dem Heimwerker so viel Respekt einflößt. Sie zu streichen oder zu tapezieren – allein das ist bei der Decke schon nicht so einfach. Denn hier muss über Kopf gearbeitet werden. Was tun, wenn der Trend Einzug gehalten hat und die Decke passend zur den Wänden mit Putz versehen werden soll? Streichputz eignet sich auch für die Arbeiten, die hoch hinaus wollen.

Der elegante Kompromiss: Wand und Decke mit Streichputz verschönern

Viele Heimbesitzer legen darauf Wert, dass die Wände und die Decke einheitlich in der Optik gestaltet sind. Für die Wände ist Streichputz eine lohnenswerte Alternative. Warum nicht auch an der Decke? Auch wenn Zwischendeckung, Wärmedämmung oder Rigipsplatten in der Höhe angebracht werden, ist Streichputz möglich. Wie auch an den seitlichen Mauern bietet er hier den Vorteil, gleich Struktur mitzubringen. Lediglich das Auftragen ist ein wenig komplizierter als das Streichen der Decke. Doch vom eigentlichen Verputzen hebt sich Streichputz immer noch immens ab. Dieses Material ist der elegante Zwischenweg für die Decke.

Streich- oder Rollputz trägt zwar den Namen, ist aber kein echter Putz. Hier wird lediglich mit einer Körnung eine ähnliche Struktur erzeugt. Wer seine Decke richtig verputzen will, sollte nicht zu Streichputz greifen. Als einfache Alternative ist er jedoch allemal geeignet.

Achtung Putzauswahl: Verschiedene Materialien stehen zur Verfügung

Wer sich entscheidet, die Decke mit Streichputz zu versehen, kann zwischen verschiedenen Materialien wählen. Gipsputz beispielsweise eignet sich als Tapetenersatz, aber nicht da, wo Feuchtigkeit auftritt. Hier ist Putz auf Kalkbasis besser geeignet, da er die Feuchtigkeit aufnimmt und Schimmelbildung vorbeugt. Lehmputz absorbiert sogar Gerüche aus der Luft und sorgt für ein ausgeglichenes Raumklima. Aber nicht nur auf die Basis des Putzes kommt es auch: Auch die Optik zählt. Diese wird durch die Körnung bestimmt: Feiner Streichputz bietet eine eher edle und glattere Oberfläche. Die mittlere Körnung bietet mehr Schattenbildung und der grobe Streichputz hat eine rustikale Optik.

Wichtige Hilfsmittel: Das wird dazu benötigt

Wer seine Decke mit Streichputz versehen will, braucht kein Hexenwerk, um diesen oben anzubringen. Stattdessen werden folgende Werkzeuge benötigt:

Je nach Beschaffenheit der Decke ist eine Grundierung notwendig. Die kann leicht mit Verlängerungsstange und Pinsel vom Boden aufgetragen werden. Komplizierter wird es beim Streichputz. Zwar kann auch hier eine Verlängerung helfen – viele Tropfen sind hier jedoch fast vorprogrammiert. Der clevere Handwerker steigt daher in die Höhe hinauf: Eine Leiter oder gar ein Gerüst bieten sich hier an. Letzteres ermöglicht dem Heimwerker bei entsprechender Höhe im Liegen zu arbeiten – in vielen Fällen schonender für Körper und Nerven. Aber auch Leitersysteme sind gut für das Aufbringen von Streichputz an die Decke geeignet. Hier kann der Eimer mit Material direkt angebracht werden und Rollen ermöglichen das Hin- und Herschieben im Raum. Nicht verzichten sollte der Heimwerker auch auf einen Schutzanzug, denn Streichputz an der Decke kann einige Spritzer verursachen. Neben einer Kapuze sollten Brillenträger auch an eine Schutzbrille denken. Ein Mundschutz ist generell eine gute Sache.

Verarbeitung an der Decke – die Vorbereitung

Wer nicht nur die Wände, sondern auch die Decke mit Streichputz verzieren will, sollte am besten das gesamte Zimmer ausräumen. So wird vor Schäden bewahrt. Möbel, die nicht aus dem Zimmer geschafft werden können, sollten unbedingt gut abgedeckt werden. Auch schützt die Folie den Fußboden. Vor Beginn ist auch der Schutzanzug gefragt: Anziehen nicht vergessen! Ist die Decke bereit für den Streichputz? Auch hier ist es wichtig, dass die Fläche frei von Flecken, Fett und Schmutz ist. Risse werden nicht vom Streichputz überdeckt. Diese müssen vorher mit Spachtelmasse beseitigt werden. Auch Unebenheiten kann der Streichputz nicht übertünchen. Denn er bietet meist nur eine Schichtdicke von drei bis vier Zentimetern. Daher sollte die Decke vor der Behandlung ebenfalls abgeschliffen werden. Ist dies geschehen, ist sie bereit für die Grundierung, sollte das Deckenmaterial saugfähig sein. Erst nach dessen Trocknung beginnt die eigentliche Arbeit mit dem Streichputz.

Verarbeitung an der Decke – eine Anleitung

Das Material sollte als erstes mit einem Pinsel in den Ecken aufgetragen werden, bevor die gesamte Fläche folgt. Dann kann der Streichputz auf dem Rest verteilt werden. An der Decke ist das oft schwieriger als an Wänden. Eine Rolle mit kurzem Flor ist hier von Vorteil, wenn sie angefeuchtet ist. Ein Trick ist es auch, den Streichputz erst mit der Kelle an der Decke zu kleben und verbreiten und danach mit der Rolle, dem Pinsel oder dem Quast drüber zu streichen.

Ebenso bietet es sich an, zwei Schichten zu wagen: erst eine dünne, danach eine kräftigere hinterher. Das sorgt für die passende Deckung. Auch sollte der Heimwerker sich Hilfe holen und zu zweit arbeiten: Denn der Putz trocknet schnell. Um eine einheitliche Struktur an der gesamten Decke zu erhalten, muss dementsprechend schnell gearbeitet werden. Eine zweite Person kann hier sehr hilfreich sein. Aber Vorsicht: Die Struktur sollte nur einer von beiden in den Putz bringen. Denn jeder hat seine eigene „Handschrift“ auf beim Streichputz – arbeiten zwei Personen, wird das zu erkennen sein.

An der Decke ist wichtig, so wenig Arbeit wie nötig durchzuführen, denn sonst schmerzen die Arme schnell. Zwar kann auch hier im Nachhinein die Struktur des Putzes mit Pinsel und Co bearbeitet werden oder auch Farbe aufgetragen werden –aber angesichts der Anstrengung sollte vorher klar sein, was der Heimwerker sich wünscht.

Zusammenfassung

Auch die Decke kann passend zu den Wänden im Raum mit Streichputz versehen werden. Jedoch ist hier der Vorgang ein wenig komplizierter: Tropfen und Spritzer sind deutlich häufiger, wenn oben gearbeitet wird. Daher sollte zum Zubehör unbedingt auch ein Schutzanzug gehören. Eine Kelle erleichtert das Leben an der Decke ebenso wie ein Gerüst oder eine Leiterkonstruktion.

Artikelbild: © zeljkodan / Shutterstock

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